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Sushi Restaurant Sushiya Bento München by feed me up before you go-go-5

Wir wohnen ja leider ein klein wenig außerhalb der hippen Viertel Münchens (ja, die gibt’s sogar hier), was dazu führt, dass man mindestens 15 Minuten laufen muss, bis man auf einigermaßen annehmbare Einkehrmöglichkeiten abseits von Dönerbuden und Boazn trifft. Sobald man allerdings die Bahnschienen hinter sich gelassen hat und den Berg hinab wandert, findet man auch in Sendling eine ansprechende Auswahl an Leckereien: hervorragende Pizza im Europa, spanische Spezialitäten im Centro Español oder köstliche Kuchen im Café Schuntner. Bisher mit kulinarischer Nichtbeachtung gestraft haben wir das obere Drittel der Lindwurmstraße, wo sich schon seit zwei Jahren ein kleiner Sushi-Laden verbirgt. Ordentliche Bewertungen und eine für den Abendspaziergang wie geschaffene Entfernung haben uns dann aber vor Kurzem doch endlich ins Sushiya Bento geführt.

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Das Innere ist klein, kaum 20 Gäste dürften hier einen Platz finden. Als wir an einem Sonntagabend unnötigerweise einen Tisch reserviert hatten, waren außer uns nur noch zwei weitere Gäste im Lokal. Allerdings schauten immer wieder Leute aus der Nachbarschaft rein, um sich die Reisrollen mit nach Hause zu nehmen. Die Karte scheint recht klassisch und neben etwa 80 verschiedenen Sushi-Varianten finden sich darauf noch einige Vor- und Hauptspeisen wie Udonsuppe oder diverse Fleischgerichte. Positiv fällt die recht große Auswahl an vegetarischen Rollen ins Auge.

Viel Personal braucht man für so einen Laden natürlich nicht und so fand sich an diesem Abend neben dem kochenden Besitzer nur eine Bedienung hinter der Theke. Wir entschieden uns schnell für eine Reihe von vegetarischen und fischigen Suhsirollen sowie zwei Vorspeisen. Für Frau Wu musste es natürlich der Spinat-Sesam-Salat Horenso Goma-ae (3,50 €) sein, während ich mir Hiyayakko bestellte (Seidentofu mit Ingwer und Lachskaviar, 4,50 €).

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Beides kam fix auf den Tisch und dank der direkten Nähe zur Theke konnten wir den Chef gleich nach seinem Horenso-Goma-ae-Rezept fragen, der uns freundlich und ausführlich seine Spezialzubereitung verriet. Wird bestimmt bald ausprobiert, denn Frau Wu war ziemlich angetan von ihrer Portion (Ylva von Der Klang von Zuckerwatte hat kürzlich übrigens eine sehr ansprechend aussehende Variante des Sesamsalats mit Bohnen verbloggt). Mein Tofu war auch gut, wenn auch etwas unspektakulär.

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Unsere Sushirollen, die parallel frisch zubereitet worden waren, kamen auf einem großen Holzschiff an den Tisch getuckert. Ganz schön viel Ethnokitsch, but we liked it! Darauf fanden sich verschiedene Hosomaki und Uramaki (3 bis 5,50 €), einige vegetarische Rollen und etwas Fisch für mich. Geschmacklich gab es nichts zu meckern, überzeugt haben uns alle Sorten. Die Zutaten waren frisch, der Reis hatte eine gute Konsistenz, nur die Stabilität der Rollen ließ etwas zu wünschen übrig. Sie waren zu locker gerollt und dementsprechend auch etwas schwieriger zu essen, da sie gerne einmal zwischen den Stäbchen aus der Form glitten. Aber wie gesagt, am Geschmack gab es nichts auszusetzen.

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Nach Vorspeise und ausladender Sushiplatte reichte es gerade noch für einen geteilten Nachtisch. Mochi sollten es sein, mit schwarzer Bohnenpaste gefüllte Klebereisbällchen. Auch die waren sehr gelungen und lauwarm, und als süßer Abschluss genau richtig. Ein Pflaumenwein aufs Haus und eine Runde Glückskekse, die bei uns kurze Irritation auslösten (oder habt ihr schon mal beim Japaner Glückskekse bekommen??), beendeten den Abend.

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Fazit: An die Qualität und Atmosphäre unseres Lieblingsjapaners Sansaro kann der kleine Laden nicht heranreichen, aber dennoch lohnt sich ein Besuch, wenn es einem nach leckerem (vegetarischen) Sushi lüstet. Abseits der gängigen Münchner Hotspots findet man hier solides Handwerk in netter Umgebung. 40 € für zwei Personen inklusive Getränken sowie Vor- und Nachspeise sind für frisches Sushi ebenfalls fair, und so werden wir bestimmt bald wieder mal den Berg hinabspazieren. 4 von 5 Sushirollen.

Sushiya Bento
Lindwurmstraße 108
80337 München
www.sushiya-bento.de

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Ende November musste ich zum dritten Mal im letzten Jahr beruflich nach Berlin fahren. Diesmal aber immerhin nur als Zuhörer auf einer Tagung, und dank genügend Überstunden konnte ich privat noch ein paar Tage dranhängen. Frau Wu wurde kurzerhand eingepackt und so konnten wir zum Abschluss des Jahres noch einen netten Kurzurlaub in der Hauptstadt verbringen. Genächtigt wurde zentral und stylish im Titanic Comfort Hotel am Spittelmarkt – für einen Kurztrip sehr zu empfehlen, wenn man bereit ist, Style gegen Zimmergröße einzutauschen. Trotz einiger beruflicher Verpflichtungen kam sogar etwas Urlaubsstimmung auf und wir hatten genügend Zeit, gemütlich durch die Stadt zu schlendern, alle zehn Meter eine Kaffee- oder Kuchenpause einzulegen und eine Ausstellung zu besuchen. Dabei haben wir für uns ein paar tolle Orte entdeckt, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Vielleicht steht euer nächster Berlin-Besuch ja auch schon an und damit ihr nicht hungrig in der Hauptstadt umherirren müsst, gibt’s ein paar Restauranttipps.

Berlin

Bar Raval: Tapas con Daniel Brühl
Lübbener Straße 1 / www.barraval.de

Unseren ersten Restaurantbesuch hatten wir schon seit einer ganzen Weile auf dem Plan: Spanische Tapas sollten es werden! Wer in Deutschland authentisch spanisch essen gehen will, steht vor einem Problem. Zumindest dann, wenn man erwartet, ähnliche Bedingungen wie in Spanien vorzufinden. Mal schnell auf ein paar Tapas treffen? An der Bar oder einem wackeligen Tisch sitzen und eine Portion Pimientos de Padrón mit einem schnellen Bier runterspülen? Das kann man hierzulande doch eher selten. Die spanischen Lokale, die wir bisher testen konnten, haben wenig mit dem Lebensgefühl der kleinen, unperfekten Bars zu tun, die uns in den Gassen Sevillas, den Ausgehvierteln Madrids oder in der Altstadt Barcelonas begegnen. Meist findet man große, etwas angestaubte Restaurants mit klischéebeschmückten Wänden, deren Tapasauswahl nicht über die üblichen Standards hinausreicht. Inzwischen gibt es glücklicherweise eine Generation moderner Bars, die Ambiente und spanische Tradition verbinden und dabei gleich noch neue Gerichte kreieren (in München z.B. die Bar Palau). Seit einiger Zeit sind auch Berlin-Besucher in der glücklichen Lage, ein solches Lokal finden zu können. Die Bar Raval in Kreuzberg ist mit dem Ziel gegründet worden, eine barcelonesische Tapas-Bar nach Deutschland zu transferieren. Und, das können wir gleich verraten, dieses Vorhaben ist den Besitzern – zu denen auch Schauspieler Daniel Brühl gehört – zu 100% gelungen.

Berlin Bar Raval

Die Einrichtung ist modern, schlicht, aber nicht kühl, die Wände schmücken alte spanische Werbeplakate, die Tische sind aus massivem Holz. Alles wirkt irgendwie spanisch, aber niemals kitschig, es ist gemütlich ohne überladen zu sein. Und in ähnlicher Weise präsentiert sich dann auch das Essen. Neben einer festen Karte gibt es wechselnde Tages- und Wochengerichte. Und die Besonderheit: Es werden wirklich nur Tapas angeboten. Keine Hauptgerichte, keine Raciones, kein Zugeständnis an normale Menügewohnheiten. Herrlich! Wir fühlten uns trotz der übersichtlichen (aber auch für VegetarierInnen vollkommen ausreichenden) Auswahl überfordert und hätten am liebsten die halbe Karte bestellt. Gewonnen haben schließlich eine Portion Patatas Bravas (3,80€), ein gratinierter Ziegenkäse mit Tomatenmarmelade, Honig und Kräutern (5,50€) und für den Fleischliebhaber in mir die Tostadas mit Sobrasada, Äpfeln und karamellisierten Zwiebeln (4,20€). Allzu spanisch sollte man hier allerdings auch nicht seinen Abend planen, denn als wir um 21.30 Uhr im Raval ankamen, waren verschiedene Tapas leider schon aus und die vielversprechenden Auberginen mit Honig mussten durch ein Tatar aus Avocados, Champignons und Tomaten (6,90€) ersetzt werden. Dennoch keine schlechte Wahl, wie sich herausstellte.

Das Tatar kam mit Rucolahaube und war mit Sojasoße und Sesamöl angemacht, schmeckte sehr intensiv – vielleicht ein wenig zu salzig -, aber nichtsdestotrotz köstlich. Die Kartoffeln toppten sogar fast alle Patatas Bravas, die wir bisher in Spanien probiert hatten, die Soße schön knoblauchig, die Portion ordentlich. Der intensive Geschmack der Sobrasada (eine mallorquinische Streichwurst) harmonierte toll mit der Süße von Äpfeln und Zwiebeln und der feine Ziegenkäse wurde von den begleitenden Zutaten nicht erdrückt – auch wenn ich gerne etwas mehr von der Tomatenmarmelade gehabt hätte, die war nämlich verdammt gut. Weil für Nachtisch einfach immer noch Platz ist, gab es zum Abschluss eine Crema Catalana (3,90€), die zwar schmeckte, aber in der Mitte leider kalt war.

Berlin Bar Raval

Zu viel essen sollte man allerdings nicht, sonst gestaltet sich der Gang zu den ohnehin sehr engen Toiletten vermutlich eher schwierig. Preislich ist das Raval durchaus in Ordnung, allein das Tatar war in unseren Augen etwas zu hoch angesetzt. 30€ standen am Ende auf der Rechnung, da sind wir aus München deutlich Schlimmeres gewohnt.

Fazit: Tolle, authentische spanische Bar mit angenehmem Ambiente, netter Bedienung und sehr guten Tapas! Am Wochenende unbedingt reservieren, sonst ist Warten angesagt. Daniel Brühl war übrigens auch da und ihr solltet (nicht nur deswegen) dem Raval beim nächsten Berlin-Trip definitiv einen Besuch abstatten. 4,5 von 5 cañas.

Miss Saigon: südvietnamesische Geschmackssafari
Skalitzer Straße 38 / www.miss-saigon-berlin.de

Am nächsten Abend ging es schon wieder nach Kreuzberg. Vom Hotel aus war das mit dem Bus aber auch wirklich einfach. Diesmal stand südvietnamesische Küche auf dem Programm. Vom Miss Saigon hatten wir vorher schon gelesen und waren mehr als gespannt, ob wir Unterschiede zu den Vietnamesen, die wir bereits aus München kannten, würden feststellen können. Zum Glück hatten wir auch hier reserviert, sonst hätten wir wohl (auch sonntagabends) einige Zeit an der Bar warten müssen. Das Miss Saigon ist eng und laut, man sitzt niedrig, kann mit den Gästen am Nachbartisch eigentlich auch gemeinsam in die Karte schauen, aber es riecht köstlich. Die nächste Überraschung bot dann die Karte, die zu Frau Wus großer Freude eine Vielzahl an vegetarischen und veganen Gerichten aufwies und für uns quasi nur kulinarisches Neuland beinhaltete. Ok, Sommerrollen kannten wir schon von anderen Vietnamesen, aber sonst bestellten wir eher nach dem Motto “klingt-interessant-und-könnte-schmecken”.

Berlin Miss Saigon

Unbedingt probieren sollte man auch die verschiedenen Shakes auf der Karte. Ananas-Minze & Maracuja-Banane-Minze (je 2,90€) waren köstlich und helfen auch, falls sich die Essensauswahl als zu scharf entpuppen sollte. Als Vorspeise bestellten wir Reisrollen (Goi cuon chay) gefüllt mit Tofu, Gemüse, Reisnudeln und vielen Kräutern (3€ für 2 Rollen). Dazu gab es eine Soße zum Tunken und fertig war das zufriedene Grinsen auf unseren Gesichtern. Zu unseren Hauptgerichten gab es vorweg eine fein abgeschmeckte, klare Gemüsesuppe mit Koriander. Frau Wu hatte sich für Banh khot, vegane gebratene Mini-Pfannkuchen mit Tofu, Koriander und einer würzigen Sauce (6,90 €), entschieden. Ich dagegen bekam Bun cha ga: Reisnudeln mit Gemüse und in Zitronengras marinierte Hühnchenhackspieße mit einer Chilisoße (6,50 €). Auch hier galt wieder: sehr lecker und sehr frisch (Kräuter!) – einzig mein Fleisch war etwas trocken. Ein Dessert musste trotz übervoller Bäuche natürlich trotzdem noch sein. Wir entschieden uns für Banh it la cam, warme Klebreisbällchen gefüllt mit Kokos und Erdnüssen auf Bananenblatt und mit Kokossoße (3,50€). Und schon wieder folgte eine geschmackliche Neuentdeckung, die süchtig macht und ab sofort sicherlich öfter probiert wird.

Zum Schluss noch ein Hinweis für VegetarierInnen: Beim Bestellen solltet ihr etwas aufpassen, da sich in die vegetarischen Speisen ab und zu ein paar Krabben verirrt haben. Wer sichergehen will, sollte einfach vegan bestellen.

Fazit: Ein etwas enges, aber sehr sympathisches, südvietnamesisches Restaurant mit ungewöhnlicher Speisekarte und unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir sind begeistert und kommen definitiv wieder! 5 von 5 Sommerrollen.

Don Sushi: solides Sushi ohne Chichi
Niederbarnimstr. 12 / www.don-restaurant.de

Am dritten Abend hatten wir Lust auf Sushi bekommen und uns auf Empfehlung einer Freundin für Don Sushi in Friedrichshain entschieden. Nachdem wir die beiden vorherigen Abende in bis zum letzten Platz vollgepackten Restaurants verbracht hatten, reservierten wir auch hier, was sich allerdings (zumindest unter der Woche) als überflüssig herausstellte. Kaum was los und freie Platzwahl – ob das ein Zeichen sein sollte? Hmm.

Berlin Don Sushi

Besonders gemütlich ist das Don Sushi nicht – die Einrichtung wirkt etwas karg und unpersönlich. Dafür wurden wir sehr freundlich und schnell bedient und entschieden uns für zwei Sushiplatten – eine vegetarische mit Avocado-, Gurke-, Rettich- und Tofu-Maki (8€) sowie eine gemischte Fischplatte mit California Rolls und Nigiri (8€). Vorab gab es zu jeder Platte eine Misosuppe. Geschmacklich waren Sushi und Suppe durchaus in Ordnung, nur irgendwie fehlte das gewisse Etwas. Vielleicht sind wir aber auch mittlerweile was Sushi angeht völlig verwöhnt – wer einmal im Münchner Sushi-Himmel Sansaro gegessen hat, wird es in anderen Sushi-Restaurants schwer haben. Dafür geht es im Don Sushi preislich deutlich humaner zu: Gut 20€ für Suppe, Sushiplatte und Getränke für zwei Personen ist eigentlich kaum zu schlagen.

Fazit: Don Sushi bietet gutes, solides Sushi für wenig Geld, dem etwas Kreativität und Raffinesse sicherlich nicht schaden würden. 3 von 5 Makis.

Da wir natürlich auch tagsüber kräftig gegessen haben, werden wir uns im zweiten Teil zu unserem Berlin-Besuch den süßen Seiten der Stadt widmen. Schokolade, türkischer Honig und Cheesecake, da könnt ihr euch jetzt schon auf tausend Leckereien und Empfehlungen freuen!

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Viel zu lange ist es her, das letzte selbstgerollte Sushi. Deshalb war ein Besuch im riesigen Orient Shop am Rosenheimer Platz mehr als überfällig. Neben den üblichen Sushizutaten (oder dem, was wir eben so in die Seetangrollen stopfen) landeten diesmal auch aufregend unbekannte Asiaspezialitäten im Einkaufskörbchen.

Gefüllt wurden unsere Makis zum einen vegetarisch mit Avocado, Rucola und Bärlauch auf einer Frischkäse-Wasabi-Creme sowie mit Paprika, Möhren und Schnittlauch, zum anderen fischig mit einem Lachs-Avocado-Schnittlauch-Mix. Dazu gab es eine zweifarbige Ingwerkomposition. Der Rosafarbene war auch eine Neuentdeckung im Asiamarkt, mit Radieschen gefärbt und etwas milder im Geschmack kommt er natürlich auch optisch etwas schöner daher als sein naturblasser Freund. Mit Wasabi haben wir uns nach unserer letzten Begegnung mit einer Paste straight out of hell, deren Schärfe uns beinahe die Speiseröhre weggeätzt hätte, ziemlich zurückgehalten. Dumm nur, dass wir nicht mehr wussten, welche Höllenpaste wir damals gekauft hatten! So glich die Auswahl der neuen Paste eher einer Runde russischem Roulette und die Portionierung des Wasabis beim Röllchen belegen verlief sehr zaghaft. Naja, zumindest haben wir es so überlebt.

Zum Löschen der potenziellen Wasabiflamme wurde vorsorglich “Coco Loto”-Kokossaft gekauft. Die kleine Flasche mit der trüben Flüssigkeit und den schwebenden Fruchtfleischstückchen wirkte gleichzeitig interessant und abschreckend und passte perfekt zu den anderen Absurditäten, die außerdem in unserer Einkaufstasche landeten: “Peanut Mochi”, “Gingerbons” und “Soft Sesam Candy”. Überraschenderweise schmeckt der Kokossaft nicht so künstlich wie auf den ersten Blick vermutet. Im Gegenteil, der sanfte Kokosgeschmack gepaart mit den leicht süßlichen Stückchen kommt fast schon zu natürlich und unspektakulär daher und erinnert ein bisschen an stark verdünnte Kokosmilch. Schon ganz erfrischend und nicht schlecht, aber irgendwie etwas lahm.

Als alles andere als lahm erwiesen sich die “Gingerbons” – kleine, einzeln verpackte, gummiartige Ingwerbrocken, die beim Lutschen immer mehr an Schärfe gewinnen. Das ist definitiv was für Ingwerfans und dazu noch ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Auch toll fand ich die Sesam-Erdnuss-Quadrate, deren klebrige, zähe Konsistenz sicherlich auch für Blomben gefährlich werden könnte. Am meisten gespannt war ich auf die “Peanut Mochi”, denn darunter konnte ich mich so gar nichts vorstellen. Der Orient Shop hatte drei verschiedene Füllungen im Angebot: Erdnuss, Grüner Tee und Anko (eine rote Bohnenpaste). Wir entschieden uns für die “feige-Europäer-Variante”, aber auch mit der hatte ich so meine Probleme. Die kleinen wabbeligen Klebreisbällchen sind mit einer Erdnusscreme gefüllt, die an cremige Erdnussbutter erinnert – an sich geschmacklich ok, wenn nur die Glibberhülle drumherum nicht wäre. Uaah, ich fand’s echt eklig. Dem Mann hat’s geschmeckt – Glückwunsch, er darf gerne die restliche Packung alleine aufessen!

Fazit: Sushi super, zwei der drei “Nachtischvarianten” konnten immerhin bestehen und haben neugierig gemacht auf die unprobierten Regalmeter, die im Orient Shop der Entdeckung harren.

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Der Versuch, sich im urbanen Essensdschungel abzuheben und von anderen Imbissen zu unterscheiden, trägt manchmal schon merkwürdige Blüten. Ganz vorne dabei sind für mich auf jeden Fall die Sushi-Wrap-Buden, die es seit einiger Zeit in München gibt. Ich hatte mich bisher nicht näher mit deren Konzept beschäftigt und mir deswegen vor unserem ersten Besuch in der Filiale im Tal einen Wrap mit sushiüblichen Komponenten vorgestellt. Mexiko meets Japan, oder so ähnlich. Letzendlich handelt es sich bei den Wraps aber doch nur um lange Sushirollen, die man eben – wie einen Wrap – aus der Hand essen kann.

Viel Sushi – wenig Wrap

In der Füllung unterscheiden sich die Rollen dann allerdings doch noch etwas vom normalen Sushi, traditionell sind die Zusammenstellungen zumindest nicht gerade. Erfreulich ist das recht große Angebot an vegetarischen Rollen und ungewöhnlichen Kombinationen. Wir entschieden uns für das drei-Rollen-für-5€-Paket und die Sorten “Erdnuss, Wasabi, Gurke”, “Mango, Frischkäse, Rucola” und “Feta, Minze, Spinat”. Dazu gab’s noch ein paar kleine Plastikflaschen in Fischform mit Sojasoße. Wenn man sich allerdings wie wir an einen der vier Tische setzt, kann man auch auf Sojasoße aus Flaschen zurückgreifen. Ingwer gehört nicht zum Paket, kann aber – wie auch eine Extraportion Wasabi – für 20 Cent dazugekauft werden.

Links mit Feta und Spinat, rechts Mango und Frischkäse. Im Vordergrund piscis sojasaucus.

Geschmacklich waren die Rollen ganz in Ordnung, aufgrund des Preises darf man da aber auch nicht zu viel erwarten. Insgesamt waren alle Sorten etwas zu fad und brauchten vor dem Verzehr ein ordentliches Bad in der Sojasoße. Die einzelnen Bestandteile waren leider auch nicht immer gut rauszuschmecken. Der Reis war ok, wenn auch etwas zu kühl, was wohl daran liegt, dass die Rollen in der Kühltheke aufbewahrt und nicht für jeden Gast frisch zubereitet werden. Aber es ist ja auch Fast Food und keine Sterneküche. Ich hatte nach 1 ½ Rollen noch Hunger und habe mir für 2€ noch eine einzelne Rolle mit Garnele geholt, die sich auf dem gleichen Niveau wie die anderen “Wraps” bewegte. Für Menschen mit ordentlichem Appetit ist also das drei-Rollen-Angebot zu empfehlen, womit man auch nicht viel teurer wegkommt als bei einem Döner.

Fazit: Der Unterschied zum normalen Sushi ist geringer als erwartet und aufgrund des günstigen Preises und trotz der kleinen Abstriche bei der Qualität der Zutaten eine nette Alternative zum üblichen Fast Food. “Richtiges” Sushi können die Wraps aber natürlich nicht ersetzen. 3 von 5 Makiröllchen.

Sushi Wrap
Im Tal 32
80331 München
http://www.sushi-wrap.de

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Sushi to go

Nachdem ich in vor ein paar Tagen meine Mittagspause damit verbrachte im Turbotempo letzte Ostergeschenke einzukaufen und mich ohnehin schon in der Münchner Innenstadt befand, beschloss ich, auf dem Rückweg zur Arbeit einen kurzen Zwischenstopp bei Sasou einzulegen. Sehr zentral am Marienplatz und neben dem Apple Store gelegen, bietet das kleine panasiatische Schnellrestaurant eine ganz gute Auswahl an Ramen- und Udonsuppen, Salaten, Fingerfood und Sushi. Schön ist hier vor allem das Angebot an fischlosem Sushi, es gibt Röllchen mit Avocado, Gurke, getrockneten Tomaten, Rettich, Kürbis und Tofu – da freut sich das Veggie-Herz und eine Packung mit sechs Inside-out Maki (Tofu, Gurke, Avocado und Dill) landete in meiner Tasche. Seit Kurzem bin ich größter Fan von Hourensou Goma-ae, einem japanischen Spinatsalat mit Sesamsoße, und für den von Sansaro könnte ich sterben (sabber)! Umso größer war die Freude, dass auch Sasou diesen Salat zum Mitnehmen anbietet. Ganz billig ist das Essen hier allerdings nicht. Die vegetarische 6er Sushi-Box gibt es für 5€, den Spinatsalat für 3,30€ – naja, für ein etwas abwechslungsreicheres Mittagessen schon ok, denke ich.

Lecker Mittagessen stilecht am Schreibtisch

Zurück im Büro wurde der Arbeitsplatz schnell zur Sushibar umfunktioniert und das mit Spannung erwartete Goma-ae hastig ausgepackt. Erstaunlicherweise kam die Sesamsoße fast ans “sansarische” Niveau heran und überzeugte ab dem ersten Löffel Stäbchen: cremig, nussig, sesamig … lecker! Die Erwartungen an das Sushi stiegen nun rapide, aber so richtig toll war es irgendwie nicht. Gut gerollt, schön anzusehen und mit offensichtlich frischen Zutaten – nur leider wollte der Tofu nicht so recht mit der restlichen Sushikonsistenz harmonieren. Irgendwie zu hart, zu zäh und zu würzig mariniert, störte er in den Röllchen mehr als dass er schmeckte. Beim nächsten Mal wird auf jeden Fall lieber wieder ganz auf Gemüse vertraut und eine andere der insgesamt drei vegetarischen Sushi-Boxen gewählt!

Fazit:

4,5 von 5 Sesamkörnern für das Hourensou Goma-ae und

3 von 5 Makiröllchen für das Sushi

Sasou
Marienplatz 28
80331 München

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Bento in the Box

Ich bin ja inzwischen einiges gewohnt, was die Preise in München angeht und freue mich schon tierisch, wenn das Stück Kuchen unter 3,50€ kostet. Aber 4,10€ für ein 0,5l Helles? Bei einem Franchiseunternehmen? Das ist ja fast auf Oktoberfestniveau! Traurig aber wahr und im Bento Box leider die Regel. Noch ärgerlicher ist es, wenn auf die Getränkepreise, die auf der Bento-Box-Website angegeben sind, im Lokal noch einmal ein Drittel draufgeschlagen wird.

Wie schon einmal erwähnt, haben wir uns in das Sushi von Sansaro verliebt, aber zum Glück führen wir eine offene Beziehung. Am letzten Samstag machten wir uns deswegen auf den Weg, das Bento Box an der U-Bahn Haltestelle Giselastraße zu testen, wo es nicht nur Sushi, sondern eine breite Palette an japanischen Gerichten gibt. Der zweistöckige Laden ist ziemlich düster, was wohl der (missglückte) Versuch sein soll, etwas Gemütlichkeit in den Laden zu bringen, aber dagegen sprechen allein schon die Spiegeldecken. Ähnlich wie im Hans im Glück ist alles recht eng und man sitzt auf Bänken und Hockern. Glücklicherweise konnten wir die Bedienung davon überzeugen, uns noch einen anderen Tisch zu geben, bei dem wir wenigstens nicht nur 10cm Abstand zu den Tischnachbarn hatten. Aber leider war auch ein halber Meter nicht ausreichend, zumindest nicht, wenn sich am Nebentisch zwei junge Marketingfuzzis lautstark über utopische Einstiegsgehälter und ähnliche “Münchner Themen” unterhalten.

Nachdem wir dann den Getränkepreisschock und die Verwunderung darüber, dass an einem Samstagabend sämtliche Colasorten bereits aus waren, überwunden hatten, konnten wir uns dem Essen zuwenden. Als Vorspeise gab es “Horenso gomaae”, kalten Spinatsalat mit Sesamsoße (übrigens unglaublich gut im Sansaro!), für 2,60€, der allerdings so kalt war, dass er vermutlich gerade aus dem TK-Fach kam. Frau Wu entschied sich für verschiedene Sushivariationen (zwischen 3,60€ und 4,90€) und ich bestellte eine “Vegetarische Tempura Udonsuppe”. 9,70€ ist für eine Suppe zwar kein Schnäppchen (aber hey, für München …), aber die Portion war mehr als ordentlich und auch für mich ausreichend. Das frittierte Tempuragemüse kam in einer Extraschale und konnte nach Belieben in die Suppe getunkt werden. Die Bestand aus einer klaren, sehr gut abgeschmeckten und würzigen Brühe mit Gemüseeinlage und dicken Udonnudeln. Kann man machen!

Die Sesamsoße war zwar nicht schlecht, aber leider auch viel zu kalt zum ohnehin schon unterkühlten Spinat.

Udonsuppe kann man auch selber machen

Das Sushi war eigentlich ganz gut und die Karte bietet neben den Klassikern auch ein paar ausgefallenere Sorten an, geschmacklich kann es aber absolut nicht mit den Sansaro-Rollen mithalten. Leider waren die Rollen auch nicht sehr gut gerollt, fielen leicht auseinander und schmeckten insgesamt etwas fad. Nicht schlecht, aber deswegen würde ich nicht noch einmal dorthin gehen.

Brazilian Maki mit Avocado, Limette und Chili und Ume Maki mit Gurke und Pflaumenpaste.

Fazit: Die Suppe war lecker, aber die kriegt man in München inzwischen an jeder Ecke, dafür lohnt sich der Weg also nicht und fürs Sushi geht man auch besser woanders hin. 6 von 10 Makiröllchen.

Bento Box
Leopoldstr. 42
80802 München

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