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Mit ‘München’ getaggte Beiträge

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Wenn ich schon um 16 Uhr nachmittags einen sitzen habe, kann das nur eines bedeuten (nein, keine schwere Depression): die Finest Spirits beehrt München! Die Messe für Whisk(e)y und weitere harte alkoholische Getränke fand in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal statt und endlich habe ich auch mal den Weg dorthin geschafft. Seit einigen Jahren ist das MVG Museum im Osten Münchens der Veranstaltungsort, sodass man sich gepflegt zwischen alten Straßenbahnwaggons durch die Welt der Schnäpse kosten kann. Denn neben Whisk(e)ys aus aller Welt gibt es inzwischen immer mehr Stände mit Gin, Obstbränden, Rum oder Likören, was mich persönlich sehr freut. Man kommt ja viel zu selten dazu, z.B. Bergamotte-Geist zu probieren, aber dazu später mehr.

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Die Ausstellungsfläche war in diesem Jahr restlos ausgebucht und dementsprechend platzte die Halle aus allen Nähten. Das wäre dann auch einer der wenigen Kritikpunkte, die es zu der Veranstaltung gäbe, auch wenn es gegen Abend schon deutlich ruhiger wurde. Ich habe zunächst einen Presserundgang mitgemacht und mich danach mit Petra von Der Mut anderer einmal quer durch die Halle getrunken, eine Master Class besucht (auch diese war ausgebucht) und so insgesamt sechs Stunden auf der Finest Spirits verbracht. Die Zeit verging wie im Flug, aber ich vermute, dass auch der Alkohol etwas damit zu tun gehabt haben könnte.

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Ich habe wirklich sehr, sehr viele Getränke probiert und gebe zu, dass ich am Ende leichter zu begeistern war als zu Beginn. Irgendwann hilft auch das Mundausspülen mit reichlich Wasser nicht mehr, denn die Geschmacksnerven sind dann einfach überlastet. Im nächsten Jahr sollte ich also am besten gleich zwei Tage vor Ort sein, genügend Stände gibt es ja …

Alles zu berücksichtigen, was ich probieren durfte, wird leider nicht möglich sein, deswegen gibt es nun ein paar meiner Favoriten der Finest Spirits 2014:

Glen Grant Five Decades

Der erste Whisky, den ich beim Rundgang probieren durfte, und leider blieb nicht allzu viel Zeit, diese seltene Abfüllung noch länger zu genießen. Es handelt sich um einen speziell vom Master Destiller Dennis Malcolm (der auch persönlich am Stand war) zusammengestellten Single Malt, mit dem der Schotte seine 50-jährige Zusammenarbeit mit Glen Grant feiert. Für uns wurde eine der limitierten Flaschen geöffnet, sonst ist der Five Decades nur noch selten (und teuer!) zu bekommen, was wirklich schade ist. Beim ersten Schluck machen sich zunächst die 46% bemerkbar, gleichzeitig verteilt er sich aber sehr sanft im Mund und glänzt mit vielen verschiedenen süßen Aromen wie Honig, Vanille oder Toffee. Der Abgang ist entsprechend lang und ich mir gefällt, dass zum Abschluss auch die fruchtigen Noten noch toll herauskommen. Wenn ihr die blaue Flasche also mal in einer Bar im Regal erblicken solltet, lasst euch sofort ein Glas davon einschenken!

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Bulleit 95 Rye

Meine Erfahrungen mit Bourbon waren bisher minimal, aber dieser Frontier Whiskey mit dem ungewöhnlich hohen Roggenanteil von 95% hat mich sofort überzeugt. Unglaublich würzig, aber nicht ganz ohne die bourbontypische Süße und vor allem ganz anders als die schottischen Whiskys, die bisher in meinem Glas gelandet sind. Wie ich erfahren konnte, ist die Flasche mit dem grünen Etikett auch bei Barkeepern sehr beliebt (vielleicht sollte ich meinen Hemingway Cocktail mal damit mischen) und wir bekamen ihn auch gleich im Mix als Kentucky Colada. Dazu wurde der 95 Rye zunächst mit Erdnussbutter gefiltert und dann mit Ananassaft und Kokosschaum serviert. Würde ich auf der Stelle wieder bestellen. Oder einfach selber mixen, denn ich konnte nicht widerstehen und habe mir gleich eine Flasche für die heimische Bar gekauft.

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Laphroaig Select & Laphroaig 18 Jahre

Bei Beam Deutschland habe ich gleich mehrmals Halt gemacht und mich über die breite Auswahl an Laphroaig- und Highland Park-Flaschen gefreut. Beim Presserundgang wurden unsere Noasinggläser mit dem Laphroaig Select gefüllt, der so brandneu ist, dass ich noch nicht einmal die Flasche fotografieren durfte. Aroma und Geschmack verraten natürlich sofort die Herkunft, viel Torf kommt da auf einen zugeflogen. Im Mund entfaltet sich dann eine angenehme Süße, irgendwie blieb er allerdings relativ flach und für meinen Geschmack unspektakulär. Später konnten Petra und ich den 18-jährigen Laphroaig probieren und waren deutlich begeisterter. Der Single Malt hat den 15-jährigen bei Laphroaig ersetzt und die drei Jahre machen sich bemerkbar – sanft und komplex ist das, was hier im Glas landet. Hier regiert nicht mehr nur der Torfkönig, sondern es kommen deutlich vielfältigere Aromen dazu, wie einige blumige Noten, und man schmeckt auch die Eiche deutlich raus. Mit etwas Wasser nimmt man den 48% ein wenig Schärfe und kitzelt auch das letzte bisschen an Geschmack heraus. Eine ganz klare Steigerung zum zehn Jahre alten und meinem bisherigen Laphroaig-Liebling, dem Quarter Cask.

Highland Park Freya 15 Jahre

Um die dritte nach nordischen GöttInnen benannte, streng limitierte Abfüllung von Highland Park zu probieren, mussten wir die sehr freundliche Mitarbeiterin am Stand von Beam ganz nett fragen, denn die grüne Flasche versteckte sich unten im Regal und sollte offensichtlich noch nicht zu offensiv beworben werden. Schön verpackt in einer Holzummantelung, die an ein Wikingerschiff erinnern soll, kommt die Dame daher und macht sich auch im Glas ganz hervorragend. Ein toller Dram, viel Vanille, aber irgendwie hatte ich mehr erwartet. Dass ich Freya als etwas flach empfunden habe, kann natürlich auch am direkten Vergleich mit dem 18-jährigen Laphroaig gelegen haben, der natürlich ein viel massiveres Kaliber darstellt. Letztendlich bin ich aber ganz froh, dass ich nicht so furchtbar begeistert war, denn mit 170€ pro Flasche ist meine persönliche Schmerzgrenze (und die der whisk(e)yverabscheuenden Frau wohl erst recht) haushoch überschritten.

Dram Regional Highland 17 Jahre

Am Stand von Andrea Caminneci gab es einen Tropfen aus der Dram-Regional-Serie, bei der nicht die Brennerei im Mittelpunkt steht, sondern vielmehr versucht wird, mit einem Blended Whisky das typische einer Region einzufangen. Wir konnten die Highland Edition probieren, die 17 Jahre auf dem Buckel hat und aus zwei bis drei Glenmorangie-Fässern stammt. Zu Beginn fällt die massive Süße auf, die in die Nase steigt, ich meinte, auch Aprikose riechen zu können. Beim Geschmack dominieren dann viele Kräuter und sogar etwas Salz, der Abgang ist unverschämt lang. Hat mir hervorragend geschmeckt und die Halbliterflasche ist auch prompt auf meiner Wunschliste gelandet.

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Lost Distillery Company & Bremer Spirituosen Contor

Beim Bremer Spirituosen Contor haben Petra und ich ebenfalls eine ganze Weile verbracht und uns vom Marketingchef tief ins Sortiment einführen lassen. Wir besuchten eine der Master Classes (Seminare, bei denen in etwa 45 Minuten ein bestimmtes Thema vertieft und verkostet wird), bei der in diesem Fall die Lost Distillery Company vorgestellt wurde. Die Idee dahinter ist, dass es immer wieder Brennereien gegeben hat, die hervorragende Whiskys produziert haben, aber irgendwann schließen mussten. Die Lost Distillery Company hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Brände dieser untergegangenen Brennereien zu reproduzieren und vor allem auch weiterzuentwickeln. Man stellt sich also die Frage: Wie würde der Whisky heute wohl schmecken? Die Ergebnisse konnten wir im Workshop erschmecken und ich würde sagen: Mission geglückt! Stratheden ist ein sanfter Dram mit deutlichen Anklängen ans Sherryfass, Gerston kommt dagegen leicht torfig und mit massig Gewürzen im Aroma daher (ich musste irgendwie schon an Gin denken). Mein Favorit war allerdings die Flasche mit dem schönen Namen Auchnagie. Ganz viel Süße, ordentlich Vanille- und Karamellaromen und im Abgang noch etwas Rauch. Genau mein Ding und ebenfalls auf der Wunschliste gelandet. Zum Abschluss gab es noch die unveröffentlichte vierte Kreation in der Reihe, ein 15-jähriger Schotte mit tollen Toffee- und Haselnussaromen – deutlich weicher als die anderen drei, mit weniger Spitzen, aber komplexerem Geschmack (ich meine sogar etwas Schokolade auf der Zunge gehabt zu haben). Er ist definitiv eine Überlegung wert, wenn er euch im Laden über den Weg läuft.

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Ebenfalls Erwähnung finden sollte die 25-jährige Bruichladdich-Single-Cask-Abfüllung aus der Old-Particular-Reihe, die mir mit den Worten “der beste Whisky, den ich auf der Messe probiert habe” ins Glas geschüttet wurde. Das war für mich der bisher älteste Single Malt, den ich probieren durfte und hat mich auch nach über vier Stunden Messe noch umgehauen. Ich mag die salzige Note bei Bruichladdich, aber das hier ist ein ganz anderes Kaliber. Trotz massiver 50,01% sehr sanft, mit der perfekten Mischung aus Torf, Salz und Süße. Wenn in meinem Budget mal eben 250€ für eine Flasche drin wären, ich würde alle meine Prinzipien über Bord werfen!

Eine weitere Premiere war für mich ein japanischer Single Malt, der mich ebenfalls sehr begeistern konnte. Mein erster japanischer Whisky und dann gleich so ein Monster. Der 18 Jahre alte Togouchi war richtig scharf und hart, aber gleichzeitig auch süß, wie es für japanische Whiskys wohl üblich ist. Hier aber in einer etwas schwächeren Variante, und gerade diesen Gegensatz von hart und zart finde ich spannend.

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Säntis Dreifaltigkeit

Ein Trend der letzten Jahre, der sich 2014 eher noch verstärken wird, sind europäische Festlandwhiskys. Über 100 deutsche Whiskys gibt es inzwischen, habe ich mir erklären lassen, und auch in der Schweiz wird seit einigen Jahren hochwertiger Schnaps produziert. Die Besonderheit bei den Abfüllungen von Säntis Malt ist die Lagerung in alten Bierfässern. Ich finde es spannend, dass hier eine Brennerei einen eigenen Charakter entwickelt hat und sich mit dieser Methode auch etwas vom Rest abhebt. Petra und ich haben uns ein Glas der Edition Dreifaltigkeit gegönnt und waren beide zunächst einmal von der Rauchigkeit überrascht. Eine Jahrgangsangabe gibt es auf der Flasche nicht, fünf bis sechs Jahre sollen es wohl sein. Für dieses Alter präsentiert sich der dunkle Dram hochkomplex und würzig. Säntis ist derzeit meine erste Wahl, wenn es um Festlandwhisky geht!

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Gin, Obstbrand und mehr

Aber neben all dem Whisky gab es ja auch noch massig andere Getränke (die ich erschreckenderweise auch probiert habe …), wie z.B. Gin. An der Finest Spirits Home Bar hat uns Richi (vom Haidhausener Wasserwerk) gleich drei verschiedene Gin & Tonics gemixt, die die ganze Bandbreite dieses vermeintlich so simplen Getränks aufzeigten. Neben einem klassischen Drink mit Beefeater Gin wurde der französische Citadelle Gin mit Fever Tree Tonic gemischt und das Kräuteraroma mit einem Rosmarinzweig unterstützt. Lecker – als ob das Mittelmeer nach München gekommen wäre! Feel! Gin, der Münchner Neuzugang mit dem etwas kitschigen Namen, wurde dagegen mit Elderflower Tonic und Himbeeren kombiniert, was einen entsprechend fruchtigen Drink zur Folge hatte. Etwas entfernt vom klassischen Getränk, aber sooo lecker! Es lohnt sich also, mal etwas mit dem verfügbaren Sortiment zu experimentieren und so die eigene Spezialmischung zu finden.

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Lillet Blanc ist dagegen ein Aperitif aus Wein und Fruchtlikör. Mit den richtigen Zutaten gemischt wird daraus dann z.B. der Lillet Vive, bei dem Lillet Blanc mit Tonic, Gurke, Minze und Erdbeere kombiniert wird und dann derart frisch schmeckt, dass der Hugo sowas von einpacken kann. Im Übrigen genau das Richtige nach über zwei Stunden Whisk(e)yverkostungen.

Gar nicht auf dem Plan hatte ich vor der Messe die Obstbrände. Die hatte ich bisher unter dem Label “Großelterngetränk” abgespeichert und keines Schluckes gewürdigt. Glücklicherweise bin ich von sehr überzeugenden Menschen zum Stand der Destillerie Kohler und der Marke 1772 geschleppt worden und konnte eines Besseren belehrt werden. Bei Kohler packt die ganze Familie mit an und sorgt dafür, dass hochwertige Schnäpse in Bio-Qualität in der Flasche landen. Das Beharren auf die besten Zutaten kann dann auch mal dazu führen, dass vom Bergamotte-Geist nur 18 Liter hergestellt werden und der Nachschub ungewiss ist. Was allerdings mehr als schade wäre, denn die feinen Zitrusaromen machen sich hervorragend in flüssiger Form, genauso wie die Spirituose aus Ingwer (der vor Verwendung natürlich geschält werden muss, was eine Arbeit …), die mein persönlicher Liebling war. Nicht günstig, aber dafür etwas ganz Besonderes! Bei 1772 stehen dagegen tropische Früchte im Vordergrund, denn die Brennerei hat ihren Standort in Thailand. Alles wird direkt vor Ort verarbeitet und herauskommen dann Sorten wie Mango, Litchi oder Passionsfrucht. Zunächst etwas ungewöhnlich, aber ab dem zweiten Schluck süchtig machend.

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Fazit: Die Finest Spirits wird auch im kommenden Jahr wieder dick im Kalender markiert, dann vielleicht sogar zwei Tage lang. Ich habe in zahlreichen Gesprächen mein Wissen vervielfachen können und mehr Schnaps probiert, als sonst (gefühlt) im ganzen Jahr. Ein Highlight war für mich die Möglichkeit, auch Whiskys probieren zu können, die noch gar nicht auf dem Markt sind und auch mal Raritäten zu kosten, die sonst fernab der eigenen Preisklasse liegen. 8€ für ein Gläschen scheint zwar auf den ersten Blick ein ordentlicher Preis, ist aber eben eher zu verkraften als 200€ für eine ganze Flasche. Wer mit offenen Augen (und Mund) über die Messe geht, kann für sich zudem ganz Neues entdecken. Nicht, dass ich die Welt der schottischen Whiskys auch nur ansatzweise erfasst hätte – jetzt kommen auch noch Japan, USA und die Schweiz dazu …

Vielen Dank an storykitchen für die Presseakkreditierung und die nette Betreuung während der Messe.

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Wenn 2014 in China das Jahr des Pferdes ist, dann ist es in München wohl endgültig das Jahr des Burgers. Wo 2012 noch Bubble-Tea-Läden an jeder Ecke emporschossen, kann man heute keinen Schritt mehr gehen, ohne über ein neues Burgerrestaurant zu stolpern. Alleine von der Burgerkette “Hans im Glück” gibt es mittlerweile gefühlte 15 Filialen in der Stadt. Inzwischen haben wir einen guten Teil der Restaurants besucht und werden 2014 unser Bestes geben, die bestehenden Lücken zu schließen. Immerhin einen Besuch haben wir auch im Dezember noch reinquetschen können und uns kurz vor Jahresende in die Maxvorstadt begeben, um “Taste my Burger” einen Besuch abzustatten. Der Laden existiert schon eine Weile, liegt aber etwas außerhalb unserer üblichen Ausgehrouten und wurde deshalb übersehen. Höchste Zeit also, das Versäumnis nachzuholen. Der Silvesterbesuch wurde mitgeschleift und auf gings zu “Taste my Burger”.

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Von Außen wirkt das Restaurant eher unscheinbar, aber im Dunkeln kündet immerhin ein Neonschriftzug von den hier angebotenen Spezialitäten. Drinnen setzte sich das Unscheinbare fort, die Einrichtung wirkt konzeptlos zusammengewürfelt und überhaupt etwas unterkühlt. Gemütlich geht anders, gerade auch weil für einen Samstagabend nicht unbedingt viel Betrieb herrschte. Umso wärmer dann aber der Empfang durch den Besitzer, der unserer Vierergruppe gleich zwei Tische zusammenstellte und sich den ganzen Abend über mehr als freundlich zeigte. Beim Blick auf die nett gestaltete Speisekarte dann gleich die nächste Überraschung: es gibt nur alkoholfreie Getränke, vermutlich fehlt dem Wirt die entsprechende Ausschankgenehmigung. Macht aber nichts, wir sind ja wegen der Burger gekommen. 19 verschiedene Kreationen stehen zur Auswahl, wobei die Zusammenstellung durchaus Kreativität beweist und man einiges findet, was so nicht in den anderen Burgerbratereien der Stadt zu bekommen wäre. Allerdings hätte sich diese Kreativität auch ruhig etwas mehr an den vegetarischen Burgern austoben können, denn davon findet sich leider nur einer auf der Karte. Die Entscheidung dürfte VegetarierInnen dementsprechend leichtfallen.

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Ich habe mich für einen Hula Hula Burger mit gegrillter Ananas und Sweet Chili Relish (7€) mit extra Fleisch (+1€) entschieden und bestellte mein Patty ganz selbstverständlich medium-rare, was allerdings für leichte Probleme sorgte und vom Wirt nur etwas widerwillig akzeptiert wurde. Sabrina wählte den vegetarischen Vleisch-Burger mit gegrilltem Gemüse und Räuchertofu (8,50€), dazu kam jeweils eine Portion Pommes (2,50€). Warum es Probleme mit den Pattys gab, erklärte sich, als die Burger geliefert wurden. Es handelte sich nicht um pures (Rind)Fleisch, sondern um eine Annäherung an die gute alte Frikadelle. Im Fleisch fanden sich Gewürze, Zwiebeln und wahrscheinlich auch Ei und Semmelbrösel. Damit wird es natürlich deutlich schwieriger, den Burger rosa zu braten, da die zusätzlichen Zutaten eine längere Garzeit benötigen. Die Aufgabe war aber trotzdem gut gelöst und die Mischung sehr lecker und auch schön locker. Die Buns kommen aus einer Bäckerei und sind ebenfalls gut gelungen. Etwas fest vielleicht, aber immerhin können sie die saftigen Zutaten gut bändigen. Insgesamt passte die Zusammenstellung der Zutaten auf dem Burger und auch die Soße war schön würzig. Auch unserer Mitesser, die sich für Gorgonzola und Bacon Cheese Special entschieden hatten, waren mit der Wahl zufrieden.

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Der vegetarische Burger konnte dagegen nicht ganz so gut mithalten. Das gegrillte Gemüse kam zu ölig daher, die Soße etwas zu fad, hier wäre es wünschenswert, wenn an der Gesamtkonzeption noch etwas gefeilt würde. Die Größe der Beilagen-Pommes fiel recht übersichtlich aus – hier hätte man für den Preis schon eine größere Portion erwartet. Geschmeckt haben die TK-Kartoffelschnitze trotzdem, allerdings habe ich an diesem Abend gemerkt, dass man von Läden wie “Hans im Glück” oder “Rotkäppchen” schon ziemlich verwöhnt ist, was die Soßenauswahl betrifft. Ketchup und Majo sind zwar ok, aber man gewöhnt sich schnell an Besonderheiten wie Sweet Chili-, BBQ- oder Honig-Senf-Soße for free.

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Alles in allem ein netter Abend, auch wenn der Laden etwas roher und unfertiger wirkt, als man das von den hippen Burgertempeln Münchens sonst gewohnt ist. Dazu passt dann auch, dass die Toiletten nur über die Küche erreichbar sind und die Getränke auf der Kühltruhe eingeschenkt werden (ja genau, so etwas sehen die Gäste dann nämlich …). Das kann durchaus auch seinen Charme haben, kommt irgendwie sympathisch rüber und man merkt dem Besitzer (einem ehemaligen Taxifahrer) auch an, dass er mit Herzblut bei der Sache ist. Ich würde den Fleischburgern deswegen auch noch eine zweite Chance geben, wenn ich in der Gegend bin, aber in Anbetracht der großen Anzahl an durchgestylten und gut konzipierten Burgerläden in München ist zu befürchten, dass sich diese Möglichkeit nicht ewig halten wird.

Fazit: Wer also mal keine Lust auf das Studenten-/Yuppie-Publikum aus dem “Hans im Glück” hat und nach einem Pinakotheken-Besuch Burgerhunger verspürt, kann durchaus mal den Weg zur Augustenstraße auf sich nehmen, um sich selbst ein Bild von den kreativen Burgerangeboten zu machen. 3 von 5 Hamburgerpatties.

Taste my Burger
Augustenstr. 16
80333 München

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Was passiert, wenn zwölf FoodbloggerInnen in einer Küche aufeinandertreffen? Ganz klar, es wird lecker! Dass es sich dabei um keine “normale” Küche handelt, sollte man vielleicht noch erwähnen. Denn Kustermann (für alle Nicht-Münchner: aka der wohl bestausgestattetste Küchenladen Münchens) lud nach Ladenschluss in die hauseigene Kochschule zum Foodbloggerstammtisch ein, spendierte feinste Zutaten und überließ Hightech-Öfen und Co. einen Abend lang der Bloggermeute.

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Dorothée, Claudia, Petra, Zava und Martin hatten sich im Vorfeld ein erstklassiges Menü überlegt, wiesen uns kurz in die Rezepte des Abends ein und schon wurde sich schnell an verschiedene Arbeitsplätze verteilt und losgeschnippelt.

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Dreierlei Crostini sollte es zur Vorspeise geben, also machten sich Petra und Harald an die Hühnerleber, Amelie und Susanne an die Zucchinicreme und wir kümmerten uns um die Tomaten-Basilikum-Bruschetta. An der gegenüberliegenden Kochstation werkelten Claudia, Florian und Zava am perfekten Safranrisotto, Dorothée nahm sich der Poulardenbrust an, während Martin (dessen Buch demnächst bei GU erscheint) und Tina das Dessert (Nougatcreme mit Kuvertüre, Pistazien, Murray River Salt und Szechuanpfeffer) in optische und essbare Hochform brachten. Und ja, das Menü war tatsächlich so lecker, wie es sich anhört!

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Zwischendurch wurde natürlich kräftig genascht, geschlürft, geknipst und geratscht. Wenn man schon mal eine so hohe Konzentration an netten FoodbloggerInnen um sich hat, muss sich natürlich auch entsprechend ausgetauscht werden. Teil der sympathischen Gesellschaft waren zudem Carolin und Gabriel der PR-Agentur Peter Sechehaye, die den wunderbaren Abend organisiert hatten, und Dominik, der den Abend fotografisch begleitete.

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Während wir an einer großen Tafel gemütlich zusammensaßen, schlemmten und an unseren Weingläsern nippten, verwischte ein netter junger Mann unsere Spuren und sorgte dafür, dass die Küche der Kochschule wieder glänzte.

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Satt, glücklich und um viele interessante Gespräche bereichert gingen wir spät am Abend wieder hinaus in die kalte Nacht. Herzlichen Dank an Kustermann und die Agentur Peter Sechehaye für die Einladung und den schönen Abend!

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Nein, dies ist kein Jahresrückblick. Zumindest keiner im klassischen Sinne. Da uns gerade in den letzten Wochen und Tagen die Zeit ein wenig davongerannt ist, folgt an dieser Stelle kein umfassender und ausführlicher Rückblick auf das Jahr 2013, wie ihr ihn hier im letzten Jahr finden konntet. Dennoch gibt es zwei Events, von denen wir euch gerne noch berichten möchten und einen kleinen Einblick in die schönsten Neuzugänge in unserem Kochbuchregal gibt es obendrauf.

Im Oktober erreichte uns herzige Post und eine Einladung zum Siemens Food-Blogger-Event, das unter dem Thema “Mia san Siemens Genießer” in der Siemens cookingLounge der Allianz Arena stattfinden sollte. Die Erinnerung an das leckere Menü, das wir dort im letzten Mai mit dem Sternekoch Bernd Werner gezaubert hatten, ließ uns keine Minute zögern, die Einladung anzunehmen. Außerdem freuten wir uns darauf, 13 weitere (Food-)Bloggerinnen kennenzulernen bzw. wiederzusehen – darunter u.a. Alice von Alice im kulinarischen Wunderland, Juliane von Schöner Tag noch, Mel von Gourmet Guerilla, Claudia von Dinner um Acht und Dorothée von bushcooks kitchen.

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Trotz fieser Erkältung und anhaltendem Regen machten wir uns schließlich an einem Samstagvormittag im November auf zum Marienplatz, wo uns gleich eine Überraschung erwartete: eine Schmankerltour über den Viktualienmarkt und durch die Schrannenhalle. Gestartet wurde mit einem zünftigen bayrischen Frühstück – Weißwurst mit Brezen (aka der VegetarierInnenschreck). Glücklicherweise fielen die nächsten beiden Stationen fleischlos aus.

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Die Schrannenhalle bot neben willkommener Wärme und Schutz vor dem Regen auch eine Vielzahl an bayrischen Bieren, die von uns verköstigt werden wollten. So eine Bierprobe morgens um 10.30 Uhr hat schon was, und so schwankten wir lustig weiter zur dritten Station, die für uns kulinarisches Neuland bereithielt. Trotz prominenter Lage am Viktualienmarkt ist das Café Frischhut von uns bislang unentdeckt geblieben. Eine Schande, bekommt man dort doch die leckersten und frischsten Schmalznudeln, Rohrnudeln und Striezel, die man sich nur vorstellen kann!

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Gut gestärkt machten wir uns auf den Marsch zur Allianz Arena, wo uns in der cookingLounge neben hübsch gedeckten Tischen, einer perfekt ausgestatteten Hightech-Küche und einem gut gelaunten Sternekoch auch personalisierte Kochschürzen erwarteten.

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Bevor es ans gemeinsame Kochen ging, sollten wir uns aber noch einer kleinen Lebkuchenherz-Challenge stellen. Unser Exemplar stammte wohl eher aus der Kategorie “nicht schön, aber selten” …

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Danach wurde geschält, geschnippelt, gerührt, gebraten und natürlich auch gequatscht, was das Zeug hält.

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Dass sich unsere “harte” Arbeit gelohnt hat (selbst das Schälen der steinharten Steinschalotten, gell Juliane? ;), könnt ihr hier erahnen. Am Ende standen Teller mit folgenden leckeren Speisen vor uns:

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Wildkräutersalat mit Blüten im Parmesankörbchen mit marinierter Wildfanggarnele // Rinderfiletsteak auf Rosmarinzweig gesteckt mit Schokoladensoße auf Portwein-Schalotten-Confit und Kräuter-Tagliatelle (als vegetarische Alternative gab es hier statt des Rinderfiletsteaks gebratenen Halloumi) // Bayrisch Creme mit Tonkabohne und luftiger Kaiserschmarren mit Bratapfelkompott. Lecker war’s!

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Begleitet wurde der ganze Tag übrigens von einem Kamerateam (oh Schreck!) – was dabei Schönes herausgekommen ist, könnt ihr euch hier ansehen.

Food & Life 2013, Hallenübersicht, Halle C3Foto: GHM

Ende November ging’s dann weiter mit kulinarischen Entdeckungen, denn da fand in München zum neunten Mal die Messe Food & Life statt, auf der wir einen netten Nachmittag verbracht haben.

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Die Messe fand parallel zur Heim + Handwerk in München Riem statt und war an dem Sonntagnachmittag, den wir uns ausgesucht hatten, ganz schön voll. Über 200 Aussteller präsentierten einen abwechslungsreichen Mix an kulinarischer Feinkost, wenn auch die Konzentration an Salami- und Käseständen überdurchschnittlich hoch ausfiel. Fast alle Stände luden zum Probieren ein und auch Weinproben gab es in rauen Mengen. Wer solche Menschenmengen nüchtern nicht ertragen kann, sollte also spätestens nach dem ersten Gang keine Probleme mehr damit haben. Wir haben uns dagegen eher an Gin und Wodka (der Lion’s Wodka der Münchner Duke-Destillerie ist sehr zu empfehlen – und der Gin sowieso!) gehalten.

Food&Life-Messe 2013-1Foto links: GHM

Ein deutlicher Schwerpunkt lag auch in diesem Jahr wieder auf den Produkten der Slow-Food-Bewegung. Zusammen mit “Slow Food München” wurde ein “Markt für gute Lebensmittel” präsentiert, auf dem traditionell-handwerklich hergestellte Produkte, erzeugt aus regionalen Rohstoffen, angeboten wurden. Überhaupt waren erfreulich viele Anbieter aus der Umgebung vertreten.

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Eine Neuerung waren die Workshops, die neben dem normalen Messeprogramm erstmals angeboten wurden. Maximal 15 BesucherInnen konnten sich hier im Rahmen von 45-60-minütigen Seminaren zu verschiedenen kulinarischen Themen fortbilden. Wir hatten uns für unseren Messetag zwei (bzw. eigentlich drei, aber einer der Workshops musste aufgrund zu geringer TeilnehmerInnenzahl leider entfallen) Workshops herausgesucht, die sich spannend anhörten: “Rohmilchkäse – traditionelle Handwerkskunst erschmecken” und “Würze des Lebens – warum ist Salz nicht gleich Salz?”. Dabei mussten wir feststellen, dass die Qualität der Vorträge doch sehr schwankt – ein Workshop konnte uns wirklich begeistern, der andere war leider ein totaler Reinfall. Der Käse-Workshop, geleitet von Susanne Hofmann vom Tölzer Kasladen, war auf jeden Fall ein absolutes Highlight. Jede/r TeilnehmerIn durfte fünf leckere Käsesorten probieren, deren Charakter besonders mit einem Schluck slowakischen Met gut zur Geltung gebracht wurde. Was zuerst komisch klang, harmonierte perfekt zueinander und ergab zusammen mit dem profunden Fachwissen und der spürbaren Begeisterung von Frau Hofmann sehr unterhaltsame und lehrreiche 60 Minuten. In Bad Tölz bietet Susanne Hofmann übrigens regelmäßig Wein + Käse-Abende an – nach dieser Vorstellung bestimmt sehr zu empfehlen. Der Salz-Workshop konnte da leider gar nicht mithalten und war für uns eine völlige Enttäuschung. Ein sehr nervöser und zu leise sprechender Seminarleiter, eine Produktauswahl, die nach Werbeveranstaltung für die eigene Marke roch, und keinerlei neue Infos über verschiedene Salzsorten führten dazu, dass einige TeilnehmerInnen den Workshop vorzeitig verließen. Grundsätzlich ist die Idee mit den Workshops jedoch super und mit im Schnitt 10€ pro Person auch preislich sehr fair gestaltet. Es wäre zu hoffen, dass das Programm nach den Erfahrungen aus dieser Messe noch einmal überarbeitet und 2014 fortgesetzt wird – dann hoffentlich auch in geschlossenen Seminarräumen, in die der Messelärm nicht allzu sehr eindringt.

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Voll bepackt u.a. mit Sojasteaks, Vanilleschoten, slowakischem Met, Käse und Dirty Harry, der leckersten BBQ-Soße überhaupt, ging es nach gut fünf Stunden Messe wieder nach Hause. Wir sind gespannt darauf, was die Food & Life in diesem Jahr zu bieten hat. War von euch auch jemand auf der Messe? Wie hat es euch denn gefallen? Habt ihr vielleicht sogar auch einen der Workshops besucht?

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Zu guter Letzt gibt es noch einen Einblick in die schönsten 2013er Neuzugänge in unserem Kochbuchregal. Tolle Jahresrückblicke in Buchform findet ihr übrigens auch bei Juliane und Maja. Die Bücher sind teilweise schon früher erschienen, haben es aber erst 2013 zu uns geschafft. Die Liste ist nicht vollständig, sondern zeigt lediglich eine Auswahl der Bücher, die uns am besten gefallen haben und aus denen wir am meisten gekocht haben (oder es noch vorhaben). Here we go (ohne bestimmte Reihenfolge):

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1.  Heston Blumenthal, “Heston Blumenthal at Home” (engl.), erschienen bei Bloomsbury, 2011. Vermutlich das erste Kochbuch, das wir von der ersten bis zur letzten Seite komplett durchgelesen haben, denn neben tollen Rezepten mit dem typischen Heston-Dreh, lässt uns der englische Spitzenkoch an seinem profunden Küchenwissen teilhaben.

2. Katie Quinn Davies, “What Katie ate“, erschienen im Umschau Verlag, 2013. Tolles Essen (wenn auch sehr fleischlastig) trifft auf Food-Fotografie vom Feinsten. Wer den australischen Foodblog What Katie Ate kennt und liebt, wird sich auch in dieses schön gestaltete Buch verlieben, das die Atmosphäre des Blogs wunderbar eingefangen hat.

3. Carolyn Robb, “Königlich und Köstlich“, erschienen im Callwey Verlag, 2013. Wer schon immer mal wissen wollte, womit sich Prinz Charles, William, Harry & Co. die königlichen Wampen vollschlagen, liegt hier genau richtig. Abwechslungsreiche (nicht nur) englische Palastküche, gespickt mit netten Anekdoten. Eine ausführliche Buchvorstellung folgt hier in Kürze und das Rezept für äußerst leckere Risottobällchen findet ihr hier.

4. Maddalena Caruso, “Amore. Meine Liebe zur italienischen Küche“, erschienen im Callwey Verlag, 2013. Ein unglaublich schönes Buch, das durch abwechslungsreiche und moderne Rezepte besticht und die LeserInnen dank der opulenten Bildfülle sofort auf die Gartenfeier einer italienischen Großfamilie versetzt. Mehr Schwärmerei für “Amore” und ein Rezept für Tagliatelle mit Spargel, Mandeln und Minze gibt’s hier.

5. Katharina Seiser & Meinrad Neunkirchner, “Österreich vegetarisch“, erschienen im Brandstätter Verlag, 2012. Mit etwas Verspätung sind auch wir auf den “Österreich vegetarisch”-Hype aufgesprungen – und ja, es ist tatsächlich so toll, wie überall behauptet wird! Und wir sind uns sicher, dass in diesem Jahr auch noch “Deutschland vegetarisch” bei uns einziehen wird.

6. Yvette van Boven, “Home Made. Sommer“, erschienen im DuMont Verlag, 2013. Sympathisch, unprätentiös und lecker kommt das dritte Buch aus der “Home Made”-Reihe daher, das uns zudem das Rezept unseres Lieblingssalats 2013 beschert hat.

7. Jamie Purviance, “Weber’s Burger“, erschienen bei GU, 2013. Was ihr schon immer über Burger wissen wolltet, aber bisher nicht zu fragen wagtet, hat Jamie Purviance in seiner Burger-Bibel zusammengefasst. Übrigens enthält das Buch erfreulich viele vegetarische Burgervarianten.

8. Audrey Alsterburg & Wanda Urbanowicz, “Rebar Modern Food Cook Book” (engl.), Big Ideas Publishing, 2001. Schön, wenn die Familie von der Kochbuchleidenschaft weiß und tolle Urlaubsmitbringsel wie diese aus Kanada mitbringt! Die bunte Rebar in Victoria serviert seit 1988 hauptsächlich kreative vegetarische Speisen mit dem gewissen Etwas. Schon beim ersten Durchblättern feuert die abwechslungsreiche Rezeptauswahl den Speichelfluss an. Hieraus landen sicher bald ein paar Rezepte auf dem Blog!

9. Mia Öhrn, “Macarons, Cupcakes & Cake Pops” (engl.), erschienen bei Sterling, 2013. Und noch ein familiäres Urlaubsmitbringsel. Ein Traum in Pastell! Wenn ein Buch mit Lakritz-Cupcakes und Lakritz-Macarons daherkommt, hat es mein Herz ohnehin schon erobert!

10. Iris Lange, “Tofu küsst Steak“, erschienen im Trias Verlag, 2013. Der letzte Neuzugang in unserem Kochbuchregal ist DAS Buch für uns, denn es bringt VegetarierInnen und FleischesserInnen an einen Tisch bzw. sogar auf einen Teller. Jedes Rezept bietet sowohl eine vegetarische als auch eine fleischlastige Abwandlung.

11. Tom Vandenberghe, Jacqueline Gossens & Luk Thys, “New York Street Food“, erschienen im Hädecke Verlag, 2013. Ein toller kulinarischer Reiseführer durch den Melting Pot New York mit vielen Hintergrundinfos zur Street-Food-Szene und abwechslungsreichen Rezepten aus aller Welt. Das Buch macht Lust, sich sofort in den nächsten Flieger zu setzen und sich durch die Straßen New Yorks zu futtern. Und das Rezept für das Tempeh Sandwich ist auch nicht zu verachten.

12. Niki Segnit, “Der Geschmacksthesaurus“, erschienen bei Bloomsbury Berlin, 2011. Kein Kochbuch im klassischen Sinne, sondern vielmehr ein Nachschlagewerk, das einen dazu bringt, auch ungewöhnliche Geschmackskombinationen auszuprobieren.

Hui, dieser Post ist jetzt schon heißer Anwärter für den längsten Post des Jahres. Wenn ihr bis hierhin durchgehalten habt, gebührt euch Hochachtung, Dank und vor allem ein gutes, glückliches und leckeres neues Jahr!

Vielen Dank an Siemens Home, Igor und die Webguerillas für die Einladung zum Food-Blogger-Event und an GHM für die Einladung zur Food & Life! Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Wenn man uns fragen würde, was wir nach drei Jahren in München aus der alten Heimat noch vermissen, stünde wohl ganz oben auf der Liste der riesige Marburger Rewe mit seinen unglaublichen Öffnungszeiten. Bis 24.00 Uhr konnte man dort die Zutaten für den spontanen Heißhunger auf Kuchen bekommen oder auch mal den ganz normalen Einkauf weit nach hinten verschieben. Die überaus geregelten Öffnungszeiten hier in Bayern, wo Supermärkte schon um 20.00 Uhr ihre Pfoten schließen, treiben uns dagegen manchmal immer noch zur Verzweiflung. Die KassiererInnen wird es freuen, aber wir vermissen unsere spätabendlichen Einkaufseskapaden schon ein wenig. Rewe sind wir trotzdem treu geblieben, immerhin liegt die nächste Filiale inzwischen keine zwei Minuten von der Haustür entfernt. Als wir dann vor Kurzem eingeladen wurden, bei einem gemütlichen Pasta-Kochabend die Produkte der Genussmarke REWE Feine Welt näher kennenzulernen, haben wir uns entsprechend gefreut und uns an einem Dienstagabend nach Haidhausen in die Genusswerkstatt aufgemacht.

Rewe Feine Welt Pasta Workshop München-2

In einer Runde mit netten FoodbloggerkollegInnen und Journalistinnen sollten wir in dem kleinen Kochstudio ein Menü serviert bekommen, das auf den Rewe-Produkten basierte und vor allem die Pastapalette vorstellte. Zunächst wurde sich bei einem Gläschen Sekt beschnuppert, erste Kochtipps von den gastgebenden KöchInnen eingeholt und einen Blick auf die bereits aufgebauten Feine-Welt-Produkte geworfen. Der erste Hunger wurde schnell mit kleinen Baguettescheiben gestillt, die mit einer Artischocken-Parmesan-Paste bestrichen waren, und derart gut schmeckten, dass ich meine KollegInnen morgen zum Mittagessen mit einer eigenen Variation dieser typischen italienischen Vorspeise beglücken werde (Rezept folgt!).

Rewe Feine Welt Pasta Workshop München-3

Zwischen den folgenden vier Gängen versorgte uns Pauline, Sachgebietsleiterin bei Rewe, immer wieder mit Informationen zum Konzept der Produktreihe und probieren durften wir natürlich auch (der Ingwerhonig ist köstlich!). Insgesamt legt Rewe bei der Feine-Welt-Eigenmarke viel Wert auf natürliche Zutaten. So sollen keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe verwendet werden und dementsprechend kann es auch mal zwei Jahre dauern, bis aus dem Auftrag an einen Zulieferer ein marktreifes Produkt wird. Zwar ist das Auberginenpesto von REWE Feine Welt das einzige Supermarktpesto, das es regelmäßig als Notfallreserve in unsere Speisekammer schafft, doch wie viel Zeit und Arbeit es in Anspruch nimmt, so ein “einfaches” Produkt zu entwickeln, war uns bislang nicht bewusst gewesen.

Rewe Feine Welt Pasta Workshop München-4

Entsprechend gespannt waren wir dann auch, was für ein Menü aus den vorgegebenen Grundzutaten entstehen würde. Für den ersten Gang wurde ein Salat angerichtet, der mit in Speck eingerollten Ziegenkäsetalern und einem sehr fruchtigen Traubensaftdressing daherkam. Dank der sorgsamen Blog-Recherche von Theresa von der Hamburger PR-Agentur Faktor 3 gab es für Sabrina eine vegetarische Alternative (vielen Dank noch mal an dieser Stelle!). Eigentlich hätten wir auch beim Abschmecken des Dressings helfen sollen, doch wie so oft an diesem Abend hatten wir uns (u.a. mit Alice und Christoph) festgequatscht. Geschmeckt hat die Kombination aus fruchtigem Traubensaft, deftigem Speck und Käse natürlich auch ohne unsere Hilfe hervorragend und die Teller waren blitzschnell leer gefuttert. Bei den folgenden Gängen mussten sich dann die Rewe-Pastasorten unter Beweis stellen, u.a. gab es Cappelletti (mit Trüffel gefüllt, sehr zu empfehlen!), die in einer würzigen Rinderbrühe (auf Grundlage des Fonds, den Rewe auch anbietet) schwammen und mit Trüffelspänen serviert wurden. Mein persönliches Highlight war aber eindeutig die Hauptspeise, eine Entenbrust, zu der mit Pilzen und Mascarpone gefüllte Nudeln und eine Soße zum Dahinschmelzen serviert wurden. Die Geflügelbrüste wurden kurz angebraten und dann bei 90°C im Ofen gegart, bis die Kerntemperatur 57°C im Fleisch betrug. Das Ergebnis war wunderbar zart und schmolz quasi auf der Zunge. Trotz eines Nachschlags (wäre ja auch schade um das schöne Fleisch gewesen) war für einen Nachtisch natürlich noch genügend Platz. Auch beim Dessert landeten Nudeln auf dem Teller – süße Pasta mit Aprikosen gefüllt, wunderbar angerichtet mit Mohnbutter, karamellisierten Aprikosen und Rosmarinschaum. Richtig lecker! Wenn euch die Aprikosen-Pasta also im Kühlregal mal über den Weg laufen, solltet ihr nicht lange zögern und zuschlagen.

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Zum Ausklang eines schönen, leckeren und viel zu kurzen Abends erwartete alle TeilnehmerInnen noch eine prall gefüllte Tasche mit einer tollen Auswahl an REWE-Feine-Welt-Produkten. Auf dem Heimweg mussten wir also auch nicht verhungern.

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Vielen Dank an Theresa von Faktor 3 und Pauline von Rewe für die Einladung zu diesem schönen Abend und an das Team der Genusswerkstatt (dort kann man im Übrigen auch Kochkurse buchen!) für die nette Bewirtung! Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Sushi Restaurant Sushiya Bento München by feed me up before you go-go-5

Wir wohnen ja leider ein klein wenig außerhalb der hippen Viertel Münchens (ja, die gibt’s sogar hier), was dazu führt, dass man mindestens 15 Minuten laufen muss, bis man auf einigermaßen annehmbare Einkehrmöglichkeiten abseits von Dönerbuden und Boazn trifft. Sobald man allerdings die Bahnschienen hinter sich gelassen hat und den Berg hinab wandert, findet man auch in Sendling eine ansprechende Auswahl an Leckereien: hervorragende Pizza im Europa, spanische Spezialitäten im Centro Español oder köstliche Kuchen im Café Schuntner. Bisher mit kulinarischer Nichtbeachtung gestraft haben wir das obere Drittel der Lindwurmstraße, wo sich schon seit zwei Jahren ein kleiner Sushi-Laden verbirgt. Ordentliche Bewertungen und eine für den Abendspaziergang wie geschaffene Entfernung haben uns dann aber vor Kurzem doch endlich ins Sushiya Bento geführt.

Sushi Restaurant Sushiya Bento München by feed me up before you go-go-6

Das Innere ist klein, kaum 20 Gäste dürften hier einen Platz finden. Als wir an einem Sonntagabend unnötigerweise einen Tisch reserviert hatten, waren außer uns nur noch zwei weitere Gäste im Lokal. Allerdings schauten immer wieder Leute aus der Nachbarschaft rein, um sich die Reisrollen mit nach Hause zu nehmen. Die Karte scheint recht klassisch und neben etwa 80 verschiedenen Sushi-Varianten finden sich darauf noch einige Vor- und Hauptspeisen wie Udonsuppe oder diverse Fleischgerichte. Positiv fällt die recht große Auswahl an vegetarischen Rollen ins Auge.

Viel Personal braucht man für so einen Laden natürlich nicht und so fand sich an diesem Abend neben dem kochenden Besitzer nur eine Bedienung hinter der Theke. Wir entschieden uns schnell für eine Reihe von vegetarischen und fischigen Suhsirollen sowie zwei Vorspeisen. Für Frau Wu musste es natürlich der Spinat-Sesam-Salat Horenso Goma-ae (3,50 €) sein, während ich mir Hiyayakko bestellte (Seidentofu mit Ingwer und Lachskaviar, 4,50 €).

Sushi Restaurant Sushiya Bento München by feed me up before you go-go-1

Beides kam fix auf den Tisch und dank der direkten Nähe zur Theke konnten wir den Chef gleich nach seinem Horenso-Goma-ae-Rezept fragen, der uns freundlich und ausführlich seine Spezialzubereitung verriet. Wird bestimmt bald ausprobiert, denn Frau Wu war ziemlich angetan von ihrer Portion (Ylva von Der Klang von Zuckerwatte hat kürzlich übrigens eine sehr ansprechend aussehende Variante des Sesamsalats mit Bohnen verbloggt). Mein Tofu war auch gut, wenn auch etwas unspektakulär.

Sushi Restaurant Sushiya Bento München by feed me up before you go-go-2

Unsere Sushirollen, die parallel frisch zubereitet worden waren, kamen auf einem großen Holzschiff an den Tisch getuckert. Ganz schön viel Ethnokitsch, but we liked it! Darauf fanden sich verschiedene Hosomaki und Uramaki (3 bis 5,50 €), einige vegetarische Rollen und etwas Fisch für mich. Geschmacklich gab es nichts zu meckern, überzeugt haben uns alle Sorten. Die Zutaten waren frisch, der Reis hatte eine gute Konsistenz, nur die Stabilität der Rollen ließ etwas zu wünschen übrig. Sie waren zu locker gerollt und dementsprechend auch etwas schwieriger zu essen, da sie gerne einmal zwischen den Stäbchen aus der Form glitten. Aber wie gesagt, am Geschmack gab es nichts auszusetzen.

Sushi Restaurant Sushiya Bento München by feed me up before you go-go-3

Nach Vorspeise und ausladender Sushiplatte reichte es gerade noch für einen geteilten Nachtisch. Mochi sollten es sein, mit schwarzer Bohnenpaste gefüllte Klebereisbällchen. Auch die waren sehr gelungen und lauwarm, und als süßer Abschluss genau richtig. Ein Pflaumenwein aufs Haus und eine Runde Glückskekse, die bei uns kurze Irritation auslösten (oder habt ihr schon mal beim Japaner Glückskekse bekommen??), beendeten den Abend.

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Fazit: An die Qualität und Atmosphäre unseres Lieblingsjapaners Sansaro kann der kleine Laden nicht heranreichen, aber dennoch lohnt sich ein Besuch, wenn es einem nach leckerem (vegetarischen) Sushi lüstet. Abseits der gängigen Münchner Hotspots findet man hier solides Handwerk in netter Umgebung. 40 € für zwei Personen inklusive Getränken sowie Vor- und Nachspeise sind für frisches Sushi ebenfalls fair, und so werden wir bestimmt bald wieder mal den Berg hinabspazieren. 4 von 5 Sushirollen.

Sushiya Bento
Lindwurmstraße 108
80337 München
www.sushiya-bento.de

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Hard-Rock-Cafe-München-Burger-Workshop-2

In letzter Zeit hat das Bloggen bei mir nur unter Druck geklappt. Sommer, Jobstress und eine allgemeine Unlust haben dazu geführt, dass Frau Wu mich ganz schön triezen musste, damit überhaupt was passierte. Und so kommt es, dass dieser Bericht um einen Monat verspätet erscheint – dabei hat selten eine Einladung zu einem Event bei mir solch einen Begeisterungssturm ausgelöst wie diese. Ein Burger-Workshop im Hard Rock Cafe! Ich habe tagelang nicht schlafen können und auch danach noch nachts im Traum in imaginäre Burger gebissen, in der Hoffnung, dass das Event noch nicht vorbei wäre. War es aber leider doch, aber immerhin sind die Erinnerungen noch sehr lebendig und unsere nächsten Besucher werden ganz bestimmt ans Platzl geschleift, wo die Münchner Filiale der Kette ihren Sitz hat.

Hard-Rock-Cafe-München-Burger-Workshop-3

Aber der Reihe nach. Das Hard Rock Cafe München hatte sieben BloggerInnen eingeladen, um den perfekten Burger zu kreieren und das reguläre Angebot kennenzulernen. Dazu wurde für uns ein Nebenraum reserviert, in dem mir beim Eintreten erst einmal die Kinnlade ins Bodenlose klappte. Auf zwei Tischen waren gefühlte 200 Zutaten aufgereiht, die darauf warteten, von uns zu DEM Burger addiert zu werden, der dann für eine Woche auf der Karte des Hard Rock Cafes landen würde. Auf den Schock gab es erst einmal einen großen und sehr leckeren Cocktail und eine Begrüßung durch das sympathische Hard-Rock-Cafe-Team. Neben dem Marketing-Team waren das Küchenchef Douglas und Vibe Host (quasi “Oberkellnerin”) Dani. Sie erzählten uns ein wenig vom Konzept und so erfuhren wir, dass die Zutaten fast alle frisch sind und das Meiste im Haus zubereitet wird (z.B. auch die BBQ-Soße). Allerdings werden die Rezepte weltweit aus den USA vorgegeben, was bedeutet, dass der Burger aus München idealerweise genauso schmeckt, wie der aus Hongkong oder Las Vegas.

Und dann ging es auch schon los. Zunächst durften wir uns durch die gesamte Burgerkarte futtern. Ich gebe zu, ich habe vorab große Töne gespuckt: dass sieben Viertel Burger ja quasi nichts wären, dass ich das ohne Probleme schaffen würde etc. Bei 285g-Patties musste ich mein Vorhaben aber schnell aufgeben und konnte am Ende eigentlich nur noch einzelne Bissen probieren. Das lag aber definitiv nicht am Geschmack. Die Patties werden zwar tiefgefroren aus England geliefert, sind aber von hoher Qualität. Etwas zu dicht gepresst für meinen Geschmack, aber sonst wirklich gut. Das Fleisch wird gegrillt und bekommt so eine schöne knusprige Kruste und ist innen idealerweise noch rosa. Damit wäre dann auch der einzige Schwachpunkt identifiziert, denn man sollte sein Fleisch in jedem Fall rare bis medium rare bestellen, da ich auch einen Burger hatte, der komplett durchgebraten war und damit deutlich zu trocken wurde und an Geschmack einbüßte. Also bei der Bestellung einfach darauf achten, dass man seine Vorlieben äußert.

Hard-Rock-Cafe-München-Burger-Workshop-1

Gehalten wird jeder Burger von einem saftigen Potato-Bun und dazwischen verbergen sich neun verschiedene Burger-Variationen, von denen wir sieben probieren durften. Geschmeckt haben eigentlich alle auch wenn der Veggie Leggie (das vegetarische Patty war nicht so meins) und der Red, White & Blue Burger (zu viel Blauschimmelkäse) nicht ganz meinen Geschmack trafen. Erneut bestellen würde ich aber den Hickory BBQ Bacon Cheeseburger mit karamellisierten Zwiebeln, den California Burger mit frischer Guacamole und vor allem den S.O.B. Hamburger. Letzter kam ebenfalls mit Guacamole daher, bot aber zudem eine würzige und scharfe Chipotle-Paprika-Soße und gegrillte Zwiebeln. Damit hätte ich mich in jedem Fall ins Koma essen können! Die zugehörigen Pommes waren klasse und auch alle Drinks, die ich probieren durfte (z.B. Erbeer-Basilikum-Limonade!!!), konnten überzeugen.

Hard-Rock-Cafe-München-Burger-Workshop-4

Zum Schluss durften wir uns dann noch selbst an einer eigenen Burgerkreation versuchen. Trotz der riesigen Auswahl an Zutaten hatte der Herr natürlich Sonderwünsche. Doch das nette Team vom Hard Rock Cafe hat mir tatsächlich den Wunsch nach einer gegrillten Banane erfüllt, sodass ich meinen “Herzinfarkt in München” zusammenstellen konnte. Neben den Bananen habe ich Chipotle-Paprika-Soße, karamellisierte Zwiebeln, Käse, Bacon und Erdnusssoße zusammen mit dem Fleisch zwischen die Brötchenhälften gequetscht. Schön sah das nicht aus und das hat leider auch die Jury so gesehen. Die bestand aus Küchenchef Douglas, Vibe Host Dani und dem Münchner Food-Journalisten Amadeus Danesitz, die jeden Burger probierten und ein ausführliches Feedback abgaben. Bei meinem Hamburger haben sie das Fehlen von frischen Zutaten bemängelt, was ich im Nachhinein bestens nachvollziehen kann. Da muss ich wohl zu Hause noch ein wenig experimentieren. Verdient gewonnen haben übrigens Sabine von Siktwin und Sabrina von Prostmahlzeit, deren Burger super aussahen und auch bei mir ganz schnell im Magen gelandet wären. Aber da ich perverserweise noch die Nachspeisen probieren wollte, wäre dafür sicher kein Platz mehr gewesen. Apple Cobbler und Hot Fudge Brownie kamen auf den Tisch, und ganz ehrlich, davon hätte man eine ganze Familie satt bekommen. Unglaublich lecker waren sie dennoch, und so habe ich immer wieder wie ferngesteuert zum Löffel gegriffen, obwohl mein Magen eigentlich schon längst überquoll. Ein größeres Kompliment kann man einer Küche eigentlich nicht machen, oder?

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Wer also (wie ich) den Plan hat, alle Burger-Restaurants in München durchzuprobieren, der kommt am Hard Rock Cafe einfach nicht vorbei – Kette hin oder her. Die Preise sind zwar ordentlich (12-16 € für einen Burger mit Pommes), aber die Portionen und die Qualität rechtfertigen das durchaus. Dazu kommt eine nette Betreuung, die offen für Sonderwünsche ist und auch die Cocktails sind wirklich empfehlenswert. Spätestens wenn die Burger der beiden Gewinnerinnen auf der Karte stehen, kommen wir bestimmt wieder!

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Vielen Dank an Freddy und Andrea vom Hard Rock Cafe München für die nette Einladung und dem ganzen Hard-Rock-Cafe-Team für den schönen Abend. Meine Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt. Weitere Fotos vom Abend gibt es übrigens hier und bei Petra und Sabrina zu sehen.

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Hui, das war eine ereignisreiche Woche mit einigen holprigen Ups and Downs. Da man aber von den unschönen Dingen in der Regel nur selten Fotos schießt, gibt es heute beim Frage-Foto-Freitag von Ohhh…Mhhh… die volle Dröhnung Glückshormone.

1. Immer wieder gern?

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Ab sofort Bloggerbrunch! Letzten Sonntag luden Julia von Chestnut & Sage und Ramona von Frl. Moonstruck kocht! zum Bloggerbrunch nach Augsburg ein und ein lustiger Haufen koch- und backsüchtiger BloggerInnen folgte ihrem Aufruf. Wenn so viele Gleichgesinnte aufeinandertreffen, dauert es natürlich nicht lange, bis erste Rezepte, Hosting-Tipps und Bildbearbeitungsfachwissen ausgetauscht werden. Bei so viel Gequatsche wurde das Essen selbst fast vergessen und die Tatsache, dass wir gerade mal zehn Fotos auf unserer Speicherkarte vorfanden, spricht dafür, dass die Menschen und die Gespräche einfach viel interessanter waren. Eine unglaublich sympathische Runde, die in dieser Konstellation (und gerne auch erweitert) unbedingt wieder zusammenfinden sollte! Dazu gab’s prall gefüllte Goody Bags (vielen Dank an die Schönhaberei, 5 cups and some sugar und deli für den tollen Inhalt!).

Mit dabei waren übrigens Ylva von Der Klang von Zuckerwatte, Simone von Ofenlieblinge, Jessi von Luxuria Food, Ilka von Die Welt der kleinen Dinge, Carina von InaMias Allerlei, Marie von Schätze aus meiner Küche, Daniel von Prinz Leinad, Nina von Schokobeeri, Johanna von My tasty little beauties, Julia und Nicole von JuNi Lifestyle, Tammy von Miss Tammy, Angelina von Teigfabrik, Sarah von StilKüche, Anna von Annas Backwelt und Patch “Moonstruck” (ohne Blog, aber dafür unglaublich niedlich). An dieser Stelle noch einmal tausend Dank an Julia und Ramona, die diesen großartigen Tag auf die Beine gestellt haben! Das habt ihr toll gemacht!!

2. Immer samstags?

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Wird der Mixer angeschmissen. Meist kommt etwas Fruchtiges heraus, und lecker ist es eigentlich immer. Letzten Samstag wurde es ein Erdbeer-Bananen-Milchshake. Yum!

3. Immer wieder schön?

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Daran erinnert zu werden, dass man von Bergen und Seen umzingelt ist, die innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind.

4. Immer ‘ne gute Idee?

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Hier lasse ich Steffen mal antworten: Buuuuurger! Wie zum Beispiel letzten Dienstag beim Burger-Workshop im Münchner Hard Rock Café, bei dem ich mich einmal durch die Speisekarte testen durfte.

5. Einfach immer?

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Große Kartonliebe! Sobald in unserer Wohnung ein Karton auftaucht, dauert es keine zwei Minuten, bis unser Kater darin verschwunden ist. Haben eure Katzen auch so eine Macke?

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Ende Mai durften wir unseren ersten Kochkurs besuchen. Wir hatten schon öfter mal darüber nachgedacht, an einem Kurs teilzunehmen, und als sich nun eine ganz besondere Gelegenheit ankündigte, freuten wir uns schon Tage vorher wie kleine Kinder darauf. Ein Spargelkochkurs bei Sternekoch Bernd Werner sollte es sein, dazu noch in der Siemens cookingLounge hoch oben in der Allianz Arena. Ja, ihr habt richtig gelesen, wir durften in der Allianz Arena kochen. Auch für ausgewiesene nicht-Fußball-Fans wie uns war das schon etwas ganz Besonderes – so einen Ausblick hat man beim Kochen nicht unbedingt alle Tage.

Frage-Foto-FreitagUm die Wette twittern mit Alice von Alice im kulinarischen Wunderland

Dementsprechend waren wir nach unserer Ankunft in der riesigen Lounge (die traurigerweise größer ist als unsere gesamte Wohnung …) auch erst einmal ausgiebig damit beschäftigt, die Kinnladen nach unten klappen zu lassen, Fotos zu schießen und selbige sofort über Twitter zu verbreiten.

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Irgendwann war aber Schluss mit Sightseeing und es ging an die Arbeit. Bernd Werner, seines Zeichens Inhaber eines sternegekrönten Restaurants und Hotels im Schwarzwald, stellte zunächst das Menü vor, das von vorne bis hinten dem Thema Spargel gewidmet war. Von Spargelsalat bis Spargeleis (ja, wirklich!) war alles dabei, und allein der Klang des Menüs, das uns bevorstehen sollte, brachte unsere Mägen zum Knurren.

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Bevor wir aber zusammen mit den ca. 15 anderen TeilnehmerInnen des Kochkurses am Tisch mit Blick auf das leere Stadion Platz nehmen durften, wurde natürlich gemeinschaftlich unter der Anleitung von Bernd Werner gekocht. Der Koch stellte die wichtigsten Arbeitsschritte im Schnelldurchlauf vor und gab genaue Anweisungen und Tipps zur Zubereitung, bevor wir schließlich an verschiedenen Stationen selbst Hand anlegen durften.

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Zunächst stand vor allem das Schnippeln sämtlicher Zutaten auf dem Plan, aber auch gefühlte 20 kg Spargel mussten geschält und zu handlichen Päckchen gebunden werden. Hierfür zeigte uns der Koch die richtige Bindemethode, sodass sich kurze Zeit später zahlreiche gebundene Spargelpäckchen auf der Theke stapelten. Die Spargelschalen landeten übrigens im Müll und wurden nicht etwa ausgekocht. Der Sud, in dem der Spargel gekocht wird, sei viel schmackhafter und das Leben zu kurz, um Spargelschale zu kochen, so der Fachmann.

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Gleichzeitig köchelte bereits die Grundlage für unseren zweiten Gang – eine Bärlauchsamtsuppe mit Gambas – der Kalbsrücken für den Hauptgang garte im Ofen und auch die Vanilletomaten für die Vorspeise (Jakobsmuscheln mit Pinienschmelze auf Spargel-Morchelsalat) schmorten vor sich hin. Vanilletomaten? Ja, das funktioniert (und schmeckt) wirklich ganz wunderbar (wir haben sie auch gleich zu Hause nachgemacht): Kirschtomaten zusammen mit ordentlich Zitronen-Olivenöl in eine Auflaufform geben, mit viel Vanille bestreuen und dann ab in den Ofen, bis sie gerade zu platzen beginnen. Dann raus damit und als Beilage auf den Salatteller. Den Sud aus Tomatensaft, Öl und Vanille hat Bernd Werner dann gleich noch als Grundlage für das Salatdressing verwendet – ganz schön clever, der Mann. Vor allem solche kleinen Tipps, die der Sternekoch immer wieder nebenbei einstreute, und die einzelnen Schritte, die erklärt wurden, perfektionierten das Kocherlebnis des Abends. So gingen wir am Ende nicht nur mit vollen Bäuchen, sondern auch mit vollen Köpfen nach Hause.

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Zum Hauptgang wurde selbstverständlich eine handgeschlagene Sauce hollandaise serviert und auch hierzu gab es wieder viele nützliche Infos vom Koch. Die Soße braucht z.B. ordentlich Volumen und muss deswegen kräftig  aufgeschlagen werden – und das nicht nur 30 Sekunden lang, sondern vielmehr bis der Arm abzufallen droht. Der Geschmack war natürlich entsprechend gut. Das in den tollen Hightech-Siemensöfen auf den Punkt gegarte Kalbsfleisch war unglaublich zart und passte perfekt zum Spargel. Dieser wurden stark sprudelnd aufgekocht und durfte dann abseits vom Herd gar ziehen. Eine tolle Methode, die uns erlaubte, den Spargel ganz stressfrei zum Hauptgang auf den Punkt gegart zu haben.

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Der Nachtisch hatte uns schon vorher sehr neugierig gemacht, denn es stand Spargeleis auf der Karte. Sowas findet man ja in München sonst nur beim verrückten Eismacher. Dazu wurde ein Erdbeer-Rhabarber-Kompott als Beilage serviert. Das Eis kam leider schon fertig in die Arena, aber beim Kompott durften wir helfen. Einfach Zucker in einem Topf karamellisieren lassen, mit Erdbeermark (kann man in Literpackungen kaufen, wie wir gelernt haben) ablöschen, Vanille und den klein geschnittenen Rhabarber dazugeben und alles weich köcheln lassen. Zum Schluss noch frische Erdbeeren rein und fertig ist ein Kompott zum Niederknien. Die Kombi aus Erdbeer-Rhabarber war so gut, dass sie zu Hause auch gleich nachgemacht wurde.

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Gegen 22 Uhr endete unser erlebnisreicher Kochabend, auch wenn wir gerne noch länger mit Alice (die auch schon einen tollen Bericht geschrieben hat) und Igor (der das alles möglich gemacht hat) am Tisch gesessen und gequatscht hätten. Noch schnell ein Kochbuch signieren lassen, die Kochschürze eingepackt und dann ging es ab nach Hause. Ein wirklich toller Abend in einer sehr ungewöhnlichen Atmosphäre – so einen Ausblick hat man wirklich nicht alle Tage und die Siemens-Hightech-Küche vermissen wir jetzt schon. Wenn ihr jetzt auch Lust auf einen Kochkurs hoch überm Rasen habt oder eine Einführung in die Dampfgargeräte von Siemens bekommen wollt, schaut doch einfach hier nach den nächsten Terminen. Es lohnt sich!

Spargel_Kochkurs_Allianz_Arena3-1Shooting the shooter who’s shooting the shooter (oder so ähnlich) mit Igor, Alice und mir

Herzlichen Dank an Igor vom Happy Interior Blog und Siemens für die Einladung zu diesem großartigen Abend! Unsere Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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Mit dem Alter ändert sich ja bekanntlich auch der Geschmack, man wird aufgeschlossener, die Summe dessen, was einem gefällt, wird irgendwie breiter. Sei es nun Musik, Essen oder eben Getränke. So bin ich mir beispielsweise nicht sicher, ob ich vor 10-15 Jahren einen fies rauchigen Single Malt Whisky wirklich zu schätzen gewusst hätte. Inzwischen bin ich aber auf dem besten Weg, mich einmal durch die schottische Destillerienlandschaft zu trinken, und auf dem Regal im Flur sind eigentlich immer 2-3 Flaschen zu finden. Besonders haben es mir die torfigen (Frau Wu sagt nach Gülle stinkenden) Whiskys der Insel Islay angetan. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich ganz schön aus dem Häuschen geriet, als ich letzte Woche die Einladung erhielt, ein Pre-Tasting von Ardbeg, einer der sechs Brennereien der Atlantikinsel, zu besuchen. Vorgestellt wurde die jährliche limitierte Edition, die pünktlich zum Abschluss des Whiskyfestivals auf Islay erscheint. Und limitiert meint hier wirklich limitiert. Und zwar “am-1.-Juni-vor-dem-verschlossenen-Laden-warten”-limitiert. Noch ein Grund mehr also, sich über eine Testmöglichkeit zu freuen.

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Bevor wir uns aber im schummrigen Licht der Bar Gabányi (da würde ich im Übrigen auch gerne noch einmal hin und ordentlich versacken) auf den Ardbog (bog = Torf) getauften Schatz stürzen durften, gab es noch einmal die Gelegenheit, sich durch das restliche Ardbeg-Programm zu kosten. Hier hatte es mir besonders der Corryvreckan angetan, den ich bis dahin noch nicht kannte und der mit höllischen 57,1% Fassstärke angerauscht kommt. Sobald man etwas Wasser hinzugibt, entfaltet er aber ein unglaublich tiefschichtiges Aroma, wird sehr voluminös und endet mit ordentlich Rauch und einer guten Pfeffernote. Würde ich wieder trinken, auch wenn er mit über 60€ leider etwas außerhalb meines üblichen Whiskybudgets liegt.

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Dann aber der große Moment, ein Tablett mit dem noch nicht erhältlichen Ardbog wurde herumgereicht und alle vertieften erst einmal ihre Nase im Glas. Für Außenstehende muss so ein Tasting schon merkwürdig aussehen … Der erste Eindruck beim Geruch: Das ist mein Whisky! Ich liebe Karamell und hier kommen einem ganze Berge davon aus dem Glas entgegengeströmt. Nach Rücksprache mit Claudia von Dinner um 8 einigten wir uns auf gesalzenes Buttertoffee. Geradezu zum Reinbeißen! Wenn man genauer nachriecht, kommen mineralische Gerüche hervor. Laut unserem Vortester findet man darin auch Lavendel, den konnte ich aber nicht entdecken. Was fast völlig fehlt, ist der Islay-typische Rauch. Und das bei einem Whisky, der den Torf im Namen trägt! Dann der erste Schluck und auch hier fällt zuerst die schwache Rauchnote auf. Wo andere Islays einen glauben lassen, in Holzkohle gebissen zu haben, regiert hier eine fruchtige Süße. Der Whisky kommt ohne Kühlfilterung mit ordentlichen 52,1% in die Flasche, das lässt also noch reichlich Platz für eigene Experimente mit Wasser. Gut gefiel mir dabei, dass die breite und vielfältige Würze auch verdünnt nicht verloren geht und der goldene Whisky wirklich lange im Mund nachhallt. Wie sich das Glas leert, so füllt sich die Aromenpalette, bis zum Schluss wirklich ein leicht fleischiger Geschmack auftaucht. Iberoschinken sagt die Verkostungsnotiz dazu. Als Michael, der Ardbeg-Ambassador, erneut mit der Flasche rumgeht, lasse ich mir das Glas gerne ein zweites Mal füllen – wer weiß, ob ich noch einmal in die Situation kommen werde, diese vorzügliche Whisky-Kreation probieren zu dürfen.Ardbog Packshot 2_LR

Bild: Ardbeg

Wie steht ihr denn zu Whisky? Habt ihr jetzt auch Lust auf den Ardbog bekommen? Dann solltet ihr schnell den nächstgelegenen Whiskyladen suchen und in Erfahrung bringen, ob dort am 1. Juni (im Übrigen als Ardbog Day vermarktet und für das große Event in Frankfurt kann man sich auch noch anmelden) auch eine Lieferung Ardbog eintrifft. Und dann heißt es wohl leider zeitig aufstehen, denn die Erfahrung mit den limitierten Editionen der letzten Jahre zeigt, dass die Vorräte meist noch am selben Tag oder auch schon kurz nach Ladenöffnung ausverkauft sind. Die Marketingabteilung leistet da wirklich ganze Arbeit. Ach ja, ein gefüllter Geldbeutel wäre auch nicht schlecht, denn die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 69,95 € für 0,7l.

Vielen Dank an Tobias von Moët Hennessy für die Einladung zur Whisky-Verkostung. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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Sheraton_Social_Hour-5

Als wir vor Kurzem gefragt wurden, ob wir nicht einen Abend mit Wein und Häppchen im Sheraton Hotel München Arabellapark verbringen wollten, mussten wir nicht lange überlegen. Wir waren sehr neugierig, was sich hinter der neuen Social Hour verbergen würde, deren Auftaktevent Toast around the world den Anlass für die Einladung darstellte. Also machten wir uns letzten Mittwoch am späten Nachmittag auf in den Münchner Osten. Vor dem Eingang ging es erst einmal zum Akkreditierungstisch, Namensschilder in Empfang nehmen. Wir hatten ja schon die Befürchtung, dass auf einem der Schildchen tatsächlich Kitty Wu stehen würde, aber da wir unsere Namen selbst drauf schreiben sollten, konnte das noch abgewendet werden. Neben dem Namen fand sich noch Platz für ein Traumreiseziel – gar nicht so einfach, sich da in 10 Sekunden zu entscheiden. Also landeten Mexiko und Hawaii auf den Schildern – Orte, die wir bisher leider noch nicht besucht haben, aber ziemlich weit oben auf der Reiseliste stehen.

Sheraton München Arabellapark_lobbyFoto: Sheraton München Arabellapark

In der Hotellobby erwarteten uns dann viele chic gekleidete Menschen in Anzügen, schwarzen Kleidern und Hosenanzügen – und wir locker leger in Jeans mittendrin; etwas underdressed kamen wir uns schon vor. Zum Glück ging es in der Bloggerecke etwas ungezwungener zu. Neben uns waren auch Alice und Martina geladen worden und nach wenigen Minuten landeten auch schon die ersten Weingläser auf unserem Tisch. Denn es handelte sich bei diesem Abend um das globale Auftaktevent zur Sheraton Social Hour, eine Art kommunikative Weinverkostung, die zukünftig an drei bis vier Abenden pro Woche in teilnehmenden Sheraton Hotels stattfinden soll. Neben dem Entdecken neuer Weine steht dabei der Austausch mit anderen Gästen im Fokus. Eigentlich eine ganz nette Idee, gerade wenn man alleine auf Geschäftsreise ist, kann so ein Abend im Hotel schnell einsam werden.

Sheraton_Social_Hour-4

An diesem Abend gab es insgesamt acht Weine zu verkosten, die einem an vier thematisch nach Geschmacksnoten getrennten Stationen präsentiert wurden. So konnte man sich seinen ganz persönlichen Weintypen erschmecken – wir ahnten ja schon, dass dieser bei uns in erster Linie fruchtig und weiß sein würde. Bei mir darf es auch mal ein sanfter Rotwein sein, aber den ganz harten und trockenen Stoff überlasse ich dann doch lieber anderen. Zwischendurch gab es immer wieder Tipps vom Weinexperten, der uns auch an unseren Favoriten des Abends heranführte: einen Henri Bourgeois Sancerre Grande Réserve von 2011, der durch einen sehr intensiven Geruch und einer leichten Cassisnote besticht. Bestimmt kein Wein für jeden Moment, aber wir waren schwer begeistert.

Sheraton_Social_Hour-6Eine kulinarische Basis wurde den Gästen natürlich auch geboten, sonst hätte das mit der Weinverkostung auch übel enden können. Freundliche Kellner liefen mit großen Tabletts durch die Grüppchen der gut 100 Gäste und boten immer wieder neue Kleinigkeiten an. Leider war das Personal nur mäßig darüber informiert worden, was es dort eigentlich gerade präsentierte. Frau Wu ist bis heute nicht zu 100% sicher, ob das als vegetarisch angepriesene Tomaten-Tatar nicht doch rohes Fleisch beinhaltete. Doch auch sonst musste man sich mehr auf Augen und Zunge verlassen, wenn es darum ging, herauszufinden, was dort auf dem Teller vor einem lag. Geschmacklich und optisch war alles allerdings super!

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Neben den Häppchen lockte eine gut sortierte Käsetheke mit verschiedenen Dips und frischem Baguette. Alter Gouda, Bergkäse undundund – der Teller wurde auf jeden Fall ordentlich gefüllt!

Sheraton_Social_Hour-7Spätestens beim Nachtisch merkten einige Kellner, dass sie mit ihren vollgepackten Tabletts in der Bloggerecke besonders willkommen waren. So fand u.a. die Schoko-Crème-brûlée mehr als einmal den Weg auf unseren Tisch (und in unsere Mägen).

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Eine schöne Idee war auch die Social-Media-Wall, die uns von München aus mit allen teilnehmenden Sheraton Hotels rund um den Globus verband. Versehen mit dem richtigen Hashtag tauchten die eigenen Twitter- und Instagram-Beiträge nach kurzer Zeit auch auf der Leinwand auf – oben links könnt ihr übrigens einen Beitrag von Alice sehen (very meta!).

Ein netter und leckerer Abend also, und wenn ich unsere Geschäftsführerin davon überzeugen kann, dass 150-200€ für ein Hotelzimmer auch für Angestellte im öffentlichen Dienst drin sein sollten, würde ich in Zukunft öfter mal in Sheraton Hotels absteigen und mir vor dem Abendessen drei kleine Gläser Wein (während der Social Hour in München z.B. für 7€) gönnen.

Vielen Dank an Sheraton und Fleishman-Hillard für die Einladung und die nette Betreuung. Unsere Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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Wer uns bei Twitter und Facebook folgt, kann sich vielleicht noch erinnern, dass wir im März ein Wochenende lang erst panische und dann vollkommen erschöpfte Nachrichten über ein Kochevent rausgeschickt haben. Seitdem sind einige Wochen vergangen, in denen wir genügend Zeit hatten, uns wieder vollständig zu regenerieren – sowohl physisch als auch psychisch. Jetzt können wir euch also ein wenig von dem Moment berichten, als wir kurzfristig den Verstand verloren und uns bereit erklärten, ein kulinarisches Event für 60 Leute zu schmeißen.

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Hintergrund war, dass der Olivenölhändler unseres Vertrauens – Salih, der Geschäftsführer von Oliviers & Co. in München – die Idee hatte, mit uns gemeinsam einen kulinarischen Abend für seine Stammkundschaft zu organisieren. Es hat ihn einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, aber am Ende hatten wir Lust darauf, die Herausforderung, für 40 Personen in der Münchner Schrannenhalle zu kochen, anzunehmen. Schnell einigten wir uns auf ein Menü bestehend aus sechs kalten Vorspeisen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir uns nicht sicher gewesen, ob die Sache auch wirklich ein Erfolg werden würde und tatsächlich irgendjemand willig wäre, für die Kochkünste zweier Amateure Geld zu bezahlen. Aber da lagen wir wohl ganz schön daneben. Zwei Tage nach Versand der Einladungen füllte sich bereits die Warteliste und kurz nachdem wir uns bereit erklärt hatten, doch noch 20 Leute zusätzlich anzunehmen, war der Abend endgültig ausgebucht. In dem Moment kamen uns dann ernsthafte Zweifel, ob wir uns mit der Sache nicht etwas übernommen hatten (im Rückblick: ein klares Ja!).

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Es folgten zwei Tage voller Großeinkaufserfahrungen, stundenlangem Probekochen und Vorbereiten in der eigenen (viel zu kleinen) Küche, ein bis zur Erschöpfung getriebener Standmixer (R.I.P.), 5 kg geschnippelte Pfirsiche, 50 gekochte Eier, 65 zu befüllende Nachtischgläschen und noch zig weitere kleine Arbeitsschritte.

Um es vorweg zu nehmen: Es war ein unglaublich anstrengender Abend, wir fielen nachts um 3 Uhr fix und alle ins Bett und blieben darin auch die nächsten beiden Tage liegen, denn jede Bewegung schmerzte. Ich glaube, wir hatten beide seit sehr langer Zeit nicht mehr einen solchen Muskelkater. Aber: Es war auch ein unglaublich spannender Abend, der viel Spaß gemacht hat und uns vor allem jede Menge neuer Erfahrungen beschert hat! Im Nachhinein betrachtet war alles auch gar nicht so schlimm, wie es sich bis hierhin vielleicht anhören mag. Wir erhielten sehr viel positives Feedback, alle sind satt nach Hause gekugelt und fürs erste Mal haben wir uns eigentlich ganz gut geschlagen. Trotzdem sind wir uns einig, dass wir einen Abend in dieser Größenordnung so schnell nicht wieder veranstalten werden – das überlassen wir dann doch lieber den Profis. Da wir aber nach diesem Wahnsinnsabend um einiges an Erfahrung reicher sind, möchten wir diese natürlich mit euch teilen – für den Fall, dass ihr auch mal in die Verlegenheit kommt, für mehr als 20 Personen kochen zu müssen (was wir euch wirklich nur in Ausnahmefällen wünschen).

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1) Egal, was serviert werden soll, kocht es zu Hause mindestens zweimal zur Probe und richtet es an – auch wenn ihr das Rezept eigentlich im Schlaf kennt. Macht unbedingt noch einen Testlauf, bevor es ans Eingemachte geht. Und dann nehmt euch trotzdem ein ausführliches Rezept mit.

2) Neben dem geschmacklichen Feintuning sollte das Testkochen dazu dienen, die Mengen bis aufs letzte Gramm auszurechnen. Legt die Portionsgrößen fest, wiegt sie ab und errechnet dann aus den verwendeten Zutaten die benötige Menge für 30, 40 oder 100 Personen. Kein Schätzen, kein, “das müsste schon passen”, sondern mit Waage und Taschenrechner oder Exceltabellen arbeiten. Das erspart euch peinliche Momente, wie den, dass das Hummus plötzlich nur für 55 statt 60 Teller reicht. (Oops …)

3) Das Auge isst mit, und glaubt uns, am großen Abend sorgt es für unnötige Hektik und einige Beinahe-Nervenzusammenbrüche, wenn man hier erstmals testet, wie das Essen nun genau auf dem Teller landen soll. Hängt natürlich eng mit Punkt 1 + 2 zusammen und sollte deswegen vorher ausführlich getestet werden. Dann am besten Fotos machen, die am Abend den HelferInnen als Anleitung dienen können. Angenehmer Nebeneffekt: Man weiß, dass man z.B. deutlich weniger Avocado benötigt als gedacht und ist nicht gezwungen, 1,5 kg überzählige (schon geschälte und geschnittene) Früchte zu Guacamole verarbeiten zu müssen …

4) Testet auch, wie lange das Anrichten dauert und bezieht das in die Planung des Abends mit ein. Wir haben selbst zu viert definitiv zu lange gebraucht. Auch hier hilft eine genaue Planung, dann lässt es sich auch einfacher delegieren.

5) Sorgt dafür, dass genügend Platz zum Anrichten vorhanden ist. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Platz 60 große Teller brauchen!

6) Sorgt dafür, dass ihr genügend Geschirr und Besteck für alle (!) Gänge habt. (Der Nachtisch schmeckt aber natürlich auch mit Plastiklöffeln vorzüglich (räusper).)

7) Plant für den Tag der Veranstaltung zu viel Zeit ein. Wenn ihr am Ende noch Zeit habt, um eine Stunde zur Ruhe zu kommen oder euch mit einem Glas Wein zu betäuben: umso besser. Wir sind aus der Vorbereitungsküche ohne Unterbrechung zum Anrichten des ersten Gangs gerannt, was unserem Nervenkostüm nicht gerade gut getan hat. Um dafür zu sorgen, dass man genügend Zeit hat, können wir euch nur raten, so viel wie möglich am Tag vorher zu erledigen. So könnt ihr auch sichergehen, dass ihr genügend Zeit habt, alles noch mal mit euren HelferInnen durchzugehen. Die können viel effektiver arbeiten, wenn ihr ihnen vorher erzählt, was wann zu tun ist.

8) Vergesst nicht, direkt vor dem Anrichten noch einmal abzuschmecken. So verhindert ihr, dass euer Kartoffelsalat zu fad auf den Tellern landet.

9) Kauft im Großhandel ein. Zumindest hier haben wir alles richtig gemacht. Im Gastrogroßhandel Hamberger haben wir einen Vormittag lang mit offenen Mündern den Einkaufswagen vollgepackt. Viel besser als Metro, aber leider ist es wohl nicht so einfach, dort Zugang zu bekommen. Die Glücklichen, die es schaffen, erwarten dafür 5kg-Gläser Nutella und kistenweise Limetten für einen Spottpreis.

10) Wenn ihr Verantwortung abgebt, kontrolliert trotzdem noch einmal nach. Als Köchinnen und Köche fällt vieles, was schief läuft, auch auf euch zurück.

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Unser Fazit? Unser Respekt gegenüber KöchInnen ist massiv gestiegen, wir sind wirklich ganz froh, dass wir zur Hauptsache nur für uns kochen. Daher haben wir auch alle netten Anfragen, ob wir nicht ins Catering-Business einsteigen wollten (“Ich habe da eine Geburtstagsfeier im Sommer…”), höflich, aber bestimmt abgelehnt. Spannend war es trotzdem und wir möchten uns deswegen auch noch einmal bei Salih bedanken, dass er uns zu dieser Aktion ermutigt hat. Nicht zu vergessen natürlich die fleißigen HelferInnen, die es mit unserem chaotischen Abendprogramm aufgenommen haben und spontan eingesprungen sind, wenn es irgendwo brannte.

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Das 21. Jahrhundert schreitet voran und mit ihm die (gefühlte) Beschleunigung des Alltags, die Trennung von öffentlicher, Privat- und Arbeitssphäre erodiert und bei gleichzeitiger globaler Vernetzung kommt es zur Rückbesinnung auf lokale und regionale Traditionen und Netzwerke. So ist es kein Wunder, dass immer mehr Angebote aus dem Boden schießen, die auf diese Umstände reagieren oder ein Produkt dieser Veränderungen sind. Vielfach nehmen sie dem Menschen bisher selbstverständlich scheinende Aufgaben wie Einkaufen oder Kochen ab. Foodboxen gehören dabei zu den neuen heißen Dingen, die uns – selbstverständlich bei gleichzeitiger Nachhaltigkeit – den Alltag erleichtern sollen. Insbesondere denen von uns, die entweder keine Zeit zum Kochen und Einkaufen haben oder die es vielleicht gar nicht erst gelernt haben. Ich gebe zu, dass ich solchen Angeboten bisher zwar neugierig, aber auch recht skeptisch gegenüberstand. So passte es perfekt, dass ich ein Event in München besuchen durfte, bei dem eines jener neuen Start-ups sein Konzept vorstellen sollte. Kochzauber heißt die Firma, die seit gut einem Jahr ihre Boxen verschickt und deren Angebot seit Beginn des Jahres auch deutschlandweit verfügbar ist. So ging es letzten Donnerstag direkt vom Büro aus ins Bild und Raum im Westend, wo bereits eine liebevoll hergerichtete Küche auf mich und die anderen Gäste (neben JournalistInnen waren auch weitere Foodblogs wie Bushcooks Kitchen, Dinner um 8, Le Gourmand und Alice im kulinarischen Wunderland vertreten) wartete.

Kochzauber_Event-3Tolles Detail: Als Tischkarten dienten kleine Tüten mit Nudeln, Bohnen oder Linsen

Zur Begrüßung gab es erst einmal ein kühles Berliner Bier, auf den Tischen standen Nüsse (von Bitebox) und Schokolade (von Schokostück) zum Knabbern bereit und nach und nach trafen auch die anderen Gäste ein. Unterdessen konnte man sich ungezwungen mit dem aus Berlin angereisten Kochzauberteam unterhalten, unter anderem mit Geschäftsführerin Wencke und Koch Max, der auch eine Hälfte des Rezeptentwicklungsteams ist. Es war wirklich spannend, mal einen Einblick in ein junges Unternehmen zu bekommen, zu hören wie die Rezepte entstehen, mit welchem Aufwand sie getestet werden (immerhin 10 Stück pro Woche) und vor allem mit welchem Enthusiasmus die MitarbeiterInnen hinter ihrer Idee stehen. Da war echte Begeisterung für gute Lebensmittel und fürs Kochen zu spüren. Gut gefallen hat mir zum Beispiel auch die hohe Flexibilität und Bandbreite des Konzepts. Für Familien mit Kindern gibt es andere Gerichte als für experimentierfreudige Paare, und wer nur alle vier Wochen eine Box bekommen möchte, muss das einfach nur sagen. Glutenfrei? Vegetarisch? Alles kein Problem.

Kochzauber_Event-4Kochzauber-Geschäftsführerin Wencke Harder bei der Begrüßung und fleißige Hände beim Rhabarber schnippeln

Natürlich waren wir nicht nur zum Quatschen und Trinken (unter anderem gab es auch noch unglaublich leckere Zitronenlimo!) eingeladen, sondern sollten auch testen, wie sich die Rezepte aus der Foodbox umsetzen lassen und schmecken. Um das möglichst objektiv beurteilen zu können, sollten wir – aufgeteilt in drei Gruppen – selber nach den Originalrezepten kochen. So machte ich mich also zusammen mit den anderen Herren an den Nachtisch. Rhabarber-Crumble mit Vanillesoße stand auf der Speisekarte und unter etwas chaotischen Umständen wurde im Folgenden die Soße angerührt, viel Obst geschält und eine große Schüssel Teig geknetet. Dazu gab es einen regen Austausch übers Kochen und die eigene Verbindung zum Essen sowie große Mengen Weißwein. Währenddessen wurde an den anderen Stationen Couscous angesetzt, Salat gewaschen, Salsiccia aus der Schale gepult und Fleisch gebraten. Immer unter der Aufsicht von Koch Max, der zwischendurch noch Zeit fand, von seiner Ausbildung in Deutschland und seinen Zwischenstationen in australischen Küchen zu erzählen. Ganz schön beeindruckend, was der gerade mal 25-Jährige da zu berichten wusste, und das Kochzauberteam hat sich da wirklich einen idealen Partner ins Boot geholt.

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Für die Vorspeise (Couscous mit getrockneten Aprikosen, gebratener Salsiccia und Paprika-Sauerrahm) hatten sich die Münchener Foodbloggerinnen verantwortlich gezeigt und herausgekommen ist ein tolles Gericht. Die Mischung aus salzig und süß, kombiniert mit der Frische des Sauerrahms hat super geschmeckt (und nicht nur, weil ich inzwischen ordentlich Hunger hatte) – ich überlege schon, wie ich daraus eine vegetarische Variante entwickeln könnte, damit auch Frau Wu in den Genuss kommen kann. Ich musste mich auf jeden Fall sehr zurückhalten, sonst hätte ich mich schon am ersten Gang satt gefuttert.

Kochzauber_Event-5Koch Max verleiht dem Fleisch den letzten Schliff

Zum Hauptgang kam ein Gericht auf den Tisch, das für die Spezial-Valentinstagsbox von Kochzauber kreiert worden war. Kalbssteak mit Trüffelgnocchi an Kaffeesoße und dazu Feldsalat mit Granatapfel-Vinaigrette. Die Gnocchi mussten (zum Glück) nicht selbst gerollt werden, sondern kamen schon fertig nach München. Denn: Die Kochzauber-Philosopie sieht vor, dass sich die Gerichte innerhalb von 20-35 Minuten zubereiten lassen (wie ich schon erwähnte: Beschleunigung des Alltags). Da aber gleichzeitig viel Wert auf hochwertige Zutaten gelegt wird, muss man das jetzt auch gar nicht negativ bewerten. Die Gnocchi, die an diesem Abend im Kochtopf landeten, waren hochwertig, frisch und sehr schmackhaft. Bei der Kaffeesoße wurde etwas geschwindelt und etwas mehr Aufwand betrieben als im Originalrezept aus der Box vorgesehen. Koch Max hatte es sich nicht nehmen lassen, schon am Tag vorher eine Soße anzusetzen, um sie dann zur Perfektion köcheln zu lassen. Das war bei jedem Tropfen herauszuschmecken – ich hätte die Soße auch einfach pur trinken können. Währenddessen blubberte das Crumble unserer Nachtischgruppe im Ofen vor sich hin, obwohl eigentlich kaum noch Platz im Magen war. Naja, Nachtisch geht ja immer, gerade wenn man ihn selbst gemacht hat. Nur mein bürgerlicher Anstand und die Angst vor ernsthaften körperlichen Schäden haben mich daran gehindert, noch eine zweite Portion auf den Teller zu laden.

Kochzauber_Event-6Ein hervorragender Abschluss: Rhabarber-Crumble mit (leider etwas zu flüssiger) Vanillesoße

Zum Abschluss gab es für alle noch eine Geschenkbox, gefüllt mit Schokolade, Bier und Knabberzeug, und gegen 23.30 rollte ich kugelrund, aber glücklich nach Hause. Meine Skepsis gegenüber Foodboxen ist nach diesem Abend deutlich gesunken und das liegt nicht daran, dass ich für (große Mengen) gutes Essen äußerst empfänglich bin. Die Gespräche am Abend mit dem Kochzauberteam waren wirklich nett und ich hatte nicht den Eindruck, dass hier nach einer Marktsondierung einfach das nächste, hoffentlich schnell profitable und verkaufbare Start-up aus dem Boden gestampft wurde. Ganz im Gegenteil. Die MitarbeiterInnen scheinen mir wirklich mit Herzblut bei der Sache zu sein, das Konzept ist durchdacht und ich verstehe auch besser, wie der (in meinen Augen immer noch recht hohe) Preis für die Boxen zustande kommt. Wir werden in der nächsten Woche eine Box unter realen Bedingungen testen und euch auch noch mit ein paar mehr Infos zum Konzept versorgen.

Vielen Dank an Kochzauber und Stilgeflüster für die liebevolle Organisation dieses schönen Abends und danke an Alice, Dorothée und Claudia für die netten Gespräche am FoodbloggerInnentisch!

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Pure Burrito-3So langsam müssten wir alle neuen mexikanischen Restaurants und Imbisse in München durchprobiert haben. Über Condesa und Milagros haben wir hier ja schon berichtet, im Taco Libre in der Nähe des Hauptbahnhofs war ich auch schon auf einen schnellen Burrito Deluxe und so musste sich vor einiger Zeit auch das Pure Burrito unserem Urteil stellen. Wie im Condesa und im Taco Libre gibt es hier Street Food, sprich solides mexikanisches Essen auf die Hand, ohne viel Chichi. Das ist im Grunde durchaus positiv, aber ein wenig mehr Chichi hätten wir uns in diesem Fall doch gewünscht. Die Atmosphäre im Laden am Goetheplatz mit wenig einladend zu beschreiben, wäre fast schon nett. Klar, wir hatten nicht vor, hier einen ganzen Abend zu verbringen und waren ohnehin auf dem Weg ins Kino, aber die Einrichtung fällt schon sehr minimalistisch und kühl aus. Dass sich Streetfood und schönes Ambiente nicht immer gegenseitig ausschließen müssen, hat dagegen das Condesa mit seiner liebevoll kitschigen Inneneinrichtung bewiesen.

Pure Burrito-2

Aber in erster Linie geht es natürlich ums Essen, um Burritos genauer gesagt. Hier lässt man sich seinen Tortilla-Wrap nach dem Baukastenprinzip zusammenbasteln, was beim ersten Besuch aber durchaus erklärungsbedürftig ist. Und da wären wir dann auch beim zweiten Kritikpunkt. Ähnlich unterkühlt wie die Ausstattung war leider auch der junge Mann hinter der Theke, der uns statt einer kurzen Einweisung oder ein paar Tipps nur kurzangebundenes Gemaule entgegenbrachte und das Gefühl vermittelte, gerade tierisch gestört zu werden. Der Anblick der einzelnen Speisen hinter der Theke stimmte leider auch nicht gerade versöhnlich – bis auf ein paar fast leere Schalen und angetrocknete Speisereste, die sich über die gesamte Ablage und den Fußboden verteilten, war nicht mehr viel übrig. Vielleicht waren wir einfach zu spät dran und haben den Feierabend verzögert? Darf man eine Stunde vor Schließung nicht trotzdem noch mit freundlichem Service und einer gewissen Auswahl an Speisen rechnen? Sonderlich appetitanregend und hygienisch wirkte das jedenfalls nicht.

Pure Burrito-5Der Bio-Rind-Burrito vs. die vegetarische Variante

Trotz allem hatten wir kurz darauf unsere Burritos vor uns stehen. Nach dem unschönen Vorgeplänkel waren unsere Erwartungen bezüglich des Essens schon erheblich gesunken und auch die teilweise vermüllten Tische und Sitzgelegenheiten (obwohl wir die einzigen Gäste waren) erhöhten die Vorfreude darauf nicht gerade. Doch das Essen überraschte uns dann wirklich positiv! Entschieden hatte ich mich für zwei kleine Rollen (danke an German Abendbrot für den Hinweis!), die mit jeweils 4€ bzw. 4,50€ zu Buche schlugen. Nr. 1 hatte ich mit Huhn, Reis, schwarzen Bohnen und Mangosoße füllen lassen, Nr. 2 kam mit Bio-Rind, Reis, schwarzen Bohnen und Iximsoße (Mais, Poblano Chilis, Jalapeños, Koriander & Limetten) daher. Beide hätten etwas kräftiger schmecken können, waren aber ziemlich lecker, wobei die Mangosoße im direkten Vergleich die Nase vorne hatte. Frau Wu war auch vom Geschmack ihres vegetarischen Burritos mit schwarzen Bohnen, Mangosoße, Käse, Sour Cream und Salat (6€) überrascht und fand die Kombination sehr lecker, fruchtig und gut gewürzt. Dazu teilten wir uns ein Päckchen Chips mit Guacamole (3€). Besonders Frau Wu zeigte sich von den Maistortillas mit Limettensalz recht begeistert und auch die Guacamole ging in Ordnung.

Pure Burrito-1

Insgesamt ist das Angebot für “Fast Food” schon nicht ganz billig, dafür sind Schweine- und Rindfleisch aus biologischer Tierhaltung, das Gemüse ist frisch und lokal und auch sonst bemüht man sich, den Laden möglichst nachhaltig zu betreiben. Eigentlich ein interessantes Konzept, nur leider (an diesem Abend?) nicht besonders sympathisch umgesetzt.

Fazit: Bei der Bewertung muss diesmal ganz klar zwischen Essen und Service unterschieden werden: Das leckere Essen erhält von uns vier von fünf Jalapeños, an Service und Ambiente geht leider nur eine Schote. Wenn ich tagsüber noch einmal hungrig in der Gegend sein sollte (bzw. gibt es nun auch eine zweite Filiale in Uninähe/Schellingstraße), würde ich erneut zugreifen – dann aber auf jeden Fall zum Mitnehmen, die Isar ist ja nur ein paar Minuten entfernt.

Pure Burrito
Lindwurmstr. 57 / Schellingstr. 104
München
http://www.pureburrito.com

Wart ihr auch schon mal im Pure Burrito? Ging es euch ähnlich oder haben wir schlicht einen schlechten Tag erwischt?

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Seitdem wir vor Kurzem das Öl- und Essigfach in der Küche aufgeräumt haben, ist dort wieder eine Menge Platz. Das darf natürlich nicht sein – ungenutzter Platz in der Küche? Wo kommen wir denn da hin?! Dementsprechend willensschwach waren wir also in der Schrannenhalle, als wir uns am Stand von Oliviers & Co. durch deren Sortiment an Ölen und Essigen probiert haben. Wer wie wir von der riesigen Auswahl überfordert ist (Mango? Basilikum?? Feige??? Oder doch lieber Minze????), für den ist vielleicht eines der Geschenksets die richtige Alternative. Damit erhält man eine Auswahl an kleinen Fläschchen mit verschiedenen Ölen, Essigen und Condiments, und kann sich in Ruhe entscheiden, welche Flaschen man später tütenweise nach Hause schleppen möchte. Natürlich eignen sich die hübschen Pakete auch perfekt als Weihnachtsgeschenk. Also schnell Familie und Freunde anfixen und ab damit auf den Wunschzettel. Oder einfach selbst verschenken (bzw. sich selbst beschenken!), wenn man bisher noch keine Idee hatte, womit man seinem kochverrückten Vater eine Freude bereiten soll (und ein handgeschmiedetes Messer irgendwie das Budget sprengt).

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Netterweise hat uns Salih Demir, der den Münchner Laden der französischen Feinkostfirma betreibt, ein solches Geschenkset zur Verfügung gestellt, mit dem wir diese Woche zunächst ein italienisch angehauchtes Abendessen gezaubert haben. Zum Glück sind die Fläschchen aber noch nicht leer und so werden wir auch in Zukunft öfter mal unser Essen mit den nicht ganz alltäglichen Kreationen verfeinern.

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Wie der Name schon vermuten lässt, geht es bei Oliviers & Co. erst einmal um Olivenöl. Aber natürlich nicht um ganz gewöhnliches, sondern da darf es schon mal eine auf 1000 Liter limitierte Abfüllung sein, und die Beschreibungen im Katalog lesen sich wie der Begleittext einer Weinverkostung. So enthält unser Set z.B. Olivenölmischungen mit Zitrone bzw. Basilikum (es gibt auch noch ausgefallenere wie eine Piment- oder Bergamottemischung). Dazu kam ein sehr guter Balsamico di Modena und je eine Flasche Condiment Balsamico di Modena mit Feigenaroma und Condiment weißer Balsamico di Modena mit Honig & Ingwer.

Pur kommen sowohl der Basilikum als auch der Zitronengeschmack der Öle gut zur Geltung. Allerdings sind beide Öle im Abgang ziemlich scharf, was später im Essen aber nicht mehr auffällt. Das Basilikumöl stelle ich mir toll zu Tomaten vor, aber auch Pasta lässt sich damit sicherlich aufwerten. Grundsätzlich sind die Öle aber auch dazu gedacht, mit den Balsamico-Condiments gemischt zu werden. Basilikumöl mit Feigen-Condiment beispielsweise oder Honig-Ingwer mit Zitronenöl. In den verschiedenen Kombinationen entfalten die einzelnen Geschmacksnoten ihr volles Aroma, was uns schon beim ausführlichen Probieren am Stand ständig zu neuen “oh-ist-das-lecker”-Ausrufen verleitete. Die Essigmischungen sind zudem so verdammt süß und schmackhaft, dass man sie auch einfach pur löffeln, oder den Nachtisch (hat da jemand Panna Cotta gesagt??) damit beträufeln könnte.

Oliviers & Co. hat außer Essig & Öl natürlich noch viel mehr zu bieten: Die Palette reicht von Olivenpasten über ausgewählte Pastasoßen bis hin zu von internationalen Spitzenköch/innen kreierte Soßen, Cremes oder Suppen. Wer mal in München ist, sollte also unbedingt den kleinen Stand in der Schrannenhalle aufsuchen und sich von Salih Demir das Sortiment erklären lassen. Da er selber gerne kocht, gibt es die passenden Rezeptvorschläge zu Öl und Essig gleich gratis dazu. Leider kann man die ganzen leckeren Sachen in Deutschland nicht online bestellen, sondern muss in einen der Läden gehen (neben München auch in Hamburg und Berlin). Da haben es die Franzosen besser.

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Zubereitet haben wir mit der Auswahl aus dem Geschenkset ein Carpaccio aus gegrilltem Gemüse und eine Rosmarin-Knoblauch-Focaccia. Dazu haben wir am Tisch noch ein bisschen mit Öl und Essig herumexperimentiert und das Brot in verschiedene Mischungen getunkt. Da hatte uns Salih auch gleich ein paar Tipps gegeben, aber es lohnt sich auch zu schauen, was man sonst noch so in der Küche findet (der Holunderessig meiner Mutter eignet sich bestimmt auch vorzüglich zum Mischen).

Focaccia_Gemüse-Carpaccio-3

Carpaccio aus gegrilltem Gemüse (für 2 Personen):

1 mittelgroße Zucchini
1 mittelgroße Aubergine
Oliviers & Co. Basilikumöl
Oliviers & Co. Zitronenöl
Oliviers & Co. Condiment Balsamico di Modena mit Feigenaroma
Oliviers & Co. Condiment weißer Balsamico di Modena mit Honig & Ingwer
2 Handvoll Rucola
Parmesan
Salz, Pfeffer

1. Das Gemüse in sehr dünne Scheiben schneiden oder hobeln und in einer Pfanne ohne Öl scharf anbraten. Alternativ im Ofen unter dem Grill garen.

2. Das Gemüse auf zwei großen Tellern anrichten, sodass sich alles etwas überlappt und der Teller quasi nicht mehr zu sehen ist. Mit Salz und Pfeffer würzen.

3. Einen Teller mit ordentlich Basilikumöl und Feigen-Condiment beträufeln, den anderen mit Zitronenöl und Honig & Ingwer-Condiment. 15-20 Min. marinieren lassen.

4. Parmesam grob hobeln, den Rucola waschen und beides über das gegrillte Gemüse geben. Noch einmal etwas Condiment über den Salat geben und servieren.

Focaccia_Gemüse-Carpaccio-4

Rosmarin-Knoblauch-Focaccia à la Jamie Oliver:

500 g Weizenmehl (Typ 1050)
300 ml lauwarmes Wasser
1 ½ Päckchen Trockenhefe (ca. 10 g)
1 EL Zucker
grobes Meersalz, Pfeffer
Oliviers & Co. Basilikumöl
8-12 Knoblauchzehen
frischer Rosmarin

1. Das Mehl in einer großen Schüssel oder auf der Arbeitsfläche zu einem Hügel anhäufen und in die Mitte eine Vertiefung drücken. Die Hälfte des Wassers und die Trockenhefe hinzufügen. Den Zucker und 1 EL Salz dazu geben. Die Mischung in der Mitte des Mehlbergs mit einer Gabel vorsichtig vermischen und langsam Mehl von außen unterrühren. Dann das restliche Wasser zuschütten und alles so lange verkneten (mind. 5 Min.), bis daraus ein geschmeidiger Teig geworden ist. In einer mit einem Tuch bedeckten Schüssel an einem warmen Ort für 1 Stunde, oder bis sich das Volumen verdoppelt hat, gehen lassen.

3. Die Knoblauchzehen ungeschält mit der flachen Seite oder dem Griff eines Messer eindrücken, die Blätter von den Rosmarinzweigen abziehen. In einer Schüssel beides mit etwas Basilikumöl, Salz und Pfeffer vermischen.

4. Mit der Faust die Luft aus dem Teig schlagen und noch einmal durchkneten. In eine geölte und bemehlte Auflaufform (ca. 20 x 30 cm) legen und an den Rändern drücken, bis die Form ganz ausgefüllt ist.

5. Die Knoblauchmischung auf dem Teig verteilen und mit den Fingern einmassieren, sodass die focacciatypischen Dellen entstehen. Mit noch etwas Basilikumöl beträufeln und nochmals zugedeckt für 40-60 Min. gehen lassen. Den Ofen auf 220°C vorheizen.

6. Den Teig noch einmal mit den Fingern eindellen und mit etwas Meersalz und Pfeffer bestreuen. Ab in den Ofen und ca. 20-25 Min. backen, bis sich eine gebräunte Kruste gebildet hat.

Bei Jamie Oliver findet man auch noch eine (englische) Anleitung mit vielen Stepfotos.

Zu unserem italienisch angehauchten Dinner passten die Öle und Essige ganz hervorragend. Als nächstes Must-try steht bei uns ein orientalisches Couscous mit Minzöl an, daran konnten wir nämlich auch nicht vorbeigehen.

oliviers&co-2Das Geschenkset kostet 37€

Kennt ihr schon die Öle, Essige und Condiments von Oliviers & Co.? Würdet ihr euch freuen, so ein Geschenkset unterm Weihnachtsbaum zu finden?

Oliviers & Co.
Schrannenhalle
Viktualienmarkt 15
80331 München
Tel: +49 (0)89 2323 0600
www.oliviersundco.de
www.facebook.com/oliviersundco.de
 
 

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