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Reisnudelsalat mit Cashew, Chili und Koriander-1

Als wir vor über einem Jahr zuletzt in Berlin waren, erzählte mir Sabrina begeistert von einem Laden, der quasi ein begehbares Kochbuch darstellt. Auf verschiedenen Tischen sind jeweils alle Zutaten in kleinen Mengen für ein Rezept aufgebaut und die gestressten GroßstädterInnen müssen auf dem Rückweg vom Büro nur noch alles in den Einkaufskorb schieben, eine Rezeptkarte schnappen und können zu Hause ein schnelles Abendessen kochen. Erinnert ein wenig an die Kochboxen, wie z.B. Kochzauber, nur dass man in diesem Fall doch noch mal kurz das Haus verlassen muss und selbst das Gericht auswählen kann. Im Herbst haben wir in Wien einen kleinen Laden entdeckt, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert, und überhaupt scheinen entsprechende Geschäfte nun überall aufzupoppen. Seit Juli 2013 gibt es von Kochhaus, so heißt die in Berlin entdeckte Kette, auch eine Filiale in München. Der Laden liegt in Schwabing und damit wohl auch inmitten des Lebensraums der anvisierten Zielgruppe. Als wir uns vor einiger Zeit selbst vom Konzept überzeugen wollten, war der Laden jedenfalls ziemlich gut besucht. Und wir geben zu, ganz verschließen konnten wir uns der Idee auch nicht. Die vorgeschlagenen Rezepte sind durchaus kreativ, viele Gerichte haben einen asiatischen Einschlag und sind relativ schnell zu Hause umsetzbar. Wer, wie wir, öfter mal kurz vor Ladenschluss (der hier in Bayern ja erschreckenderweise bereits um 20 Uhr angesetzt ist) noch in den Supermarkt hetzt und aufgrund akuter Hirnblockade immer zu den gleichen Zutaten greift, wird es zu schätzen wissen, dass hier schon über ein Dutzend Gerichte aufgebaut sind und die Rezeptentwicklungsabteilung von Kochaus das Denken für einen übernimmt. Bei unserem ersten Einkauf im Münchner Kochhaus hatten wir uns für Pasta mit einer Gorgonzola-Birnen-Walnusssoße entschieden, die schnell zubereitet war und super schmeckte. Gäbe es eine Kochhaus-Filiale um die Ecke, wir würden hin und wieder bestimmt schwach werden.

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Das scheinen wohl auch andere Leute so zu sehen und diesem Erfolg ist es geschuldet, dass jetzt auch ein neues Kochbuch erschienen ist, das die beliebtesten Rezepte aus dem Kochhaus-Fundus vereint und auch für die Normalsterblichen aus dem Süden Münchens nachkochbar macht. “Einfach schnell genießen: Außergewöhnliche Rezepte – Schritt für Schritt” heißt das Werk, das Ende letzten Jahres im Dorling Kindersley Verlag erschienen ist.

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Inhalt & Optik

Das Besondere an dem 350-Seiten-starken Buch sind neben der schnellen Zubereitungszeit der Gerichte (die zwischen 20 und 40 Minuten liegen soll) die bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen der Rezepte, die sich an den Rezeptkarten des Kochhauses orientieren. Jedem Rezept sind ganze vier Seiten gewidmet – einer detaillierten Kochanleitung sind sowohl ein Foto des fertigen Gerichts als auch ein Überblick der jeweiligen Zutaten vorangestellt. Das kann praktisch sein, denn wenn man als KochanfängerIn im Supermarkt nach Orecchiette oder Majoran sucht, hat man zumindest schon eine Idee, wonach man Ausschau halten sollte. Wer in Sachen Kochen nicht ganz unbeleckt ist, könnte auf eine so detaillierte Anweisung sicherlich verzichten, gerade weil wirklich alle Schritte dokumentiert sind (Nudeln ins kochende Wasser geben, hmm …). Aber viel wichtiger ist natürlich, ob die Gerichte schmecken und die Anleitungen funktionieren.

Die Rezepte

Die Herkunft der Rezepte scheint relativ querbeet zusammengewürfelt, aber mit einem leichten Hang zu nicht ganz alltäglichen Zutaten. Internationale Fusion-Küche könnte man das wohl nennen, denn viele Gerichte haben einen asiatischen oder z.B. nordafrikanischen Einschlag – da werden auch schon mal Schweinebraten und Laugenknödel mit Pak Choi kombiniert. Ein gut sortierter asiatischer Lebensmittelhändler sollte also schon in erreichbarer Nähe liegen. Oftmals benötigt man auch nur homöopathische Dosen an Zutaten, da macht der Gang ins Kochhaus durchaus Sinn, wenn man nicht regelmäßig Gerichte aus der gleichen kulinarischen Ecke kocht. Die Kapitel zu Fleisch und Fisch machen gut ein Drittel des Buches aus, aber gerade unter den Suppen, Salaten oder Pasta gibt es auch viel Vegetarisches zu entdecken.

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Ausprobiert haben wir bisher eine Karotten-Ingwer-Suppe mit Passionsfruchtjoghurt, die sich sehr fix zusammenrühren ließ und geschmacklich überzeugten konnte, außerdem Sobanudeln mit Shitakepilzen, Zuckerschoten und Frühlingszwiebeln, die sehr salzig daherkamen und nicht ganz so unser Ding waren. Die oben erwähnten Gorgonzola-Nudeln mit Birne waren zwar etwas mächtig, aber wirklich lecker und ohne viel Arbeit zuzubereiten. Sehr gut gefallen hat uns auch der Reisnudelsalat mit gerösteten Cashewkernen und einer hervorragenden Vinaigrette, der es nun schon dreimal auf unseren Teller geschafft hat und sicherlich auf die Liste mit unseren Standardgerichten aufgenommen wird. Das laut Rezept verwendete Hähnchen haben wir durch Tofu ersetzt, der ebenfalls wunderbar zum Salat passt. Damit ihr auch in den Genuss dieses blitzschnell zubereiteten und nicht ganz alltäglichen Nudelsalats kommt, gibt es hier nun unsere vegetarische Variante des Kochhaus-Rezepts.

Reisnudelsalat mit Cashew, Chili und Koriander-2

Thai-Reisnudelsalat mit Tofu, gerösteten Cashewkernen und Chili-Zitrus-Vinaigrette (für 2 Personen):

15-20 Stängel Koriander
ca. 1 Chilischote (je nach gewünschtem Schärfegrad)
2 Kaffir-Limettenblätter
1 große Bio-Limette
2-3 EL Honig
1 EL Sherry
2 EL + 1 EL Sojasoße
1 EL Sesamöl
1 EL Pflanzenöl
Salz, Pfeffer
etwas Öl zum Anbraten
2 Stangen Sellerie
2 Frühlingszwiebeln
50 g Cashewkerne
200 g Reisbandnudeln
200 g Tofu (z.B. Mandel- oder Erdnusstofu)

1. Für das Dressing den Koriander waschen, die Stiele bis zum Blattansatz abschneiden und den Rest fein hacken. Chili ebenfalls fein hacken. Bei den Kaffir-Limettenblättern den Mittelstrang entfernen und die Blätter sehr fein schneiden. Die Schale der Limette abreiben, dann den Saft auspressen. Koriander, Chili und Kaffirblätter zusammen mit Honig, Sherry, 2 EL Sojasoße, Öl und ¾ des Limettensafts in einer Schüssel verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

2. Den Sellerie und die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe schneiden. Die Cashewkerne in einer Pfanne anrösten und grob hacken. Die Reisnudeln nach Packungsangabe zubereiten und mit dem Gemüse und den Nüssen vermischen. Das Dressing unterrühren.

3. Den Tofu in kleine Stücke schneiden und mit etwas Öl in einer Pfanne anbraten, bis er leicht gebräunt ist. Anschließend mit 1 EL Sojasoße und dem restlichen Limettensaft ablöschen. Unter den Nudelsalat heben. Vor dem Servieren mit frischem Koriander bestreuen.

Fazit: Der Titel des Buches hält, was er verspricht! Das Buch versammelt einfache und relativ schnell umsetzbare Rezepte, die dennoch mit einem gewissen Dreh daherkommen und auch KochanfängerInnen einfach von der Hand gehen sollten. Wer sich in der Küche jedoch sicher fühlt, sollte dagegen vor dem Kauf noch einmal einen Blick ins Buch werfen. Auswahl und Zusammenstellung der Gerichte sind jedoch originell genug, um auch HobbyköchInnen zufriedenzustellen. 4 von 5 Korianderblättern.

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Kochhaus

Einfach schnell genießen: Außergewöhnliche Rezepte – Schritt für Schritt

Dorling Kindersley Verlag, München 2013.

€ 24,95 / ISBN 978-3-8310-2583-1

Vielen Dank an den Dorling Kindersley Verlag, der uns das Buch zur Verfügung gestellt hat.

 

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Vor einiger Zeit habe ich hier schon vom Kochzauber-Kochabend berichtet, an dem ich gemeinsam mit ein paar anderen BloggerInnen hinter die Kulissen des Berliner Start-ups schauen durfte. Im Anschluss hatten Frau Wu und ich dann die Gelegenheit, die Kochzauber-Box unter realen Bedingungen zu testen. Bisher standen wir diesen Boxen ja etwas skeptisch gegenüber, aber nach dem netten Abend in München waren wir schon ziemlich gespannt, was uns da erwarten würde. Und sich mal drei Tage keine Gedanken machen zu müssen, was gekocht werden soll, klang auch nicht ganz unattraktiv. Wir haben uns für die vegetarische “Du & Ich”-Box entschieden, die drei fleischfreie Gerichte für zwei Personen enthält. Kochzauber hält aber auch passende Angebote für Familien, sowohl mit großen als auch kleineren (1-8 Jahre) Kindern, oder fleischfressende Duos bereit. Alle Boxen gibt es zusätzlich als vegetarische, laktosefreie oder glutenfreie Variante – da sollte wirklich für (fast) alle was dabei sein. Unsere Variante ist für 39€ pro Woche erhältlich, inklusive bundesweiter Lieferung. Besonders günstig erscheint der Service auf den ersten Blick also nicht gerade, aber wir mussten feststellen, dass es durchaus seinen Reiz hat, einmal in der Woche den Einkauf direkt an die Tür geliefert zu bekommen!

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Leider wurde der Lieferzeitraum bei unserer Box nicht eingehalten, sie kam also am Abend statt wie vereinbart vormittags an. Trotzdem war der Inhalt noch gut gekühlt und abgesehen von etwas angestoßenen Frühlingszwiebeln war alles gut verpackt und sah frisch und lecker aus. (Bio-)Milchprodukte, wie Sahne oder Joghurt, oder auch besondere Nudeln werden in den Originalverpackungen geliefert, ansonsten wird einiges extra für die Box abgewogen und in kleine Plastikbeutel verschweißt. Sogar Gewürzmischungen werden liebevoll grammweise verpackt und beschriftet. Das hat auch den Vorteil, dass quasi keine Reste entstehen, fast alle Zutaten landen vollständig in Pfannen und Töpfen.

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Die drei enthaltenen Gerichte werden auf übersichtlich gestalteten Rezeptkarten präsentiert. Für besondere Zubereitungsmethoden gibt es ab und zu noch eine extra Karte mit Step-Fotos und ausführlichen Erklärungen. Auf den Karten finden sich leider hin und wieder kleine Fehler (Zutaten tauchen im Text nicht mehr auf, widersprüchliche Angaben zur Zubereitung etc.), aber nichts wirklich Gravierendes, was man als logisch denkender Mensch nicht umgehen könnte. Die Mengen erschienen uns zunächst recht klein, es zeigte sich aber, dass die Portionen für zwei Personen völlig ausreichend bemessen sind. Gerade auch, weil die Gerichte nicht unbedingt mit Sahne, Schmand und ähnlichen Sattmachern geizen.

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Unsere Box enthielt folgende Rezepte:

Salat aus Ofenpfannkuchen und Halloumi: Das Rezept mussten wir aufgrund von spontanem Besuch auf drei Portionen strecken, daher ist der Ofenpfannkuchen wegen der größeren Teigmenge leider nicht so fluffig geworden wie geplant. Geschmeckt hat uns die ungewöhnliche Kombi aus gebratenem Halloumi-Käse, frischem Spinat und unkompliziertem Pfannkuchen aber trotzdem sehr gut. Unser Besuch war sogar so begeistert, dass wir ihm das Rezept mitgeben mussten. Ein besseres Kompliment kann es eigentlich nicht geben, oder?

Zitroniges Frühlingsrisotto mit Kohlrabi und Petersilie: Hier passte die Kochzeit nicht zu 100% und wir mussten auch etwas mehr Brühe zugießen, als im Rezept angegeben. Solche Kleinigkeiten sollten allerdings nur völlige Kochlegastheniker vor echte Probleme stellen. Am Ende war es auf jeden Fall ziemlich lecker, wenn auch mit Sahne und Schmand recht mächtig für ein Risotto. Der Kohlrabi passte prima zum Reis und war eine nette Abwechslung zu den Pilz-, Fenchel- und Tomaten-Risottos, die sonst auf unseren Tellern landen.

Lasagnette mit buntem Frühlingszauber: Hinter Lasagnetten verbarg sich eine für uns bislang unbekannte Nudelsorte, die – wie der Name schon vermuten lässt – besonders breit daherkommt. Die Ränder sind gewellt, so können sie schön viel Soße aufnehmen. Das Rezept war, wie die anderen Gerichte auch, schnell und unkompliziert, und konnte zudem mit feinen Kräuterseitlingen aufwarten. Dazu eine leckere Würzmischung, etwas Schmand und fertig ist ein Pastateller, den man auch unter der Woche problemlos hingerührt bekommt. Für uns war das Gericht der klare Favorit der Kochzauber-Box, deswegen gibt es das Rezept hier auch gleich noch zum Nachkochen:

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Lasagnette mit buntem Frühlingszauber und Kräuterseitlingen (für 2 Personen):

250 g Lasagnette (oder andere Bandnudeln)
1 Möhre
150 g Kräuterseitlinge
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 Handvoll Petersilie
½ Becher Schmand
200 ml Gemüsebrühe
Olivenöl
Thymian, Paprikapulver, Muskat
Salz, Pfeffer

1. Salzwasser in einem Topf zum Kochen bringen. Währenddessen 1 Möhre schälen und in dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Die Kräuterseitlinge mit einem Küchentuch vorsichtig säubern und in etwa 2 cm große Stücke schneiden. Die Frühlingszwiebeln waschen, putzen und in feine Ringe schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Petersilie waschen, trocken schütteln und grob hacken.

2. Die Nudeln im Salzwasser gar kochen.

3. In einer Pfanne die Möhren in heißem Olivenöl für 4 Min. anbraten, Pilze und Knoblauch dazugeben und ebenfalls 4 Min. anbraten. Zum Schluss die Frühlingszwiebeln für 1 Min. dazugeben und mit Salz, Pfeffer, Thymian, Paprikapulver und Muskat würzen. Danach mit Schmand und Brühe ablöschen und kurz aufköcheln lassen. Die Petersilie untermischen, noch einmal abschmecken und zusammen mit den Nudeln servieren.

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Fazit:

Wir sind von der Kochzauber-Box wirklich positiv überrascht. Es ist schon äußerst bequem, sich einfach mal drei Tage lang keine Gedanken darüber machen zu müssen, was man kochen und einkaufen soll. Die Auswahl der Gerichte ist kreativ und abwechslungsreich, und alles ließ sich so schnell und unkompliziert nachkochen, wie es das Konzept von Kochzauber vorsieht. Länger als 30 Minuten standen wir tatsächlich nie in der Küche.

Werden wir die Box jetzt abonnieren? Ich gebe zu, ein wöchentliches Abo kommt für uns nicht infrage – dazu toben wir uns doch zu gerne selbst kreativ in der Küche aus. Auf Dauer wäre uns außerdem der Kostenfaktor zu hoch. Dennoch sollte man bedenken, welcher Aufwand (zudem noch von einem sehr sympathischen Team, dessen Leidenschaft fürs Kochen und Liebe zum Detail deutlich spürbar sind) dahintersteckt und wie viel Arbeit einem dadurch abgenommen wird. Kein langes Überlegen, was man kochen soll, kein stressiges Einkaufen nach Feierabend, kein Rezepte raussuchen etc. – gerade wenn man beruflich sehr eingespannt ist, sich aber dennoch ausgewogen und abwechslungsreich ernähren möchte, ist die Box schon eine tolle Idee! Ihr seht, wir sind grundsätzlich vom Kochzauber-Konzept ziemlich begeistert, sodass wir beschlossen haben, die Box etwa einmal im Monat zu bestellen.

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit solchen Boxen gesammelt? Oder habt ihr sogar zur Zeit eine im Abo?

Vielen Dank an Kochzauber, die uns die Box zum Testen zur Verfügung gestellt haben. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Eigentlich wartet noch das butterzarte Lammkarree vom letzten Wochenende auf seinen Auftritt im Blog-Rampenlicht, aber der körperliche Zustand an diesem Sonntagnachmittag lässt nur einen (zum Glück schon fast fertigen) Artikel aus dem Archiv zu. Frau Wu und ich fühlen uns nämlich wie seit unseren wilden Studentenzeiten nicht mehr (dabei hat Alkohol diesmal gar keine Rolle gespielt). Wer uns über Twitter oder Facebook folgt, hat sicherlich schon mitbekommen, was der Grund für unseren Durchhänger ist: Gemeinsam mit Oliviers & Co. haben wir gestern Abend in der Münchner Schrannenhalle für 60 Personen gekocht und uns dabei etwas überanstrengt. Sobald wir wieder auf den Beinen sind, werden wir euch etwas ausführlicher von unserem größenwahnsinnigen, aber spannenden Ausflug in die Welt der Gastronomie berichten. Eines ist sicher: Kochen fällt heute definitiv flach! Die nächsten Tage wird es also Reste vom kulinarischen Event oder Aufgetautes aus den hintersten Ecken des Tiefkühlfachs geben. Zum Glück harrt dort noch eine große Packung unserer Lieblingstomatensoße darauf, uns wieder aufzupäppeln.

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Zur Frage, wie man eine richtige Tomatensoße kocht, könnte man wahrscheinlich einen ganzen Blog füllen. So einfach die Zubereitung zunächst scheint, so grenzenlos sind die Variationsmöglichkeiten. Eine gut gemachte Tomatensoße kann gar zum Erweckungserlebnis für Kochnovizen werden. Drei bis vier Zutaten in die Pfanne geschmissen und plötzlich landet etwas auf dem Teller, das tausendmal besser schmeckt als jede Fertigmischung. So ist es kein Wunder, dass Tomatensoße auch bei mir zu den ersten Gerichten gehörte, die ich selber kochen konnte.

Das Rezept für diese Tomatensoße mit Mascarpone und Cognac stammt ursprünglich von meiner Mutter und wir haben sie während des Studiums unzählige Male gekocht. Grundsätzlich immer in riesigen Mengen, sodass wir Tupperdose um Tupperdose damit füllen und einfrieren konnten. Außerdem habe ich diese Soße für dutzende (immer zufriedene!) Bands angerührt, mit denen ich Konzerte veranstaltet habe. Ihr seht also, diese sämige Tomatensoße ist hundertfach erprobt und außerdem ein perfektes Essen für den Hangover-Sonntag.

Wer will, kann natürlich experimentieren. Frische Tomaten statt Tetrapaks? Etwas Balsamico? Die Möglichkeiten sind unbegrenzt – irgendwo gibt es die richtige Tomatensoße für jede/n! Habt ihr auch eine Lieblingstomatensoße? Was muss unbedingt rein und was sind kulinarische Todsünden?

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Pasta mit Mascarpone-Cognac-Tomatensoße (für 3-4 Personen):

375 g Pasta nach Wahl
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1½ EL Olivenöl
1 EL Mehl
500 ml pürierte Tomaten
1-2 EL Tomatenmark
1 Lorbeerblatt
1 EL Italienische Kräuter (z.B. Oregano, Rosmarin, Thymian, Basilikum)
1 TL Gekörnte Brühe
100 g Mascarpone
40-50 ml Cognac
1 Handvoll frischer Basilikum
Zucker, Salz, Pfeffer
etwas Parmesan

1. Die Zwiebel und den Knoblauch sehr klein würfeln. In einem Topf das Olivenöl erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig andünsten. Den Knoblauch dazugeben. Mit Mehl bestäuben und mit Cognac ablöschen. Die pürierten Tomaten und das Tomatenmark zugeben und gut verrühren. Das Lorbeerblatt, die italienischen Kräuter und etwas gekörnte Brühe in die Soße rühren und 15 Min. köcheln lassen. Dann mit etwas Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

2. 100 g Mascarpone in der heißen Soße auflösen und noch einmal abschmecken. Je nach Geschmack noch etwas Cognac zugeben. Frischen Basilikum hacken und in die Soße einrühren.

3. Zusammen mit den Nudeln servieren und mit etwas frischem Parmesan bestreuen.

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Habt ihr die Völlerei der vergangenen Wochen auch ohne spontane Herzverfettung oder akuten Zuckerschock überstanden? Wir haben haarscharf überlebt, obwohl wir wirklich alles versucht haben, uns Weihnachten und die Tage danach zu Tode zu futtern. Langsam gehen die gesammelten Süßigkeitenvorräte, überzähligen Kekse und Baileysreste aber zur Neige und im Magen ist wieder genügend Platz, um sich Gedanken darüber zu machen, was 2013 dringend gebacken, gerührt und gekocht werden muss. Falls ihr auch noch Inspiration sucht, empfehlen wir euch einen Blick auf unseren brandneuen und längst überfälligen Rezeptindex zu werfen.

Silvestermenü

Bevor wir uns unserer 2013-Back- und Kochliste widmen, gewähren wir aber noch einen Einblick in unser Silvestermenü. Ganz schlicht, drei Gänge, ohne Weinbegleitung und passendes Silberbesteck (was Hilmar Klute, der sich vor Kurzem in der Süddeutschen Zeitung zu überkomplizierten Essenseinladungen geäußert hat, bestimmt freuen würde). Alle drei Rezepte – zumindest deren grundsätzliche Idee – stammen aus dem schon in unserem Jahresrückblick erwähnten Buch “Vegetarisch vom Feinsten”, das ich an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich empfehlen möchte. Wir haben mal mehr (Mascarpone-Cognac-Nudeln), mal weniger (Filo-Törtchen) daran rumgebastelt und so unsere eigenen Kreationen zusammengerührt.

Aus diesem Menü lässt sich einiges gut vorbereiten, wie z.B. die Gremolata oder die Trifles (die übrigens auch am nächsten Tag noch super geschmeckt haben!). Auch die Filo-Päckchen kann man schon vorher backen und vor dem Servieren noch einmal kurz zum Aufwärmen in den Ofen schieben. So bleibt am Abend mehr Zeit für die Gäste und das gemeinsame Diskutieren der fehlenden Weinauswahl oder der Vorsätze für das nächste Jahr.

Wie war denn euer Silvesterabend? Habt ihr auch ausgiebig gekocht?

Filo-Törtchen mit Zucchini-Walnuss-Füllung und Fetacreme

Filo-Törtchen mit Zucchini-Walnuss-Füllung und Fetacreme (für 8 Törtchen):

300 g Zucchini (funktioniert auch prima mit anderem Gemüse, wie z.B. Möhren und Paprika)
½ Bund Frühlingszwiebeln
35 g Walnüsse
4 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
1 Bio-Zitrone
½ Bund Petersilie
70 g Schmand
1 Eigelb
1-2 TL Harissa (wir haben stattdessen 1 EL Zatar und ein paar Chiliflocken verwendet)
1 EL Honig
100 g Feta
6 Blätter Filoteig

1. Zucchini in kleine Würfel und die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Die Walnüse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und hacken.

2. Die weißen Teile der Zwiebeln in heißem Öl kurz andünsten, Zucchini hinzufügen und bei starker Hitze für 2 Min. anbraten. Zum Schluss das Zwiebelgrün in die Pfanne geben. Das Gemüse sollte noch knackig und kaum feucht sein. Mischung zur Seite stellen, salzen, pfeffern und abkühlen lassen.

3. Die Zitrone heiß abwaschen und 2 TL Zitronenschale abreiben. Die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Alles zusammen mit den Walnüssen unter die Zucchinimischung heben.

4. Den Schmand mit Eigelb, Harissa (oder Zatar) und Honig verrühren. Den Feta fein krümeln, dazugeben und alles mit einer Gabel oder dem Pürierstab glatt rühren.

5. Den Ofen auf 180°C (Elektro) vorheizen. 8 Mulden einer Muffinform mit etwas Olivenöl auspinseln. 1 Filo-Blatt auf einer glatten Arbeitsfläche auslegen und dünn mit Öl bepinseln. Ein zweites Filo-Blatt darüberlegen, dieses ebenfalls mit Öl bepinseln und mit einem dritten Blatt belegen. Die zusammengelegten Blätter mit einem Messer in 4 Quadrate (oder Rechtecke) schneiden und 4 Muffinmulden damit auskleiden und die Ränder etwas nach oben formen. Mit den übrigen drei Blättern genauso verfahren.

6. Die Zucchinimischung in die 8 Filo-Förmchen geben und etwas festdrücken. Auf jede Portion einen Klecks Fetacreme setzen und glatt streichen.

7. In der Mitte des Ofens etwa 10-12 Min. backen, bis die Kanten des Filoteigs bräunlich werden. Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und aus den Mulden herausheben. Die Törtchen können lauwarm oder kalt serviert werden.

Pasta mit Mascarpone-Cognac-Sauce und Zitronen-Nuss-Gremolata

Pasta mit Mascarpone-Cognac-Soße und Zitronen-Nuss-Gremolata (für 4 Personen):

500 g Nudeln nach Wahl (z.B. Tagliatelle oder Spaghetti)

Für die Soße
2 Schalotten
1 EL Olivenöl
200 ml Gemüsebrühe
100 ml Cognac
200 g Mascarpone
3-4 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Für die Gremolata
1 Bio-Zitrone
1-2 Knoblauchzehen
50 g Nüsse (Pistazien, Walnüsse, Mandeln etc.)
⅓ Bund Petersilie
40 g geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer

1. Für die Gremolata die Zitrone heiß abwaschen und die Schale fein abreiben. Den Knoblauch schälen und sehr klein würfeln. Die Nüsse mittelfein hacken. Die Petersilie abbrausen, abtropfen lassen und fein hacken. Alles mit dem geriebenen Käse mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Zur Seite stellen.

2. Für die Soße die Schalotten schälen und würfeln, im heißen Öl in einer Pfanne glasig dünsten. Mit Cognac ablöschen, Brühe dazugeben und 5 Min. auf niedriger Stufe köcheln lassen. Mascarpone einrühren und sanft köcheln lassen, bis die Soße leicht eingedickt ist. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

3. Die Soße mit den Nudeln mischen, auf Tellern anrichten und die Gremolata darüber streuen.

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Trifle aus marinierten Pfirsichen, Ziegenkäse und Amarettini (für 4 Personen):

500 g (oder eine Dose) Pfirsiche
3 EL guter Aceto Balsamico (wir haben den Balsamico-Essig von Oliviers & Co. verwendet)
Pfeffer
200 g Ziegenfrischkäse
200 g Quark
ca. 50 ml Milch
1 + 1½ EL Honig
150 g Amarettini

1. Die Pfirsiche enthäuten, halbieren und entkernen oder die Dose abschütten. Bis auf einen halben Pfirsich alle Früchte in Stücke schneiden.

2. Balsamico mit 1 EL Honig verrühren, mit etwas Pfeffer würzen, über die Pfirsiche gießen und für mind. 30 Min. marinieren lassen. Dabei ab und zu umrühren.

3. Für die Creme Ziegenkäse, Quark und 1½ EL Honig mit einem Handrührer verrühren. Milch dazugeben, bis eine glatte, gut streichbare Masse entsteht.

4. Die Amarettini in einer Plastiktüte mit einem Nudelholz zu groben Bröseln zerkleinern.

5. In 4 Glasschälchen oder Gläser zuerst eine Schicht Pfirsiche einfüllen, darauf ein paar zerbröselte Kekse geben und diese mit der Frischkäsecreme bedecken. Dies wiederholen, bis die Zutaten aufgebraucht sind, wobei das Dessert mit einer Schicht Frischkäse schließen sollte. Mit den Pfirsichspalten dekorieren und bis zum Servieren kalt stellen.

Bettina Matthaei: Vegetarisch vom Feinsten. GU, München 2011. € 24,99.

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Der Herbst klopft nicht nur an die Tür, eigentlich hat er sich schon selbst hereingebeten und es sich auf dem Sofa bequem gemacht. Obwohl der September ungewöhnlich warm war, muss ich mich wohl langsam damit abfinden, dass die sonnige Jahreszeit vorbei ist und ich für diesen Herbst leider keine Archivreise nach Spanien geplant habe, die den Sommer verlängern könnte. Die vielen Kürbisrezepte, ohne die im Moment kein Blog auskommt (z.B. in Form von Ravioli, Pesto oder einfach aus dem Ofen), bestätigen diese Erkenntnis. Immerhin lieben wir Kürbis und haben inzwischen schon so einige vernichtet. So hat der Herbst dann doch auch seine guten Seiten. Bisher gab es in der feed me up-Küche Kürbissuppe, -Risotto, -Curry und diesen Auflauf. Gefunden haben wir das Rezept (mal wieder) im goldenen Vegetarisch-Kochbuch von GU! Dieser 500 Seiten schwere Wälzer ist wirklich eine unerschöpfliche Quelle an Rezepten für jeden Tag. Fairerweise muss man allerdings sagen, dass für die gefüllten Cannelloni etwas mehr Zeit eingeplant werden muss. Wer spätabends hungrig und müde nach Hause kommt, sollte sich vielleicht lieber etwas anderes suchen (z.B. diese leckeren Ricotta-Rucola-Nudeln!). Dem Rest sei gesagt, dass sich der Aufwand lohnt! Diese feinen Röllchen werden wir an kalten Winterabenden bestimmt noch öfter aus dem Ofen holen.

Wie steht ihr denn zum Herbst? Freut ihr euch auf tolle Herbstgerichte und fiebert schon seit Wochen Halloween entgegen? Oder würdet ihr ab Oktober am liebsten für sechs Monate in den Süden fliehen?

Wir haben das Rezept minimal verändert, u.a. etwas mehr Gemüsebrühe zum Kürbis hinzugefügt, denn die Füllung hätte ein klein wenig saftiger sein können. Bei der Tomatensoße solltet ihr auch nicht zu sparsam sein, die Nudeln saugen viel Flüssigkeit auf. Für das Befüllen der Cannelloni sucht man sich übrigens besser Unterstützung, das erleichtert die Sache ungemein.

Ricotta-Kürbis-Cannelloni (für 4 Personen):

350 g geschälte Kartoffeln
250 g Ricotta
2 Eier
600 g Kürbis (wir haben Butternut genommen)
Olivenöl, Salz, Pfeffer
500 ml Gemüsebrühe
6 EL gehackte Mandeln
20-25 Cannelloni
1 Zwiebel
1½ Dosen gestückelte Tomaten
ggf. Kräuter für die Tomatensoße
150 g geriebener Käse (z.B. Gouda oder Parmesan)

1. Die Kartoffeln schälen und in grobe Stücke schneiden. In einem Topf mit Salzwasser ca. 20 Min. garen lassen. Abgießen und ausdampfen lassen. Zeitgleich den Kürbis schälen, entkernen und in Würfel schneiden. 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und den Kürbis darin zwei Min. scharf anbraten. Salzen und pfeffern und mit 200 ml Brühe ablöschen. Bei halb geschlossenem Topf ca. 15-20 Min. weich kochen. Abgießen und abkühlen lassen.

2. Für die Tomatensoße die Zwiebeln fein würfeln und in Olivenöl glasig dünsten. Die Tomaten und 300 ml Gemüsebrühe dazugeben. Aufkochen und 10-15 Min. bei kleiner Hitze köcheln lassen. Salzen und pfeffern, nach Belieben mit Kräutern würzen.

3. Die Kartoffeln in einer Schüssel zerstampfen und mit dem Ricotta und den Eiern vermischen. Den Kürbis ebenfalls zu Mus zerdrücken und zusammen mit den Mandeln unter die Kartoffelmasse rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Die Masse mit einem Spritzbeutel (oder einem Frischhaltebeutel, von dem man eine Ecke abschneidet) in die Nudeln spritzen. Die gefüllten Cannelloni in eine eingefettete Auflaufform (oder zwei) legen. Die Tomatensoße drüber gießen, mit Käse bestreuen und im Ofen bei 180°C in ca. 30-35 Min. goldbraun überbacken.

Vegetarisch! Das Goldene von GU: Rezepte zum Glänzen und Genießen. München 2011. 20€

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Heute gibt es mal einen “Klassiker” aus unserem Rezeptefundus. Diese Nudeln kochen wir schon seit unserer Studienzeit und wollen sie euch natürlich nicht vorenthalten. Die Zubereitung geht ganz schnell, das Rezept eignet sich also auch prima für Wochentage, an denen man erst spät nach Hause kommt. Die Soße ist schön cremig, durch die Mandeln auch etwas knackig und der Schmand sorgt für eine leichte Säure. Wer es gerne scharf mag, kann noch ein bisschen Chili oder Tabasco hinzufügen. Für eine winterlich-deftige Variante lassen sich Pasta und Soße übrigens auch in einer Auflaufform schichten und im Ofen mit Käse überbacken.

Linguine mit Paprika-Mandel-Soße (für zwei Personen):

250 g Linguine
2 Paprika
1 kleine Zwiebel
3 EL gestiftete Mandeln (oder Pinienkerne)
200 ml Gemüsebrühe
100 g Schmand
Paprikapulver
Olivenöl, Salz, Pfeffer
etwas Schnittlauch

1. Die Zwiebel schälen, Paprika entkernen und beides würfeln. In einer Pfanne gemeinsam mit den Mandeln kurz in Öl anbraten, bis die Mandeln leicht gebräunt und die Zwiebeln glasig sind.

2. 5 EL der Gemüse-Mandel-Mischung aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen. Den Rest mit der Gemüsebrühe aufgießen und 10 Min. weich kochen lassen. Alles in einen hohen Becher geben und zusammen mit dem Schmand fein pürieren. Die pürierte Masse wieder in die Pfanne geben und die restlichen Gemüse-Mandel-Stücke untermischen. Mit Paprikapulver, Salz und Peffer abschmecken.

3. Die Nudeln in Salzwasser gar kochen und gemeinsam mit der Soße servieren. Mit etwas Schnittlauch garnieren.

Dies ist unser zweiter Beitrag zu Zorras Geburtstagsblogevent. Als Gewinn winken neben tollen Küchengeräten und einem Kochkurs auch die Möglichkeit, mit seinem Rezept in ein Kochbuch zu kommen. Wenn das mal kein Anreiz ist!

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Der Sommer ist bald vorbei und der Florida-Urlaub ist schon viel zu lange her. Letzte Woche ging es zwar noch einmal für vier Tage nach Prag, aber da musste ich einen Vortrag halten und vielen anderen Menschen bei ihren Überlegungen zu Urban History zuhören. Das ist zwar auch eine Art von Abwechslung, kommt einem richtigen Urlaub jedoch nicht wirklich nahe. So muss der Urlaub eben im Kopf bzw. auf dem Teller stattfinden. Sandra von From-Snuggs-Kitchen hat passenderweise dazu aufgerufen, Gerichte zu kochen, die man mit Urlaub verbindet.

Die Anregung für diese Nudeln hat Frau Wu vor ein paar Wochen aus der Mittagspause mitgebracht, als sie begeistert von den dort gegessenen pinken Nudeln mit Roter Bete erzählte. Kurz darauf landete dann eine Packung des Gemüses im Einkaufswagen und wartete seitdem auf den passenden Moment. Eigentlich sollten daraus Rote-Bete-Ravioli werden, aber mal eben unter der Woche Ravioli selbst zu machen, war uns bisher doch etwas zu zeitaufwendig. Deswegen also als Ragout zu Rigatoni. Ich habe zunächst ein bisschen in unseren Kochbüchern geblättert, konnte aber kein passendes Rezept finden (dafür aber bestimmt ein halbes Dutzend Vorschläge für Salat mit Roter Bete und Äpfeln). Das Internet war da schon hilfreicher und hat mich zumindest auf die Idee mit der Haselnussbutter gebracht. Ziegenkäse war auch noch im Kühlschrank und irgendwie dachte ich mir, dass auch etwas süßes, knuspriges gut dazu passen würde. Also fix vorher ein paar Walnüsse karamellisiert und dem Gericht damit eine besondere Note verpasst.

Und was hat das alles jetzt mit Urlaub zu tun? Ganz einfach: Gerade hat mich eine Freundin nach Urlaubstipps für Ligurien gefragt und sofort musste ich an diesen Sommer im Jahr 1999 denken, als ich dort mit meiner Pfadfindergruppe wandern war. Zehn Tage in den italienischen Bergen und jeden Abend gab es frischen Thymian zum Abendessen, den wir direkt am Wegesrand sammelten. Als ich mich dann an die Nudeln machte, war klar: Da muss Thymian rein. Den ganzen Abend denke ich jetzt schon an diesen Sommer zurück. Der Geruch von frischem Kaffee am Morgen, eiskalte Bergbäche, Anstiege bei 40°C und über allem der Duft von Thymian, Minze und Rosmarin. Eine Ligurien-Gedächtnis-Pasta also.

Für 3-4 Personen:

400 g Nudeln
500 g gekochte rote Bete
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
75 g Walnüsse
2 TL Zucker
3 EL weiche Butter
2 EL gemahlene Haselnüsse
150 ml Gemüsebrühe
Ein guter Schuss Balsamicoessig
50-100 g Ziegenkäse
Thymian, Petersilie
Salz, Pfeffer

1. Die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne leicht anrösten. 2 TL Zucker drüber streuen und bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Zur Seite stellen.

2. Die weiche Butter mit den gemahlenen Haselnüssen vermischen. Eine Zwiebel würfeln und den Knoblauch hacken. Die Rote Bete ebenfalls würfeln. Salzwasser aufsetzen und die Nudeln kochen.

Handschuhe nicht vergessen, sonst gibt es rote Finger!

3. Eine Pfanne auf den Herd stellen und ein wenig von der Haselnussbutter darin schmelzen lassen. Die Zwiebeln und den Knoblauch kurz glasig anbraten. Noch etwas mehr Butter in die Pfanne geben und die Rote-Bete-Würfel 5 Min. braten. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, einen guten Schuss Balsamico dazu geben und bei leichter Hitze köcheln lassen bis die Rote Bete die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Die restliche Butter einrühren und ein paar Löffel vom Nudelwasser dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Balsamico abschmecken. Die gehackten Kräuter untermischen.

4. Die Nudeln auf einem Teller anrichten, das Rote-Bete-Ragout über die Nudeln geben, Ziegenkäse in Flocken darauf verteilen und zum Schluss die gezuckerten Walnüsse drüberstreuen.

5. Im Sonnenuntergang mit einem Glas Wein genießen und an den letzten Urlaub denken.

Ein Urlaubsgedicht

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Das folgende Rezept habe ich, wie vieles in letzter Zeit, aus dem tollen goldenen vegetarischen GU Kochbuch, das Frau Wu im vergangenen Jahr zu Weihnachten bekommen hat. Ich entdecke bei jedem Blättern neue leckere Rezepte, die mich sofort ekstatische Geräusche ausstoßen lassen – bei über 500 Seiten wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben. Dieses Rezept hatte ich rausgesucht, weil ich etwas haben wollte, das schnell geht und für das ich nur wenige Zutaten einkaufen muss. Die Zubereitung ging dann auch wirklich ratzfatz und nach weniger als 20 Min. standen zwei dampfende Teller mit super leckerer Pasta auf dem Tisch. So haben wir dann auch noch die S-Bahn erwischt und kamen rechtzeitig ins Kino, um uns – den zugegebenermaßen eher durchschnittlichen – “Dark Shadows” anzuschauen. Thematisch war das auf jeden Fall passend, denn die Knoblauchnote des Gerichts ist nicht zu unterschätzen, hält aber zumindest Vampire fern …

Für zwei Personen

250-280 g Nudeln
50 g + einige Blätter Rucola
1 Knoblauchzehe
100 g Ricotta
50 g Parmesan
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

1. Die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen.

2. Rucola waschen und bis auf eine kleine Portion mit dem Messer fein hacken, Knoblauch ebenfalls fein hacken oder einfach beides kurz in den Kräuterhäcksler geben. Parmesan fein reiben.

3. Ricotta in einer Schüssel mit den anderen Zutaten vermischen und mit Öl, Salz und Pfeffer abschmecken. Ich hatte zudem noch angebrochene Saure Sahne im Kühlschrank, die kam kurzerhand auch noch mit rein.

4.  Die Nudeln auf einen Teller geben, Ricottamasse darauf verteilen und mit dem restlichen Rucola dekorieren.

5. Vor dem Kinobesuch noch einmal Zähne putzen!

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Einer der Vorteile des temporären Heimarbeitsplatzes ist, dass ich an diesen Tagen immer mehr Zeit zum Kochen habe, als an den Abenden, an denen ich fix und fertig aus der S-Bahn wanke. Dem Wetter entsprechend habe ich mich für ein frisches Nudelgericht entschieden. Das Grundrezept habe ich in der Lecker 05/2012 gefunden, aber etwas abgeändert. Zum einen habe ich deutlich weniger Sahne genommen, ich wollte ja nach dem Mittagessen noch weiter an meinem Vortrag schreiben und nicht ins Wachkoma fallen. Außerdem habe ich noch Tomaten hinzugefügt, die auch wirklich sehr schön mit dem Zitronengeschmack und den Linsen harmonieren. Herausgekommen ist ein sehr schnelles und leckeres vegetarisches Gericht, dass ich wohl auch noch nach einem Tag im Büro hinkriegen würde.

Da muss ich gleich an Urlaub denken

Rigatoni mit Linsen-Zitronen-Soße (für 3-4 Personen):

400 g Nudeln
1 Bio-Zitrone
1 Zwiebel
2 mittelgroße Tomaten
150 g rote Linsen
250 ml Milch
200 ml Sahne
Öl, Salz, Pfeffer

1. Nudeln in Salzwasser gar kochen.

2. Zitrone waschen und mit einem Zestenreißer (oder wie ich, mit der Parmesanreibe) dünne Streifen produzieren. Zitrone danach halbieren und auspressen. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Tomaten waschen, den Strunk entfernen und würfeln.

3. Öl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebeln glasig braten und dann die Linsen kurz mitdünsten. Die Tomatenwürfel hinzufügen, alles mit Milch und Sahne ablöschen und so lange köcheln, bis die Linsen den gewünschten Weichheitsgrad erreicht haben. Alles mit Zitronensaft und Zitronenschale mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Die fertigen Nudeln untermischen und alles anrichten.

Lentils in the sun

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