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Swagman Food Truck Circus of Food-1

Hall of Taste, Food Truck Circle, Circus of Food – fast wöchentlich schießen derzeit in München neue Street Food Markets aus dem Boden, die dazu beitragen, dass Food Trucks wie Grillin’ Me Softly, die intolerante Isi oder Isardogs mittlerweile zum festen Bestandteil des Münchner Straßenbildes gehören. Den Besuchermassen nach zu urteilen, die jedes Mal wieder die Street-Food-Märkte überrennen, scheint der Heißhunger auf Burger, Pulled Pork, Burritos & Co. ungestillt.

Neu ist das Konzept von fahrenden Imbissen natürlich nicht, waren doch schon unsere Eltern große Anhänger von “Anna’s Worschtbude” und Konsorten. Natürlich mit Deppenapostroph, dafür ohne Anglizismen und mit deutlich weniger Tattoos. Die aufgepimpte Version der Frittenbude haben wir den USA zu verdanken, wo Food Trucks schon seit Jahren die kulinarische Grundversorgung der Großstädter sicherstellen. Während das Angebot der amerikanischen Trucks oft den Melting Pot mit seinen verschiedenen Einwanderergruppen widerspiegelt, besinnt man sich in der deutschen Szene nicht allein auf Street-Food-Klassiker wie Pulled Pork Sandwiches und Burger, sondern auch auf regionale Spezialitäten. Käsespätzle, Rösti, Backfisch, you name it. Natürlich in Bio-Qualität, möglichst nachhaltig und lokal produziert.

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© Toby Binder/Prestel Verlag

Einen schönen Überblick über die explosionsartig expandierende Food-Truck-Landschaft in Deutschland liefert ein Bildband, der vor Kurzem im Prestel Verlag erschienen ist: Food Trucks. Kreative Küchen auf Rädern stellt über 30 der hippen Trucks, ihre BetreiberInnen und die Geschichten dahinter vor. Die Texte im Buch sind dabei so abwechslungsreich wie die Konzepte der Food Trucks selbst. Interviews, Tagesabläufe, kurze Beobachtungen und Selbstbeschreibungen geben Einblicke in die Beweggründe der Truckies, die harte Arbeit hinter den Kulissen und die Food-Truck-Szene allgemein. Ein paar Beispiele?

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© Toby Binder/Prestel Verlag

Die mörderische Hitze Australiens hat das Paletas-Team aus Berlin auf die Idee gebracht, schwitzende Deutsche mit selbst gemachtem Eis am Stiel zu versorgen. Ihre Obst- und Gemüsebomben sind vegan, aus ganzen Früchten und ohne Zusatzstoffe.

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© Toby Binder/Prestel Verlag

Ein schräger Typ, der aus dem Kofferraum seines Oldtimers Süßigkeiten an Kinder verkauft? Klingt ein bisschen creepy! Aber für Andreas Oertel ist das Candy Car ein wahr gewordener Traum, mit dem er seine Liebe zu den USA und amerikanischen Süßigkeiten auslebt.

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© Toby Binder/Prestel Verlag

Das Team vom Heißen Hobel hat sich dagegen dem Allgäuer Nationalgericht Käsespätzle verschrieben. Ganz traditionell, ohne Chichi, dafür frisch, fluffig und mit drei Sorten Käse.

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© Prestel Verlag

Auch zunächst unterschätzten Herausforderungen müssen sich die TruckerInnen stellen. So berichtet das Swagman-Team, das mit seinem Deluxe-Kartoffelstampf (an dieser Stelle große Empfehlung – schmeckt wirklich super!) in Bayreuth und Nürnberg unterwegs ist, von behördlichen Schwierigkeiten und Einschränkungen bei der Standortsuche.

Illustriert wird das Ganze durch schöne, atmosphärische Fotos von bunt lackierten Trucks, Vollbärten, schwarzen Gummihandschuhen und kulinarischen Mash-ups. Was jetzt noch fehlt, um jeden Food-Truck-Fan zu beglücken? Ein paar Rezepte! Die vermissen wir leider schmerzlich, dabei hätten sie das Konzept des Buches um eine interessante Komponente bereichert und auch denen, die außerhalb der Metropolen (na ja, oder Nürnberg …) wohnen, die Möglichkeit gegeben, die köstlich aussehenden Kreationen zu Hause umzusetzen (allerdings kündigt sich für den Herbst bereits ein Buch eines anderen Verlags an, das genau diese Lücke füllen wird). An manchen Stellen wünscht man sich zudem, noch etwas tiefer in die Szene eintauchen zu können, sind die meisten Texte doch recht übersichtlich gehalten. Auch eine allgemeine Einführung in das Thema wäre sicherlich eine gute Ergänzung gewesen und hätte diese sonst wirklich gelungene Momentaufnahme abgerundet.

© Prestel Verlag

Fazit: Ein richtig schönes Buch, das einen guten Überblick über die deutsche Food-Truck-Szene liefert und Lust macht, sofort den nächsten Food Truck ausfindig zu machen! Allzu ausgehungert sollte man beim Blättern jedoch nicht sein. 4 von 5 Pulled Pork Sandwiches!

 

Food_Trucks_Cover.inddToby Binder, Gabriela Herpell, Birthe Steinbeck, Nicola von Velsen

“Food Trucks. Kreative Küchen auf Rädern”

Prestel, München 2015

29,95 €

ISBN: 978-3-7913-8124-4

 

 

 

 

 

 

Seid ihr denn schon dem Street-Food-Hype verfallen? Für alle, die schon Fans sind oder sich mit dem Thema noch etwas intensiver beschäftigen wollen, haben wir ein kleines Food-Truck-Paket zusammengestellt, das ihr bis zum 23.05. hier gewinnen könnt. Klingt gut? Ist gut! Denn neben einem Exemplar von “Food Trucks. Kreative Küchen auf Rädern” enthält das Paket zwei deutschlandweit einlösbare Kinotickets für den Film Kiss the Cook (Originaltitel: Chef), der den allgemeinen Food-Truck-Boom ab dem  28. Mai auf die Leinwand bringt.

Kiss the cook

Links: © Koch Films

Aber worum gehts bei Kiss the Cook?: Jahrelang war er den Feinschmeckern von Los Angeles zu Diensten – doch jetzt reicht es Gourmetkoch Carl Casper (Jon Favreau): Restaurantbesitzer Riva (Dustin Hoffman) lässt ihm keine kreative Freiheit, seine Ehe mit Inez (Sofia Vergara) ist gescheitert und  zur Krönung werden seine Kochkünste von einem snobistischen Kritiker verrissen. Am Nullpunkt angekommen, besinnt sich der Sternekoch auf seine kulinarischen Wurzeln und kauft in Miami einen heruntergekommenen Food Truck. Zusammen mit seinem Sohn und seinem Sous-Chef Martin begibt er sich auf einen kulinarischen Road Trip durch den amerikanischen Süden und begeistert die Massen mit seiner exotisch-kreativen Küche.

Ihr wollt noch mehr Infos? Hier gehts zum Trailer! Wir durften uns die nette Komödie bereits im letzten Jahr auf dem Flug nach New York ansehen und hätten am liebsten auf der Stelle unser Flugzeugfraß gegen leckeres Street Food eingetauscht!

Und so könnt ihr ein Food-Truck-Paket gewinnen:

Hinterlasst einfach bis Samstag, 23.05.2015, 23.59 Uhr einen Kommentar unter diesem Beitrag, in dem ihr uns verratet, welches Street-Food-Gericht euer Favorit ist oder was ihr unbedingt mal probieren möchtet.

Mitmachen kann jede/r (mit oder ohne Blog) mit einer Adresse in Deutschland. Bitte hinterlasst im entsprechenden Feld eure E-Mail-Adresse (die ist natürlich nur für uns sichtbar) und einen Namen, damit wir euch kontaktieren können, falls ihr gewonnen habt. Den oder die Gewinner/in werden wir über random.org auslosen und hier am 24.05.2015 verkünden. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen. Mit der Teilnahme erklärt ihr euch damit einverstanden, dass eure Adresse im Falle des Gewinns an den Prestel Verlag weitergegeben wird, damit euer Gewinn auch verschickt werden kann.

Die Kinotickets können vom 28.05. bis 03.08.2015 in allen deutschen Kinos eingelöst werden, in denen der Film läuft.

Wir verabschieden uns jetzt für die nächsten Wochen in den Urlaub und werden natürlich auch dort die Augen nach tollem Street Food offen halten!

Vielen Dank an den Prestel Verlag und Koch Media/Public Insight, die uns Buch und Kinotickets zur Verlosung zur Verfügung gestellt haben. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberüht.

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Kartoffel-Bärlauch-Paratha und Gurkensalat mit Kräuter-Nuss-Gremolata Rezept-3

Bei uns im Haus beschränkt sich der Einfluss der indischen Küche zum Großteil auf die Zubereitung von Curry und Dal. Rote Currypaste steht deswegen immer im Kühlschrank, Ingwer ist sowieso immer im Haus und im Schrank versteckt sich eine Vielzahl an Gewürzen. Schade eigentlich, dass diese Zutaten dann nicht noch für weitere indische Gerichte verwendet werden, denn schließlich hat die Küche Indiens noch so viel mehr zu bieten – von der Brotauswahl und den Fleischgerichten des Nordens bis zu den scharfen Kokosrezepten des Südens. Dieser Abwechslungsreichtum macht die indische Küche außerdem zu einer wahren Fundgrube für VegetarierInnen, gerade die Küche Westindiens hat da besonders viel zu bieten.

Für unsere beiden Rezepte haben wir uns von einem etwas älteren Kochbuch inspirieren lassen, das all diese unterschiedlichen Kochstiele vereint: Indien: die neue vegetarische Küche von Vidhu Mittal (das kürzlich mit verändertem Einband und Titelneu aufgelegt wurde). Das Buch ist eine wahre Fundgrube für LiebhaberInnen indischer Aromen. Es bietet außerdem viele Hinweise zu Grundlagen der indischen Küche, wie die Zubereitung von geklärter Butter, Joghurt etc. Da lässt sich auch darüber hinwegsehen, dass Fotos und Layout mehr an die 80er als an die 2000er Jahre erinnern.

Kombiniert werden die typisch indischen Teigfladen oder Pfannkuchen – Parathas – bei uns allerdings mit Bärlauch. Der passt mit seinem Knoblaucharoma gut zur Kartoffelfüllung und harmoniert auch prima mit dem frischen Gurkensalat. Hier haben wir das leicht süßliche Joghurtdressing mit einer würzigen Gremolata getoppt. Ein bisschen Ingwer sorgt für die Schärfe und die Kräuter für etwas Frische. Zusammen mit den warm aus der Pfanne kommenden Parathas erhält man dann eine tolle Mahlzeit für sommerliche Temperaturen.

Kartoffel-Bärlauch-Paratha und Gurkensalat mit Kräuter-Nuss-Gremolata Rezept-2

Gurkensalat mit Joghurtdressing und Kräuter-Nuss-Gremolata (für 2 Personen als Vorspeise oder Beilage):

200 g Naturjoghurt
250 g Salatgurke
1-2 EL weißer Balsamico-Essig oder Balsamico-Condiment
1 kleine Handvoll Korianderblätter
1 kleine Handvoll Minzblätter
1 EL geröstete Erdnüsse
1 EL geröstete Cashewkerne
½-1 TL fein geriebener Ingwer
Salz, Pfeffer

1. Den Joghurt in einem sehr feinen Sieb oder in einem mit zwei Lagen Küchenpapier bzw. Passiertuch ausgelegten Sieb 20 Min. abtropfen lassen. Die Salatgurke waschen und in Scheiben schneiden. Den abgetropften Joghurt in einer Schüssel mit Balsamico und ca. ¼ TL Salz verrühren, dann die Gurkenscheiben dazugeben. Gut vermischen und im Kühlschrank aufbewahren.

2. Für die Gremolata Kräuter und Nüsse fein hacken und mit dem Ingwer vermischen. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

3. Zum Servieren die gekühlten Gurkenscheiben auf einem Teller anrichten und mit der Gremolata bestreuen.

Kartoffel-Bärlauch-Paratha und Gurkensalat mit Kräuter-Nuss-Gremolata Rezept-1

Kartoffel-Bärlauch-Paratha (für 2 Personen als Hauptspeise):

250 g Mehl
½ Salz
½ TL zerlassenes Ghee (oder normale Butter)
150 ml Wasser
300 g gekochte Pellkartoffeln
10 mittelgroße Blätter Bärlauch (andere Kräuter gehen hier natürlich auch)
½ TL gehackte Chili
½ TL gemahlener Koriander
Pfeffer
Pflanzenöl

1. Mehl und Salz vermischen und dann mit Ghee und Wasser zu einem geschmeidigen Teig verkneten. 10 Min. ruhen lassen.

2. Die Kartoffeln schälen und in einer Schüssel zerdrücken. Den Bärlauch waschen und fein hacken. Zusammen mit Chili, Koriander und etwas Pfeffer unter den Kartoffelbrei rühren.

3. Aus dem Teig acht gleich große Kugeln formen. Jeweils eine Kugel mit ordentlich Mehl zu einem runden Fladen (∅20 cm) ausrollen. Einen EL von der Kartoffelmasse in die Mitte setzen und dann nach oben hin so zusammenfalten, dass ein Beutel entsteht. In der Mitte zusammendrücken, dann mit den Händen vorsichtig zu Fladen von etwa ∅ 15 cm pressen. Wenn dabei etwas Kartoffelmasse herausquillt, ist das nicht weiter schlimm, die Reste einfach oben auf dem Teig festdrücken.

4. 1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Paratha darin von beiden Seiten knusprig braun braten. Dabei die Fladen ruhig mit dem Pfannenwender noch etwas flachdrücken.

5. So schnell wie möglich servieren oder warm halten, bis alle acht Parathas fertig sind. Zusammen mit dem Gurkensalat servieren.

Tipp: Gut passt dazu auch Chutney oder Relish.

Kartoffel-Bärlauch-Paratha und Gurkensalat mit Kräuter-Nuss-Gremolata Rezept-4

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Apfel-Zucchini-Schoko-Gugelhupf Rezept Feed me up before you go-go-1

… macht die Seele frisch und frei. Kürzlich sagte mir jemand, dass 2015 sicher das große Jahr der Veränderungen sei. Kann schon sein, zumindest gibt sich der Mai jetzt schon alle Mühe, beginnt er doch für mich mit einem neuen Job und endet mit einer langen Reise. Doch so schön und aufregend Veränderungen auch sind und so gern ich mich kopfüber in sie hineinstürzen würde, pikst mich beim Gedanken an das Neue, Unbekannte und Unkalkulierbare auch immer etwas Mulmiges in den Magen, das Unsicherheiten offenlegt und Zweifel schürt. Mich nach Vertrautem und Bewährtem sehnen lässt, wie einem Kuchen, von dem man weiß, dass er ganz sicher gelingt und ganz sicher schmeckt. Ganz banal und doch so wirksam.

Apfel-Zucchini-Schoko-Gugelhupf Rezept Feed me up before you go-go-5

Apfel-Zucchini-Gugelhupf mit Minzzucker (für eine Gugelhupfform):

Für den Teig
200 g weiche Butter + etwas mehr zum Einfetten
250 g Zucchini
1 Apfel
250 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
Salz
5 Eier
300 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
2 EL Backkakao

Für den Kuchenguss
200 g Puderzucker
2 EL Zitronensaft
1-2 EL Milch
Die Blätter von ca. 3 Stielen Minze
1 EL Zucker

1. Eine Gugelhupfform mit etwas Butter (oder Öl) einfetten. Den Backofen auf 175°C vorheizen. Zucchini und Apfel waschen und raspeln. 200 g Butter, Zucker, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer Schüssel mit dem Handrührer cremig rühren. Die Eier trennen. Eigelb nacheinander unterrühren. Mehl, Backpulver und Kakao mischen und unterrühren. Zucchini und Apfel hinzufügen. In einer zweiten Schüssel das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unter die Kuchenmasse heben.

2. Den Teig in die Gugelhupfform füllen. Im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 80 Min. backen, bis bei der Stäbchenprobe kein Teig mehr kleben bleibt. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und in der Form ca. 30 Min. abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

3. Für den Guss Puderzucker, Zitronensaft und Milch zu einer dickflüssigen Glasur anrühren. Für den Minzzucker die Minzblätter zusammen mit dem Zucker in einem Mörser zerstoßen. Den Guss mit einem Löffel oder einem Pinsel auf dem Kuchen verteilen. Den Minzzucker sofort darüberstreuen und den Guss trocknen lassen.

Tipp: Falls der Kuchen im Ofen zu schnell braun wird, mit Alufolie abdecken und fertig backen.

Nach einem Rezept aus der Lecker Bakery. Und keine Angst – der Kuchen schmeckt nicht nach Gemüse! Die Zucchini verleiht dem Gugelhupf nur eine ordentliche Portion Saftigkeit.

Apfel-Zucchini-Schoko-Gugelhupf Rezept Feed me up before you go-go-3

Apfel-Zucchini-Schoko-Gugelhupf Rezept Feed me up before you go-go-4

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Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Granatapfel, Dill Rezept-3-2

Einem unbekannten Land, einer noch fremden Kultur nähert man sich wohl am einfachsten über das Essen. Wenn man in die Gerüche und Aromen, die ganz eigene Kombination der Lebensmittel und die speziellen Zubereitungstechniken eintaucht, erfährt man idealerweise nicht nur etwas über kulinarische Besonderheiten, sondern tastet sich zugleich an die Menschen hinter den Gerichten und die historischen Einflüsse, die das Land und seine Esskultur geprägt haben, heran.

Im Callwey Verlag ist gerade ein Buch erschienen, das mich auf schönste Weise ein Land, in dem ich noch nie war, förmlich erschmecken, riechen und spüren lässt: “Zu Gast in Marokko. Verführerische Rezepte einer kulinarischen Reise” begleitet den australischen Food- und Lifestyle-Fotografen Rob Palmer und seine Frau Sophia – eine gebürtige Marokkanerin – auf ihrer kulinarischen Reise durch das farbenprächtige und kontrastreiche Marokko. Und da heute Welttag des Buches ist, könnt auch ihr die beiden vielleicht schon bald auf ihrer Reise begleiten, denn der Callwey Verlag hat uns freundlicherweise ein Exemplar zur Verfügung gestellt, das wir an euch verlosen dürfen. … Aber worum gehts eigentlich genau?

Worum gehts?

Begleitet von persönlichen Anekdoten, eindrucksvollen Fotografien und landestypischen Gerichten, nehmen uns Rob und Sophia Palmer auf 288 Seiten mit durch die Küchen Marokkos. Ihre Reise beginnt in Marrakesch und führt sie durch moderne Städte und entlegene Dörfer, an die Küste, durch die Wüste und ins Gebirge. Die beiden bieten ihren LeserInnen gleich zwei Perspektiven. Sophia sieht das Land aus einer Innenperspektive – sie spricht die Sprache, kennt die Menschen und viele Gerichte rufen Erinnerungen an ihre Kindheit wach. Dank ihrer Herkunft und familiären Kontakte werden so Einblicke in die marokkanische Esskultur gewährt, die “normalen” TouristInnen vermutlich verwehrt bleiben. Rob dagegen nähert sich mit neugierigem Blick einer ihm unbekannten Kultur, fremden Sitten und kulinarischem Neuland. Dieser sehr persönliche Ansatz macht das Buch zu sehr viel mehr als einem klassischen Kochbuch – “Zu Gast in Marokko” ist vielmehr eine kulinarische und kulturelle Entdeckungsreise durch Marokko.

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Aufbau & Optik

Schon allein Optik und Haptik machen “Zu Gast in Marokko” zu etwas Besonderem. Die aufwendige Aufmachung sticht sofort ins Auge und begeistert ab dem ersten Moment. So ziert das Cover ein geprägtes Mosaikmuster, das einen dazu verleitet, das Buch auf der Stelle in die Hand nehmen zu wollen. Dazu kommen viele schöne Kleinigkeiten, wie ein tolles strukturiertes Vorsatzpapier, ein extrabreites Lesebändchen und kleine eingeklebte Einlegeblätter mit Exkursen zu persönlicheren Berichten.

Das Buch beginnt mit einem Rückblick auf die kulinarische Geschichte des Landes, in dem die vielen verschiedenen Einflüsse benannt werden, die die kulinarische Identität Marokkos bis heute prägen. Darüber hinaus erzählt das Autorenteam von der Entstehung des Buchprojekts, der Herausforderung, die Rezepte zusammenzutragen (denn kaum eine/r möchte zugeben, nach Rezept zu kochen) und von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der MarokkanerInnen. Persönliche Anekdoten, Ausschnitte aus dem Reisetagebuch oder Kindheitserinnerungen verleihen dem Buch einen Reisebericht-Charakter, der sich auch im Anhang fortsetzt. Dort findet sich neben einem Glossar der wichtigsten marokkanischen Lebensmittel und Begriffe gleich noch eine praktische Liste mit Tipps zu Unterkünften. Das ist auch bitter nötig, denn nach dem Durchblättern möchte man am liebsten einen Flug nach Nordafrika buchen! Die stimmungsvollen Fotografien tun ihr Übriges und lassen einen regelrecht die exotischen Düfte auf dem Gewürzmarkt riechen, den Lärm auf dem Basar hören und die Hitze der Wüstensonne auf der Haut zu spüren. Für VegetarierInnen sind manche Bilder allerdings auch eine Herausforderung. Eine Text-/Bildstrecke zur Schlachtung eines Lammes ist nichts für Zartbesaitete, macht das Buch aber authentisch.

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Die Rezepte

Die marokkanische Küche ist geprägt durch Kolonialismus und Immigration – unterschiedlichste Aromen, Gewürze und Kochtechniken erhielten über Jahrhunderte Einzug in das Land und kreierten eine Küche, die vielfältig, kontrastreich und farbenfroh ist. Diese Vielfalt spiegelt sich natürlich auch in den hier versammelten Rezepten wider. Traditionelle marokkanische Familienrezepte treffen auf moderne Umsetzungen mit internationalem Einschlag: Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Erdbeer-Apfel-Zimt-Suppe, in Honig geröstete Feigen mit Labneh-Mandel-Bällchen, Rindfleisch-Tajine mit Datteln und Walnüssen … Die Rezepte sind nicht nach Vor-, Haupt- oder Nachspeisen gegliedert, sondern folgen der Reise der beiden, zeigen regionale Spezialitäten und Besonderheiten und werden immer mit bestimmten Situationen, Geschichten und Menschen verknüpft. Insgesamt kommt die Auswahl der Rezepte sehr fleisch- und meeresfrüchtelastig daher, was mich als Vegetarierin in diesem Fall jedoch kaum stört, erfährt man doch dazu so viel Hintergründe und Interessantes rund um die Gerichte.

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Fazit: Wir kommen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus! “Zu Gast in Marokko” ist viel mehr als ein Kochbuch. Auf sehr persönliche Weise nimmt das Autorenteam die LeserInnen mit auf eine bunte und spannende kulinarische Entdeckungsreise durch das Land und die Kochtöpfe Marokkos. 5 von 5 Salzzitronen.

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“Zu Gast in Marokko. Verführerische Rezepte einer kulinarischen Reise”

Callwey Verlag, München 2015

39,95 €

ISBN: 978-3-7667-2143-3

Vielen Dank an den Callwey Verlag, der uns ein Rezensions- und Verlosungsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Und so könnt ihr ein Exemplar von “Zu Gast in Marokko” gewinnen:

Pünktlich zum 23. April möchten wir als literaturaffiner Haushalt auch in diesem Jahr auf den Welttag des Buches aufmerksam machen. Mit der schönen Aktion “Blogger schenken Lesefreude” feiern Dagmar und Christina bereits zum dritten Mal die Lust am Lesen und Blättern. Über 1000 literatur- und buchbegeisterte BloggerInnen verlosen heute im Rahmen dieser Aktion ausgewählte Bücher – von Romanen über Ratgeber bis hin zu Kochbüchern ist dabei so ziemlich alles vertreten. Und auch wir möchten unsere Lesefreude und die Begeisterung für das hier vorgestellte Buch mit euch teilen!

So könnt ihr teilnehmen:

Edit 01.05.2015: Wow, so viele Kommentare! Vielen Dank für eure Teilnahme und eure spannenden Antworten! Die Glücksfee (sprich random.org) hat eine Gewinnerin ausgespuckt. Über ein Exemplar von “Zu Gast in Marokko” darf sich Carolin aus Köln freuen, die folgenden Kommentar hinterlassen hat:

Alles was in die Richtung “Orientalisch” geht reizt mich momentan sehr. Marokko steht also mit auf der Liste, aber eben auch türkische Küche etc.

Daumen drücken, das Buch würde meine Sammlung wirklich grandios ergänzen und wäre eine schöne Gelegenheit mal wieder ein paar Freunde zu einem Themenabend einzuladen. :)
Liebe Grüße aus Köln
Carolin

Herzlichen Glückwunsch, liebe Carolin! Wir wünschen dir viel Freude mit dem Buch und beim Nachkochen! Eine E-Mail wird sich gleich auf den Weg zu dir machen – bitte lass uns deine Adresse zukommen, damit das Buch schon bald den Weg zu dir finden kann!

Hinterlasst einfach bis Mittwoch, 29.04.2015, 23.59 Uhr einen Kommentar unter diesem Beitrag, in dem ihr uns verratet, welches Land ihr gerne mal kulinarisch erkunden würdet.

Mitmachen kann jede/r (mit oder ohne Blog) mit einer Adresse in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Bitte hinterlasst im entsprechenden Feld eure E-Mail-Adresse (die ist natürlich nur für uns sichtbar) und einen Namen, damit wir euch kontaktieren können, falls ihr gewonnen habt. Den oder die Gewinner/in werden wir über random.org auslosen und hier am 01.05.2015 verkünden. Der Rechtsweg ist selbstverständlich ausgeschlossen.

Wir sind übrigens nicht die Einzigen, die sich in das Buch verliebt haben und es heute verlosen – auch bei Diana von Essen auf den Tisch habt ihr die Chance, das Buch zu gewinnen!

Falls ihr außerdem noch einen unerlässlichen Buchtipp für uns parat habt, freuen wir uns natürlich auch! In diesem Sinne: keep on reading!

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Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Granatapfel, Dill Rezept-4-2

Der folgende Salat brauchte ganze fünf Anläufe. Nicht etwa, weil er so schwierig zuzubereiten oder das Rezept nicht stimmig wäre, sondern weil die Kombination aus Fenchel, Blutorangen, Avocado, Granatapfel und Dill so lecker ist, dass wir ihn unbedingt mit euch teilen wollten. Mit Fotos versteht sich. Doch genau da lag das Problem. Nach dem ersten Probeessen und den Salat für gut befinden (an mehr als ein farblich fragwürdiges Instagram-Bildchen war spät abends nicht zu denken), folgten vier weitere Einkäufe, mit der Absicht, den Fenchel-Blutorangen-Salat blogtauglich zu fotografieren. Doch sämtliche Versuche scheiterten – von fehlender “Ach, jetzt isses doch schon wieder 20.30 Uhr, dunkel draußen, stürmt und schneit”-Lichtquelle bis mangelnder Selbstbeherrschung (“Boah, ich bin so hungrig und sterbe, wenn ich nicht sofort die ganze Schüssel aufesse!”) und sich erst sonntags bemerkbar machender Einkaufsdemenz (“Ich könnte schwören, dass ich einen Granatapfel gekauft habe!!!”) war so ziemlich alles dabei.

Gut, dass es uns nicht mit allen Gerichten so geht, das würde die (ohnehin gerade etwas leidende) Blogpostfrequenz doch deutlich verringern. Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich fünf! Und obwohl uns der nordafrikanisch anmutende Salat nun mehrere Wochen begleitet hat, haben wir ihn auch nach dem fünften Mal noch nicht über und werden ihn sicher schon bald wieder kredenzen. Ich denke, das spricht eindeutig für den Salat!

Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Granatapfel, Dill Rezept-1

Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Granatapfel und Dill (als Hauptspeise für 2 Personen):

1 Fenchelknolle
5 Radieschen
3 Blutorangen
1 Avocado
½ Granatapfel
2-3 Zweige Dill

Für das Dressing:
2 EL frisch gespresster Blutorangensaft
2 EL Olivenöl
1 TL Dijonsenf
Meersalz, Pfeffer

1. Den Fenchel waschen, längs halbieren, den Strunk entfernen und in schmale Streifen schneiden. Die Radieschen waschen und in dünne Scheiben schneiden. Die Blutorangen schälen, ringsum das Weiß entfernen und die Orangen in Scheiben schneiden. Die Avocado schälen und in Spalten schneiden. Die Kerne des Granatapfels auslösen. Den Dill waschen, trocken schütteln und die Spitzen abzupfen.

2. Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel miteinander verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

3. Die geschnittenen Zutaten für den Salat in eine große Schüssel geben, das Dressing darübergießen und vorsichtig durchheben.

Fenchel-Blutorangen-Salat mit Avocado, Granatapfel, Dill Rezept-2-2

Das Rezept für den Fenchel-Blutorangen-Salat stammt übrigens aus dem ganz wunderbaren Buch “Zu Gast in Marokko. Verführerische Rezepte einer kulinarischen Reise“, das vor Kurzem im Callwey Verlag erschienen ist. Eine ausführliche Buchvorstellung folgt hier in der kommenden Woche. Heute verraten wir euch jedoch schon, dass ihr das Buch ab nächsten Donnerstag sogar gewinnen könnt. Am 23.04. ist Welttag des Buches und auch in diesem Jahr nehmen wir wieder an der schönen Aktion “Blogger schenken Lesefreude” teil, in deren Rahmen wir diesmal ein Exemplar von “Zu Gast in Marokko” verlosen. Alle Infos dazu findet ihr hier ab dem 23.04. – wir freuen uns natürlich, wenn ihr uns dann wieder besucht!

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Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-5

Ein All-you-can-eat-Angebot für Fleisch? In einem Hotelrestaurant? Eigentlich müsste man spätestens jetzt skeptisch werden und sich fragen, ob es sich dafür wirklich lohnt, in den Schwabinger Norden zu fahren. Allerdings ist das grill 93 nicht irgendein Hotelrestaurant, sondern das Steakhouse des Münchner Marriott, in dem mit Küchenchef David Seidel und Souschef Martin Gruß zwei außergewöhnliche Köche hinter Herd und Grill stehen. Vom Können des Teams konnte ich mich schon im letzten Jahr überzeugen, und anlässlich der Neueröffnung des Restaurants wurde ich zusammen mit einigen anderen BloggerInnen und JournalistInnen erneut eingeladen. Einen ganzen Abend lang bekommen wir einen ausführlichen Einblick in das neue Konzept, können uns einmal quer durch die Speisekarte probieren und dürfen sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen.

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Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-3

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-4

Im Hotel angekommen, gibt es zum Einstieg einen Prime Time – einen Drink mit Amaretto, Orangensaft und einem ordentlichen Schluck Slyrs Whisky. Entsprechend gut ist die Laune, als wir alle gemeinsam in die Küche geführt werden und dort eine Überraschung auf uns wartet: Um das Anrichten der Vorspeise “dürfen” wir uns nämlich selbst kümmern. Dummerweise besteht der Teller nicht aus zwei bis drei, sondern eher 15 bis 20 Komponenten, die wir gemäß eines Beispieltellers anrichten sollen. Wenige Minuten braucht der Souschef normalerweise für eine Portion, bei uns dauert es etwas länger, bis wir in Teamarbeit inmitten des laufenden Betriebs (zum Glück hat keiner was dagegen, dass wir heimlich Süßkartoffelpommes klauen …) die Teller hergerichtet haben. Zur Belohnung dürfen wir in den Gastraum und uns an Ente mit Rhabarber und Wurzelgemüse gütlich tun. Das Gericht ist Teil des saisonalen Angebots, das immer wieder wechselt und nicht unbedingt dem klassischen Steakhouse-Klischee entspricht.

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-10-1

Copyright: Vicky Klieber / http://www.thegoldenbun.com

Grill 93 München Marriott Steakhouse-1

Wer dagegen die volle Ladung vom Grill serviert bekommen möchte, greift lieber zum zweiten Bestandteil des kulinarischen Konzepts: Prime Time nennt sich das Angebot, das hochwertige – und entsprechend nicht ganz günstige – Grillgerichte bietet. Dry-Aged-Steak, Hummer und Fisch stehen zur Auswahl und werden jeweils mit Gemüse und einer Beilage serviert (23-50€). Mehr als gelungen ist die Forelle, die butterzart von den Gräten fällt und mit Kräutern gefüllt ist. Von den Beilagen finden bei uns am Tisch insbesondere die mit geschmorten Zwiebeln verfeinerten Rosmarinkartoffeln großen Anklang.

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-11

Da man im Marriott aber auch andere Gäste ansprechen möchte, gibt es als dritten Bestandteil der neuen Karte das “All you can (m)eat”-Menu. Hier kommen etwas günstigere, aber dennoch hochqualitative Fleischsorten auf den Tisch und werden auch mal ganz unprätentiös als Schmorgericht zubereitet. Für ca. 25€ kann man dann essen, bis die Hose platzt, und Kinder bis zwölf Jahre essen sogar kostenfrei. Die Idee dahinter ist, dass man als Gruppe kommt, jede/r ein anderes Gericht bestellt und diese dann in der Mitte des Tisches serviert werden. So kann man überall probieren und der Restaurantbesuch wird zur großen Potluck-Party. Da sich David Seidel und sein Team natürlich auch hier voll reinhängen, steht die Qualität der Zubereitung dem Prime-Time-Angebot in nichts nach. Zudem findet sich auch mal Ungewöhnliches auf der Karte, wie die geschmorten Kalbsbäckchen – ein echtes Soulfood und besondere Leibspeise von Souschef Martin Gruß. Kann ich gut verstehen, denn das perfekt gegarte Fleisch zerfällt praktisch im Mund.

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Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-6

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-9

Abgerundet werden alle Gerichte durch eine Salz- und Kräuterstation. Dort haben alle Gäste die Möglichkeit, sich mit einem kleinen Mörser eine eigene Salzmischung zusammenzustellen. Es stehen verschiedene Salze, Kräuter und Gewürze zur Auswahl, mit denen man seinem Stück Fleisch die ganz persönliche Note verleihen kann. Solche Kleinigkeiten zeigen ganz gut, dass hier nicht einfach nur auf den aktuellen High-Price-Fleischzug aufgesprungen werden soll, sondern vielmehr mit Liebe gegrillt und bewirtet wird.

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-7

Fazit: Wer Lust auf gutes Fleisch hat, aber von der Sehen-und-gesehen-werden-Atmosphäre der zahlreichen Grillrestaurants der Münchner Innenstadt abgeschreckt wird, sollte den Weg nach Schwabing auf sich nehmen. Das Team um David Seidel kocht auf einem hohen Niveau und das nicht nur zu abgehobenen Preisen. 5 von 5 gegrillten Hummern.

grill 93 im Marriott Hotel
Berliner Strasse 93
80805 München

Vielen Dank an das Team vom Marriott München, die mich zu diesem informativen und leckeren Abend eingeladen haben. Meine Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Frühstücken München Stenz-7

“Eh, wo ist es denn out momentan? … Goetheplatz, genau! Südliche Lindwurmstraße. Harras, genau!” Anfang der 80er Jahre kommt der Münchner Stadtteil Sendling in der Serie Monaco Franze nicht besonders gut weg. Auch heute ist die Gegend zwischen Lindwurmstraße und Harras nicht gerade als Zentrum des Hipstertums bekannt. Dabei verstecken sich gerade in Untersendling eine ganze Reihe von hervorragenden kleinen Restaurants, Imbissen und Cafés, für die es sich lohnt, in die U3 oder U6 zu steigen. Im letzten Jahr wurde die Gegend um ein weiteres nettes Lokal bereichert. Morgens Café, mittags Deli, abends Bar – der Stenz in der Lindwurmstraße will sich nicht festlegen und muss es auch gar nicht, denn das Konzept scheint bestens aufzugehen.

Frühstücken München Stenz-6

Fruehstuecken in Muenchen Stenz-4

Betritt man den Stenz, wird man sofort von seinem gemütlichen Café-Charme bezirzt – die Einrichtung hell und farbenfroh, modern mit einem Hauch Omaflair, eine gut befüllte (und ausschauende) Kuchentheke (ich sage nur Kaiserschmarrntorte!!!), dazu der Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Wirft man einen Blick hinter die Theke, tritt dagegen der Bar-Charakter des Ladens zutage. Dort reihen sich feine bayrische Spirituosen und Limonaden, die sich größtenteils auch in unserer Hausbar tümmeln: Slyrs, Simon’s Gin, Hopster, Aqua Monaco. Spätestens hier fällt der Fokus aufs Regionale auf. Allein der Name “Stenz” deutet ja schon auf eine enge Verbundenheit zu München hin, und das spiegelt sich auch im kulinarischen Konzept des Ladens wider. Die Speisekarte ist klein, aber fein, mit wechselnden Gerichten, die sich am regionalen und saisonalen Angebot orientieren (und natürlich bio sind). Für die Panini wird z.B. ordentliches Bauernbrot verwendet und aktuell steht natürlich Bärlauch ganz oben auf der Liste der Zutaten. Positiv fällt auch das umfangreiche vegetarische Angebot auf.

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Da wir zum Frühstücken gekommen sind, fällt die Wahl etwas leichter und wir entscheiden uns für das “Elli und Stenz”-Frühstück” für zwei Personen (17,90€). Serviert wird unsere Bestellung hübsch angerichtet in zwei Holzboxen, in denen sich ein abwechslungs- und umfangreiches Angebot versteckt: Neben zwei kleinen frisch gepressten Karotte-Orangen-Säften finden wir darin zwei gegrillte Panini (vegetarisch mit Käse, Birne und Rucola sowie mit Käse, Schinken, Tomate und Rucola), die wunderbar kross und extrem lecker sind. Zwei Gläser Rührei mit Tomaten und Kresse, zwei kleine Croissants mit Butter und Pfirsichmarmelade, ein großes Glas Joghurt mit Haferflocken und ein kleines Gläschen Joghurt mit Fruchtkompott. Alles schmeckt hervorragend und ist gut abgestimmt, nur beim Ei müssen wir ein wenig nachwürzen. Latte Macchiato (3,30€) und Cappuccino (auch um die 3€) sorgen für die längst überfällige Koffeinzufuhr, die wir zu Hause dank der sich in Reparatur befindlichen Kaffeemaschine schmerzlich vermisst haben.

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Der eigentliche Plan, uns nach dem Frühstück noch auf mindestens eins der von den Kuchentratsch-Omas (die gerade übrigens ein Crowdfunding laufen haben) gebackenen Kuchenstücke zu stürzen, scheitert leider an akuter Übersättigung. Dabei hätten wir die Kaiserschmarrntorte wirklich zu gerne probiert, haben nun aber zumindest eine Ausrede, möglichst bald wieder in der Lindwurmstraße vorbeizuschauen.

Wer sich übrigens ein wenig Stenz mit nach Hause nehmen möchte, kann das im caféeigenen Shop tun. Dort gibt es schöne kleine Mitbringsel wie Osterkörbchen, kleine Schnaps- und Likörfläschchen, Wein, Schokolade, Marmelade & Co. Natürlich alles aus der Region.

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Fazit: Der Stenz bereichert Sendling um ein hübsches kleines Lokal, das tolle Alternativen zu den andernorts üblichen Frühstücksoptionen bietet und das auch noch zu sehr humanen Preisen. Wir können euch nur ermutigen, den Weg über die Poccistraße hinaus in “unsere” Hood auf euch zu nehmen, denn es lohnt sich sicher nicht nur zum Frühstücken! Die ganz Mutigen können nach dem reichhaltigen Frühstück auch noch zehn Minuten in Richtung Süden laufen und den Vormittag im Westpark ausklingen lassen. Dort findet ihr uns dann auf der Wiese mit einem Stück Kaiserschmarrntorte! 5 von 5 Franzl.

Stenz
Lindwurmstraße 122
80337 München

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Nordafrikanischer Burger mit Couscous- und Hühnchen-Patty Rezept Feed me up before you go-go-1

Die Idee zu diesem Burger spukte schon eine ganze Zeit in meinem Kopf herum. Ein Burger, der Geschmacksrichtungen und Zutaten der nordafrikanischen Küche aufnimmt und zwischen zwei Brötchenhälften presst, Gewürze wie Zimt und Kreuzkümmel integriert, Kräuter wie Minze und Petersilie unterbringt und natürlich die würzige Schärfe von Harissa mit dem typischen Burgergefühl verbindet. Auch Salzzitronen haben wir versucht unterzubringen, jedoch konnten sie uns beim Experimentieren nicht ganz als Belag überzeugen. Herausgekommen ist am Ende jedoch ein köstlicher Burger, der sowohl in der Variante mit Hühnchen als auch mit den veganen Couscous-Kichererbsen-Patties ganz hervorragend schmeckt. Wenn ihr die restlichen Kichererbsen gleich verwenden wollt, könnt ihr außerdem noch eine kleine Portion Hummus machen und diese ebenfalls auf den Burger streichen.

Nordafrikanischer Burger mit Couscous-Patty und Hühnchen Rezept Feed me up before you go-go-1

Der nordafrikanisch angehauchte Burger ist für mich auch eine gute Gelegenheit, um über das Kochen im 21. Jahrhundert nachzudenken. Nicht dass die Globalisierung der Küche eine Erfindung der letzten 20 Jahre wäre – der Buchtipp von mir als Historiker dazu ist Jürgen Osterhammels überwältigende 1200-Seiten-Globalgeschichte des langen 19. Jahrhunderts -, aber der Siegeszug des Internets hat nationale Grenzen in kulinarischer Hinsicht noch einmal durchlässiger werden lassen. Auch ohne eine riesige Kochbuchsammlung habe ich heute Zugriff auf die Geheimnisse indischen Currys, kann mir anlesen, welche Gerichte für Ecuador typisch sind oder wie in Südafrika gegrillt wird. Auch der kleine Hype um die peruanische Küche im vergangenen Jahr ist ohne diese digitale Entgrenzung kaum vorstellbar.

Während die kulinarischen Geschmäcke offener werden, bestürzt es mich zu sehen, dass diese Offenheit oftmals nicht für die Menschen hinter den Gerichten gilt. Döner ja, aber bitte ohne türkische Einwanderer (dass es sich bei den Menschen hinter der Theke um deutsche Staatsbürger handeln könnte, kommt manchem auch nicht in den Sinn). Asiatische Fusion-Küche? Klar, aber bitte nur von perfekt deutschsprechenden und arbeitstüchtigen Musterimmigranten zubereitet. Wer also meint, Deutschland werde von einer “Flutwelle” bedroht, glaubt die eigene Existenz sei durch “Wirtschaftsflüchtlinge” gefährdet oder behauptet, dass sich hinter jedem muslimischen Asylantrag ein frauenhassender Terrorist verbirgt, sollte auch kein Anrecht auf eine internationale Küche haben! Bleibt doch bei Klößen, esst euren Schweinebraten (wahrscheinlich wird der eh bald verboten, oder?) und freut euch über das gute “deutsche” Schwarzbrot. Wir dagegen hoffen, dass unsere Gesellschaft sich auch in Zukunft verändert und sie so abwechslungsreich und global wird, wie es unsere Essgewohnheiten meist schon sind!

Nordafrikanischer Burger mit Couscous-Patty und Hühnchen Rezept Feed me up before you go-go-2

Nordafrikanischer Burger mit Couscous-Patty und Hühnchen Rezept Feed me up before you go-go-5

Nordafrikanische Burger mit Couscous-Kichererbsen- oder Hühnchen-Patties (für 4 vegetarische oder 4 Hühnchen-Burger):

Für die Soße:
6 EL Tomatenmark
1 EL Sherry
Saft von einer ½ Zitrone
1 EL Honig
2-3 TL Harissa
½ TL Zimt
½ TL Kreuzkümmel
½ TL Paprikapulver
2 EL Wasser
Ggf. 1-2 Tropfen Liquid Smoke
Salz, Pfeffer

Alle Zutaten in einer Schüssel verrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer es schärfer möchte, erhöht einfach die Harissamenge.

Für die veganen Couscous-Kichererbsen-Patties:
125 g Coucous
250 ml Gemüsebrühe
1 kleine rote Zwiebel
150 g gekochte Kichererbsen (Dose oder selbst gekocht)
2 EL Tahinpaste
1 EL Semmelbrösel
Gewürze nach Geschmack (z.B. Kreuzkümmel, Zimt, Paprika, Koriander, Ingwer)
Salz, Pfeffer

Den Couscous in einer Schüssel mit der heißen Gemüsebrühe übergießen, verrühren und 5 Min. quellen lassen. In der Zwischenzeit die Zwiebel sehr fein würfeln. Die Kichererbsen mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer grob zerdrücken (es sollten noch Stücke erkennbar sein). Zusammen mit den restlichen Zutaten unter den fertig gequollenen Couscous mischen, mit Gewürzen, Salz und Pfeffer abschmecken und zu einer formbaren Masse kneten. Bis zum Anbraten in den Kühlschrank stellen.

Für die Hühnchen-Patties:
480 g Bio-Hühnerbrust
1 Knoblauchzehe
12 Blätter Minze
12 Blätter Petersilie
¾ TL Harissa
Salz, Pfeffer

Das Fleisch grob würfeln, dann mit einer Küchenmaschine klein hacken (oder einfach durch den Fleischwolf jagen). Knoblauch und Kräuter sehr fein hacken und zusammen mit Harissa und etwas Salz und Pfeffer gründlich mit dem Fleisch vermischen. Aus der Masse vier Patties formen und diese bis zum Anbraten im Kühlschrank lagern.

Für den Rest:
4 Burgerbrötchen (wir vertrauen immer noch auf die großartigen Brioche-Buns von HighFoodality, die sich übrigens auch hervorragend einfrieren lassen!)
½ Zucchini
½ Aubergine
Olivenöl
Salz, Pfeffer
¼ Kopf Salat
Jeweils eine Handvoll Minze und Petersilie
1 rote Zwiebel
100 g Feta

1. Den Ofen auf Grillfunktion stellen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Zucchini längs in dünne Streifen schneiden. Die Aubergine in runde, dünne Scheiben schneiden. Das Gemüse auf dem Blech verteilen, mit Olivenöl bepinseln und mit Salz und Pfeffer würzen. Unter dem Grill ca. 10 Min. (bis das Gemüse gut gebräunt ist) garen. Bis zur Verarbeitung im Ofen warm halten.

2. Salat und Kräuter waschen, trocken schütteln. Salatblätter grob zerpflücken und mit den Kräutern vermischen. Die Zwiebel in Ringe schneiden. Den Feta längs teilen und dann vierteln.

3. Für den vegetarischen Burger aus der gekühlten Couscous-Masse vier Patties formen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Patties von beiden Seiten knusprig anbraten. Für die fleischige Variante die Hühnchen-Patties aus dem Kühlschrank holen und in einer Pfanne mit Olivenöl bei mittlerer Hitze von beiden Seiten anbraten. Währenddessen die Buns aufschneiden (wer mag, toastet sie vorher noch kurz an) und auf beiden Seiten mit der Harissasoße bestreichen.

4. Die Burger mit Zwiebelringen, Patty, Feta, gegrilltem Gemüse und Salat belegen. Reinbeißen und debil grinsend in den Burgerhimmel abheben!

Nordafrikanischer Burger mit Couscous- und Hühnchen-Patty Rezept Feed me up before you go-go-3

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Cape Cod kulinarisch Food Guide USA Ostküste-2

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Tja, Kofferpacken war noch nie meine Stärke. Ich reise grundsätzlich mit mindestens acht Kilo zu viel. Die Hälfte des Kofferinhaltes findet meist keine Verwendung. Aber das kann man ja vorher NIE ahnen …! Bis zum nächsten Packen sind es zum Glück noch einige Wochen, aber während wir uns schon so langsam auf unsere Reise vorbereiten und es kaum noch erwarten können, nehmen wir euch noch einmal mit auf einen kulinarischen Ausflug an die Ostküste der USA.

Nach fünf Tagen Großstadttrubel, Sightseeing, Shopping und Foodhopping durch Brooklyn und Manhattan sehnen wir uns nach etwas Ruhe und Natur. So schön und aufregend New York auch ist, die Stadt schlaucht einen schon immer ein wenig. Knapp 400 km nördlich von New York bietet die nur über drei Bücken erreichbare Halbinsel Cape Cod eine Ansammlung von wunderschönen Stränden, Naturschutzgebieten, Leuchttürmen und malerischen Ortschaften, die eine für US-amerikanische Verhältnisse ziemlich lange Geschichte vorweisen können. Auch kulinarisch hat die Halbinsel in Massachusetts einiges zu bieten, daher folgen hier unsere Food-Tipps für Cape Cod:

Sandwich

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{Café Chew} Das Frühstück entwickelt sich auf dieser Reise definitiv zu unserer liebsten Mahlzeit des Tages, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass die amerikanischen Varianten so anders, so abwechslungs- und umfangreich (und einfach pervers lecker) daherkommen. Auch das nette Café Chew in Sandwich kann mit einer üppigen Frühstückskarte punkten. Wir nehmen draußen auf der hübschen Sonnenterrasse Platz, schlürfen guten italienischen Kaffee (2$) und warten gespannt auf unsere Bestellung: Breakfast #2 mit Rührei, Kräuter-Kartoffeln, hausgemachtem Cranberry-Pecan-Toast, Marmelade und frischem Obst (6,50$) sowie Huevos Rancheros mit Spiegelei, schwarzen Bohnen, Tomaten-Koriander-Salsa, Cheddar und Sour Cream auf einer Tortilla (8,25$). Beides sieht auf dem Teller noch leckerer aus, als es ohnehin schon klang. Besser kann man einfach nicht in den Tag starten! Café Chew //
4 Merchants Road, Sandwich, MA.

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{Marshland} Auch der nächste Morgen hält für uns ein üppiges Frühstück bereit. Kein Hipster-Ambiente, kein Soy Latte, sondern klassisch amerikanisches Diner-Feeling verspricht das Marshland. Und genau das brauchen wir an diesem Morgen! Wir sitzen an der Theke, beobachten die Einheimischen beim Zeitunglesen und lassen uns in regelmäßigen Abständen unsere Kaffeebecher (2,80$) von der netten Bedienung auffüllen. Touristen scheint es hier nicht so oft hinzuführen, denn wir fallen auf und werden sofort gefragt, woher wir kommen. Die Speisekarte ist jedoch viel kreativer, als das traditionelle Ambiente vermuten lässt und bietet tolle und moderne Varianten klassischer amerikanischer Frühstücksperversitäten. Wir bestellen Süßkartoffel-Pancakes mit Granola und Karamell (5,99$) sowie Erdbeer-Streusel-French-Toast mit Himbeersoße (7,99$). Klingt pervers? Das ist es auch! Und dabei richtig gut! Fluffig, frisch und genau das Richtige für einen langen Tag in der Natur. Marshland // 109 Route 6A, Sandwich, MA.

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{Tavern im Dan’l Webster Inn} Im Untergeschoss des hübschen Dan’l Webster Hotels befindet sich die rustikale Taverne, die eine derart spannende Speisekarte bereithält, dass es schwerfällt, sich für ein Gericht zu entscheiden. Dass sich hinter der viktorianischen Hotelfassade so ausgefallene Speisen verbergen würden, hätten wir nie vermutet. Wahrscheinlich wären wir auch nie auf die Idee gekommen, dort essen zu gehen, hätte uns unser AirBnb-Host nicht den Tipp gegeben. Die erste Überraschung kommt bereits mit dem Pumpkin Ale (5,50$), das hier tatsächlich mit Zimt-und-Zucker-Rand serviert wird und entgegen vorheriger Skepsis wirklich gut schmeckt. Die Salate auf der Karte lesen sich alle hervorragend; letztendlich entscheide ich mich für einen Rucola-Salat mit Wassermelone, Feta, roten Johannisbeeren, gerösteten Pinienkernen und einem Sherry-Dressing (10$). Der Salat ist köstlich! Bislang war ich kein großer Fan der gehypten Salatkombi Wassermelone-Feta, was wohl daran lag, dass die Wassermelone nie aromatisch genug war. Hier ist sie saftig süß und harmoniert wunderbar mit den restlichen Zutaten. Steffen bestellt eine Süßkartoffel-Pizza mit apple-wood smoked Bacon, karamellisierten Zwiebeln und einer Gorgonzola-Pinienkern-Paste als Tomatensoßen-Ersatz (11$). Ebenfalls ganz großartig, riesig und dicht belegt. Schade, dass wir nur so kurz in Sandwich sind und nicht ein weiteres Mal hier essen können! Tavern im Dan’l Webster Inn // 149 Main Street, Sandwich, MA.

Hyannis

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{Cape Cod Potato Chips Factory} Wer auf seiner Tour über die Halbinsel eine halbe Stunde Zeit hat, sollte in der Cape Cod Chips Factory einen Zwischenstopp einlegen. Den Tüten mit der Möwe und dem Leuchtturm begegnet man überall auf Cape Cod, und in der Fabrik kann man einen kostenlosen Blick hinter die Kulissen der Chips-Produktion werfen. Durch große Fenster schaut man direkt in die Produktionshalle und bekommt über lustig gestaltete Infotafeln die einzelnen Schritte erklärt. Probiert werden darf natürlich auch und wem die Probierportion Kartoffelchips nicht genügt, kann sich im Shop mit allen Sorten der Chips-Fabrik eindecken. Cape Cod Potato Chips Factory // 100 Breed’s Hill Road in Hyannis, MA.

Chatham

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{Chatham Pier Fish Market} Dem malerischen Chatham Pier sollte man aus zwei Gründen unbedingt einen Besuch abstatten: zum einen tummeln sich im Hafenbecken jede Menge Robben, die nur darauf warten, dass ein vollbeladener Fischkutter zurückkehrt und der eine oder andere Fisch für sie abfällt, zum anderen ist der direkt am Hafen gelegene Chatham Pier Fish Market wohl die allerbeste Anlaufstelle für Seafood-LiebhaberInnen. Auch wenn man selbst kein Fan von Meerestieren ist, ist die Entladung der gerade eingetroffenen Fischkutter spannend zu beobachten. Schon kurz darauf findet man die frischen Hummer, Krabben, Muscheln & Co. in der Auslage des Fish Markets. Dort gibt es die wohl frischesten Lobster Rolls, Clam Chowders und Austern, die man sich nur vorstellen kann. Chatham Pier Fish Market // 45 Barcliff Avenue, Chatham, MA.

Provincetown

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{Provincetown Portuguese Bakery} Ein bisschen schummrig, ein bisschen trashy (“funktionale” Einrichtung, klebrige Tische und Pappteller galore), aber eine mit portugiesischem Gebäck befüllte Auslage und einem ihr vorauseilenden guten Ruf: das ist die kleine portugiesische Bäckerei in Provincetown. Hm, nehmen wir Penhascos de amêndoa (Mandelbaisers), Pasteis de nata (Puddingtörtchen) oder Trutas (Teigtaschen gefüllt mit Süßkartoffeln, Whisky, Zitrone und Zimt)? Ok, wir nehmen alles! Dazu einen Iced Coffee und dann raus in die Sonne! Und ja, alles ist so klebrig-süß wie es klingt, aber auch wirklich gut. Provincetown Portuguese Bakery // 299 Commercial Street, Provincetown, MA.

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{Und sonst so?} Sonst lässt es sich herrlich durch die Straßen Provincetowns schlendern, die bunten Holzhäuser bestaunen, die salzige Meeresluft einatmen und in den vielen kleinen, bunten Läden stöbern, die einen sehr an Key West erinnern. Wem es zwischendurch nach etwas Süßem hungert, kann sich zum Glück an jeder Ecke mit Fudge eindecken, denn Provincetown scheint unter dem Motto all you can Fudge zu stehen. Die süße Spezialität findet man hier in unzähligen Sorten, z. B. in der Provincetown Fudge Factory. Fast immer darf man vorher probieren, so fällt die Auswahl etwas leichter. Bei den Sorten Oreo und Penuche Walnut können wir nicht widerstehen und lassen uns ein Tütchen damit befüllen, das wir am Ende eines kleinen Food Markets auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer schnell leer futtern. Wer danach Hunger auf Seafood bekommt, findet hier ebenfalls unzählige Restaurants und Imbisse. Der Lobster Pot gilt als DIE Anlaufstelle für Hummer, Muscheln & Co., da wir aber noch an den Strand wollen, bleibt diese Location erst mal unbesucht. Provincetown Fudge Factory // 210 Commercial Street; The Lobster Pot // 321 Commercial Street, Provincetown, MA.

Eastham

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{Arnold’s Lobster & Clam Bar} Da die amerikanische Ostküste als Paradies für Seafood-LiebhaberInnen gilt, hat sich Steffen natürlich schon vor der Reise erkundigt, wo die besten Lobster Rolls und die frischesten Austern serviert werden. Ganz weit oben auf der Liste landete das Arnolds in Eastham, das direkt am Straßenrand auf der Strecke nach Provincetown liegt. Als wir auf den großen Parkplatz fahren, sind wir zunächst skeptisch. Sind wir hier wirklich richtig? Hier soll es fabelhaftes Seafood geben? Die Touribudenoptik lässt auf den ersten Blick nicht unbedingt Großes erwarten. Steffens Hunger auf Austern treibt uns dennoch hinein. Glücklicherweise, denn versteckt hinter Imbisbudencharme verbirgt sich eine hervorragende Raw-Bar, die Steffen die ersten Austern seines Lebens beschert. Fernab von jeglichem Champagner-Chichi werden hier die Austern (6 Stück für 10$) stilecht auf Plastiktellern serviert, was sich jedoch auf Qualität und Geschmack keinesfalls auswirkt. Die vegetarische Auswahl ist dagegen, sagen wir mal, “begrenzt”. Ich bestelle einen kleinen Teller Onion Rings (5$), erhalte aber eine monströse Portion der hausgemachten, knusprigen Zwiebelringe, die den Hunger einer ganzen Großfamilie stillen könnte. Dass “klein” in den USA etwas anderes bedeutet als bei uns, hätten wir mittlerweile eigentlich wissen müssen. Arnold’s Lobster & Clam Bar // 3580 Route 6, Eastham, MA.

Dennisport

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{Clancy’s} Wer den ganzen Tag in Cape Cods beeindruckender Natur verbringt und sich erst nach Sonnenuntergang (schönster Spot dafür ist übrigens der First Encounter Beach in Eastham!) seinem Hungergefühl widmen möchte, sollte sich sputen. Nach 19.30 Uhr wird (gerade in den kleineren Orten) die Auswahl der Lokalitäten, die zu “später Stunde” noch hungrige TouristInnen versorgen können, recht überschaubar. Nach zwei missglückten Versuchen, auf der Rückfahrt von Eastham nach Sandwich eine warme Mahlzeit aufzutreiben, folgen wir der Empfehlung unseres Reiseführers und halten in Dennisport. Direkt am Swan River gelegen, bietet das Clancy’s nicht nur einen schönen Ausblick, sondern auch eine souveräne Karte mit amerikanischen Klassikern und Ostküstenspezialitäten. Ausgehungert entscheiden wir uns für Burger: Veggie Burger mit Limetten-Mayonnaise und einen Jalapeño-Burger mit Chipotle-Aioli (je 13$). Eine gute Wahl! Was uns auf der Reise bisher auffällt: Fast jedes noch so kleine Lokal, das Burger im Programm hat, bietet auch eine vegetarische Alternative an und hat sie wirklich drauf – die Patties sind frisch und selbst gemacht, die Beläge abwechslungsreich und meist durch eine Spezialität des Hauses ergänzt. Clancy’s // 8 Upper County Road, Dennisport, MA.

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Ziegenkäserollen mit Kürbiskaramell und Radicchio-Birnen-Salat Rezept2-1

Als wir am Ende des letzten Restaurant Days nach über fünf Stunden Flammkuchenteig ausrollen (wusstet ihr, dass man Muskelkater in den Fingern bekommen kann?), Schmand verstreichen und sich die Finger am heißen Ofen verbrennen, erschöpft an den nun leeren Tischen saßen, mussten wir mit Schrecken feststellen, dass wir uns bei der Kalkulation des Belags wohl etwas vertan hatten. Warenwirtschaft scheint nicht unsere Stärke zu sein, denn obwohl die 7-8 Kilo Teig restlos verbraucht waren, stapelten sich noch immer beutelweise geschnittene Zwiebeln, gewürfelter Speck und unzählige Becher Crème Fraîche in der Küche. Trotz unserer Bemühungen, die letzten Gäste mit “Abschiedsgeschenken” (hier, ein Becher Schmand für die Kinder!) zu beschenken, blieben wir dennoch auf einigen Zutaten sitzen. In der Woche nach dem Restaurant Day wurden dementsprechend die KollegInnen mit Birnen-Schmand-Walnuss-Kuchen beglückt, Blaubeeren zu Marmelade verarbeitet, Apfelkompott eingekocht und für die Mittagspause im Büro eine Zucchinisuppe angerührt. Nach diesen Anstrengungen leerten sich langsam Keller und Kühlschränke, bis es plötzlich nur noch einige Rollen Ziegenkäse und ein paar hartnäckige Birnen waren, die ganz dringend auf ihre Verarbeitung warteten.

Zum Glück haben wir eine passende Inspiration gefunden, deren Interpretation wir euch nicht vorenthalten möchten. Die Kombination aus Karamell und Käse mag zunächst ungewöhnlich klingen, aber wir garantieren euch: das funktioniert geschmacklich wunderbar! Die Würze des Ziegenkäses und das Bittere des Radicchios werden durch den süßen und knackigen Karamell in Schach gehalten und ergeben eine köstliche Vorspeise (oder mit etwas Brot auch ein Abendessen für zwei).

Ziegenkäserollen mit Kürbiskaramell und Radicchio-Birnen-Salat Rezept2-2

Ziegenkäsetaler mit Kürbiskernkaramell und Radicchio-Birnen-Salat (für 4-6 Personen als Vorspeise oder 2 Personen als Hauptspeise):

60 g Zucker
40 g + 10 g geröstete Kürbiskerne
1 halber Kopf Radicchio
1 große Birne
2 EL Balsamicoessig
3 EL Birnensaft
1 EL Walnussöl
2 EL Olivenöl
½ TL Senf
½ TL Honig
1 Rolle Ziegenkäse
Salz, Pfeffer

1. Für das Kürbiskernkaramell den Zucker in einer beschichteten Pfanne hellbraun karamellisieren lassen, sofort 40 g Kürbiskerne hinzufügen, vermischen und die Masse auf einem Blatt Backpapier dünn verstreichen. Vollständig abkühlen lassen und in acht Stücke brechen, die etwa dem Durchmesser der Ziegenkäserolle entsprechen.

2. Den Radicchio in Streifen schneiden, waschen und trocknen. Die Birne waschen, entkernen und in lange Spalten schneiden.

3. Für das Dressing Balsamicoessig, Birnensaft, Walnuss- und Olivenöl, Senf und Honig mit etwas Salz und Pfeffer verrühren.

4. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Ziegenkäse in acht Scheiben schneiden und nebeneinander auf ein mit Backpapier augelegtes Backblech setzen. Jeweils ein Stück Kürbiskernkaramell auf die Käsescheiben legen. Auf der mittleren Schiene des Ofens ca. 8-10 Min. backen, bis der Karamell flüssig geworden ist. Währenddessen den Salat und die Birnen auf Tellern anrichten. Sobald die Ziegenkäsetaler fertig sind, diese aus dem Ofen direkt auf die Teller geben, das Dressing über Salat und Birnen verteilen, die restlichen Kürbiskerne darüberstreuen und sofort servieren.

Ziegenkäserollen mit Kürbiskaramell und Radicchio-Birnen-Salat Rezept2-3

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Kartoffel-Apfel-Spinat-Türmchen mit getrockneten Tomaten und Sherry-Rosinen Rezept-3-2

VegetarierInnen und die spanische Küche haben es manchmal nicht leicht miteinander. Klingen ausgedehnte Tapas-Abende in Madrid, Sevilla oder San Sebastián aus der Ferne noch so verführerisch, holt einen vor Ort schnell die spanische Realität in Form von Ibérico-Schinken, Chorizo, Hähnchen in Mandelsoße, Fisch und Meeresfrüchten ein. Für Fisch- und Fleischesser ein kulinarisches Paradies, doch für den vegetarischen Gaumen bleiben auf den ersten Blick oft nicht mehr als Patatas bravas, Tortilla oder Piminetos de padrón (auch wenn ich mich allein davon wochenlang ernähren könnte …). Grundkenntnisse der spanischen Sprache helfen da jedoch weiter, lassen sich so zumindest ein paar vegetarische Alternativen abseits der Karte erfragen. Doch auch im Gespräch wird schnell klar, dass “vegetarisch” im Land der Pata Negra oftmals Auslegungssache ist: manche gießen das “vegetarische Risotto” mit Geflügelfond auf, für andere bedeutet “streng vegetarisch” lediglich den Verzicht auf rotes Fleisch. Dennoch sollte man sich als VegetarierIn mit kulinarischen Ansprüchen nicht von der zunächst undurchdringbar scheinenden spanischen Fleischfront einschüchtern lassen. Taucht man etwas tiefer in die spanische Tapas-Kultur ein, lassen sich durchaus einige fisch- und fleischlose Perlen wie Berenjenas con miel (frittierte Auberginen mit Honig), Queso de cabra con cerezas (überbackener Ziegenkäse mit geschmorten Kirschen) oder eine der unzähligen Kreationen mit Artischocken, Oliven, Sherry und jeder Menge Knoblauch entdecken.

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Genau solche Perlen hat Margit Kunzke in ihrem Buch “Tapas vegetarisch” zusammengestellt, das 2014 im Hädecke Verlag erschienen ist. Anhand von rund 50 Rezepten beweist die seit 30 Jahren in Spanien lebende Autorin, dass der Tapas-Genuss auch VegetarierInnen vergönnt sein kann. Nach einer Einführung in typisch spanische Spezialitäten folgen Kapitel über Süppchen und zu einzelnen Zutaten wie Auberginen, Käse, Kartoffeln oder Pilzen. Die Rezepte sind übersichtlich gegliedert und werden in den meisten Fällen durch hilfreiche Tipps zur Vor- und Zubereitung oder zu alternativen Zutaten ergänzt. Auch die Anzahl der veganen Rezepte, die zusätzlich mit einem kleinen “v” gekennzeichnet sind, ist erfreulich hoch. Die ansprechenden Food-Fotos machen Lust, sich sofort in die Küche zu stellen und loszubrutzeln.

Tapas vegetarisch Kochbuch Innenseiten-1

Tapas vegetarisch Kochbuch Innenseiten-2

Gleich beim ersten Durchblättern entdecke ich in jedem Kapitel mehrere Gerichte, die ich unbedingt ausprobieren möchte. So kommt es, dass das Silvestermenü diesmal ganz im Zeichen der vegetarischen Tapas steht: gebratene Auberginen mit Ziegenkäseschaum und Lavendel, Hummus aus Süßkartoffeln und Basilikum sowie Tomatentarte mit Lavendel, Ziegenkäse und schwarzen Oliven können überzeugen und sind relativ schnell und einfach zubereitet. Allein die Datteln mit Frischkäse gefüllt erweisen sich als etwas öde und fad. Eine Einladung zum Tapas-Abend bei den Wallygustos (noch einmal vielen Dank an dieser Stelle! ) bietet darüber hinaus Gelegenheit, weitere Gerichte aus “Tapas vegetarisch” zu probieren, denn auch dort wird bereits eifrig aus dem kleinen Büchlein gekocht: die Tomaten auf Blätterteigquadraten, die Champignons in Sherry und die gefüllten Datteln mit Blauschimmelkäse erweisen sich ebenfalls als köstlich. Für den Sommer vorgemerkt sind jedenfalls bereits marinierte Artischocken mit Balsamico-Erdbeeren und die Pinienkernsuppe mit Zuckerschoten.

Tapas vegetarisch Kochbuch Innenseiten 2-1

Tapas vegetarisch Kochbuch Innenseiten 2-2

Am besten geschmeckt hat uns jedoch eine Tapas-Kreation, die in die Höhe schießt: Kartoffel-Spinat-Türmchen, die mit getrockneten Tomaten und in Sherry eingelegten Rosinen garniert werden. Spontan haben wir in unsere Variante noch einen Apfel eingeschmuggelt, der im Turm wunderbar mit den gebackenen Kartoffelscheiben sowie den anderen Zutaten harmoniert. Statt in der Pfanne haben wir die Kartoffelscheiben zudem im Ofen gebacken, was ebenso gut funktioniert.

Kartoffel-Apfel-Spinat-Türmchen mit getrockneten Tomaten und Sherry-Rosinen Rezept-2-2

Kartoffel-Apfel-Spinat-Türmchen mit getrockneten Tomaten und Sherry-Rosinen (für 4 Tapas-Portionen):

1-2 EL Rosinen
4 getrocknete Tomaten
1 kleine Knoblauchzehe
3 Kartoffeln (möglichst rund, je 200-220 g)
1-2 EL Pinienkerne
300 g frischer Spinat
1 EL Balsamico
1 Apfel
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Optional: Sherry, Zimt

1. Die Rosinen für 20-30 Min. in etwas Sherry (oder lauwarmem Wasser) einweichen. Die getrockneten Tomaten fein würfeln. Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden.

2. Die Kartoffeln schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden (ca. 2-3 mm). Den Ofen auf 230°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Kartoffelscheiben nebeneinander legen und mit Olivenöl bepinseln. Mit Salz und Pfeffer würzen. Im Ofen für ca. 15-20 Min. backen, bis sie leicht knusprig sind.

3. Währenddessen die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten, bis sie leicht gebräunt sind. Den Spinat waschen, ggf. die Stiele entfernen. 2 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und zunächst den Knoblauch etwa 1 Min. anbraten. Den Spinat und die abgetropften Rosinen hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze etwa 5 Min. andünsten lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann mit 1 TL Balsamico ablöschen und getrocknete Tomaten und Pinienkerne unterheben. Wer mag, schmeckt die Mischung noch mit etwas Zimt ab.

4. Den Apfel schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden (2-3 mm). Das Kerngehäuse aus der Mitte herausschneiden. Die Apfelscheiben anschließend in einer Pfanne in etwas Öl 2-3 Min. bei mittlerer Hitze leicht weich braten.

5. Zum Servieren zunächst die Kartoffel- und Apfelscheiben abwechselnd auf 4 Tellern zu 4 Türmchen aufschichten. Anschließend vorsichtig die Spinatmischung darauf verteilen und sofort servieren.

Kartoffel-Apfel-Spinat-Türmchen mit getrockneten Tomaten und Sherry-Rosinen Rezept-1-2

Fazit: Ein kleines kompaktes 90-Seiten-Büchlein, das sicher jeden (vegetarischen und fleischliebenden) Spanien-Fan glücklich stimmt. Das eine oder andere Rezept hätten wir uns noch etwas raffinierter, abwechslungsreicher oder klassischer spanisch gewünscht, dennoch kann die Auswahl der versammelten Gerichte überzeugen. Wer sich nach weiteren Kreationen mit spanischem Einschlag sehnt, dem sei zudem der Blog der Autorin ans Herz gelegt: Kochbuch für Max und Moritz. 4,5 von 5 Pimientos.

 

Cover_Tapas_vegetarischMargit Kunzke

“Tapas vegetarisch”

Hädecke Verlag, Weil der Stadt 2014

12,95 € / ISBN: 978-3-7750-0666-8

Vielen Dank an den Hädecke Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Flammkuchen mit Birne, Salbei und Bergkäse vegetarisch und mit Speck Rezept-1

Heute in einer Woche ist es wieder so weit: der erste Restaurant Day des Jahres steht an, und natürlich ploppen auch in München am nächsten Sonntag wieder kleine, feine Restaurants auf, die nur an diesem Tag ihre Pforten öffnen – oft an ungewöhnlichen Orten und mit außergewöhnlichen Konzepten. Noch ist die Anzahl der Pop-up-Restaurants in München zwar überschaubar, doch immerhin haben sich für den 15. Februar bereits drei Teams angemeldet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, neugierige und hungrige Münchner zu bekochen und zu bebacken. Bereits im November haben wir uns dem Team der Dirty X Break angeschlossen und festgestellt, dass sich an so einem Abend scheinbar ungeplant Chaotisches auf magische Weise in etwas ganz wunderbar Harmonisches (und Leckeres!) verwandeln kann. Wer unsere Dirty Dinner Break im Wine on the Rocks verpasst hat, findet bei Heimo, Vivi und Maria schöne Rückblicke auf einen rundum gelungenen Abend.

Auch kommenden Sonntag stehen wir zusammen mit Sabine, Katja und Heimo wieder in der Küche. Diesmal zieht es uns kulinarisch ins Elsass und wir hoffen, ihr kommt mit! Unter dem Motto “Flammkuchen” werden euch die französischen Teigfladen in ganz unterschiedlichen Variationen begegnen – von ganz klassisch bis merkwürdig-schräg, mal salzig, mal süß, mal vegetarisch, mal mit Fleisch. Bezahlt wird auch diesmal wieder nach dem “Pay-what-you-want”-Modell. Alles, was nach Deckung unserer Unkosten übrig bleibt, wird an eine lokale Einrichtung gespendet.

Wann? Wie? Wo?

Sonntag, 15. Februar 2015, 16:00-22:00 Uhr

Maria-Theresia-Straße 6, 81675 München (einfach den Schildern folgend an der Haustür vorbei, durch das Tor und über die Terrasse kommen)

Alles Infos zur Dirty Flammkuchen Break findet ihr auf unserer Facebook-Seite – wir freuen uns, wenn ihr am nächsten Sonntag vorbeikommt! Bis dahin hoffen wir mal, dass unsere Vorfreude nicht in Panik umschlägt, weil es noch so viel zu tun gibt …

Um euch kulinarisch schon etwas einzustimmen und (hoffentlich) zu überzeugen, dass sich der Weg zum Max-Weber-Platz am kommenden Sonntag auf jeden Fall lohnen wird, gibt es heute einen kleinen Vorgeschmack auf das, was euch erwartet. Unsere Flammkuchen-Variante mit Birne, Salbei und Bergkäse haben wir inzwischen dreimal aus dem Ofen geholt und können uns (trotz derzeitigem Flammkuchen-Overkill) daran nicht satt essen.

Flammkuchen mit Birne, Salbei und Bergkäse vegetarisch und mit Speck Rezept-3

Flammkuchen mit Birne, Salbei und Bergkäse – vegetarisch und mit Speck (für 12 kleine Flammkuchen):

Für den Teig
300 g Mehl Type 550
2 TL Salz
3 EL Öl
140 ml Wasser

Für den Belag
2 Birnen
5 kleine rote Zwiebeln
100 g Bergkäse
1 große Handvoll frische Salbeiblätter
50 g geräucherter Speck
200 g Schmand
Salz, Pfeffer
30 g Pinienkerne

1. Für den Teig Mehl, Salz, Öl und Wasser in eine Schüssel geben und zunächst mit den Knethaken des Handrührers oder der Küchenmaschine verrühren. Wenn die Masse grob zusammenhält, weiter mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Bis zur Weiterverarbeitung in Frischhaltefolie wickeln.

2. Die Birnen waschen, vierteln, entkernen und in dünne Spalten schneiden. Die Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Den Bergkäse grob raspeln. Die Salbeiblätter waschen, trocken schütteln und grob hacken. Den Speck in kleine Stifte schneiden.

3. Den Teig in 12 Portionen zu ca. 40 g teilen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen (ca. 15 cm Durchmesser). Auf einen leicht mit Mehl bestäubten Teller geben (das Mehl ist wichtig, damit sich die Flammkuchen nachher problemlos in den Ofen schieben lassen). Den Ofen inkl. Backblech auf 230°C vorheizen.

4. Die ausgerollten Teigfladen mit je ca. 1 EL Schmand bestreichen, salzen und pfeffern. Nacheinander mit Zwiebelringen, Birnenspalten und Käse belegen. Eine Hälfte der Flammkuchen zusätzlich mit Speck, die andere mit Pinienkernen belegen. Beide Varianten zum Schluss mit Salbei bestreuen.

5. Jeweils zwei Flammkuchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech gleiten lassen (ggf. mit einem bemehlten Pfannenheber o.ä. nachhelfen) und für 9-11 Min. im Ofen backen. Die Ränder sollten kross und der Käse geschmolzen sein. Nach Belieben nochmals mit frischem Salbei bestreuen.

Anmerkung: Wer nur vegetarische oder mit Speck belegte Flammkuchen haben möchte, verzichtet einfach auf Pinienkerne bzw. Speck und verdoppelt die Menge der anderen Zutat.

Flammkuchen mit Birne, Salbei und Bergkäse vegetarisch und mit Speck Rezept-2

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Pasta mit gegrillter Paprika und Spiegelei Rezept-1

Ich bin ja überhaupt kein Wintermensch. Ich fahre kein Ski, finde es nervig, tausend Schichten Kleidung anziehen zu müssen, wenn ich vor die Tür gehe, hasse die schmerzenden Finger beim Fahrradfahren, und die Verspätungen der S-Bahn aufgrund von vereisten Weichen machen es auch nicht besser. Im T-Shirt rumlaufen und in der Abendsonne Gin Tonics schlürfen ist doch viel schöner, oder? Aber solange es draußen weiterhin schneit und stürmt (die letzte Nacht hat München wieder in ein Winter Wonderland verwandelt), muss man wohl nach Möglichkeiten suchen, diese Jahreszeit etwas erträglicher zu gestalten. Eine Option ist es, sich mit neuen Büchern unter der Bettdecke zu verkriechen, z.B. mit unserem gewichtigsten Neuzugang, dem Essential New York Times Cookbook. Darin sind in überarbeiteter Form die besten, interessantesten und beliebtesten Rezepte aus 150 Jahren Zeitungsgeschichte versammelt. Damit ist dieser Wälzer nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Beitrag zur “Culinary & Food History” der Vereinigten Staaten. Wer also nicht nur wissen will, wie Kartoffelchips zubereitet werden, sondern auch erfahren möchte, wie und wann sie erfunden wurden, liegt hiermit genau richtig. Das alles ist so spannend geschrieben, dass es auch gar nicht stört, dass es keine Fotos zu den Rezepten gibt. Stattdessen erfährt man beim Durchblättern, wie sich die Essgewohnheiten immer wieder verändert haben, wie bestimmte Zutaten en vogue wurden und wieder von den Tellern verschwanden und vor allem auch, wie stark die Küche der USA von den verschiedenen Einwanderergruppen beeinflusst und bereichert wurde.

Rezepte markieren macht bei diesem Monster gar keinen Sinn, denn bei 1400 Einträgen stolpere ich gefühlt auf jeder zweiten Seite über etwas, das ich sofort nachkochen oder -backen möchte. Passend zum Wetter hat es schließlich die Adaption einer einfachen, aber wirksamen Pasta zuerst auf den Teller geschafft. Die Idee, gegrillte Paprika mit Spiegeleiern zu kombinieren, klang einfach zu verführerisch und nach einigen Anpassungen an unseren persönlichen Geschmack ist ein Gericht herausgekommen, gegen das auch der fieseste Winterblues keine Chance hat.

Pasta mit gegrillter Paprika und Spiegelei Rezept-2

Spaghetti mit Ofenpaprika und Spiegelei (für 2 Personen):

250 g Spaghetti
3 rote Paprika
1 fein gehackte Knoblauchzehe
½ TL fein gehackte rote Chili
2 EL fein gehackte Petersilie
2 EL Pinienkerne
2 EL Semmelbrösel
2 Eier
Olivenöl
Salz, Pfeffer

1. Den Ofen auf Grillfunktion oder höchste Temperatur vorheizen. Die Paprika waschen, halbieren, entkernen und mit der Schale nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. In der oberen Hälfte des Ofens so lange grillen, bis die Haut schwarz wird und Blasen wirft. Mit einer Zange aus dem Ofen holen und für 10 Min. in einen Gefrierbeutel geben und verschließen. Anschließend sollte sich die Haut ganz einfach abziehen lassen. Die geschälte Paprika in Streifen schneiden.

2. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Paprikastreifen zusammen mit Knoblauch, Petersilie und Chili in eine kleine Auflaufform geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Semmelbröseln und Pinienkernen bestreuen und alles mit 3-4 EL Olivenöl beträufeln. 10 Min. im Ofen überbacken.

3. Währenddessen die Spaghetti ins kochende Wasser geben und gar kochen. Ca. 4-5 Min. vor Ende der Garzeit ein wenig Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und darin zwei Spiegeleier braten. Die Spiegeleier mit Salz und Pfeffer würzen und vom Herd nehmen, wenn das Eiweiß gerade fest geworden, das Eigelb aber noch richtig flüssig ist.

4. Die Kunst bei diesem Gericht besteht eigentlich darin, am Ende alle drei Komponenten gleichzeitig fertig zu bekommen. Zum Servieren die Nudeln abgießen und in eine große Schüssel geben. Die Paprikamischung aus dem Ofen hinzufügen und gut vermengen. Anschließend die Spiegeleier hinzufügen und mit zwei Gabeln zerreißen und alles vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Eigelb sorgt zusammen mit den Säften aus der Auflaufform für eine cremige Soße. Wer will, kann die Nudeln auch zunächst ohne Ei auf Tellern verteilen und jeweils mit einem Spiegelei garnieren. Dann kann man das Ei selbst am Tisch zerrupfen.

Pasta mit gegrillter Paprika und Spiegelei Rezept-3

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New York kulinarisch Food Guide Manhattan-5

Das Jahr ist noch jung und so auch die Planung der Reisen, die uns 2015 erwarten. Die Ruhe der ersten Januartage eignet sich besonders gut für das Sprudelnlassen von Gedanken und das erste Ausformulieren halb garer Ideen. Noch ist Zeit, blickt man doch einem ganzen Jahr entgegen, das mit vielen Eindrücken befüllt werden will. Habt ihr schon Ideen, wohin es euch 2015 treiben wird? Falls New York eines eurer Reiseziele werden soll, sei euch Teil 1 unseres Food-Guides zu New York wärmstens ans Herz gelegt: No eat ’till Brooklyn: New York kulinarisch I {Brooklyn}. Da wir uns natürlich nicht nur durch Brooklyn, sondern auch einmal quer durch Manhattan gefuttert haben, folgt hier unser zweiter Teil mit kulinarischen Empfehlungen, denen ihr unbedingt nachgehen solltet, wenn ihr mal in New York seid.

Unsere kulinarischen Tipps für Manhattan:

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-1-2

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{The Butcher’s Daughter} Frühstück – Lunch – Brunch – you name it. Den Vormittag solltet ihr jedenfalls bei der Metzgerstochter verbringen. Das hippe Café, das sich selbst als “vegetable slaughter house” bezeichnet, serviert ausgefallene und köstliche vegetarische und vegane Speisen, natürlich alles in Bio-Qualität und von Bauern aus der Region bezogen. Ein Platz auf der gut besuchten Straßenterrasse eignet sich zudem hervorragend, um vorbeieilende Großstädter und New Yorker “cool Kids” am Nachbartisch zu beobachten. Serviert wird neben kostenfreiem Minz-Wasser ein für amerikanische Verhältnisse extrem guter Kaffee und ein Knaller-Frühstück: Nach einer Scheibe Smashed Avocado Toast mit Avocado, Apfel, Curry, Senfsamen und Limette (7$) und einem Egg Sandwich mit Rührei, Cashew-Käse, Grünkohl und Tomatenmarmelade (10$) wünschen wir uns, hier jeden Morgen frühstücken zu können. Zum Mitnehmen gibt es noch einen Ananas-Basilikum-Smoothie-Popsicle (4$). Ein dickes YUM und Dankeschön an Dani von Flowers on my plate, die uns das Café empfohlen hat! The Butcher’s Daughter // 19 Kenmare Street, New York.

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{Ess-a-Bagel} Etwas klassischer und traditionsbewusster geht es im Ess-a-Bagel zu. Die beiden Filialen in Manhattan zählen zu den besten Bagel-Shops in ganz New York. Auch wenn man beim Eintritt in den Laden nahe des Rockefeller Centers nicht unbedingt das Gefühl hat, gerade ein kulinarisches Frühstücksparadies betreten zu haben, sollte man sich vom rustikalen Flair des Delis, dem leicht muffigen Geruch und den etwas klebrigen Tischen nicht abschrecken lassen. Seit den 70ern werden hier Bagels in Handarbeit produziert, die lange Schlange von Bagelhungrigen, die einmal quer durch den Laden führt, spricht Bände. Einmal angestellt, hat man so immerhin genügend Zeit, sich durch die Vielzahl an Bagel- und Frischkäsesorten zu lesen, die über der Theke angeschrieben stehen. Erstaunlich viele vegane Aufstriche fallen dabei ins Auge, und wer mutig ist (wie Steffen), kann eine der skurrileren Kombinationen probieren, z.B. einen Cinnamon Raisin Bagel mit Banana Walnut Cream Cheese. Es ist früh, meine Experimentierfreude hält sich noch in Grenzen, daher gibt es für mich einen Everything Bagel mit einem Aufstrich aus getrockneten Tomaten. Das Brot ist perfekt, fest und doch luftig, die Bagels riesig und Steffen fast traurig, dass sein Hunger nicht für einen zweiten reicht. Den Bagel mit Oreo Cream Cheese wird er wohl beim nächsten Besuch probieren müssen. Ess-a-Bagel // 831 3rd Avenue, New York.

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{Beyond Sushi} Kleiner Hunger zwischendurch? Dann lohnt sich ein Zwischenstopp in einer der drei New Yorker Filialen von Beyond Sushi. Der kleine Laden zeigt, wie kreativ, bunt und lecker veganes Sushi sein kann. Die Auswahl ist riesig, die Kombination der Reisröllchen erfrischend ungewöhnlich. Da wird schwarzer Reis mit Gurke, Tofu und Kiwi gepaart oder die Hand Roll mit Kimchi gefüllt. Wir entscheiden uns für zwei California Rolls und ein paar Nigiri – welche Sorten es genau waren, bekommen wir allerdings nicht mehr zusammen. Irgendwas mit Mango und Pfirsich, der Teller war jedenfalls sehr bunt und das Sushi köstlich! Dazu noch eine Watermelon Lemonade und man fühlt sich bestens gestärkt für die 18 Meilen Bücherregale des nahe gelegenen The Strand Book Stores, den man keinesfalls verpassen sollte! Beyond Sushi // u.a. 229 East 14th Street, New York.

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{Union Square Greenmarket} An vier Tagen in der Woche findet direkt am Union Square ein großer Farmers Market statt, bei dem eine Vielzahl an Bauern und Kleinbetrieben aus der Region zusammenkommen, um ihre Bio-Produkte an den/die New YorkerIn zu bringen. Im Gegensatz zum gegenüberliegenden Whole Foods (oder “Whole paycheck market”, wie ihn ein Amerikaner, den wir auf der Reise kennengelernt haben, nannte), bekommt man dort, wie auf fast jedem Farmers Market, für amerikanische Verhältnisse recht günstiges Obst und Gemüse. Die Website zum Greenmarket bietet zudem einen guten Überblick über sämtliche Farmers Markets der Stadt. Union Square Greenmarket // Mo., Mi., Fr. und Sa. am Broadway/17th Street, New York.

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{Küchengeschäfte} Wenn man sich schon in der Union-Square-/Flatiron-Gegend aufhält und sich nur annähernd fürs Kochen und Backen (oder einfach nur fürs Essen) interessiert, gibt es dort einige schöne Läden, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. Allen voran Fishs Eddy, deren Shop uns bereits vor vier Jahren (damals noch ohne Foodblog) in Verzückung versetzte. An jeder Ecke stapeln sich hier Teller, Tassen & Co., hübsche Geschirrtücher und andere Props in allen erdenklichen Farben und Formen. Doch Achtung, Augen und Geldbeutel fühlen sich hinsichtlich der immensen Auswahl augenblicklich überfordert! Fast gegenüber liegt das mehrstöckige ABC Carpet & Home – ausgefallene Küchen- und Wohnaccessoires wohin das Auge blickt (leider allerdings auch recht teuer). Bevor man von dort aus direkt auf das Flatiron Building losstürmt, sollte man zunächst einem kleinen, etwas unscheinbaren Laden seine Aufmerksamkeit schenken. Whisk kommt etwas unprätentiöser daher, dafür aber mit einer tollen Auswahl an Küchen- und Barzubehör. Vor allem die kleine, aber überaus feine Backabteilung muss hier erwähnt werden! Um sich professionell auszustatten und in jeder Großküche bestehen zu können, sollte man auch einen Besuch bei Bowery Kitchen Supplies im Meatpacking District einplanen. Zwischen den eng bepackten Regalen voller Töpfe, Pfannen und Schüsseln fällt es schwer, sich in dem großen Laden im Chelsea Market nicht zu verlaufen. Etwas weiter den Broadway hinunter in Richtung SoHo eröffnet sich mit Sur la Table jedem Foodie ein riesiges Küchenparadies, das einen verfluchen lässt, nicht einen komplett leeren Koffer mitgebracht zu haben. Wir müssen uns schwer zurückhalten, aber der Mason Shaker (und diverse andere Kleinigkeiten) MUSS einfach mit! Fishs Eddy // 889 Broadway at 19th Street; ABC Carpet & Home // 888 Broadway at 19th Street; Whisk // 933 North Broadway;  Bowery Kitchen Supplies // Chelsea Market, 75 Ninth Ave; Sur la table // 75 Spring Street, New York.

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{Dean & DeLuca + Eataly} Zwei riesige Feinkostläden, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen, sind Dean & DeLuca und Eataly. Dean & DeLuca hungrig zu betreten, würde vermutlich dem finanziellen Ruin gleichkommen. Aus jeder Ecke des riesigen Delikatessenshops strömen einem verführerische Düfte entgegen. Hier stapeln sich köstlichste Backwaren, Cookies und Cupcakes, dort wartet eine riesige Brottheke (inklusive dem besten Olivenbrot überhaupt) darauf, bestaunt zu werden, einen Schritt weiter steht man plötzlich vor der gut bestückten Käsetheke und am hinteren Ende des Ladens wird gerade frisches Sushi gerollt. Am besten startet man mit einem Kaffee im Coffeeshop des Feinkostgeschäfts und gönnt sich dabei eine der feinen hausgemachten Pralinen. Am Madison Square Park verbirgt sich hinter den Toren von Eataly ein riesiger italienischer Feinkosttempel. Von frischer Pasta über Pizza, Wein, Focaccia, Panini, Gelato und Kaffee bis hin zu Kochbüchern und Koch- und Weinkursen findet man hier alles, was das italienische Gourmetherz begehrt. Besonders spannend ist, dass hier auch regionale Spezialitäten aus dem ganzen Land angeboten werden, die man in der Regel nur selten außerhalb Italiens findet. Im Frühjahr soll sogar eine Filiale der italienischen Feinkostkette in München eröffnen. Wir sind gespannt! Dean & DeLuca // u.a. 560 Broadway; Eataly // 200 5th Avenue, New York.

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{Chelsea Market} Ein Pflichttermin für alle essfreudigen Touristen ist auch der Chelsea Market. In der ehemaligen Keksfabrik (hier wurden die Oreo-Kekse erfunden!) im Meatpacking District hat sich eine riesige Markthalle etabliert, die den ehemaligen Industrie- und Rotlichtbezirk in eines der angesagtesten Viertel der Stadt verwandelt hat. Seit 2009 grenzt hier außerdem die High Line an, ein Park, der auf einem Abschnitt der ehemaligen West Side Freight Line – einer Hochbahntrasse, die die verschiedenen Fabriken miteinander verband – angelegt wurde und sich zu einer der beliebtesten Attraktionen der Stadt gemausert hat. Doch bevor man es sich dort auf einer der Holzliegen gemütlich macht oder die Füße in einem der Wasserläufe kühlt, lohnt sich ein ausgiebiger Spazier- und Shoppinggang durch die vielen kleinen Läden des Markets. Bei Foods of New York Tours hatten wir bereits vor der Reise eine Foodtour gebucht, bei der wir nicht nur den Markt, sondern auch Teile des ihn umgebenden Meatpacking Districts kennenlernen durften. Höchst empfehlenswert sind die Touren mit Darrell – ein wahnsinnig lustiger Broadway-Schauspieler, der nicht nur in kürzester Zeit all unsere Namen beherrscht, sondern offensichtlich auch mit allen Händlern im Markt befreundet ist. Dementsprechend kommt er zwischen den regulären Stopps immer wieder mit neuen Kleinigkeiten an, die wir natürlich alle probieren müssen. So kommen wir z.B. in den Genuss von Rindertatar mit Schalotten und Chili (für vegetarische Alternativen wird stets gesorgt), einem köstlichen Kale Salad, kleinen Meat Pies, saftigen Grilled Cheese Sandwiches mit Feigensoße, einer frisch aus dem Ofen kommenden Blätterteigfrittata, köstlichen Cupcakes und selbst gemachten 9$-Bio-Schokoriegeln. Fast alles wird direkt vor Ort produziert, sodass man an vielen Stationen direkt in die Küchen schauen kann und zusieht, wie Fleischstücke zerteilt, riesige Berge Brotteig geknetet oder Süßigkeiten zubereitet werden. Wie schon bei unserer Foodtour in Miami erfahren wir neben all den Köstlichkeiten auch viel zur Geschichte und Kultur des Viertels und fühlen uns nach drei Stunden in jeder Hinsicht glücklich gesättigt. Chelsea Market // 75 9th Avenue, New York.

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{Magnolia Bakery} Ein Geheimtipp ist die kleine Bäckerei im schicken Greenwich Village natürlich längst nicht mehr. Spätestens seit Sex & the City wird die Magnolia Bakery von Cupcakesüchtigen und Serienjunkies überrannt. Doch der Hype um das niedliche Café ist nicht unbegründet. Wir sind nicht die Einzigen, die mit sabberndem offenem Mund die bunte Auslage bestaunen und wie gebannt der Dekoration von Torten und Cupcakes zusehen, die noch immer ganz frisch im hinteren Teil des Geschäfts zubereitet werden. Entgegen Majas dringender Empfehlung, dort den Banana Pudding zu probieren, entscheiden wir uns für einen Peanut Butter Icebox Cake und einen Mini Red Velvet Cheesecake – beide sehen einfach zu gut aus, um sie in der Auslage liegenzulassen. Der Peanut Butter Cake entpuppt sich als pure Dekadenz: Peanut Butter meets Karamell meets unglaubliche Cremigkeit. Ganz schön mächtig, aber auch ganz schön lecker! Und auch der Red Velvet Cheesecake überzeugt, supercremig und einfach perfekt. Eins ist klar: Beim nächsten New-York-Besuch MÜSSEN wir zurückkommen, um den Bananenpudding zu probieren! Magnolia Bakery // 401 Bleecker Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-15

{Big Gay Ice Cream Shop} Wer sich in der Magnolia Bakery zurückhalten kann (wir leider nicht!) und noch etwas Platz im Magen hat, sollte ihn mit einer der spannend klingenden und hoch gelobten Eissorten des Big Gay Ice Cream Shops füllen. Leider können wir uns aufgrund akuter Völleritis nicht selbst von den Eiskreationen des bunten Shops im West Village überzeugen, doch die zufriedenen Gesichter, denen wir beim Vorbeilaufen vor dem Ice Cream Shop begegnen, sprechen Bände. Der Laden wird jedenfalls vorgemerkt für den nächsten New-York-Besuch – Sorten wie “Salty Pimp” und “Mexcian Affogayto” wollen schließlich probiert werden! Big Gay Ice Cream Shop // u.a. 61 Grove Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-1

{Greenwich Village Literary Pub Crawl} Wer schon immer mal wissen wollte, wo sich Dylan Thomas zu Tode gesoffen hat oder welcher Pub im Kampf gegen die Diskriminierung Homosexueller eine gewichtige Rolle spielte, liegt mit dem Literary Pub Crawl genau richtig. Die dreistündige Walking Tour führt durch die berühmtesten und berüchtigsten Bars der Künstlerviertel Greenwich Village und East Village. Bei einem (oder zwei oder drei …) Pint(s) erzählen die Tour Guides – zwei junge Theaterschauspieler – von literarischen Persönlichkeiten des Viertels, versteckten Orten und vergessenen Anekdoten. Die perfekte Tour für trinkfeste Literaturnerds und alle, die einen etwas anderen Blick auf New York erhaschen möchten. Greenwich Village Literary Pub Crawl // 20$ pro Person; Treffpunkt: samstags, 13 Uhr, White Horse Tavern, 567 Hudson Street, New York. 

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-2

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Klebereisbällchen Banh Troi Feed me up before you go-go-2

Ich glaube, wir haben es hier schon mehrmals erwähnt, aber man kann es nicht oft genug betonen: Eines der wirklich tollen Dinge an einem Foodblog ist, dass man stets aufs Neue gefordert wird. Man wagt sich immer wieder in unbekanntes kulinarisches Terrain, bekämpft tief in der Kindheit verwurzelte Abneigungen (ich sage nur Fenchel!) und probiert merkwürdige Zutaten und Kombinationen aus. Außerdem kommt man immer wieder an den Punkt, an dem einem bestimmte Fertigprodukte nicht mehr ausreichen. Da schmeckt das Pesto aus dem Supermarkt plötzlich muffig und der gekaufte Eierlikör einfach fad. Also stellt man sich in die Küche und beginnt selbst zu experimentieren. Man rührt, knetet, schnippelt und am Ende ist es fast unvorstellbar, dass man irgendwann einmal tatsächlich auf die Fertigvariante zurückgegriffen hat. Ganz ähnlich erging es uns mit Klebreisebällchen. Bánh trôi, die typisch vietnamesische Süßspeise, hatten wir schon vor langer Zeit in asiatischen Supermärkten oder Restaurants kennen- und lieben gelernt und waren dementsprechend Feuer und Flamme, als wir in Vietnam Street Food über ein passendes Rezept gestolpert sind. Noch begeisterter waren wir, als wir feststellten, dass die Zubereitung wirklich kinderleicht ist und das Ergebnis alle gekauften Varianten um Längen übertrifft. Mal schauen, wie lange es noch dauert, bis wir unseren eigenen Gin destillieren …

Klebereisbällchen Banh Troi Feed me up before you go-go-1

Die traditionelle Füllung für diese Leckerei ist Palmzucker, aber natürlich kann man die kleinen Bällchen mit so ziemlich allem füllen, was einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wir haben uns deswegen für eine Bananen-Kokos-Füllung sowie Erdnussbutter entschieden und waren begeistert. Die beiden Mehlsorten solltet ihr übrigens in jedem gut sortierten Asia-Supermarkt bekommen.

Klebereisbällchen Banh Troi Feed me up before you go-go-5

Bánh trôi: vietnamesische Klebreisbällchen (für ca. 20 Bällchen):

400 ml Kokosmilch
3 EL brauner Zucker
180 g Klebreismehl
20 g Reismehl
180 ml warmes Wasser
½ reife Banane
5 EL geröstete Kokosflocken
5 TL Erdnussbutter
2 EL geröstete Sesamsamen

1. Die Kokosmilch mit dem Zucker in einem Topf verrühren, auf dem Herd erhitzen, dann zur Seite stellen.

2. Die beiden Mehlsorten in einer Schüssel vermischen, das Wasser hinzufügen und mit den Händen zu einem festen Teig verkneten. Falls der Teig zum Formen zu flüssig sein sollte, einfach noch etwas Klebreismehl dazugeben, bis eine formbare Konsistenz erreicht ist. In einer zweiten kleinen Schüssel die Banane mit einer Gabel zermatschen und mit 3 EL gerösteten Kokosflocken vermischen.

3. Den Teig in ca. 20 Stücke teilen (etwa mit dem Durchmesser einer großen Murmel). Jeweils eine Kugel flach drücken, in die Mitte eine kleine Kuhle drücken und etwa ½ TL Füllung hineingeben. Die Ränder zusammenklappen und vorsichtig zu einer geschlossenen Kugel rollen. 10 Kugeln mit der Bananen-Kokos-Mischung und 10 mit Erdnussbutter füllen.

4. In einem Topf Wasser zum Köcheln bringen und die Kugeln darin portionsweise garen. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, können sie herausgenommen werden. Dann noch schnell in eiskaltem Wasser abschrecken.

5. Die Bananen-Kokos-Kugeln in den restlichen 2 EL Kokosflocken wälzen und die Erdnussbutterkugeln mit Sesamsamen bestreuen.

6. Zum Servieren jeweils einige Bällchen in eine kleine Schüssel geben und mit der warmen Kokosmilch übergießen.

Klebereisbällchen Banh Troi Feed me up before you go-go-3

Wie erwähnt haben wir das Rezept in dem im Hädecke Verlag erschienenen Buch Vietnam Street Food: Kulinarische Reiseskizzen aus Hanoi und Vietnam gefunden. Ähnlich wie das hier bereits vorgestellte Buch New York Street Food ist es eine wahre Fundgrube für reisebegeisterte Food-LiebhaberInnen. Tom Vandenberghe und Luk Thys haben in den Garküchen Vietnams unzählige simple, aber köstliche Rezepte kennengelernt, die zusammen mit den atmosphärischen Fotos einen tollen Einblick in die Küche des asiatischen Landes geben. Ich fürchte, den dritten Band der Reihe – Thai Street Food – müssen wir uns jetzt auch noch besorgen.

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