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Mit ‘Salzburg’ getaggte Beiträge

Noch ein Nachtrag zu unserer Salzburgreise. Natürlich haben wir uns dort auch mit Mozartkugeln eingedeckt und die Gelegenheit genutzt, eine Testreihe zu dieser Leckerei, die einem dort an jeder Straßenecke begegnet, zu dokumentieren. Es handelt sich hier allerdings eher um qualitative Forschung, die empirische Basis des Tests ist äußerst dünn. Man könnte es als Feldforschung auf dem Gebiet der kulinarischen Anthropologie (ja, das gibt es wirklich und eine eigene Zeitschrift sogar auch:  Anthropology of Food) verorten. Oder vielleicht auch als Beitrag für Galileo einreichen.

Zum Versuchsablauf: Die beiden hoch qualifizierten Testpersonen haben jeweils die Hälfte einer Mozartkugel verkostet und ihre Eindrücke sofort niedergeschrieben. Gewünscht waren subjektive Beschreibungen zum Aussehen, zur Konsistenz, dem Geschmack und der Ausgewogenheit der Zutaten.

Getestet wurden die “Original Salzburger Mozartkugeln” der Konditorei Fürst, die “Echten Salzburger Mozartkugeln” von Mirabell und die “Constanze Mozart-Kugeln” von Reber.

Reber, Fürst und Mirabell

Die Kugel von Fürst beruht auf dem Originalrezept von 1890 und wird bis heute handgefertigt, was auch an der unregelmäßigen Form und Füllung erkennbar ist. Die beiden anderen Pralinen werden dagegen industriell gefertigt. Beim Probieren der “Original Salzburger Mozartkugel” -  der größten der drei Kugeln – fällt sofort ihr sehr schokoladiger und nougatlastiger Geschmack auf. Die Zutaten sind hochwertig und das schmeckt man gerade auch bei der Umhüllung. Der Pistazienkern kommt dagegen nicht so stark raus, farblich fehlt er völlig. Angenehm ist die weiche Konsistenz.

Die Kugel von Mirabell ist deutlich härter, die Kouvertüre offensichtlich von minderer Qualität als bei der Umhüllung von Fürst. Der Querschnitt enthüllt mehr Zutaten als bei der vorherigen Praline, aber die Komposition ist nicht besonders ausgewogen. Vom Marzipan merkt man nur wenig, was dagegen bleibt ist ein muffiger Nachgeschmack im Mund.

Die letzte (Halb-)Kugel in der Testreihe von Reber ist eigentlich keine echte Mozartkugel (ich habe im Supermarkt nicht besonders gut hingeschaut), sondern die Constanze-Variation, die sich aber ledigich durch die Vollmilchumhüllung von der Original Reber-Mozartkugel unterscheidet. Die Reber-Praline ist die einzige nicht runde in der Testreihe, denn sie hat eine abgeflachte Seite. Sie ist ebenso weich wie die Praline von Fürst und enthält von allen Kugeln die größte Portion Marzipan, dafür aber weniger Nougat. Dadurch und durch die Zugabe von Alkohol schmeckt sie deutlich weniger schokoladig als die anderen Kugeln.

Reber, Fürst und Mirabell

Beim Fazit waren sich Frau Wu und ich zwar einig, dass Mirabell auf dem letzten Platz landen muss (und definitiv nicht wieder gekauft wird), aber danach schieden sich die Geister. Nach endlosen Debatten, zerbrochenem Geschirr und Beschwerden der Nachbarn einigten wir uns schließlich darauf, dass sich die Kugeln von Reber und Fürst  den ersten Platz teilen müssen. Scheidung noch einmal abgewendet, puuh.

Fazit: 2 von 3 Mozartkugeln haben den Test bestanden

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Auf Mozarts kulinarischen Spuren

Das vorletzte Wochenende hat uns nach Salzburg geführt. Das Mozarthaus haben wir zwar nur von außen gesehen, aber uns dafür einmal durch das Mozart-Merchandiseprogramm gefuttert: Mozartkugeln, Mozartkaffee, Mozartkuchen, Mozartnachtisch… und ich bin mir sicher, dass es noch einige “Mozartspezialitäten” mehr gegeben hätte.

Leider haben wir uns jedoch nicht konsequent genug an die “einheimischen Bräuche” gehalten, sondern ließen uns von hippen Foodtrends verführen. Zumindest steht jetzt fest: Die wohl schlechtesten Cupcakes der Welt gibt es in Salzburg! Ein Schild lockte uns von der Einkaufsstraße in eine Nebengasse, in der ein neu eröffneter Laden auf hungrige Menschen wie uns lauerte. Das Café/Geschäft von Original Salzburger Becher Küchle (jaja, dieses Dialektding hätte uns schon misstrauisch werden lassen sollen) wirkt als Shop zwar ganz nett, als Café ist es allerdings viel zu kahl und ungemütlich eingerichtet. Zwei kleine Tische, von denen einer von der Besitzerin + Anhang okkupiert war, stehen ziemlich verloren im großen Raum und laden nicht wirklich zum Verweilen ein.  Die Einrichtung dieser Läden ähnelt sich aber auch immer sehr; Pastell-Kitsch meets Landhaus meets Apple Store. Die Auswahl der Cupcakes war einigermaßen groß, sie sahen – zumindest auf den ersten Blick – gut aus  und so entschieden wir uns für einen mit Maronen- und einen mit Kokostopping für jeweils 3€. Verpackt wurden sie in einem sehr schicken to-go-Karton. Am Fluss setzten wir uns trotz der Kälte auf eine Bank, betrachteten die vom Schloss gekrönte Altstadt und freuten uns auf fluffige, pappige Kuchen. Tja, war wohl nichts. Fluffig war am Teig gar nichts, nur furchtbar fest und trocken, mit Cupcakes hatte das so viel zu tun wie die Münchener Mensa mit Sterneküche. Die Toppings waren sogar noch schlimmer und geradezu – es tut mir wirklich leid – ekelhaft. Statt klassischem Frosting gab es reine, viel zu fette Buttercreme und der Maronen- bzw. Kokosgeschmack kam leider gar nicht raus. Um noch einmal zu verdeutlichen WIE schlecht diese Cupcakes wirklich waren: Wir haben sie nach der Hälfte im Müll entsorgt. Ja, genau, ich (!!), obwohl ich doch normalerweise fast alles esse, habe kapituliert. Nein, das ging gar nicht und wenn wir im Laden gegessen hätten, wäre das ziemlich peinlich geworden (Cupcake-Frau: Und, schmeckt es euch?, Steffen & Frau Wu: Würg, nee, das ist das ekelhafteste Gebäck, was wir seit langen bekommen haben…). Wir mussten uns dann im tollen Swedish Candyshop mit Veilchen-Lakritz und Gummibärchen den Mund auswaschen…

Etwas überdimensioniert für zwei Cupcakes, aber hübsch anzuschauen und leider das Beste, was der Laden zu bieten hatte

Kokos-Cupcake – Sieht besser aus als er schmeckt

Nach dem Cupcake-Reinfall war dann auch fürs Abendessen wieder genügend Platz im Magen und gemeinsam mit meinem Vater wandten wir uns diesmal der einheimischen Küche zu. Der Alte Fuchs ist ein Traditionslokal mit leicht modernisierter österreichischer Küche und rustikaler Einrichtung. Offensichtlich ist das Lokal gerade deshalb bei Touristen recht beliebt und stark frequentiert. Da es ziemlich voll war, ließ unser Essen etwas auf sich warten und die Bedienungen schienen mit dem Ansturm hungriger Touris offensichtlich auch etwas überfordert. Bestellt hatte ich ein Cordon Bleu mit einer Füllung aus Gemüse und Feta (11,90€) und Frau Wu die Kasnockerl (10,50€), beides sehr deftig, aber lecker und portionsmäßig kaum zu bewältigen. Eigentlich hätten wir danach stoppen müssen, aber die Nachtischkarte war einfach viel zu verlockend und so entschieden wir uns für drei verschiedene Spezialitäten: Apfelstrudel, Mozartknödel und Kaiserschmarrn. Letzter war unglaublich gut und hätte von der Menge her auch als Hauptspeise durchgehen können. Mit 7,50€ für einen Nachtisch auch nicht ganz billig, aber geschmacklich auf jeden Fall sein Geld wert. Ich muss schließlich irgendwann ins Fresskoma gefallen sein, denn am Ende war der Teller doch fast leer und ich nur noch zu undefinierbaren Grunzlauten fähig.

Eingang zum Alten Fuchs

Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster

Die letzte Station der kulinarischen Salzburgtour war am nächsten Tag das Café Mozart in der Fußgängerzone der Altstadt. Roter Plüsch, österreichelnde Kellner, fette Torten – so müssen die feuchten Träume aller (Rentner-)Touristen aussehen. Noch gesättigt vom Frühstückbuffet im Hotel teilten wir uns ein Stück Mozarttorte – was sonst? Natürlich war auch die Torte (Stück 3,30€) eine Kombination der Mozartkugelzutaten: Marzipandecke, Schokoboden, Nugatsahnecreme, Pistaziensahnecreme – yum! Das Mozart-Thema wird hier übrigens bis in letzte Detail durchgezogen – selbst auf der Toilette wird man mit Mozart beschallt. Beim nächsten Salzburg-Ausflug werden wir noch mal hierhin zurückkommen und die unglaublich lecker aussehenden und köstlich duftenden Salzburger Nockerl testen, die die Kellner mehrmals an unserem Tisch vorbei getragen haben.

Kein Peter Pan Kuchen, sondern eine Mozarttorte

Zum Kuchen gab es auf einem silbernen Tablett serviert einen Mozart Café (4,90€) mit Sahne und Mozartlikör – ganz lecker, aber irgendwie etwas zu bitter!

Fazit: Wer plant, die österreichische Küche in ihrer vollen Breite kennenzulernen, der ist mit einem Wochenende in Salzburg mehr als bedient. Das Museum für Moderne Kunst auf dem Mönchsberg bietet Raum für einen intellektuellen Verdauungsspaziergang und die Salzburger sind nicht ganz so schlimm wie Thomas Bernhard sie beschrieben hat. 8 von 10 Mozartkugeln.

Cup Cakes Original Salzburger Becher Küchle
Bergstraße 10
5020 Salzburg
www.original-cupcakes.at
 
Alter Fuchs – Das Stadtwirtshaus
Linzergasse 47-49
5020 Salzburg
www.alterfuchs.at
 
Café Mozart Salzburg
Getreidegasse 22  
5020 Salzburg
www.cafemozartsalzburg.at
 

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