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Tortilla de espinacas Spinattortilla-4

¡Hola y muchos saludos desde España! Seit ein paar Tagen sind wir nun im schönen Baskenland unterwegs. Obwohl wir gefühlt unser halbes Leben in Spanien verbracht haben, hat es uns zum ersten Mal nach Nordspanien verschlagen. Nördlicher als Barcelona oder Zaragoza sind wir bisher komischerweise nie gekommen. Das dies ein gravierender Fehler war, wird uns gerade bewusst. Shame on us! Wie toll ist denn bitte das Baskenland? Saftig grüne Hügel, schroffe Felsküsten, der tobende Atlantik, dazu noch hinreißende Städtchen wie San Sebastián und eine uns fast schon erschlagende Auswahl an leckeren Pintxos. Ob wir überhaupt nach München zurückkehren, überlegen wir uns noch. Bis dahin senden wir euch jedenfalls einen kleinen kulinarischen Gruß von der iberischen Halbinsel: Tortilla de espinacas – Spinattortilla – unzählige Male schon gegessen und trotzdem haben wir sie noch nicht über.

Tortilla de espinacas Spinattortilla-1

Tortilla de espinacas / Spinattortilla (für ca. 2 Personen):

250 g Spinat
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel
330 g Kartoffeln
6 Eier
Salz, Pfeffer

1. Einen Topf Salzwasser auf dem Herd zum Kochen bringen. Darin die Kartoffeln bissfest garen, dann schälen und in kleine Würfel schneiden. Einen zweiten Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, darin den Spinat ca. 2-3 Min. kochen, die Flüssigkeit rauspressen und grob hacken.

2. Öl in einer Pfanne (∅ 20 cm) erhitzen, Zwiebel darin glasig dünsten. Die Kartoffelwürfel hinzufügen und einige Minuten mitanbraten. Den Spinat unterrühren. Die Eier in einer Schüssel verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Masse in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze ca. 10-12 Min. stocken lassen, bis der Boden leicht gebräunt ist.

3. Die Tortilla mithilfe eines Tellers (oder eines Tortillawenders – ja, sowas gibt es in Spanien tatsächlich in jedem Supermarkt zu kaufen und ist ungeheuer praktisch!) wenden und von der anderen Seite ebenfalls ca. 3 Min. bräunen.
¡Que aproveche!

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Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln-1

Kochen entspannt mich und deswegen habe ich den letzten Samstag genutzt, um mich etwas vom Stress zu befreien. Die Tage vorher waren von zu vielen Überstunden geprägt, da eine Tagung vorbereitet werden wollte. Wenn der eigene Name unter dem Programm steht, ist der Stressfaktor im Vorfeld natürlich besonders hoch. Also wurde eingekauft und eine Zeitlang mal nicht an Begrüßungsrede, ReferentInnenausfälle, Zimmerverteilung und Workshop-Inhalte gedacht. Und wenn man gerade schon dabei ist, sich von der Realität wegzukochen, darf man auch ruhig mal ein wenig in die Ferne schweifen. Wie passend, dass Nele von Küchendelikte gerade bei Zorra ein Blogevent zur spanischen Küche ausrichtet und ich so noch auf den letzten Drücker ein Rezept beisteuern kann, das mich sofort an Sevilla denken lässt.

Die andalusische Hauptstadt ist eine wahre Fundgrube für gutes Essen, an jeder Ecke lauert mindestens eine Tapas-Bar – vom avantgardistischen Spitzenlokal über siffige Eckkneipen bis hin zu jahrhundertealten Traditionslokalen. Ein bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebtes Restaurant ist die Taberna Coloniales. Praktischerweise am Plaza del Cristo de Burgos gelegen und somit in unmittelbarer Nähe zum Stadtarchiv, habe ich mich dort des Öfteren für stundenlanges Aktenstudium belohnen können. Die Spezialität des Hauses ist die Hähnchenbrust in Mandelsoße (Pechuga de pollo con salsa de almendras), die so lecker ist, dass es ist mir nach dem ersten Besuch wirklich schwer gefallen ist, dort jemals wieder etwas anderes zu bestellen. Was lag also näher, als dieses Glücksgefühl, das sich beim Essen unter spanischer Sonne einstellt, in den regnerischen Norden zu holen?

Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln-4

Im Folgenden findet ihr nun meinen Versuch, dieses herrliche spanische Gericht nachzukochen, und auch wenn ich den Geschmack nicht ganz imitieren konnte (ich bin mir jedoch sicher, dass auch die Atmosphäre in Sevilla nicht ganz unschuldig am Erfolg des Originals ist), war ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Die sämige Soße schmeckt nach Mandeln und Sherry, während im Hintergrund Gewürze und Kräuter für den letzten Schliff sorgen. Dazu knusprige, leicht scharfe Kartoffeln und schon kommt einem der Tag gleich viel sonniger vor! ¡Que aproveche!

PS: Habt ihr schon bei unserem SodaStream-Gewinnspiel mitgemacht?

Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln-2

Pechuga de pollo con salsa de almendras y patatas bravas – Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln (für 2 Personen):

1 TL Paprikapulver (idealerweise das geräucherte Pimentón de la Vera)
¼ TL Chiliflocken
½ TL Meersalz
Etwas Pfeffer
500 g Kartoffeln
4 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
1-2 Scheiben Baguette (ca. 25 g)
2 Hähnchenbrustfilets (ca. 300 g)
75 g geschälte oder gestiftete Mandeln
200 ml Hühnerbrühe
100 ml Sherry
Jeweils eine Prise gemahlene/r Ingwer, Nelken und Zimt
4 Zweige frischer Thymian
1-2 TL Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Zimt

1. Den Ofen auf 220° C vorheizen. Paprikapulver, Chiliflocken, Meersalz und Pfeffer im Mörser fein mahlen. Kartoffeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Würfel in einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl, 2 geschälten und halbierten Knoblauchzehen und der Würzmischung verrühren. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und 20 Min. im Ofen auf der mittleren Schiene garen.

2. Währenddessen den restlichen Knoblauch fein hacken, das Brot in grobe Stücke schneiden und die Hähnchenbrust ggf. von Haut und Sehnen befreien und trocken tupfen.

3. Nach Ablauf der 20 Min. den Ofen auf 100° C runterschalten, in einer Pfanne auf dem Herd 1 EL Olivenöl erhitzen und die Hähnchenbrust von jeder Seite 1 Min. scharf anbraten. Das Fleisch dann neben die Kartoffeln auf das Backblech in den Ofen legen und in 8-10 Min. gar werden lassen.

4. Den Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. 1 EL Olivenöl in die Hähnchenpfanne geben und dann Knoblauch, Brot und Mandeln darin anbräunen. Alles mit Sherry ablöschen und den Bratensatz abkratzen. Die Hühnerbrühe sowie die Gewürze und den Thymian hinzufügen und alles kurz aufkochen lassen. In ein hohes Gefäß abgießen und gründlich durchpürieren. Die Soße wieder in die Pfanne schütten, noch einmal erhitzen und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zimt abschmecken. Wenn die Soße zu dick geraten ist, noch einmal mit etwas Brühe aufgießen.

5. Das Hähnchen aus dem Ofen holen und kurz entspannen lassen. Währenddessen die Kartoffeln noch einmal bei höchster Hitze unter den Grill packen, bis sie schön knusprig sind.

6. Das Fleisch aufschneiden und zusammen mit den knusprigen Kartoffeln und der Mandelsoße anrichten.

Blog-Event XCIII - Spanien kulinarisch (Einsendeschluss 15. November 2013)

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Ende November musste ich zum dritten Mal im letzten Jahr beruflich nach Berlin fahren. Diesmal aber immerhin nur als Zuhörer auf einer Tagung, und dank genügend Überstunden konnte ich privat noch ein paar Tage dranhängen. Frau Wu wurde kurzerhand eingepackt und so konnten wir zum Abschluss des Jahres noch einen netten Kurzurlaub in der Hauptstadt verbringen. Genächtigt wurde zentral und stylish im Titanic Comfort Hotel am Spittelmarkt – für einen Kurztrip sehr zu empfehlen, wenn man bereit ist, Style gegen Zimmergröße einzutauschen. Trotz einiger beruflicher Verpflichtungen kam sogar etwas Urlaubsstimmung auf und wir hatten genügend Zeit, gemütlich durch die Stadt zu schlendern, alle zehn Meter eine Kaffee- oder Kuchenpause einzulegen und eine Ausstellung zu besuchen. Dabei haben wir für uns ein paar tolle Orte entdeckt, die wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Vielleicht steht euer nächster Berlin-Besuch ja auch schon an und damit ihr nicht hungrig in der Hauptstadt umherirren müsst, gibt’s ein paar Restauranttipps.

Berlin

Bar Raval: Tapas con Daniel Brühl
Lübbener Straße 1 / www.barraval.de

Unseren ersten Restaurantbesuch hatten wir schon seit einer ganzen Weile auf dem Plan: Spanische Tapas sollten es werden! Wer in Deutschland authentisch spanisch essen gehen will, steht vor einem Problem. Zumindest dann, wenn man erwartet, ähnliche Bedingungen wie in Spanien vorzufinden. Mal schnell auf ein paar Tapas treffen? An der Bar oder einem wackeligen Tisch sitzen und eine Portion Pimientos de Padrón mit einem schnellen Bier runterspülen? Das kann man hierzulande doch eher selten. Die spanischen Lokale, die wir bisher testen konnten, haben wenig mit dem Lebensgefühl der kleinen, unperfekten Bars zu tun, die uns in den Gassen Sevillas, den Ausgehvierteln Madrids oder in der Altstadt Barcelonas begegnen. Meist findet man große, etwas angestaubte Restaurants mit klischéebeschmückten Wänden, deren Tapasauswahl nicht über die üblichen Standards hinausreicht. Inzwischen gibt es glücklicherweise eine Generation moderner Bars, die Ambiente und spanische Tradition verbinden und dabei gleich noch neue Gerichte kreieren (in München z.B. die Bar Palau). Seit einiger Zeit sind auch Berlin-Besucher in der glücklichen Lage, ein solches Lokal finden zu können. Die Bar Raval in Kreuzberg ist mit dem Ziel gegründet worden, eine barcelonesische Tapas-Bar nach Deutschland zu transferieren. Und, das können wir gleich verraten, dieses Vorhaben ist den Besitzern – zu denen auch Schauspieler Daniel Brühl gehört – zu 100% gelungen.

Berlin Bar Raval

Die Einrichtung ist modern, schlicht, aber nicht kühl, die Wände schmücken alte spanische Werbeplakate, die Tische sind aus massivem Holz. Alles wirkt irgendwie spanisch, aber niemals kitschig, es ist gemütlich ohne überladen zu sein. Und in ähnlicher Weise präsentiert sich dann auch das Essen. Neben einer festen Karte gibt es wechselnde Tages- und Wochengerichte. Und die Besonderheit: Es werden wirklich nur Tapas angeboten. Keine Hauptgerichte, keine Raciones, kein Zugeständnis an normale Menügewohnheiten. Herrlich! Wir fühlten uns trotz der übersichtlichen (aber auch für VegetarierInnen vollkommen ausreichenden) Auswahl überfordert und hätten am liebsten die halbe Karte bestellt. Gewonnen haben schließlich eine Portion Patatas Bravas (3,80€), ein gratinierter Ziegenkäse mit Tomatenmarmelade, Honig und Kräutern (5,50€) und für den Fleischliebhaber in mir die Tostadas mit Sobrasada, Äpfeln und karamellisierten Zwiebeln (4,20€). Allzu spanisch sollte man hier allerdings auch nicht seinen Abend planen, denn als wir um 21.30 Uhr im Raval ankamen, waren verschiedene Tapas leider schon aus und die vielversprechenden Auberginen mit Honig mussten durch ein Tatar aus Avocados, Champignons und Tomaten (6,90€) ersetzt werden. Dennoch keine schlechte Wahl, wie sich herausstellte.

Das Tatar kam mit Rucolahaube und war mit Sojasoße und Sesamöl angemacht, schmeckte sehr intensiv – vielleicht ein wenig zu salzig -, aber nichtsdestotrotz köstlich. Die Kartoffeln toppten sogar fast alle Patatas Bravas, die wir bisher in Spanien probiert hatten, die Soße schön knoblauchig, die Portion ordentlich. Der intensive Geschmack der Sobrasada (eine mallorquinische Streichwurst) harmonierte toll mit der Süße von Äpfeln und Zwiebeln und der feine Ziegenkäse wurde von den begleitenden Zutaten nicht erdrückt – auch wenn ich gerne etwas mehr von der Tomatenmarmelade gehabt hätte, die war nämlich verdammt gut. Weil für Nachtisch einfach immer noch Platz ist, gab es zum Abschluss eine Crema Catalana (3,90€), die zwar schmeckte, aber in der Mitte leider kalt war.

Berlin Bar Raval

Zu viel essen sollte man allerdings nicht, sonst gestaltet sich der Gang zu den ohnehin sehr engen Toiletten vermutlich eher schwierig. Preislich ist das Raval durchaus in Ordnung, allein das Tatar war in unseren Augen etwas zu hoch angesetzt. 30€ standen am Ende auf der Rechnung, da sind wir aus München deutlich Schlimmeres gewohnt.

Fazit: Tolle, authentische spanische Bar mit angenehmem Ambiente, netter Bedienung und sehr guten Tapas! Am Wochenende unbedingt reservieren, sonst ist Warten angesagt. Daniel Brühl war übrigens auch da und ihr solltet (nicht nur deswegen) dem Raval beim nächsten Berlin-Trip definitiv einen Besuch abstatten. 4,5 von 5 cañas.

Miss Saigon: südvietnamesische Geschmackssafari
Skalitzer Straße 38 / www.miss-saigon-berlin.de

Am nächsten Abend ging es schon wieder nach Kreuzberg. Vom Hotel aus war das mit dem Bus aber auch wirklich einfach. Diesmal stand südvietnamesische Küche auf dem Programm. Vom Miss Saigon hatten wir vorher schon gelesen und waren mehr als gespannt, ob wir Unterschiede zu den Vietnamesen, die wir bereits aus München kannten, würden feststellen können. Zum Glück hatten wir auch hier reserviert, sonst hätten wir wohl (auch sonntagabends) einige Zeit an der Bar warten müssen. Das Miss Saigon ist eng und laut, man sitzt niedrig, kann mit den Gästen am Nachbartisch eigentlich auch gemeinsam in die Karte schauen, aber es riecht köstlich. Die nächste Überraschung bot dann die Karte, die zu Frau Wus großer Freude eine Vielzahl an vegetarischen und veganen Gerichten aufwies und für uns quasi nur kulinarisches Neuland beinhaltete. Ok, Sommerrollen kannten wir schon von anderen Vietnamesen, aber sonst bestellten wir eher nach dem Motto “klingt-interessant-und-könnte-schmecken”.

Berlin Miss Saigon

Unbedingt probieren sollte man auch die verschiedenen Shakes auf der Karte. Ananas-Minze & Maracuja-Banane-Minze (je 2,90€) waren köstlich und helfen auch, falls sich die Essensauswahl als zu scharf entpuppen sollte. Als Vorspeise bestellten wir Reisrollen (Goi cuon chay) gefüllt mit Tofu, Gemüse, Reisnudeln und vielen Kräutern (3€ für 2 Rollen). Dazu gab es eine Soße zum Tunken und fertig war das zufriedene Grinsen auf unseren Gesichtern. Zu unseren Hauptgerichten gab es vorweg eine fein abgeschmeckte, klare Gemüsesuppe mit Koriander. Frau Wu hatte sich für Banh khot, vegane gebratene Mini-Pfannkuchen mit Tofu, Koriander und einer würzigen Sauce (6,90 €), entschieden. Ich dagegen bekam Bun cha ga: Reisnudeln mit Gemüse und in Zitronengras marinierte Hühnchenhackspieße mit einer Chilisoße (6,50 €). Auch hier galt wieder: sehr lecker und sehr frisch (Kräuter!) – einzig mein Fleisch war etwas trocken. Ein Dessert musste trotz übervoller Bäuche natürlich trotzdem noch sein. Wir entschieden uns für Banh it la cam, warme Klebreisbällchen gefüllt mit Kokos und Erdnüssen auf Bananenblatt und mit Kokossoße (3,50€). Und schon wieder folgte eine geschmackliche Neuentdeckung, die süchtig macht und ab sofort sicherlich öfter probiert wird.

Zum Schluss noch ein Hinweis für VegetarierInnen: Beim Bestellen solltet ihr etwas aufpassen, da sich in die vegetarischen Speisen ab und zu ein paar Krabben verirrt haben. Wer sichergehen will, sollte einfach vegan bestellen.

Fazit: Ein etwas enges, aber sehr sympathisches, südvietnamesisches Restaurant mit ungewöhnlicher Speisekarte und unschlagbarem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir sind begeistert und kommen definitiv wieder! 5 von 5 Sommerrollen.

Don Sushi: solides Sushi ohne Chichi
Niederbarnimstr. 12 / www.don-restaurant.de

Am dritten Abend hatten wir Lust auf Sushi bekommen und uns auf Empfehlung einer Freundin für Don Sushi in Friedrichshain entschieden. Nachdem wir die beiden vorherigen Abende in bis zum letzten Platz vollgepackten Restaurants verbracht hatten, reservierten wir auch hier, was sich allerdings (zumindest unter der Woche) als überflüssig herausstellte. Kaum was los und freie Platzwahl – ob das ein Zeichen sein sollte? Hmm.

Berlin Don Sushi

Besonders gemütlich ist das Don Sushi nicht – die Einrichtung wirkt etwas karg und unpersönlich. Dafür wurden wir sehr freundlich und schnell bedient und entschieden uns für zwei Sushiplatten – eine vegetarische mit Avocado-, Gurke-, Rettich- und Tofu-Maki (8€) sowie eine gemischte Fischplatte mit California Rolls und Nigiri (8€). Vorab gab es zu jeder Platte eine Misosuppe. Geschmacklich waren Sushi und Suppe durchaus in Ordnung, nur irgendwie fehlte das gewisse Etwas. Vielleicht sind wir aber auch mittlerweile was Sushi angeht völlig verwöhnt – wer einmal im Münchner Sushi-Himmel Sansaro gegessen hat, wird es in anderen Sushi-Restaurants schwer haben. Dafür geht es im Don Sushi preislich deutlich humaner zu: Gut 20€ für Suppe, Sushiplatte und Getränke für zwei Personen ist eigentlich kaum zu schlagen.

Fazit: Don Sushi bietet gutes, solides Sushi für wenig Geld, dem etwas Kreativität und Raffinesse sicherlich nicht schaden würden. 3 von 5 Makis.

Da wir natürlich auch tagsüber kräftig gegessen haben, werden wir uns im zweiten Teil zu unserem Berlin-Besuch den süßen Seiten der Stadt widmen. Schokolade, türkischer Honig und Cheesecake, da könnt ihr euch jetzt schon auf tausend Leckereien und Empfehlungen freuen!

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Chorizo con garbanzos

Vor Kurzem habe ich in der Metro Chorizo, eine scharfe spanische Paprikawurst, im Angebot bekommen und die erste Hälfte letzte Woche schon mit Hackfleisch in einen Hamburger verwandelt. Die beiden übrigen Würste wollte ich in einem meiner spanischen Lieblingsgerichte verwenden und bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen passt das ja ganz gut. Auch wenn es sich eigentlich um einen Eintopf handelt, wie man ihn in vielen spanischen Bars in kleinen Tonschälchen als Tapa vorgesetzt bekommt. In diesem Fall treffen sich süße Kirschtomaten mit der Schärfe der Wurst und einigen Kichererbsen zu einem mediterranen Stelldichein. Dazu passt Baguette zum Auftunken der Soße oder – wie in diesem Fall – auch mal ein Focaccia. Dieses runde Wunder habe ich bei der Bäckerei Kistenpfennig entdeckt (3,50€) und kann es nur weiterempfehlen. Schön fluffig mit leicht öliger Note und kleinen Tomaten, die im Teig Verstecken spielen.

Für zwei Personen

2 kleine Chorizowürste (ca. 12 cm)
1 Dose (400g) Kichererbsen
250 g Kirschtomaten
3 Knoblauchzehen
1-2 EL Limettensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Kräuter nach Wahl (z.B. Petersilie oder Basilikum)
1 Baguette, Focaccia, Ciabatta o.ä.

1. Die Wurst in Scheiben schneiden und den Knoblauch grob hacken. Die Kichererbsen abgießen. Die Kirschtomaten entweder kurz mit der flachen Seite eines Messers andrücken oder einfach ein wenig anschneiden.

2. Die Wurst in einer Pfanne mit ein wenig Olivenöl von beiden Seiten knusprig braten, den Knoblauch hinzufügen, kurz durchschwenken. Dann die Tomaten und die Kichererbsen dazugeben und alles 5-10 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen.

3. Den Limettensaft einrühren und mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken. Heiß servieren.

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Draußen brennt die Sonne und ich muss am Schreibtisch sitzen und mich mit sevillanischer Erinnerungskultur beschäftigen. Kein Wunder, dass ich beim Überlegen, was es denn zum Abendessen geben soll, ratzfatz beim Thema Tapas lande. Bei Salmorejo, um genau zu sein, einer kalten andalusischen Suppe. Und was könnte dazu passen? Tortilla española natürlich – von der Lieblings-Aioli ist ja auch noch was im Kühlschrank – und frisches Baguette. Also auf in den Supermarkt, 1 Kilo Tomaten eingekauft (bitte nicht die billigsten, hier braucht man die volle Tomatendröhnung), Nueva Volcano auf den Plattenteller geworfen, die Kochschürze umgebunden und ab in die Küche.

Frisch aus der spanischen Markthalle … äääh, dem Supermarkt um die Ecke

Salmorejo ist quasi der dicke Bruder der Gazpacho, aber ohne Gurken und mit ordentlich Weißbrot auf den Hüften. Dadurch bekommt man weniger eine Suppe, sondern fast schon ein Mus. Gerade in Sevilla findet man diese Spezialität in jeder Bar und dort habe ich sie auch kennengelernt. Bei meinem ersten Forschungsaufenthalt in Sevilla hat mich ein junger Geschichtsstudent namens Pablo auf seiner Couch surfen lassen und mich gleich am ersten Abend mit dieser Köstlichkeit bekannt gemacht. Er hatte noch Spitzpaprika in den Mixer geworfen, aber ich habe mich hier für die ganz klassische Variante entschieden. Das Besondere an der Salmorejo ist, dass man sie beliebig mit Einlagen pimpen kann. Ganz typisch sind hart gekochte Eier und eingelegter Thunfisch. Aber da sind der Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt; rein kommt, was schmeckt und satt macht!

Von der spanischen Tortilla gibt es wahrscheinlich so viele Varianten wie es Tapasbars in Spanien gibt. Bei mir müssen auf jeden Fall immer Zwiebeln mit rein, in Spanien findet man sie oft auch mit Spinat, Schinken, Tomaten oder roter Paprika. Auch bei der Zubereitungsart scheiden sich die Geister. Kartoffeln vorkochen? Wie groß sollen die Stücke sein? In der Pfanne oder im Ofen garen? Meine Variante eignet sich vor allem für kleinere Mengen und ich mag die Röstaromen der in der Pfanne gegarten Kartoffel- und Zwiebelwürfel.

Die Kartoffeln so lange anbraten, bis sie von allen Seiten gebräunt sind

Mit diesen beiden Gerichten hat man eine solide Grundlage für einen spanischen Abend auf dem Balkon und kann nun beliebig ergänzen: Manchego, Serrano, Oliven, Chorizo, Pimientos de Padron

Salmorejo für 4 Portionen

1 kg Tomaten
3-4 Knoblauchzehen
2 EL Weißweinessig
1 halbes Baguette (ruhig vom Vortrag)
6-8 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

1. Die Tomaten grob würfeln, den Knoblauch schälen und grob zerteilen. Beides zusammen mit  Salz und Essig im Mixer oder mit dem Pürierstab zu einer feinen Soße pürieren.

2. Das Baguette in Stücke reißen und fünf Minuten in der Tomatensoße einweichen lassen. Danach noch einmal pürieren und gegebenenfalls etwas mehr Weißbrot hinzugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

3. Das Olivenöl nach und nach dazugeben und untermixen. Mit Salz, Pfeffer und eventuell Essig abschmecken.

4. Bis zum Servieren im Kühlschrank kalt stellen.

Zum Servieren in kleine Schüsseln füllen und mit den Einlagen zusammen auf den Tisch stellen. Die Salmorejo eignet sich auch hervorragend, um Tortilla oder Käse zu tunken.

Tortilla española con cebolla (2 Stück)

500 g geschälte Kartoffeln
1 große Zwiebel
4 Eier
Olivenöl
Salz, Pfeffer

1. Kartoffeln und Zwiebel in ca. 1 x 1 cm große Würfel schneiden und mit reichlich Olivenöl in eine große Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze und unter regelmäßigem Wenden 15-20 Minuten braten, bis die Kartoffeln gar sind. Vom Herd nehmen und kurz abkühlen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen.

2. Die Eier in einer Schüssel aufschlagen und die Kartoffel-Zwiebel-Mischung dazugeben, gut vermischen und dann die Hälfte der Masse in eine kleinere geölte Pfanne (16-18 cm) geben.

3. Wenn die Eiermasse auf der Oberseite zu stocken beginnt, die Tortilla auf einen Teller oder einen Tortillawender gleiten lassen und umdrehen. Fertig braten, bis die Eiermasse komplett fest ist.

Die Tortilla kann sofort heiß gegessen, aber auch im Kühlschrank aufbewahrt oder mit zum Picknick genommen werden. Aus den Resten kann man sich ein herrliches Bocadillo de Tortilla machen. Dafür einfach ein Stück Baguette beidseitig mit Aioli bestreichen und mit kalter Tortilla belegen. Definitiv nichts für Leute, die gerade auf Diät sind, aber absolut köstlich.

Sommer, Sonne, Salmorejo

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Spätestens seit Proust und den Madeleines wissen wir, dass Essen und Erinnerung untrennbar miteinander verbunden sind. Bestimmte Gerichte oder auch nur ihr Geschmack oder der Geruch rufen vermeintlich vergessene Episoden aus den Tiefen unseres Gedächtnisses ab. Manches Essen ist für mich deswegen für immer mit bestimmten Orten oder Zeiten in meinem Leben verbunden. Bei Käsenudeln muss ich zum Beispiel sofort an die erste Wanderfahrt mit meiner Pfadfindergruppe denken.

Ein solch erinnerungsträchtiges Gericht sind auch die Spaghetti mit Tomaten, Rucola und Pinienkernen, die Frau Wu und ich das erste Mal vor gut vier Jahren in Spanien, während einer wunderbaren Woche in Barcelona, gegessen habe. Wir hatten zu sechst ein Apartment in der Altstadt gemietet und neben einem Besuch im Stadtmuseum ist mir vor allem das Essen in Erinnerung geblieben: Baguette mit Aioli am Strand, Bagels zum Frühstück, feinste Kakaospezialitäten nahe der Sagrada Familia, Tapas und Eis mit Dulce de leche am letzten Abend und die Dinge, die wir in unserer mager ausgestatteten Küche zubereitet haben. Neben gebratener Dorade mit olivenölgetränktem Ofengemüse waren es vor allem die einfachen, aber wirkungsvollen Nudeln, die auf einen Vorschlag von Herrn E. zurückgingen und deren Zutaten wir im benachbarten Mercado frisch und günstig erwarben. Nach Längerem haben wir das Ganze gestern Abend mal wieder gemacht und ich wollte sofort wieder zurück nach Spanien.

Nudeln mit Tomaten, Rucola und Pinienkernen

für zwei Personen

260 g Spaghetti
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
400-500 g Kirschtomaten
30-40 g Pinienkerne
3-4 Handvoll Rucola
Parmesan
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Spaghetti in Salzwasser kochen. Die Zwiebel und den Knoblauch würfeln und zusammen mit den Pinienkernen in reichlich Olivenöl anbraten. Die halbierten Tomaten dazugeben und alles eine Weile köcheln lassen. Mit Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken und mit den fertigen Nudeln mischen. Alles auf einen Teller geben und nach Belieben mit Rucola und Parmesan vermischen. Mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu machen.

Fazit: Verlangt eigentlich nach Tinto de verano, San Miguel oder Sangría.

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Frühstück in Spanien

Das schöne an Spanien ist, dass man dort für wenig Geld und sehr unkompliziert außer Haus frühstücken kann. Den frischen Kaffee aus der Profimaschine gibt es normalerweise schon für 1,20€ und was Schnelles zum Beißen ist auch nicht viel teurer.

Normalerweise gibt es überall auch eine Auswahl an Stückchen, aber ich würde immer zur Tostada greifen. Das ist einfach ein getoastetes Stück Baguette oder ein Brötchen, das man mit verschiedenen Belägen bekommen kann. Olivenöl und Knoblauchzehen zum Einreiben sind zwar keine angenehme Wahl für meine Mitmenschen, aber schweinelecker. Normalerweise greife ich aber zur “Tostada con tomate y aceite”, also mit kleingeschnittenen Tomaten und Olivenöl. Daneben habe ich aber während meines letzten Aufenthaltes in Andalusien auch noch viel tollere Dinge gegessen, wie zum Beispiel diese unglaublich gute Variante mit Tomate und einem Omelett mit Schinkenwürfeln.

Tostada in Almeria (irgendwo an der Rambla del Obisbo Obrera)

Noch viel toller und fettiger ist allerdings die süße Variante des spanischen Frühstücks: chocolate con churros! Es handelt sich dabei um lange Stücke frittierten Brandteigs, die in dickflüssige, heiße Schokolade getaucht oder auch einfach nur mit Zucker bestreut gegessen werden. Nebenbei auch der perfekte Hangoverkiller! Während meiner Studienzeit in Madrid bin ich mehr als einmal nach einer langen Nacht in die berühmte Chocolatería San Ginés gegangen und nie habe ich den Laden so voll erlebt, wie samstags oder sonntags zwischen 5 und 7 Uhr morgens. In Sevilla habe ich ganz in der Nähe meiner Wohnung einen zwar nicht ganz so schönen, dafür aber um so spanischeren Laden entdeckt, der hervorragende selbst gemachte Churros anbietet. Alutische, diese furchtbaren dünnen Plastikservietten und jeden Morgen und Abend frische Churros. Zusammen mit Orangensaft, Kaffee und einer Zeitung die perfekte Frühstücksvariante für einen warmem Sonntagmorgen. Die Churros in der Cafeteria Imagen (Calle Imagen, Sevilla) sind zwar nicht sternförmig, aber dafür immer frisch aus dem Frittierfett, yummy! Die Schokolade wird im Glas serviert, was sich gegen Ende als etwas unpraktisch erwies: schmales Glas, fast leer + dicke Finger mit kurzen Churros = Sauerei. Aber ich hatte ja einen schier unerschöpflichen Vorrat an Plastikservietten…

Churros in der Cafeteria Imagen (Sevilla)

FAZIT:  Ich brauche einen kleinen Ofen, um die Tostada auch hier so knusprig zu bekommen und muss dringend mal selber Churros machen!

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