Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Getrunken’ Category

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-5

Das Jahr ist noch jung und so auch die Planung der Reisen, die uns 2015 erwarten. Die Ruhe der ersten Januartage eignet sich besonders gut für das Sprudelnlassen von Gedanken und das erste Ausformulieren halb garer Ideen. Noch ist Zeit, blickt man doch einem ganzen Jahr entgegen, das mit vielen Eindrücken befüllt werden will. Habt ihr schon Ideen, wohin es euch 2015 treiben wird? Falls New York eines eurer Reiseziele werden soll, sei euch Teil 1 unseres Food-Guides zu New York wärmstens ans Herz gelegt: No eat ’till Brooklyn: New York kulinarisch I {Brooklyn}. Da wir uns natürlich nicht nur durch Brooklyn, sondern auch einmal quer durch Manhattan gefuttert haben, folgt hier unser zweiter Teil mit kulinarischen Empfehlungen, denen ihr unbedingt nachgehen solltet, wenn ihr mal in New York seid.

Unsere kulinarischen Tipps für Manhattan:

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-1-2

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-2-2

{The Butcher’s Daughter} Frühstück – Lunch – Brunch – you name it. Den Vormittag solltet ihr jedenfalls bei der Metzgerstochter verbringen. Das hippe Café, das sich selbst als “vegetable slaughter house” bezeichnet, serviert ausgefallene und köstliche vegetarische und vegane Speisen, natürlich alles in Bio-Qualität und von Bauern aus der Region bezogen. Ein Platz auf der gut besuchten Straßenterrasse eignet sich zudem hervorragend, um vorbeieilende Großstädter und New Yorker “cool Kids” am Nachbartisch zu beobachten. Serviert wird neben kostenfreiem Minz-Wasser ein für amerikanische Verhältnisse extrem guter Kaffee und ein Knaller-Frühstück: Nach einer Scheibe Smashed Avocado Toast mit Avocado, Apfel, Curry, Senfsamen und Limette (7$) und einem Egg Sandwich mit Rührei, Cashew-Käse, Grünkohl und Tomatenmarmelade (10$) wünschen wir uns, hier jeden Morgen frühstücken zu können. Zum Mitnehmen gibt es noch einen Ananas-Basilikum-Smoothie-Popsicle (4$). Ein dickes YUM und Dankeschön an Dani von Flowers on my plate, die uns das Café empfohlen hat! The Butcher’s Daughter // 19 Kenmare Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-4

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-3-2

{Ess-a-Bagel} Etwas klassischer und traditionsbewusster geht es im Ess-a-Bagel zu. Die beiden Filialen in Manhattan zählen zu den besten Bagel-Shops in ganz New York. Auch wenn man beim Eintritt in den Laden nahe des Rockefeller Centers nicht unbedingt das Gefühl hat, gerade ein kulinarisches Frühstücksparadies betreten zu haben, sollte man sich vom rustikalen Flair des Delis, dem leicht muffigen Geruch und den etwas klebrigen Tischen nicht abschrecken lassen. Seit den 70ern werden hier Bagels in Handarbeit produziert, die lange Schlange von Bagelhungrigen, die einmal quer durch den Laden führt, spricht Bände. Einmal angestellt, hat man so immerhin genügend Zeit, sich durch die Vielzahl an Bagel- und Frischkäsesorten zu lesen, die über der Theke angeschrieben stehen. Erstaunlich viele vegane Aufstriche fallen dabei ins Auge, und wer mutig ist (wie Steffen), kann eine der skurrileren Kombinationen probieren, z.B. einen Cinnamon Raisin Bagel mit Banana Walnut Cream Cheese. Es ist früh, meine Experimentierfreude hält sich noch in Grenzen, daher gibt es für mich einen Everything Bagel mit einem Aufstrich aus getrockneten Tomaten. Das Brot ist perfekt, fest und doch luftig, die Bagels riesig und Steffen fast traurig, dass sein Hunger nicht für einen zweiten reicht. Den Bagel mit Oreo Cream Cheese wird er wohl beim nächsten Besuch probieren müssen. Ess-a-Bagel // 831 3rd Avenue, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-7

{Beyond Sushi} Kleiner Hunger zwischendurch? Dann lohnt sich ein Zwischenstopp in einer der drei New Yorker Filialen von Beyond Sushi. Der kleine Laden zeigt, wie kreativ, bunt und lecker veganes Sushi sein kann. Die Auswahl ist riesig, die Kombination der Reisröllchen erfrischend ungewöhnlich. Da wird schwarzer Reis mit Gurke, Tofu und Kiwi gepaart oder die Hand Roll mit Kimchi gefüllt. Wir entscheiden uns für zwei California Rolls und ein paar Nigiri – welche Sorten es genau waren, bekommen wir allerdings nicht mehr zusammen. Irgendwas mit Mango und Pfirsich, der Teller war jedenfalls sehr bunt und das Sushi köstlich! Dazu noch eine Watermelon Lemonade und man fühlt sich bestens gestärkt für die 18 Meilen Bücherregale des nahe gelegenen The Strand Book Stores, den man keinesfalls verpassen sollte! Beyond Sushi // u.a. 229 East 14th Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-8

{Union Square Greenmarket} An vier Tagen in der Woche findet direkt am Union Square ein großer Farmers Market statt, bei dem eine Vielzahl an Bauern und Kleinbetrieben aus der Region zusammenkommen, um ihre Bio-Produkte an den/die New YorkerIn zu bringen. Im Gegensatz zum gegenüberliegenden Whole Foods (oder “Whole paycheck market”, wie ihn ein Amerikaner, den wir auf der Reise kennengelernt haben, nannte), bekommt man dort, wie auf fast jedem Farmers Market, für amerikanische Verhältnisse recht günstiges Obst und Gemüse. Die Website zum Greenmarket bietet zudem einen guten Überblick über sämtliche Farmers Markets der Stadt. Union Square Greenmarket // Mo., Mi., Fr. und Sa. am Broadway/17th Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-9

{Küchengeschäfte} Wenn man sich schon in der Union-Square-/Flatiron-Gegend aufhält und sich nur annähernd fürs Kochen und Backen (oder einfach nur fürs Essen) interessiert, gibt es dort einige schöne Läden, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. Allen voran Fishs Eddy, deren Shop uns bereits vor vier Jahren (damals noch ohne Foodblog) in Verzückung versetzte. An jeder Ecke stapeln sich hier Teller, Tassen & Co., hübsche Geschirrtücher und andere Props in allen erdenklichen Farben und Formen. Doch Achtung, Augen und Geldbeutel fühlen sich hinsichtlich der immensen Auswahl augenblicklich überfordert! Fast gegenüber liegt das mehrstöckige ABC Carpet & Home – ausgefallene Küchen- und Wohnaccessoires wohin das Auge blickt (leider allerdings auch recht teuer). Bevor man von dort aus direkt auf das Flatiron Building losstürmt, sollte man zunächst einem kleinen, etwas unscheinbaren Laden seine Aufmerksamkeit schenken. Whisk kommt etwas unprätentiöser daher, dafür aber mit einer tollen Auswahl an Küchen- und Barzubehör. Vor allem die kleine, aber überaus feine Backabteilung muss hier erwähnt werden! Um sich professionell auszustatten und in jeder Großküche bestehen zu können, sollte man auch einen Besuch bei Bowery Kitchen Supplies im Meatpacking District einplanen. Zwischen den eng bepackten Regalen voller Töpfe, Pfannen und Schüsseln fällt es schwer, sich in dem großen Laden im Chelsea Market nicht zu verlaufen. Etwas weiter den Broadway hinunter in Richtung SoHo eröffnet sich mit Sur la Table jedem Foodie ein riesiges Küchenparadies, das einen verfluchen lässt, nicht einen komplett leeren Koffer mitgebracht zu haben. Wir müssen uns schwer zurückhalten, aber der Mason Shaker (und diverse andere Kleinigkeiten) MUSS einfach mit! Fishs Eddy // 889 Broadway at 19th Street; ABC Carpet & Home // 888 Broadway at 19th Street; Whisk // 933 North Broadway;  Bowery Kitchen Supplies // Chelsea Market, 75 Ninth Ave; Sur la table // 75 Spring Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-3

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-10

{Dean & DeLuca + Eataly} Zwei riesige Feinkostläden, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen, sind Dean & DeLuca und Eataly. Dean & DeLuca hungrig zu betreten, würde vermutlich dem finanziellen Ruin gleichkommen. Aus jeder Ecke des riesigen Delikatessenshops strömen einem verführerische Düfte entgegen. Hier stapeln sich köstlichste Backwaren, Cookies und Cupcakes, dort wartet eine riesige Brottheke (inklusive dem besten Olivenbrot überhaupt) darauf, bestaunt zu werden, einen Schritt weiter steht man plötzlich vor der gut bestückten Käsetheke und am hinteren Ende des Ladens wird gerade frisches Sushi gerollt. Am besten startet man mit einem Kaffee im Coffeeshop des Feinkostgeschäfts und gönnt sich dabei eine der feinen hausgemachten Pralinen. Am Madison Square Park verbirgt sich hinter den Toren von Eataly ein riesiger italienischer Feinkosttempel. Von frischer Pasta über Pizza, Wein, Focaccia, Panini, Gelato und Kaffee bis hin zu Kochbüchern und Koch- und Weinkursen findet man hier alles, was das italienische Gourmetherz begehrt. Besonders spannend ist, dass hier auch regionale Spezialitäten aus dem ganzen Land angeboten werden, die man in der Regel nur selten außerhalb Italiens findet. Im Frühjahr soll sogar eine Filiale der italienischen Feinkostkette in München eröffnen. Wir sind gespannt! Dean & DeLuca // u.a. 560 Broadway; Eataly // 200 5th Avenue, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-11

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-12

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-13

{Chelsea Market} Ein Pflichttermin für alle essfreudigen Touristen ist auch der Chelsea Market. In der ehemaligen Keksfabrik (hier wurden die Oreo-Kekse erfunden!) im Meatpacking District hat sich eine riesige Markthalle etabliert, die den ehemaligen Industrie- und Rotlichtbezirk in eines der angesagtesten Viertel der Stadt verwandelt hat. Seit 2009 grenzt hier außerdem die High Line an, ein Park, der auf einem Abschnitt der ehemaligen West Side Freight Line – einer Hochbahntrasse, die die verschiedenen Fabriken miteinander verband – angelegt wurde und sich zu einer der beliebtesten Attraktionen der Stadt gemausert hat. Doch bevor man es sich dort auf einer der Holzliegen gemütlich macht oder die Füße in einem der Wasserläufe kühlt, lohnt sich ein ausgiebiger Spazier- und Shoppinggang durch die vielen kleinen Läden des Markets. Bei Foods of New York Tours hatten wir bereits vor der Reise eine Foodtour gebucht, bei der wir nicht nur den Markt, sondern auch Teile des ihn umgebenden Meatpacking Districts kennenlernen durften. Höchst empfehlenswert sind die Touren mit Darrell – ein wahnsinnig lustiger Broadway-Schauspieler, der nicht nur in kürzester Zeit all unsere Namen beherrscht, sondern offensichtlich auch mit allen Händlern im Markt befreundet ist. Dementsprechend kommt er zwischen den regulären Stopps immer wieder mit neuen Kleinigkeiten an, die wir natürlich alle probieren müssen. So kommen wir z.B. in den Genuss von Rindertatar mit Schalotten und Chili (für vegetarische Alternativen wird stets gesorgt), einem köstlichen Kale Salad, kleinen Meat Pies, saftigen Grilled Cheese Sandwiches mit Feigensoße, einer frisch aus dem Ofen kommenden Blätterteigfrittata, köstlichen Cupcakes und selbst gemachten 9$-Bio-Schokoriegeln. Fast alles wird direkt vor Ort produziert, sodass man an vielen Stationen direkt in die Küchen schauen kann und zusieht, wie Fleischstücke zerteilt, riesige Berge Brotteig geknetet oder Süßigkeiten zubereitet werden. Wie schon bei unserer Foodtour in Miami erfahren wir neben all den Köstlichkeiten auch viel zur Geschichte und Kultur des Viertels und fühlen uns nach drei Stunden in jeder Hinsicht glücklich gesättigt. Chelsea Market // 75 9th Avenue, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-14

{Magnolia Bakery} Ein Geheimtipp ist die kleine Bäckerei im schicken Greenwich Village natürlich längst nicht mehr. Spätestens seit Sex & the City wird die Magnolia Bakery von Cupcakesüchtigen und Serienjunkies überrannt. Doch der Hype um das niedliche Café ist nicht unbegründet. Wir sind nicht die Einzigen, die mit sabberndem offenem Mund die bunte Auslage bestaunen und wie gebannt der Dekoration von Torten und Cupcakes zusehen, die noch immer ganz frisch im hinteren Teil des Geschäfts zubereitet werden. Entgegen Majas dringender Empfehlung, dort den Banana Pudding zu probieren, entscheiden wir uns für einen Peanut Butter Icebox Cake und einen Mini Red Velvet Cheesecake – beide sehen einfach zu gut aus, um sie in der Auslage liegenzulassen. Der Peanut Butter Cake entpuppt sich als pure Dekadenz: Peanut Butter meets Karamell meets unglaubliche Cremigkeit. Ganz schön mächtig, aber auch ganz schön lecker! Und auch der Red Velvet Cheesecake überzeugt, supercremig und einfach perfekt. Eins ist klar: Beim nächsten New-York-Besuch MÜSSEN wir zurückkommen, um den Bananenpudding zu probieren! Magnolia Bakery // 401 Bleecker Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-15

{Big Gay Ice Cream Shop} Wer sich in der Magnolia Bakery zurückhalten kann (wir leider nicht!) und noch etwas Platz im Magen hat, sollte ihn mit einer der spannend klingenden und hoch gelobten Eissorten des Big Gay Ice Cream Shops füllen. Leider können wir uns aufgrund akuter Völleritis nicht selbst von den Eiskreationen des bunten Shops im West Village überzeugen, doch die zufriedenen Gesichter, denen wir beim Vorbeilaufen vor dem Ice Cream Shop begegnen, sprechen Bände. Der Laden wird jedenfalls vorgemerkt für den nächsten New-York-Besuch – Sorten wie “Salty Pimp” und “Mexcian Affogayto” wollen schließlich probiert werden! Big Gay Ice Cream Shop // u.a. 61 Grove Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-1

{Greenwich Village Literary Pub Crawl} Wer schon immer mal wissen wollte, wo sich Dylan Thomas zu Tode gesoffen hat oder welcher Pub im Kampf gegen die Diskriminierung Homosexueller eine gewichtige Rolle spielte, liegt mit dem Literary Pub Crawl genau richtig. Die dreistündige Walking Tour führt durch die berühmtesten und berüchtigsten Bars der Künstlerviertel Greenwich Village und East Village. Bei einem (oder zwei oder drei …) Pint(s) erzählen die Tour Guides – zwei junge Theaterschauspieler – von literarischen Persönlichkeiten des Viertels, versteckten Orten und vergessenen Anekdoten. Die perfekte Tour für trinkfeste Literaturnerds und alle, die einen etwas anderen Blick auf New York erhaschen möchten. Greenwich Village Literary Pub Crawl // 20$ pro Person; Treffpunkt: samstags, 13 Uhr, White Horse Tavern, 567 Hudson Street, New York. 

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-2

Read Full Post »

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp-13

Ich gebe es zu, ich habe zwar schon immer gerne Bier getrunken – eigentlich sogar lieber als Wein -, aber ernsthafte Gedanken über die Auswahl habe ich mir nie gemacht. In der Kneipe, in der ich im Studium gearbeitet habe, gab es zwei Sorten Pils vom Fass, drei verschiedene Weizen und ein Flaschenbier. Wenn mich jemand fragte, habe ich immer das günstigere Pils empfohlen, die 40 Cent Unterschied waren für mich kaum zu schmecken (insbesondere wenn es nicht bei einem Bier blieb). Die Feststellung, dass sich die Industriebiere einfach zu sehr gleichen, haben in den letzten Jahren immer mehr Leute getroffen. Also haben sie angefangen, ihre eigenen Biere zu brauen. Gerade in den USA, wo der Unterschied zwischen Bier und Wasser oft nur marginal ist, hat sich seit den 80er Jahren eine Szene entwickelt, die dem schlechten Geschmack den Kampf angesagt hat. Seitdem hat sich die Bewegung über den gesamten Globus erstreckt und besonders seit den 2000ern enormen Aufwind erhalten. Weltweit ist seitdem ein Begriff in aller Munde: Craft Beer.

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp Collage-2

Im Gestalten Verlag ist jetzt ein Buch erschienen, das den aktuellen Stand der Craft-Beer-Bewegung dokumentiert und gleichzeitig als Nachschlagewerk für BierliebhaberInnen dient: “Das Craft-Bier-Buch. Die neue Braukultur“. Verfasst hat das Buch Sylvia Kopp, eine der ausgewiesensten Bierexpertinnen des Landes. Sie ist Bier-Sommelière, sitzt bei internationalen Bierwettbewerben in der Jury, schreibt für ungezählte Fachpublikationen und hat 2013 die Berlin Beer Academy gegründet. Beste Voraussetzungen also dafür, dass hier ein fachkundiges Buch entstehen konnte und nicht nur der oberflächliche Versuch, ein trendiges Thema zu besetzen.

Das Buch ist neben einer Einleitung in drei Hauptkapitel aufgeteilt (Braukunde, Stilkunde und Craft-Beer-Pioniere). Abschließend werden einige Rezepte und passende Bierkombinationen vorgestellt. Wie bei fast allen Gestalten-Büchern fällt sofort die schöne Aufmachung des Bandes ins Auge. Viele tolle, teilweise sehr große Abbildungen sowie eine übersichtliche Gestaltung geben einen guten Einblick in die Welt des Craft Beers.

Die Einleitung stellt neben wichtigen Begriffen wie dem Reinheitsgebot auch – und das freut mich als Historiker natürlich besonders – die interessante Geschichte des Biergeschmacks anhand von drei wichtigen Zäsuren vor. Dabei setzt Sylvia Kopp den letzten Einschnitt für 2007 an – das Jahr, in dem “Craft-Bier international wird”. Das wichtige Ereignis dieses Jahres ist der Gemeinschaftssud der noch verhältnismäßig jungen Brooklyn Brewery mit der bayrischen Traditionsbrauerei Schneider. Herauskam das Tap 5, eine “Hopfenweisse” (die im Übrigen unglaublich gut schmeckt, eine dringende Trink-Empfehlung meinerseits!), die für Sylvia Kopp emblematisch für die Craft-Beer-Welle der 2000er steht und damit gut als Beginn einer neuen Ära funktioniert.

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp-1

Wer nach dem Einstieg in das Thema Lust bekommen hat, es den tausenden Bierbegeisterten auf der Welt gleich zu tun und erste Schritte in Richtung Selbstgebrautes unternehmen möchte, für den ist das nächste Kapitel genau richtig. Nach einer knappen Einführung in die Zutaten folgt ein Rezept für ein DIY-American-Pale-Ale, schön und nachvollziehbar illustriert. Wenn ich eine Scheune zur Verfügung hätte, würde ich das ja gerne mal ausprobieren, aber in unserer Mietwohnung mit Mini-Küche könnte es schwierig werden. Es bleibt also zunächst beim Trinken und dafür liefert das nächste Kapitel die passenden Grundlagen. Vom Pilsener bis zu holzfassgereiften Bieren werden unzählige Biervarianten vorgestellt. Dabei werden die Besonderheiten des jeweiligen Brauprozesses hervorgehoben und erklärt, welche Zutaten besonderen Einfluss nehmen (z.B. der Hopfen bei der Craft-Beer-Sorte schlechthin, dem IPA) und – für FoodbloggerInnen besonders wichtig – zu welchem Essen das Bier passen könnte. Hinweise zur Glaswahl und zu besonders empfehlenswerten Referenzbieren gibt es zudem. Ich persönlich habe beim Lesen ziemlichen Durst bekommen und wäre am liebsten sofort in den nächsten Spezialladen (oder in eine Kneipe wie das Tap-House in München) gestürmt.

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp Collage-1

Den größten Teil des Buches nimmt aber der Überblick über die aktuelle Craft-Beer-Szene ein. Auf zwei bis vier Seiten werden Protagonisten und Protagonistinnen (die allerdings sehr in der Minderzahl sind) aus der ganzen Welt vorgestellt, die ganz verschiedene Facetten dieser heterogenen Gruppe repräsentieren. Darunter befinden sich nicht nur Brauereien, sondern z.B. auch spezialisierte Bars oder Geschäfte, die sich als Botschafter für eine neue Bierkultur einsetzen. Sympathisch finde ich, dass die Auswahl nicht unbedingt nach der Größe oder dem Absatz erfolgt ist, sondern die Autorin eher nach ihrem persönlichen Geschmack gegangen ist und auch winzigen Exoten Raum gibt. Spannend fand ich in dieser Hinsicht z.B. die Geschichte von 961 Beer, der bisher einzigen Craft-Beer-Brauerei im Libanon oder der auf den Fotos ziemlich verrückt aussehenden Esten von Pohjala. In beiden Fällen sind die ausdrucksstarken Biere richtige Verkaufsschlager und die Jungbrauer kommen mit der Produktion kaum hinterher. Zusammen mit den vorherigen Kapiteln erhält man so einen sehr soliden Überblick über all die Möglichkeiten, die Bier derzeit abseits der großen Marken der Getränkeindustrie bereithält. Etwas schade ist nur, dass man viele der erwähnten Biere wohl nie probieren können wird, weil sie entweder in Deutschland nur schwer erhältlich sind oder manchmal auch von den Brauereien nur für kurze Zeit hergestellt werden. Denn, das wird im Buch deutlich, es wird gerne und viel experimentiert und nach dem neuen Bier ist vor dem noch neueren Bier. Gut, dass ich wenigstens während unseres USA-Urlaubs fast jeden Abend ein anderes Craft Beer probiert habe.

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp Collage-3

Allerdings gibt es auch in Deutschland immer mehr spezialisierte Getränkehändler, die Biere aus der ganzen Welt führen. In der Nähe von München gibt es z.B. Liebick Getränke, die nach eigener Aussage 600-700 Biersorten vorrätig haben. Davon habe ich beim letzten Besuch immerhin 13 mitgenommen und gemeinsam mit Sabrina tapfer durchprobiert (unsere Verkostungsnotizen findet ihr bei Instagram unter #13tage13biere). Das “Craft-Bier-Buch” war dabei eine große Hilfe und das perfekte Nachschlagewerk zu den verschiedenen Biertypen. An manche Sorten hätte ich mich ohne das Buch vielleicht auch gar nicht herangewagt. Das Ergebnis unseres Biermarathons: Während Sabrina ein klarer Fan von fruchtigen IPAs ist, darf es bei mir in Zukunft auch mal etwas herber und rauchiger sein.

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp-17

Den Abschluss des Buchs bildet übrigens ein Kapitel mit zehn Rezepten, denen jeweils eine Bierempfehlung zur Seite gestellt wird. Die Rezepte sind zwar interessant (z.B. eine Petersilienwurzelschaumsuppe oder Rosenkohlgemüse mit Jakobsmuscheln) und schön fotografiert, sprechen mich persönlich allerdings nicht besonders an. Das schmälert den Gesamteindruck allerdings nicht im Geringsten und immerhin bekommt man einen groben Eindruck, welches Bier zu welcher Art von Essen passen könnte.

Das Craft-Bier Buch Craft Beer Silvia Kopp-16

Fazit: Ein sehr schönes und kenntnisreiches Buch, das sowohl für Neulinge geeignet ist als auch für LeserInnen, die sich bereits ein wenig mit Craft Beer beschäftigt haben. Dank der übersichtlichen Gestaltung und einem Adressenverzeichnis ein wunderbares Nachschlagewerk! 5 von 5 IPAs.

dascraftbierbuch_front_rgbSylvia Kopp

“Das Craft-Bier Buch”

Gestalten Verlag, Berlin 2014.

35€ / ISBN 978-3-89955-534-9

Vielen Dank an den Gestalten Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Read Full Post »

Rum Amaretto Weihnachts Nogg Cocktail-1

Es gibt vermutlich kaum ein konservativeres Fest als Weihnachten. Traditionen werden von Generation zu Generation weitergegeben und Veränderungen müssen oftmals gegen harte Widerstände erkämpft werden. Es gab doch schließlich schon immer Kartoffelsalat/Fondue/Raclette/Karpfen/beliebiges Weihnachtsessen einfach hier einsetzen…! Wer hier neue Akzente setzen will, muss entweder harte Nerven beweisen oder so gute Ideen vorbringen, dass der Rest der Familie von jetzt auf sofort vergisst, was die Jahre zuvor angesagt war. So oder so, um die Stimmung gegebenenfalls etwas aufzulockern, sollte man als Weihnachtsrevoluzzer ein paar Geheimwaffen in der Hinterhand bzw. im Cocktailshaker haben. So wie unseren zimtigen Weihnachtscocktail, der jede Mutter vergessen lässt, dass sie eigentlich keine Neuerungen mag, mit dem der Bruder das ungeliebte Gemüse runterspülen kann und der die abtrünnige Schwester aus der Ferne neidisch werden lässt. Das Vanilleeis versorgt den Drink mit einer unglaublichen Cremigkeit, die außerdem die unzähligen Umdrehungen versteckt, die der Cocktail intus hat (wir übernehmen keine Garantie für umstürzende Weihnachtsbäume!). Also ran an den Shaker und schöne Feiertage!

Rum Amaretto Weihnachts Nogg Cocktail-2

Zimtiger Amaretto-Rum-Nog (für eine 300-ml-Cocktailschale):

4-6 cl Spiced Rum (z.B. Sailor Jerry oder Captain Morgan)
4-6 cl Amaretto
12 cl Milch
3 große Kugeln Vanilleeis
1 Messerspitze Zimt + etwas mehr für die Deko
1 Prise Muskatnuss
Eiswürfel
Zimt-und-Zucker-Mischung

1. Die Zimt-und-Zucker-Mischung auf einen Teller geben. Eine gekühlte Cocktailschale am Rand anfeuchten und durch den Zucker ziehen, sodass der Glasrand gleichmäßig bedeckt ist.

2. Spirituosen, Milch, Gewürze und Vanilleeis mit ein paar Eiswürfeln in einen Shaker geben und für 10 Sekunden sehr kräftig schütteln. Durch ein Barsieb in die Cocktailschale abgießen, nach Belieben mit ein wenig Zimt betreuen und sofort servieren.

Tipp: Wer eine größere und sehr durstige Weihnachtsgesellschaft zu versorgen hat, kann den Drink auch im Mixer zubereiten. Einfach die Menge entsprechend erhöhen und eine Handvoll Eiswürfel hinzufügen. Nur so lange mixen, bis die Eiswürfel gerade so zerkleinert sind.

Read Full Post »

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-1

Da sind wir fast drei Wochen in den USA unterwegs, bringen einen Koffer (oder auch zwei oder drei) voller kulinarischer Erinnerungen mit und eine Speicherkarte mit etwa drölfzigtausend Food-Fotos und dann passiert damit … NÜSCHT. Richtig – keine Tipps, an welchem New Yorker Food Truck man keinesfalls vorbeigehen sollte, von welcher Rooftop-Bar aus man den schönsten Sonnenuntergang über Manhattan erhaschen kann oder welcher unscheinbare Shop die besten Donuts in ganz Brooklyn anbietet. Dabei wollten wir all das (und noch viel mehr) doch schon längst mit euch geteilt haben. Immerhin haben wir es geschafft, vom grandiosen Supper Club, den wir in Williamsburg besuchen durften, zu berichten. Der Rest folgt. Häppchenweise und (hoffentlich) wohldosiert. Kommt ihr mit auf unsere kulinarische Reise durch New York {Manhattan}, Cape Cod, Boston, Cambridge und Neuengland?

Heute starten wir mit dem ersten Teil unserer Food-Tipps für New York bzw. Brooklyn, um genau zu sein. Denn diesmal haben wir Manhattans hipper großer (immerhin 2,5 Millionen Einwohner) Schwester besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt, wurde sie doch beim letzten Besuch ein wenig vernachlässigt. Dabei lassen sich gerade in Brooklyn – allen voran Williamsburg – so viele kulinarische Perlen entdecken, dass man eigentlich am liebsten den ganzen Tag mit Essen verbringen würde. (Und genau das scheinen wir auch gemacht zu haben.)

Unsere kulinarischen Tipps für Brooklyn (nach Stadtvierteln geordnet):

Bedford-Stuyvesant

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-12

{Dough} Wenn man mit einem donutverrückten Mann auf Reisen geht, hört man schnell auf, sich zu wundern. Man schüttelt nicht mehr den Kopf, wenn der Mann plötzlich eine Karte von New York aus der Tasche zieht, auf der fast alle Donutläden der Stadt eingezeichnet sind, und man nimmt in Kauf, dass die Unterkunft nach nahe gelegenen Teigkringeln ausgewählt wird (er nennt die Tatsache, dass einer der besten Donutshops Brooklyns zwei Straßen von unserer AirBnB-Unterkunft entfernt liegt, puren Zufall – ich glaube ihm kein Wort!). Doch die Donutkarte lügt nicht! Betritt man den kleinen Shop in Bed-Stuy, öffnet sich vor einem ein kleines Donutparadies: es duftet nach frischen Hefekringeln, die Sorten in der Auslage sehen so gut aus, dass man sie am liebsten einmal komplett durchprobieren würde. Das Angebot von Dough ist übersichtlich und wechselt täglich, den Donuts sieht man an, dass sie ganz frisch und handgemacht sind. Unsere erste Wahl – ein köstlicher Dulce-de-Leche-Donut mit gerösteten Mandeln – führt dazu, dass wir im Laufe unseres Aufenthalts zwei weitere Sorten dort probieren müssen: Passion Fruit und Toasted Coconut. Hier gibt es wirklich die fluffigsten aller Donuts! Dough // 448 Lafayette Ave, Brooklyn, NY (Dough ist aber auch regelmäßig mit einem Stand beim Smorgasburg vertreten).

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-13

{SCRATCHbread} Auch wenn dem etwas rougheren Viertel Bedford-Stuyvesant die Gentrifizierung in den meisten Ecken noch nicht anzusehen ist, so ist der kleine Frühstücks- und Sandwichladen SCRATCHbread doch ein deutliches Indiz dafür, dass auch hier eine Wandlung der Neighborhood im Gange ist. Ab 9 Uhr morgens stehen die Hipster-Kids im “Out-of-bed”-Look Schlange, kaufen Cold Brewed Coffee, frisch gebackenes Brot oder eines der lecker belegten Sandwiches. Alles zum Mitnehmen, denn die kleine Bäckerei verkauft ihre Köstlichkeiten nur durch ein Fenster zur Straße. An unserem letzten Morgen in Brooklyn schaffen wir es endlich, uns dort mit Frühstücksproviant für unsere Weiterfahrt einzudecken. Veg Flat nennt sich das vegetarische Sandwich mit Hummus, Meyer Lemons, Spargel, Zuckerschoten, anderem Gemüse, geräucherter Mandel-Romesco-Soße und ordentlich Knoblauch. Mit 7$ für ein nicht allzu großes Sandwich nicht ganz billig, aber auf jeden Fall lohnenswert! SCRATCHbread // 1069 Bedford Ave, Brooklyn, NY.

Dumbo

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-14

{Foragers Market} Down Under the Manhattan Bridge Overpass bezeichnet die Gegend, die sich u.a. zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge am East River erstreckt und der man ihren alten Künstlercharme trotz steigender Mieten noch immer anmerkt. Viele nette Läden und Cafés im Industriechic laden dazu ein, sich hier mit Kleinigkeiten für ein Picknick im neu gestalteten Brooklyn Bridge Park einzudecken. Auch der Foragers Market, eine kleine nachbarschaftlichere Version von Whole Foods, eignet sich dazu hervorragend. Besonderer Fokus wird hier auf Bio-Produkte aus der Region gelegt. Neben ausgefallenen Spezialitäten bietet der Markt eine Salatbar, leckere Sandwiches, frisch gepresste Säfte und eine kleine, aber feine Auswahl an Kochbüchern. Foragers Market // 56 Adams Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-15

{Paris Sandwich Food Truck} Direkt gegenüber des Foragers Markets verliebt sich Steffen spontan in einen Food Truck, der sich die französische Vergangenheit Vietnams zunutze gemacht hat und riesige Bánh Mi – frisch belegte Baguettes – anbietet. Aber nicht irgendwelche, sondern z.B. mit Seitan in Zitronengrasmarinade, frischem Gemüse, viel Koriander und wunderbar knusprigem Brot (6,75$) oder auch mit vietnamesischen Meatballs (8$). Das alles auch noch zu sehr fairen Preisen. Paris Sandwich Food Truck // U.a. Adams Street, Brooklyn, NY. Um über aktuelle Standorte informiert zu werden, folgt am besten dem Twitter-Account.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-16

{Grimaldi’s} Beim gemütlichen Bummel durch Dumbo – vorbei am Laden von Melville House Publishing, wo man sich einmal quer durch das wunderbare Sortiment shoppen sollte – entdecken wir eine Pizzeria, die uns doch sehr bekannt vorkommt. Grimaldi’s – DIE Pizza-Institution Brooklyns – hat vor ein paar Jahren ihrem ursprünglichen Standort den Rücken gekehrt und befindet sich nun nur wenige Häuser weiter. Bereits vor vier Jahren standen wir hier 45 Minuten Schlange, um eine der besten Steinofenpizzen New Yorks zu probieren. Sofern die Pizzen durch den Umzug in die neue Location nichts an ihrer Qualität eingebüßt haben, ist das Grimaldi’s ein absoluter Tipp, der auch für das lange Warten in der Schlange entlohnt! Grimaldi’s // 1 Front Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-1-2New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-17

{Lizzmonade Brooklyn} Wir laufen entlang des East Rivers in Richtung Brooklyn Bridge, vorbei an Jane’s Carousel, einem antiken Karussell aus den 1920er Jahren, und der Freilicht-Fotoausstellung Photoville am Rande des Brooklyn Bridge Parks. Es ist wahnsinnig schwül, das Thermometer zeigt über 33 Grad. Bevor wir uns auf den Fußweg über die Brooklyn Bridge nach Manhattan machen, legen wir eine kurze Pause am Pier ein. Der Limonadenstand von Lizzmonade kommt gerade recht. Einmal Honigmelone-Basilikum to go, bitte! Puuh, 6$? Egal, her damit! Die Limo ist herrlich erfrischend, viel zu schnell leer geschlürft und sorgt zusammen mit der leichten Brise, die über den Fluss weht, für eine wohltuende Abkühlung. Lizzmonade Brooklyn, Brooklyn Bridge Park, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-2

Carroll Gardens

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-1-3New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-2-2New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-3

{Brooklyn Farmacy & Soda Fountain} Wie kleine Kinder freuen wir uns schon seit Tagen auf unseren Besuch in der Brooklyn Farmacy & Soda Fountain. Mitten in Carroll Gardens, zwischen all den Kinderwägen, den fein herausgeputzten Brownstones und den edlen Restaurants, hat in einer alten Apotheke aus den 1920er Jahren der perfekte Ort für den Nachtischhunger aufgemacht. Der Eintritt in die Farmacy ist gleichzeitig der Beginn einer Zeitreise. Eine lange Holztheke, antike Fließen, schummriges Licht und jede Menge 20er-Jahre-Paraphernalien – man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Im Mittelpunkt stehen hier Klassiker wie Sundaes, Sodas und Ice Cream Floats. Alles hausgemacht und von stilechten Soda Jerks serviert, die einem freundlich beratend zur Seite stehen, wenn man sich im unendlichen Wald der Köstlichkeiten nicht gleich zurechtfindet. Steffen entscheidet sich für den “Elvis” (6,25$) – einen Eisbecher mit Bananen-Schoko-Eis, selbst gemachter Erdnussbutter, Bananenscheiben, Hot Fudge, Sahne, Bacon (!) und Essiggurke (!!). Ich bekomme “The Violet”, einen wahnsinnig hübschen Ice Cream Float mit Vanilla Soda und Brombeer-Eis (8$) – wenn sich beides verbindet, möchte man gar nicht mehr aufhören zu schlürfen. Hier möchten wir am liebsten einfach sitzenbleiben! Immerhin können wir ein kleines Stück der Soda Fountain mit nach Hause nehmen. Brooklyn Farmacy & Soda Fountain // 513 Henry Street, Brooklyn, NY.

Williamsburg

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-7New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-20

{McCarren Park Greenmarket} Was tolle kulinarische Entdeckungen angeht, hat uns Williamsburg fix und fertig gemacht. An jeder Ecke warten kleine ultrahippe Cafés, Bars und Pop-up-Stores mit ausgefallenen Kuchen, Drinks, Street Food & Co in allerbester Qualität. Natürlich alles regional und organic. Was anderes findet man in Williamsburg kaum. Ganz zufällig stoßen wir auf den Greenmarket im McCarren Park, der sich als einer der schönsten Farmers Markets entpuppt, denen wir in New York begegnet sind. Die Auswahl ist toll, Gemüse und Obst sind für amerikanische Verhältnisse wirklich günstig und fast an jedem Stand entdecken wir neue, uns bislang unbekannte Absurditäten aus dem Gemüsegarten. Dazu werden selbst gemachte Säfte und Limonaden angeboten sowie frisch gebackenes Brot. Schade, dass wir eigentlich auf dem Weg zu einem anderen Markt sind und uns mit unseren Einkäufen zurückhalten müssen. McCarren Park Greenmarket // Samstags an der Union Ave zw. Driggs und North 12th Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-6New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-21New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-22New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-5

{Smorgasburg} Du bist Foodie und in New York? THIS is the place to be! Schon Wochen vor unserer Reise haben wir auf Instagram regelmäßig die Fotos bestaunt, die mit #Smorgasburg getaggt waren. Ca. 100 Aussteller finden sich jeden Samstag auf dem riesigen Food-Flohmarkt im East River State Park ein, um ihre Street-Food-Kreationen anzubieten. Wer die neuesten Food-Trends probieren möchte, ist hier genau richtig! Steffen gluckst verzückt, als er hier endlich den lang ersehnten Ramen-Burger (9$) probieren kann, bei dem das Brötchen durch Nudeln ersetzt wird. Klingt komisch, schmeckt laut Steffen aber hervorragend. Die Auswahl an tollen Lebensmitteln wird hier zur geistigen Zerreißprobe – selbst mit dem größten Hunger wird man niemals so viel probieren können, wie man eigentlich möchte. Schweren Herzens entscheide ich mich für vegane Summer Rolls mit Ananas-Teriyaki-Soße (7$) und eine Mango-Limonade (3$) – eine sehr gute Wahl! Steffen kann nicht anders und steht schon wieder in einer Schlange, um eines der beliebten Pulled Pork Briskets mit Chilis und Gurken (5$) zu ergattern, dessen Fleisch so zart ist, dass er am liebsten weinen möchte. Kurz darauf steht er mit einem Pumpkin Donut (1$) vor mir: “Wir müssen hier sofort weg. Das endet sonst böse!”, sagt er und hält sich den Bauch. Smorgasburg // Samstags im Williamsburger East River State Park und sonntags im Brooklyn Bridge Park, Pier 5, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-19

{Brooklyn Brewery} Bevor man sich jedoch auf dem Smorgasburg der Völlerei hingibt, sollte man kurz bei der nahe gelegenen Brooklyn Brewery vorbeischauen und sich dort schon mal Tickets für eine kostenlose Führung am Mittag sichern, um dem späteren Schlangestehen zu entgehen. Halbstündig werden hier samstags kostenlose Touren durch die Brauerei angeboten, bei denen man hinter die Kulissen der Craft-Beer-Produktion blicken kann. Man erfährt ein wenig über die Geschichte der Brauerei, bekommt den Brauprozess erklärt und kann im Anschluss natürlich auch noch Biere verkosten. Das Angebot wechselt regelmäßig und man hat so die Gelegenheit, z.B. saisonale Spezialitäten probieren zu können. Brooklyn Brewery // 79 North 11th Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-24

{Urban Rustic} Um dem Nachmittagstief mit einem Cold Brewed Coffee oder einer erfrischenden Cucumber Lemonade entgegenzuwirken, empfiehlt sich ein Zwischenstopp im Urban Rustic. Das hübsch eingerichtete Café im antiken General-Store-Look bietet nicht nur Frühstück bis spät nachmittags, sondern auch jede Menge Sandwiches, Salate und leckere Kuchen (z.B. Himbeer-Ingwer-Schnitten) – dunkles Holz, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, Wollmützen und Bärte inklusive. Die verarbeiteten Bio-Produkte stammen alle von Bauern aus der Region und können auch im kleinen Shop im vorderen Teil des Cafés erworben werden. Urban Rustic // 236 North 12th Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-23

{The Gorbals} Auf dem Dach des schicken Concept Stores Space Ninety 8 – ein mehrstöckiger Ableger von Urban Outfitters – wartet eine kleine Oase auf shoppingmüde Williamsburger. Mit bestem Blick auf Manhattan lässt sich auf der Rooftop-Bar mit rustikalem Tex-Mex-Flair der eine oder andere Drink gut wegschlürfen. Wem es nach mehr als nur Drinks und Fingerfood gelüstet, sollte unbedingt im dazugehörigen Restaurant im dritten Stock vorbeischauen. Allein der Blick auf die Karte und all die kreativen Gerichte lässt einen vor Neugier platzen. The Gorbals // im Space Ninety 8, 98 North 6th Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-4New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-26New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-8

{The Ides} Ihr seid nur eine Nacht in New York? Dann solltet ihr sie hier verbringen! Auf dem Dach des von Kopf bis Fuß im puristischen Industriechic durchgestylten Wythe Hotels (hier möchte man wirklich am liebsten einziehen!) befindet sich eine der schönsten Rooftop-Bars New Yorks. Kurz vor Sonnenuntergang sollte man sich an den volltätowierten Türstehern des Hotels vorbeischlängeln, in einen der Aufzüge springen und sich im sechsten Stock absetzen lassen. Schnell an der Bar noch einen Moscow Mule (12$) und einen Golden Era (14$) bestellen und dann nichts wie raus auf die Dachterrasse, um sich von dort aus cocktailschlürfend und ganz mondän fühlend am Sonnenuntergang über der Manhattan-Skyline zu ergötzen. Bombastische Aussicht, himmlische Drinks und eine lockere, moderne (und gleichzeitig nicht zu abgehobene) Atmosphäre sind garantiert. Der perfekte Ort also, um einen letzten Abend in der Stadt zu beginnen! The Ides // im Wythe Hotel, 80 Wythe Ave, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-25

{Café Colette} Ein wunderbarer Ort, um den Abend schließlich ausklingen zu lassen, ist das Café Colette – ein kleines hübsches Restaurant mit französischem Flair, das sich der New American Cuisine verschrieben hat. An dieser Stelle vielen Dank an Dani von Flowers on my plate für die Empfehlung! Auf der kleinen Veranda vor dem Haus lassen sich im schummrigen Abendlicht die vorbeiziehenden Williamsburger unbemerkt beobachten, während man sich für eine der Köstlichkeiten der kleinen, aber feinen Abendkarte entscheiden muss. Unsere Wahl fällt auf einen Heirloom Tomato Salad mit Burrata (16$) und das Chili & herb roasted chicken mit Rosmarin, Knoblauch und Zitrone (20$) – beides ist köstlich, die Portionen sind allerdings übersichtlich. Dazu gibt es den Colette Cocktail mit Gin, Rosé und Rosmarin (10$), ein Blood Orange Pale Ale (6$) und die Gewissheit, sicher bald wieder nach Williamsburg zurückzukehren. Café Colette // 79 Berry Street, Brooklyn, NY.

New York kulinarisch Brooklyn Food Tipps-10

Ganz so wohldosiert, wie eingangs angekündigt, kommen unsere Tipps wohl doch nicht daher. Es gibt in Brooklyn einfach so viel zu entdecken (und es gäbe noch so viel mehr). Beim nächsten Mal nehmen wir euch mit nach Manhattan. Wir hoffen, ihr kommt mit!

Read Full Post »

DimpleGoldenSelection_Foto von Vivi D'Angelo-1

Hat man sich erst einmal an den schottischen Akzent gewöhnt, fällt es deutlich leichter, Chris Clark zu verstehen. Vielleicht hat er sich aber auch besonders angestrengt, deutlich zu sprechen an diesem regnerischen Donnerstag in der gemütlichen Waldmeisterei in München. Dorthin wurde ich eingeladen, um eine der neuesten Kreationen des Spirituosenkonzerns Diageo vorgestellt zu bekommen – die Dimple Golden Selection. Auf der charakteristischen dreieckigen Flasche prangt neben dem Whiskynamen ungewöhnlicherweise auch eine Unterschrift – die des Master Blenders Chris Clark. Er ist nun zum ersten Mal überhaupt in Deutschland, um “seinen” Whisky zu präsentieren und mit uns über die Kunst des Whiskyblendens zu sprechen. Mit der gesammelten Erfahrung aus über 30 Jahren zwischen Fasslager und Labor, erklärt er uns geduldig den Unterschied zwischen Grain und Malt Whisky, spricht über Destillationsprozesse, über die Revolution durch die Continuous Destillation und die Schwierigkeiten, während des aktuellen Whiskybooms genügend hochwertige Fässer für die Reifung des Spirits (also des Rohbrands) zu finden. Aber in erster Linie geht es natürlich um die Kunst, aus vielen verschiedenen Whiskys unterschiedlichster Brennereien über Jahre hinweg einen hochwertigen Blend (also solche Whiskys, bei denen die verwendeten Fässer im Gegensatz zu Single Malts nicht aus einer einzigen Brennerei stammen müssen) zu kreieren.

Dimple Golden Selection Whisky Chris Clark-2

Obwohl Blended Whiskys den überwiegenden Teil des Whiskymarkts ausmachen – Chris Clark sprach von bis zu 95% -, sind es vor allem die Single Malts, die bei der derzeitigen Berichterstattung die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Auf diese Tatsache angesprochen, weiß Chris Clark sofort, wovon ich rede. Er habe das Gefühl, dass die Leute sich gerne besonders fühlen möchten, deswegen die besonders limitierte Single-Cask-Abfüllung haben wollen und dann gerne mal abschätzig auf die Masse der WhiskytrinkerInnen herabschauen würden. Er selbst könne damit nichts anfangen, ihm sei es im Gegenteil wichtig, dass sein Whisky kein unerschwingliches Luxusprodukt sei. Er wollte mit der Dimple Golden Selection vielmehr eine hochwertige Abfüllung kreieren, die sich jeder leisten könne. Oder wie er es auf den Punkt bringt: “blended whisky exists for a reason”. Sympathisch und ein angenehmer Gegensatz zum sonst oft vorherrschenden Elitarismus der Whiskyszene.

Dimple Golden Selection Whisky Chris Clark-3

Im Interview erzählt mir Clark, dass es weiterhin sein Ziel sei, über Jahre hinweg einen hochwertigen Blend anzubieten und die eigenen Qualitätsvorgaben jedes Jahr aufs Neue erfüllen zu können. Dementsprechend sähe auch sein Arbeitsalltag aus. Er würde die vorhandenen Vorräte prüfen, über reife Fässer entscheiden, die Standard References (an denen sich jede neue Charge orientieren muss) anlegen und sich um die Ausbildung neuer BlenderInnen und VerkosterInnen kümmern. Viel Zeit zum Genießen sei da nicht, das müsse dann zu Hause an der Hausbar geschehen.

DimpleGoldenSelection_Foto von Vivi D'Angelo-2

Die Dimple Golden Selection, um die es an diesem Abend gehen soll, wird übrigens aus hunderten Fässern verschiedenster Brennereien gemischt. Dabei brauchte Chris Clark bei der Entwicklung der Golden Selection keine zehn Prototypen bis zur Kreation des Geschmacks, den er schon vorher im Kopf – oder vielmehr in Mund und Nase – hatte. Er habe dabei den Markenkern bewahren, aber gleichzeitig einen Whisky schaffen wollen, der es EinsteigerInnen ermöglicht, die Welt des schottischen Nationalgetränks zu entdecken. Leicht sollte er also sein, aber dennoch komplex, mit relativ viel Süße und nur wenig Rauch. Ein Whisky eben, der weit von den namenlosen 8€-Flaschen der Discounter entfernt ist, aber dennoch einer breiteren Masse zur Verfügung steht.

Dimple Golden Selection Whisky Chris Clark-4

Schließlich bekommen wir die Möglichkeit, uns an dem zu versuchen, was Chris Clark mit völligem Understatement als etwas bezeichnet, das jede/r lernen könne: das Blenden. Er selbst habe zwar Chemie studiert, aber das Blenden sei ihm eher zufällig in den Schoß gefallen. Jemand hätte mitbekommen, dass er ein Händchen dafür habe und dann hieß es eben, “Chris, do this!”, und seitdem sei er ein Blender. Wir sollen das nun ebenfalls werden und haben dafür die vier Grundgeschmäcker vor uns stehen, aus denen auch die Dimple Golden Selection besteht: Vanillearomen (aus einem jungen Grain-Whisky), frische Früchte (hier ein Lowland Malt), reife Früchte (ein Speyside Malt aus dem Sherryfass) und natürlich Rauch (ein Talisker). Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Aromen sind und wie gut – und weniger gut – sie miteinander harmonieren. Mein erster Mischversuch scheint etwas unkoordiniert. Der Blend kommt am Ende zwar nicht schlecht, aber auch etwas schwach auf der Brust daher. Beim zweiten Durchgang habe ich dann schon einen definierteren Geschmack im Kopf, und siehe da, es funktioniert deutlich besser. Ich mag sowohl rauchige Whiskys als auch die Süße, die durch eine Lagerung im Sherryfass erzielt wird, deshalb soll mein Whisky beides vereinen. Das, was ich am Ende in eine kleine Flasche – natürlich stilecht mit Unterschrift vom Master Blender – abfüllen kann, schmeckt tatsächlich und erhält den Segen des Master Blenders. Wer also in Zukunft vorbeikommt und nett fragt, darf mal meinen ganz persönlichen “Sweet and Smoky Blended Scotch Whisky” probieren – die “Steffen Golden Selection”.

Dimple Golden Selection Whisky Chris Clark-5

Der Abend endet mit einem auf den Whisky abgestimmten Menü, und nach zwei leeren Flaschen an unserem Tisch (danke an meine trinkfesten TischnachbarInnen, u.a. von Arts in Munich, Der König kocht und Happy Plate), kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass man Wein oder Bier auch ohne Probleme durch einen leichten Whisky ersetzen kann. Allerdings sollte die kulinarische Grundlage stimmen – die köstlichen Fish & Chips, die uns die Küche serviert, eignen sich z.B. hervorragend. Satt und mit einem angenehmen Whiskygeschmack auf der Zunge gehe ich hinaus in den Regen und bin mir sicher, dass ich in Zukunft nicht mehr so hochnäsig an den Blended Whiskys vorbeilaufen werde!

DimpleGoldenSelection_Foto von Vivi D'Angelo-3

Danke an Häberlein & Mauerer für die Einladung und die Möglichkeit, mit Chris Clark ein spannendes Interview zu führen! Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

PS: Die Fotos ohne Wasserzeichen stammen von der wunderbaren Vivi D’Angelo. Vielen Dank!

Read Full Post »

Pumpkin Spice Martini by feed me up before you go-go-1

Wenn Frau und Herr Wallygusto nach Umzugshelfern rufen, sind wir natürlich sofort am Start. Die Anzahl der vollgepackten Kisten, die wir bisher getragen haben, hält sich zwar in Grenzen, aber dafür haben wir uns bereiterklärt, die beiden auf dem Blog tatkräftig zu unterstützen. Denn zwischen Farbeimern, halb eingeräumten Küchenschränken und unausgepackten Kisten kocht und bloggt es sich einfach nicht so gut. Aber Outsourcing ist ja inzwischen ganz normal und deswegen sind wir heute bei den Wallygustos zu Gast.

Pumpkin Spice Martini by feed me up before you go-go-2

Mitgebracht haben wir zum Einzug zwar nichts Essbares (da müssen die beiden vorerst leider auf den Lieferservice zurückgreifen), aber immerhin etwas zum Anstoßen. Wir sind uns sicher, dass die beiden nach dem ganzen Umzugsstress erst mal einen Drink gebrauchen können. Besonders gut gegen den ganzen Stress hilft natürlich ein leckerer Cocktail, z.B. ein herbstlicher Martini. Klassische Drinks haben in den letzten Jahren ein ziemliches Comeback erlebt und in der Bar-Szene geht der Trend eindeutig zu Mischungen mit relativ wenigen (hochwertigen) Zutaten und selbst gemachten Besonderheiten. Deswegen haben wir uns mit dem Martini auch einen DER Klassiker der Barkultur vorgeknöpft. Etwas guter Gin, ein wenig Wermut (hier geht der Trend gerade wieder weg vom extrem trockenen Cocktail der 50er Jahre, bei dem Wermut am Ende nur noch tröpfchenweise im Glas landete) und vielleicht ein paar Spritzer Bitters – mehr braucht es nicht. Wir haben uns allerdings für eine gepimpte saisonale Variante mit Pumpkin-Spice-Sirup entschieden. Damit kommt etwas Würze und Süße in den doch sonst sehr herben Drink. Das Rezept für den Sirup liefern wir natürlich auch gleich mit, und ja, die Mühe lohnt sich. Denn so landen all die tollen Aromen im Glas, die auch den Pumpkin Spice Latte so beliebt gemacht haben.

Also ihr Lieben, wenn die Küche halbwegs steht und das Eisfach angeschlossen ist, nehmt euch die Zeit für einen guten Drink und stoßt mit unserem Pumpkin-Spice-Martini auf die neue Wohnung an! Cheers!

Das Rezept für unseren Pumpkin-Spice-Sirup und den Pumpkin-Spice-Martini findet ihr bei Karin auf Wallygusto.

Pumpkin Spice Martini by feed me up before you go-go-3

Pumpkin Spice Martini by feed me up before you go-go-4

Read Full Post »

Supper Club New York Ai-1

Supper Club New York Ai-3

Hier muss es gleich sein. Oder doch noch einen Block weiter? Ais Loft zu finden, ist gar nicht so einfach. Alles, was uns zur Orientierung dient, ist ein Straßenname in Brooklyn, keine Hausnummer, irgendein Studio soll es sein. Ob die junge Frau, die schon eine Weile vor uns läuft, wohl das gleiche Ziel hat? Schwarzer Parka, Hornbrille, Jutebeutel – würde schon passen. Andererseits läuft hier in Williamsburg jeder so rum. Als sie zögerlich vor einem Haus stehenbleibt, fragen wir sie, “looking for the supper club?”. Sie nickt und strahlt uns an. Kurz darauf öffnet uns Mat die Tür und heißt uns in seinem ultrahippen New Yorker Loft willkommen. Eine riesige Rauchwolke schlägt uns beim Eintreten entgegen. Hinter dem Dunst ruft jemand lachend “sorry, irgendwas ist angebrannt ….”, dann taucht Ai, die Gastgeberin des Abends, hinter dem Herd in der offenen Küche hervor. Seit gut einem Jahr lädt sie zwei- bis viermal im Monat 14 Fremde zu sich nach Hause ein, kocht für sie, richtet liebevoll Speisen für sie an, mit denen die meisten ihrer Gäste bislang vermutlich noch nie in Berührung gekommen sind. Die Japanerin hat das Kochen von ihrer Mutter gelernt, legt großen Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel und pflanzt selbst Kräuter und Gemüse auf dem eigenen Rooftop an. Ihren Gästen präsentiert sie ein siebengängiges japanisches Tasting-Menü – vegetarisch oder pescetarisch -, das es mit sämtlichen Sternerestaurants der Stadt aufnehmen könnte. Alles, was wir an dem Abend serviert bekommen, ist so perfekt aufeinander abgestimmt, so wunderschön arrangiert und so anders als alles, was wir bislang von der japanischen Küche kannten: Herbstsalat mit gegrilltem Gemüse, Lotuswurzel, Gartenkräutern, Ponzu-Reduktion und Yuzukoshō-Sahne, Sobanudeln mit Sesamsoße, Algen und Edamame-Bohnen, frittierte Tofu-Mochi gefüllt mit Klettenwurzel und Karotte in einer Pilzsuppe – um nur ein paar der Gänge zu nennen. Unsere Tischnachbarinnen – ein Foodie aus Connecticut, eine pensionierte Lehrerin, die lange in Japan gelebt hat, mit ihrer Enkelin und ein Hipstermädchen aus Williamsburg – zeigen sich ebenso begeistert. Vom Essen, dem Ambiente, den Leuten und den Gesprächen.

Supperclub New York Ai-2

Supper Club New York Ai-4

Supper Club New York Ai-2

Supperclub New York Ai-3

Rund 6400 Kilometer entfernt, öffnet auch Julia von Chestnut & Sage seit Kurzem ihre Augsburger Wohnung für hungrige Fremde, stellt herrliche vegetarische und saisonale Menüs zusammen und schafft eine unglaublich angenehme Atmosphäre, die einen sofort vergessen lässt, dass man seine/n Tischnachbar/in gerade einmal fünf Minuten kennt. GastFreude heißt ihr Supper Club, der im August seine Premiere feierte. Dass man den Namen hier wörtlich nehmen darf, ist keine große Überraschung. Die Freude über das gute Essen steht nach dem Menü allen ins Gesicht geschrieben – serviert wird z.B. eine grandiose Melonen-Gazpacho mit Feta, ein würzig-fruchtiger Pfirsich-Kräuter-Salat mit Ziegenkäsemousse, eine mehr als glücklich stimmende Tagliatelle mit Basilikum und Minze und ein Dessert in Form von Birneneis mit Mandelküchlein, das man natürlich aufisst, auch wenn man zwei Minuten vorher dachte, es passe nichts mehr in den Magen.

Supperclub Augsburg Gastfreude-4

Supperclub Augsburg Gastfreude-2

Supperclub Augsburg Gastfreude-2-2

Supperclub Augsburg Gastfreude-1-2

Supperclub Augsburg Gastfreude-3

Mit der Freude am Gastgeben, Teilen und am Genuss sind Ai und Julia nicht alleine, denn bei der Vielzahl der aufkommenden Supper Clubs finden sie sich in bester Gesellschaft und sind Teil einer globalen Gemeinschaft. Denn natürlich kann man nicht nur in New York und Augsburg in fremde Wohnungen reinschnuppern, sondern in vielen weiteren Städten laden Menschen zum kulinarischen Miteinander ein. Zu nennen wären z.B. Tisch & Thymian in München, deren wunderschön inszenierte Abende wir schon seit Langem beiwohnen möchten, Ceci n’est pas un restaurant, die in Frankfurt und Köln zum Suppern einladen und natürlich Astrid Paul – die Queen of Supper Clubs -, die ihre privaten Kochabende in der Nähe von Mainz ausrichtet. Auch diese tollen Fotos lassen hoffen, dass Yannic und Susann von Krautkopf ihre privaten Dinnerabende in Berlin bald fortsetzen werden.

Ein international angelegtes Konzept, das in eine ähnliche Richtung geht, ist der aus Finnland stammende Restaurant Day. Viermal im Jahr tauchen überall auf der Welt Restaurants auf, die nur an diesem einen Tag ihre Pforten öffnen – oft an ungewöhnlichen Orten und mit ungewöhnlichen Konzepten. Am 15.11. ist es wieder so weit und diesmal sind auch wir mit dabei und unterstützen in München das Team der Dirty X Break, das bereits im August einen Brunch im Hukodi ausrichtete. Im Wine on the Rocks in der Lindwurmstraße werden wir abends ein (hoffentlich) tolles viergängiges Menü servieren. Wir sind für die vegetarische Hauptspeise verantwortlich und haben uns einen herbstlichen Teller für euch überlegt. Auf der Facebook-Seite der Dirty Dinner Break findet ihr alle weiteren Infos und vielleicht sehen wir ja den einen oder die andere am kommenden Samstag.

Supperclub New York Ai-1

Unser Abend bei Ai in New York endet übrigens mit einer Katze, die durch Reifen springt, vielen neuen Kontakten und einer Vielzahl an kulinarischen Insidertipps, die uns den nächsten Flug nach New York gedanklich schon haben buchen lassen. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass das ganz sicher nicht unser letzter Supper-Club-Abend gewesen sein wird.

Falls ihr nicht gerade schon dabei seid, einen Supper Club in eurer Nähe zu googeln, schaut euch doch mal die beiden Videos von Abenden bei Ai und Julia an – danach seid auch ihr ganz sicher dem Supper-Club-Fieber verfallen!

Read Full Post »

Pumpkin Spice Latte Feed me up before you go-go-2

Als wir im September durch die USA reisten, waren alle AmerikanerInnen in höchster Aufruhr. Nicht etwa, weil zwei deutsche Foodblogger in ihrem Land unterwegs waren und sich rücksichtslos durch alles futterten, was sich ihnen in den Weg stellte, sondern weil der Herbstanfang bevorstand und somit auch die Rückkehr eines offensichtlich schon heiß ersehnten Getränks. Pünktlich zum Herbstbeginn lanciert Starbucks seit einigen Jahren den Pumpkin Spice Latte und löst damit regelmäßig eine kleine Massenpanik aus. Alle, wirklich alle, scheinen im PSL-Fieber zu sein, stehen in den Cafés Schlange und bestellen neben einem Stück Pumpkin Bread natüüürlich auch einen Becher Herbst to go. Dabei fällt es selbst VerweigerInnen der amerikanischen Kaffeekette schwer, sich der Pumpkin-Spice-Latte-Hysterie zu entziehen. So kam es also, dass uns während einem unserer “Free-WIFI-Stopps” (alle amerikanischen Starbucks-Filialen bieten nämlich freies WLAN, das sich auch VOR der Tür super abrufen lässt …) die Neugier packte.

Zimt, Muskat, Nelken – “real pumpkin pie spice” wird einem versprochen, doch ob der sirupgetränkte Kaffee, der mir dann an der Theke in die Hand gedrückt wurde und mit einer monströsen Portion Schlagsahne daherkam, tatsächlich echte Gewürze gesehen hat, wage ich zu bezweifeln. Schon das erste Probeschlürfen enttäuschte, war der aufgepimpte Kaffee doch so pappsüß, dass einem spätestens nach dem halben Drink schlagartig übel wurde. Darauf haben alle gewartet? Hööö?? Das geht doch besser! Und ja, es geht! Als ich auf dem Rückflug nach Hause die am Flughafen erstandenen Kochzeitschriften aus der Tasche krame, schlage ich im Food Network Magazine zufällig ein Rezept für Pumpkin Spice Latte à la Starbucks auf. Hausgemacht, ohne Sirup und garantiert mit “real pumpkin pie spice”. Ein paar Tage später wird der gehypte Drink gleich ausprobiert, die Zuckermenge des Rezepts in weiser Voraussicht auf einen Bruchteil reduziert, und siehe da: es schmeckt (und duftet)! Nach Herbst. Nach herabfallenden Blättern, nach wohliger Wärme, nach sich ganz langsam ankündigender Vorweihnachtszeit. Seitdem gibt es bei uns ständig den Herbst zum Mitnehmen – damit sind Nieselregen und kalte Füße auch gleich viel leichter zu ertragen!

Pumpkin Spice Latte Feed me up before you go-go-3

Pumpkin Spice Latte (für 2 große Becher):

3 EL Kürbispüree*
1½-2 EL Zucker
Das ausgekratzte Mark einer ½ Vanilleschote
¼ TL Zimt + etwas mehr zum Garnieren
¼ TL gemahlener Ingwer
¼ TL gemahlene Muskatnuss
¼ TL gemahlene Nelken
500 ml Milch
2 frisch gebrühte Espressi
2-4 EL geschlagene Sahne

1. Alle Zutaten (bis auf die Sahne) in einem Topf gründlich miteinander verrühren und bei mittlerer Hitze kurz zum Köcheln bringen. In zwei große Tassen gießen und mit geschlagener Sahne und etwas Zimt garnieren.

*Kürbispüree lässt sich ganz einfach selbst machen: Einen Hokkaido- oder Butternutkürbis aufschneiden, entkernen und in gleichmäßige Spalten bzw. Stücke schneiden. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech im Ofen bei 180°C ca. 40 Min. backen. Der Kürbis sollte schön weich sein. Etwas abkühlen lassen und dann die Schale abziehen, dabei mit einem Messer das ganze Fruchtfleisch abstreifen. Den weichen Kürbis und ein wenig Wasser mit einem Stabmixer sehr fein pürrieren. Das übrige Püree hält sich einige Tage im Kühlschrank (und kann z.B. für Kürbis-Risotto oder Kürbis-Buttermilch-Cupcakes verwendet werden) oder auch flach gedrückt in einem verschließbaren Plastikbeutel ein Jahr im Eisschrank.

Read Full Post »

Hoppla. wie schnell rennt denn gerade die Zeit davon? Gerade war doch noch August und wir haben zur zweiten Ausgabe von “Blogg den Suchbegriff” aufgerufen und jetzt befinden wir uns schon Mitten im Oktober, sitzen im warmen Wohnzimmer und schlürfen selbst gemachten Pumpkin Spice Latte. Allerdings waren unsere BloggerkollegInnen in der Zwischenzeit ziemlich fleißig, haben in den Tiefen ihrer Blogstatistiken gewühlt und aus den nicht immer ganz eindeutig zu entziffernden Suchanfragen ganz großartige Artikel gebastelt. Wir freuen uns sehr über die vielen schönen Beiträge, die uns erreicht haben. Wie schon bei der Zusammenfassung der ersten Runde haben wir herzlich gelacht, während wir all die tollen Beiträge zusammengestellt haben. Wir (und viele verzweifelte LeserInnen) freuen uns, dass in Zukunft auch obskure Suchanfragen nicht ins Nirwana führen, sondern auf diesen Blogs eine digitale Heimat gefunden haben.

Allen TeilnehmerInnen herzlichen Dank für die wunderbaren Beiträge und die neuen Lachfältchen, die sich auch in dieser Runde wieder in unsere Gesichter geschlichen haben! Wir wünschen euch allen natürlich viel Spaß beim Lesen und Durchklicken! Und wer weiß, vielleicht trifft man sich ja irgendwann in Runde 3 wieder …

Blog-Event - Blogg den Suchbegriff II (Abgabe bis zum 30. September 2014)

Zusammenfassung “Blogg den Suchbegriff II”

 DDR-Kuchen “DDR-Kuchen” & “Ossi-Kuchen”: Alice von Alice im kulinarischen Wunderland hat nicht nur zwei ihrer häufigsten Suchbegriffe verbloggt, sondern laut eigener Aussage auch den besten Kuchen, den sie je aus dem Backofen geholt hat, gezaubert: gefüllter Steuselkuchen mit Pudding.
„DIY Postkarte Wimpelkette“: Wir freuen uns sehr, dass auch diesmal wieder ein paar DIY-Suchbegriffe verbloggt wurden, wie diese schicken Wimpelkettenpostkarten in 3 Varianten von Sternenwind.
Fenchel mit Rucola | chestnutandsage.de “Hilft Rucola gegen Bronchitis?”: dieser Frage geht Julia von Chestnut & Sage auf den Grund. Unser Fazit: Nach ihrem Fenchel-Rucola-Salat mit Ziegenkäse kann es einem nur besser gehen!
“Hübsch geformtes Hefegebäck”: diesen Suchbegriff nimmt Ninive von Ninive Loves Life zum Anlass, um ein vom Aussterben bedrohtes Gebäck wiederzubeleben: Flachswickel.
Welchen Suchbegriff Geri von Lecker mit Geri verbloggt hat, verrät sie uns leider nicht, aber wer nach Weißkohl mit Hähnchen im Ofen auf bulgarische Art sucht, wird ab sofort bei ihr fündig.
Vietnam, Streetfood, Suppe, Pho “Vietnam Plastikstuhl”: “Öh, was bitte?”, war unsere erste Reaktion auf diesen Suchbegriff. Doch wieso ein Plastikstuhl tatsächlich etwas mit einer vietnamesischen Nudelsuppe zu tun hat, erklärt uns Carina von … like a piece of New York Cheesecake.
Peanutbutter Chocolate Chip Cookies-2 “Wer Chocolate Chip Cookies baken kann, kann auch Crystal Meth kochen”: Hm, ob wir uns dieser Herausforderung wirklich stellen möchten? Aber das “Baken” von Peanut Butter Chocolate Chip Cookies klappt schon mal ganz gut. Ein Rezept dafür findet ihr daher ab sofort auf Feed me up before you go-go.
“Klopapierrollen an die Wand kleben”: Warum man so etwas tun sollte? Na ganz einfach, weil es hübsch aussieht! Zumindest wenn man Vanessas Anleitung DIY-Küchenwanddeko aus Klopapierrollen auf Sternenwind folgt.
Flammkuchen vegan von Freude am Kochen - Blogg den Suchbegriff - Essen in Herzform “Essen in Herzform”: so lautet Wonnis herzallerliebster Suchbegriff. Auf ihrem Blog Freude am Kochen hat sie gleich ein ganzes “Best-of” ihrer herzigen Gerichte zusammengestellt und einen veganen Flammkuchen mit roten Rüben und Zwiebel in romantische Form gebracht.
“Nachos Burger”: Mexikanisch meets Burger – das klingt genau nach unserem Geschmack! Nach eurem auch? Dann solltet ihr euch Sandras Nacho Burger keinesfalls entgehen lassen! Das Rezept findet ihr natürlich auf From-Snuggs-Kitchen.
“Foodblog leckere Nachspeise”: wer danach sucht, wird ganz sicher auf Danielas Foodblog fündig, denn ihr Vanille-Beeren-Dessert sieht einfach umwerfend gut aus!
“Bodega Bjælkestuen”: Sabine von Hamburg kocht! erweitert unseren Geschmackshorizont um Biksemad, einem dänischen Klassiker der Resteverwertung.
“Pizzakuchen” & “Pfannkuchen”: Wieso nicht einfach zwei Suchbegriffe kombinieren?, dachte sich Daniela von Leberkassemmel und mehr und geboren war der Pizza-Pfannkuchen.
mandalay-nudeln “Glutenfrei Leben in Burma”: AnhängerInnen der burmesischen Küche werden sich ab sofort freuen, bei Susanne von Magentratzerl köstliche Mandalay-Nudeln mit Hühnchencurry anzutreffen.
kroketten-selbstgemacht “Ölspiele für sie und ihn”: Definitiv einer unserer liebsten Suchbegriffe in dieser Runde wurde von Annkathrin auf Kochblog Action perfekt in Szene gesetzt: selbst gemachte Kroketten.
“Coq au vin”: Für viele unaussprechlich, aber sicher köstlich: Coq au vin à la Lecker mit Geri.
Blogparade: Blogg den Suchbegriff: Banenen Gesichter Muffins - vegan! “Banane Gesicht”: Na, das schreit doch förmlich nach veganen Bananen-Gesichter-Muffins! Zu finden sind diese witzigen Kreationen bei Christine von Keks & Karotte.
Riesling_Muscheln_vom_Grill_ (4) “Miesmuscheln vom Grill”: Wie? Das geht? Katha von Katha-kocht! hat es ausprobiert und es funktioniert ganz wunderbar: Rieslingmuscheln vom Grill.
Gin Fizz Gin Fies Drink Rezept-1 “Gin fies”: fies, fieser, Gin Fizz! Was diesen fiesen Gin Fizz so gemein macht, erfahrt ihr bei uns auf Feed me up before you go-go.
Oreo - Cake Pops, Viktoria's [Kitchen] Secrets “Dinger am Stiel”: Viktoria von Viktoria’s [Kitchen] Secrets gewährt nicht nur Einblicke in ihre brüllend komische Suchbegriffsstatisik, sondern präsentiert auch noch ein paar leckere Dinger, äh, Oreo-Cake-Pops.
Gugl_vorn “Erbsen Nachtisch”: Caro von CaroKocht hat ein paar Erbsen in ihrem Kuchen versteckt, und das klingt ganz wunderbar: Mini-Erbsen-Gugls mit Vanille-Frosting.
“Schöne männliche Eier”: Besser als Cathrin von Berlin Tidbits könnte man diesen Suchbegriff wohl nicht umsetzen: Eggs Benedict.
“Schlonze”: Bei Sabine von Wos zum Essn gibts Schlonze ganz nach unserem Geschmack: Weiße Mousse au Chocolat mit Himbeersauce.

Read Full Post »

Gin Fizz Gin Fies Drink Rezept-1

Die zweite Ausgabe unseres Blog-Events “Blogg den Suchbegriff” neigt sich leider schon wieder dem Ende zu. Bis morgen Abend habt ihr noch Zeit, eure verbloggten Suchbegriffe bei uns einzureichen. Alle Hintergrundinfos zum Event findet ihr natürlich hier auf unserer Seite.

Zum Abschluss schicken wir noch einen Drink für all jene ins Rennen, die nach dem ultimativen Mundzusammenziehdrink suchen. Denn wer nach “Gin fies” googelt, hat natürlich einen ganz besonders fiesen Gin Fizz verdient! Dabei handelt es sich um den bösen Bruder des Gin Fizz, den man so richtig, richtig sauer gemacht hat. Der Gin Fizz ist einer der klassischsten Longdrinks überhaupt, und gerade die Variante des Ramos Gin Fizz sollte zum Standardrepertoire aller Barkeeper gehören. Unsere fiese Variante kommt mit extra viel Limettensaft daher, die durch ein paar Minzblätter noch eine würzig-frische Note erhält. Bei der Auswahl des Gins sollte darauf geachtet werden, dass kein zu sanfter Vertreter des Wachholderdestillats im Shaker landet, sonst schmeckt man vor lauter Limettensaft nämlich nur fies und zu wenig Gin.

Gin Fizz Gin Fies Drink Rezept-2

Fieser Gin Fizz (für ein Longdrinkglas):

4 cl kräftiger Gin
8 cl Limettensaft
2 cl Zuckersirup
3-4 Blätter frische Minze
viel Eis
Mineralwasser
Minze zum Dekorieren

1. Alle Zutaten mit viel Eis in einen Shaker geben. Mit einem Küchenhandtuch umwickeln und mind. 1 Min. kräftig schütteln.

2. Auf Eiswürfel in ein Longdrinkglas abseihen, mit Mineralwassser aufgießen und mit einem Minzstängel servieren.

Blog-Event - Blogg den Suchbegriff II (Abgabe bis zum 30. September 2014)

Read Full Post »

Beeren_Kokos_Smoothie_Rezept-2

Auch wenn es bei uns momentan ganz schön stressig zugeht, Zeit für Smoothies finden wir eigentlich immer. Einfach ein paar Früchte zusammenhauen und fertig ist der perfekte Start in den Tag. Gerade im Sommer pürieren wir alles, was der Markt hergibt. Netterweise haben wir seit Kurzem einen neuen Stabmixer, der jede Menge Zubehör mitgebracht hat und damit den größten Teil der Arbeit für uns übernimmt. Braun hat uns eines der neusten Modelle (den Braun MQ 745) zur Verfügung gestellt, der seit seinem Einzug schwer gefordert wird. Pesto, Nüsse, Gemüse, Eiswürfel – der Stabmixer und der zugehörigen Standmixer-Aufsatz sowie der Zerkleinerer kriegen wirklich alles zerhackt. Im Gegensatz zu unserem alten Stabmixer, der mittlerweile der Büroküche vererbt wurde, ist der Mixfuß von diesem Modell komplett aus Edelstahl und macht daher einen sehr stabilen Eindruck (wichtig für einen ungeschickten Menschen wie mich, der auch gerne mal was fallen lässt …). Als äußerst angenehm hat sich in der Praxis auch die stufenlose Geschwindigkeitsregulierung erwiesen. Gerade beim Zerkleinerer macht das Sinn, da so nicht alle Zutaten gnadenlos an den Rand des Gefäßes geschleudert werden, sondern langsam aber sicher unters Messer wandern. Ziemlich nervig ist dagegen die “Kindersicherung”. Bevor man losmixen kann, muss der MQ 745 erst per Tastendruck freigeschaltet werden. Leider hält diese Freischaltung immer nur wenige Sekunden an, sodass man nach kurzer Pause erneut die Taste betätigen muss, bevor es weitergehen kann. Das ist definitiv noch ausbaufähig.

Davon abgesehen sind wir aber mit unserem neuen Stabmixer vollauf zufrieden und er befindet sich wirklich in ständigem Einsatz. Da wir gerade ein wenig im Smoothierausch sind, fallen ihm zur Zeit mehrmals wöchentlich Beeren, Ananas und Co. zum Opfer. Dieser Beeren-Kirsch-Kokos-Smoothie zählt auf jeden Fall zu unseren Sommer-Sonne-Lieblings-Drinks (ja, ja, irgendwie muss man sich den “Sommer” ja schön schlürfen): saftige Früchte, eine leichte Kokosnote und etwas Eis zur Abkühlung – besser kann man doch fast nicht in den Tag starten, oder?

Beeren_Kokos_Smoothie_Rezept-1

Beeren-Kokos-Smoothie (für 4 Personen):

100 g Himbeeren
100 g Brombeeren
400 g Erdbeeren
350 g Kirschen
1 Banane
150 ml Kokosmilch
1 Handvoll Eiswürfel

Die Beeren waschen, die Kirschen entkernen und zusammen mit der geschälten Banane und der Kokosmilch in den Mixer geben. Fein pürieren und zum Schluss die Eiswürfel untermixen.

Beeren_Kokos_Smoothie_Rezept-3

Vielen Dank an Braun und crossrelations brandworks, die uns den MQ 745 zur Verfügung gestellt haben. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

Read Full Post »

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-1

Wer in München wohnt, muss sich bei der Restaurantsuche durch eine ordentliche Vielzahl an Möglichkeiten kämpfen. Immer wieder passiert es uns sogar, dass Läden, die auf unserer “Muss-unbedingt-probiert-werden”-Liste gelandet sind, schon wieder dicht gemacht haben, bevor wir sie ausprobieren konnten. Es liegt also nahe, sich bei der Nahrungssuche auf die nähere Umgebung zu beschränken, selbst Pasing erscheint wie eine Weltreise, wenn man in der Innenstadt noch reihenweise Unbekanntes vor sich liegen hat. Dass es sich dennoch lohnen kann, mal aus seinem Schneckenhaus hervorzukriechen und den Weg ins nähere Umland zu wagen, beweist das Bareso. Dieses kleine Bistro liegt in Ottobrunn, das uns bislang nicht gerade als kulinarischer Hotspot bekannt war, aber vom Süden Münchens aus zumindest fix zu erreichen ist.

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-6

Im Mittelpunkt steht eine frische Küche, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, bioaktiv zu sein, d.h. mit regionalen, saisonalen und originalen bzw. unbearbeiteten und schonend zubereiteten Produkten zu arbeiten. “Echtes Essen” nennt das sympathische Betreiberpaar sein Konzept und hat mit dieser Philosophie in der ehemaligen Eisdiele in der Putzbrunnerstraße eine ganz individuelle Küche entwickelt. An manchen Stellen driftet uns das Konzept etwas zu sehr ins Esoterische ab, was der Qualität der Speisen aber natürlich keinen Abbruch tut. Wir waren zum Frühstücken dort und konnten uns davon überzeugen, dass sich der Ausflug nach Ottobrunn definitiv lohnt. Schon bei der Ankunft wird klar, dass frische Zutaten hier einfach dazugehören. Rund um das Lokal ist ein kleiner Kräutergarten angelegt worden, und während wir im überdachten Außenbereich sitzen, kommt die Gärtnerin des Vertrauens vorbei und schleppt ein paar neue Kräutertöpfe heran. Dass dabei natürlich nicht nur Basilikum, Rosmarin und Co. auf dem Teller landen, sollte klar sein. Über 40 verschiedene Wildkräutersorten finden in der Küche Verwendung und verleihen vielen Gerichten eine ganz individuelle Note. Da überrascht es auch nicht, dass sogar der Cappuccino mit Milchschaumblüten daherkommt.

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-3

Die Frühstücksauswahl ist riesig und zum Glück bekommen wir eine Etagere serviert, auf der fast alles zu finden ist, was die Karte zu bieten hat. Beim Anblick des riesigen Frühstücksturms pocht das Foodbloggerherz gleich doppelt so schnell, da die Speisen auf der Karte nicht nur toll klingen, sondern auch mit viel Liebe zum Detail angerichtet sind. Fast alles ist hausgemacht, von den Brötchen über die Schokocreme bis zum Frischkäsedip. Warme Alternativen gibt es natürlich auch, so z.B. ein Wildkräuteromelette, das mit Senf, knackigem Gemüse und riesigen Bergen frischer Kräuter serviert wird. Eine guter Einstieg, um sich anschließend einmal durch das Angebot des Frühstückskarussells zu futtern. Ganz oben finden sich frische Dips, u.a. Ananas-Curry und Schnittlauch, in die man seine Gemüsesticks tauchen kann. Die selbst gebackenen Brötchen bestreicht man am besten schön dick mit der hausgemachten Schokocreme, die so lecker und schokoladig ist, dass wir die Schale bis auf den letzten Tropfen auskratzen.

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-8

Begleitet werden die Köstlichkeiten von einem Smoothie-Dreiergespann: Der Wildkräutersmoothie wurde mit Rosinen und Zimt verfeinert, im Möhren-Bananen-Drink finden sich Haferflocken und der leicht bittere “Wachmacher” besteht u.a. aus Grapefruit, Mandeln und Banane. Wem die Haferflocken im Glas noch nicht genug Getreide sind, der greift am besten zum hauseigenen Müsli. Die beiden Sorten, die wir probieren dürfen, sind köstlich und sehr zu empfehlen – einmal in Richtung eines klassischen Bircher Müslis gehend, das andere mit Anklängen an Marzipan und Zimt. Wir fühlen uns von dem reichhaltigen Angebot ein wenig erschlagen, möchten eigentlich noch viel mehr probieren, können aber einfach nicht mehr. Das alles gibt es übrigens für einen sehr fairen Preis (hier wird die Lage außerhalb Münchens zum klaren Vorteil!): ein individuelles Frühstückskarrussell für zwei Personen gibt es z.B. für 22,50€.

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-7

Zum Abschluss gibt es für uns noch einen kleinen Einblick in das Essen abseits der Frühstückskarte. Wir probieren einen ungewöhnlichen Möhren-Engelwurz-Salat mit Walnüssen, der ganz köstlich ist, und bekommen zum Nachtisch Maiwuchs mit dunkler Schokolade. Halt, Maiwuchs? Hat das nicht was mit Bäumen zu tun? Ja wirklich, es sind Tannenspitzen, die in dunkle Schokolade getaucht wurden und die Geschmacksnerven vor ganz neue Herausforderungen stellen. Es schmeckt nach Wald, der auf eine kräftige Schokonote trifft. Zunächst ziemlich ungewohnt, aber plötzlich ist der Teller leer …

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-4

Neben einer ansprechenden Karte hält das Bareso auch einige spannende Veranstaltungen bereit. Jeden Samstag findet hier z.B. ein Markt mit frischen Produkten aus der Region statt, regelmäßig werden Kochkurse und Verkostungen veranstaltet. Den 10.8. sollte man sich z.B. schon mal vormerken, denn da steht alles unter dem Motto “Käse und Wein“.

Bareso Ottobrunn München Frühstück Restaurant-5

Fazit: Ihr seht schon, das Bareso ist für einige Überraschungen gut und wir sind uns sicher, läge der Laden im Westend oder in Haidhausen, er wäre immer gut besucht! So aber muss man sich mal aus seiner Komfortzone herausbewegen und Ottobrunn einen Besuch abstatten. Vielleicht einfach beim nächsten Ausflug in die Berge oder an den See das Frühstück ins Bareso verlegen? Das wäre auf jeden Fall ein gesunder und köstlicher Start in den Tag! Wir sind von Angebot und Qualität der Speisen jedenfalls begeistert, lediglich an der Atmosphäre im Innenraum könnte man noch arbeiten. 5 von 5 Kräuteromelettes!

Bareso
Putzbrunnerstraße 13
85521 Ottobrunn
www.bareso.eu

Vielen Dank an das Bareso-Team für die Einladung zu diesem Frühstück. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

Read Full Post »

Bilbao Bilbo kulinarisch3-1

Wenn man vier Tage im nordspanischen San Sebastián verbracht hat, liegen die kulinarischen Maßstäbe ganz schön hoch. Denn das bedeutet nicht nur vier Tage inmitten einer hinreißenden Kulisse zwischen türkisblauem Meer, schroffer Felsküste, satt-grünen Hügeln und anmutiger Altstadt verbracht zu haben, sondern auch (und vor allem) vier Tage kulinarische Verwöhnung vom Feinsten! Dass so ziemlich alles, was danach folgt, da nur schwer mithalten kann, ist eigentlich nicht verwunderlich. Dennoch steht uns die Enttäuschung nach unserem ersten Abend in Bilbao (bzw. Bilbo, wie der baskische Name der Hauptstadt Bizkaias lautet) wahrlich ins Gesicht geschrieben. Bilbao und wir hatten einen eher unglücklichen Start, lernten wir uns doch erst spät an einem sehr ungünstig verlaufenden Samstagabend kennen, der zum Entsetzen aller Beteiligten leider auch kulinarisch versagte. Zu sehr hatten wir uns wohl daran gewöhnt, in jeder noch so kleinen Pintxo-Bar große Geschmacksexplosionen serviert zu bekommen.

Doch mit den ersten Sonnenstrahlen des nächsten Morgens, deren kunstvolles Lichtspiel auf der gold-silbernen Fassade des Guggenheim Museums sich von unserem Hotelzimmer aus beobachten lässt, erwacht auch unsere Liebe für die baskische Metropole. Also, alles auf Anfang und noch mal von vorn – wir geben der Stadt eine zweite Chance und sie enttäuscht uns nicht. Besonders die künstlerische Ästhetik des Stadtbilds, die jugendliche Atmosphäre und die Leichtigkeit, die Bilbao verströmt, wächst uns in den nächsten Tagen sehr ans Herz. Mit leichter Verzögerung präsentiert sich uns die Stadt dann auch von ihrer leckeren Seite. So lecker sogar, dass wir hier ein paar unserer liebsten Locations für euch zusammengetragen haben. Liebe auf den zweiten Biss(en), nennt man das wohl.

Unsere kulinarischen Tipps für Bilbao:

Bilbao_Tipps_Guggenheim-1

{Cafetería Guggenheim} Wir starten unseren ersten Morgen in Bilbao mit einem kurzen Spaziergang über die Puente de la Salve, von der aus man bereits einen herrlichen Blick auf das Guggenheim Museum und den Rest der Stadt erhaschen kann. Ein paar Minuten später stehen wir vor dem in der Morgensonne schimmernden Gebäude. Wir sind früh dran, das Museum hat noch nicht geöffnet und auch sonst scheint die Stadt noch zu schlafen. Aus der kleinen Cafetería am Eingang des Guggenheims strömt Kaffeegeruch und unsere Mägen beginnen leise vor sich hin zu knurren. Also, schnell rein, ein kleines Frühstück mit einer Bollería und einem Café con leche für 3€ bestellen und ab in die Sonne! Dort sitzt man mit dem Guggenheim im Rücken und mit freiem Blick auf Puppy und kann der Stadt beim Erwachen zusehen. Optimal für einen kleinen, schnellen Start in den Tag! Cafetería Guggenheim // Calle Abandoibarra 2.

Bilbao_Tipps_Bar_Tasaiz-1

{Bar Tasaiz} Etwa auf einer Höhe mit dem Guggenheim gelegen, doch etwas weiter in Richtung Altstadt, befindet sich die Bar Tasaiz – ein kleines modernes Café mit netter Einrichtung, ansprechender Karte und günstigen Frühstücksmöglichkeiten. An der hübschen Flusspromenade entlang spazierend in Richtung Altstadt, lässt sich hier gut ein schneller Zwischenstopp einlegen. Für unschlagbare 2,50€ bekommt man eines der Frühstücksspecials mit Kaffee und wahlweise einer Tostada, einem Pintxo oder einer Bollería. Wir wählen eine Tostada con Tomate, ein geröstetes Baguette mit einem Püree aus frischen Tomaten, Olivenöl, Salz und Pfeffer – eines unserer liebsten spanischen Frühstücksangebote: sehr einfach, sehr effektiv, sehr lecker! Bar Tasaiz // Calle de la Convivencia 1.

Bilbao_Tipps_Cafe_del_Arenal_Churros-1

{Café del Arenal} Mindestens einmal während jedes Spanienaufenthalts muss es sein: ein großer Teller voller gezuckertem Brandteiggebäck mit einer Tasse dunkler, fast puddingartiger Schokolade! Churros con chocolate sind nach jeder durchfeierten Partynacht in Spanien (lang, lang ists her …) ein Muss! Gerade in den frühen Morgenstunden, zwischen 5 und 6 Uhr, werden die Churrerías von hungrigen Partygängern überrannt. Die letzte durchfeierte Nacht liegt bei uns zwar schon ein Weilchen (hüstel) zurück, doch auf einen Teller Churros wollten wir dennoch nicht verzichten. Gut, dass die frittierten Stangen nicht nur nachts angeboten werden und sich das Café Arenal am Rande der Altstadt auf das Fettgebäck spezialisiert hat. Wie es sich für eine klassische Churros-Bar gehört, kommt das Café Arenal etwas altmodisch und nüchtern daher, was aber der Qualität der Churros keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil – so muss eine Churrería aussehen und so müssen Churros con chocolate schmecken! Café del Arenal // Arenal 5.

Bilbao_Tipps_La_Florinda-1

Bilbao_Tipps_La_Alhondiga-1

{La Alhóndiga} Das ehemalige Weindepot, das Philippe Starck zu einem architektonisch beeindruckenden Kultur- und Freizeitzentrum umgebaut hat, birgt neben einer Vielzahl an kulturellen Angeboten auch einige interessante kulinarische Anlaufstellen. Für einen schnellen Lunch bietet sich z.B. das La Florinda an, das in modernem Ambiente und mit offener Küche internationales Fusion Food verspricht. Der Salat mit Burrata und Muhammara ist köstlich, auch der Cheeseburger kann überzeugen. Die benachbarte Hola Bar lädt mit bequemen Sofas zum längeren Verweilen ein und bietet neben einer umfangreichen Mittagskarte auch Pintxos und ein vielversprechendes Frühstück an (von dem wir uns leider nicht mehr selbst überzeugen können). Im Anschluss lässt sich mit vollgeschlagenen Bäuchen herrlich entspannt das kühle Atrium der Alhóndiga erkunden. Dort kann man dessen Architektur bestaunen, von unten in das im zweiten Stock gelegene Glasschwimmbecken schauen, im toll bestückten Kunstshop stöbern, in der umfangreichen Zeitungsauslage der öffentlichen Bücherei blättern oder eine der aktuellen Ausstellungen im Keller besuchen. Absolute Empfehlung! La Alhóndiga // Plaza Atrium 4.

Bilbao_Tipps_Miu_Japones-1

{Miu} Das Menu del día – das Mittagsmenü – besitzt in Spanien einen besonderen Stellenwert. Viele Restaurants und Cafés bieten um die Mittagszeit (ca. zwischen 13.30 und 15.00 Uhr) unschlagbar günstige drei- bis viergängige Menüs inklusive Getränk an, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Ein Restaurant, das aufgrund seines ansprechenden Farbkonzepts bereits von außen auf sich aufmerksam macht, ist das Miu – ein gehobener Japaner gegenüber der Alhóndiga. In die Einrichtung verlieben wir uns sofort – alles ist schlicht, stylish, türkislastig, aber dennoch mit japanischem Touch. Für günstige 10,95€ kann man sich hier sein persönliches Mittagsmenü zusammenstellen – jeder Gang bietet drei Alternativen, davon mindestens eine vegetarische. Die Entscheidung fällt schwer, denn eigentlich klingt alles auf der Karte toll. Letztendlich bekommen wir: Variationen von Algensalaten, vegetarisches Uramaki, Reis mit Kimchi-Gemüse und einen Pflaumen-Bananen-Kuchen mit Zimtjoghurt. Die nicht-vegetarische Version wird ergänzt durch Thunfisch-Uramaki und einem Kräuterlachs mit Sojanudeln. Alles schmeckt richtig, richtig gut und wir bereuen, dass wir nicht noch einen weiteren Mittag hier verbringen können. Miu // Alameda Recalde 45.

Bilbao_Tipps_Berton-1

{Bertón} Auch auf Pintxos muss man in Bilbao natürlich nicht verzichten – wir sind ja immerhin im Baskenland und somit mitten in Pintxolandia. Während wir uns in San Sebastián auf viele experimentelle Pintxos eingelassen haben und jedes Mal hin und weg waren, fahren wir in Bilbao mit den klassischen, traditionellen Varianten deutlich besser. Im Bertón z.B. erwarten einen weder Fusionküche noch rauchende Teller, sondern baskische Tapas, wie man sie von einer rustikalen Bar mit Holzstühlen, Kacheln und einer Schinkenschneide-maschine mitten im Raum erwarten würde. Und das ist absolut positiv gemeint! Die Theke hält eine Vielzahl an bodenständigen Pintxos bereit, warme Kleinigkeiten werden auf Zuruf aus der kleinen Küche herausgebracht. Egal, was wir hier probieren, es schmeckt köstlich: Baguette mit Ziegenkäse, getrockneten Tomaten, Membrillo (Quittengelee) und frischen Preiselbeeren, Champiñones a la plancha mit Anchovis-Aioli, Baguette mit Schinken, marinierten Pilzen und Kräutern. Einfach und hervorragend! Berton // Calle Jardines 11.

Bilbao_Tipps_Kai_Gin-1

{Kai} Diese kleine Bar liegt an den Jardines de Albia, wo sich eine Vielzahl von Bars und Restaurants angesiedelt hat. Am Wochenende ist hier abends die Hölle los und überall pressen sich Trauben von Menschen durch die engen Türen der Bars. Wir haben Glück und finden im Kai einen Platz an der Theke, was sich als ideale Position entpuppt. Denn von hier aus hat man freien Blick auf die riesige Gin-Auswahl (bestimmt 50-60 Flaschen) und kann sich nebenbei noch fachmännisch vom netten Barkeeper beraten lassen. Der Gin-Boom sei in Spanien noch viel heftiger ausgebrochen, als in anderen Ländern, berichtet er und drückt uns eine Flasche des spanischen Nordés Gin in die Hand. Kurz darauf mixt er uns damit einen Gin Tonic, den er mit Fevertree Tonic und halbierten Trauben serviert (der Alkohol für den galicischen Gin wird nämlich aus Trauben gebrannt). Die übersichtliche Auswahl an Pintxos, die auf der Theke steht, strotzt zwar nicht vor Kreativität, doch falls man nach zwei bis drei der vorzüglichen Drinks plötzlich Hunger verspürt, macht man mit Standards wie Ziegenkäsetaschen mit Tomatenmarmelade trotzdem nichts falsch. Kai // Calle Colón de Larreátegui 13.

Bilbao_Tipps_Cafe_Iruña-2

{Café Iruña} Ebenfalls an den Jardines de Albia findet man diesen Klassiker Bilbaos. Das Caféhaus besteht seit 1903 und versprüht den Charme einer vergangenen Epoche. Der im maurischen Stil gehaltene Innenraum mit den hübschen Kacheln ist sowohl tagsüber als auch abends mit Besuchern gefüllt. Mit den Pintxos, die auf der Theke stapeln, will man keinen Innovationspreis gewinnen, sondern bedient lieber die Bedürfnisse eines etwas gesetzteren Klientels. Die Auswahl an vegetarischen Speisen ist übersichtlich, doch die Tortilla stellt durchaus zufrieden. Ein besonderes Highlight hält das Café Iruña jedoch für Fleischliebhaber bereit. An einem kleinen separaten Stand am Eingang werden die angeblich besten Grillspieße der Stadt serviert. Über einem Holzkohlegrill gart mit Zitrone und allerlei Gewürzen mariniertes Lammfleisch vor sich hin. Nicht nur Steffen zeigt sich von der Qualität des Fleisches beeindruckt; die Schlange an Menschen, die bis weit auf die Straße dafür ansteht, beweist, dass es sich offensichtlich lohnt, für ein Stück spanische Geschichte anzustehen. Cafe Iruña // Calle Berástegui 4.

Bilbao_Tipps_Berton-2

Wir hoffen, wir konnten euch das Baskenland ein wenig schmackhaft machen. Natürlich kann man dort nicht nur vorzüglich essen, sondern auch die unglaubliche Natur genießen, durch tolle Museen bummeln oder einfach am Strand abhängen. Wir werden bestimmt bald zurückkehren und uns dann vielleicht sogar noch etwas weiter ins Landesinnere wagen (wo es ja ganz tollen Wein und leckeren Käse geben soll).

Hier gehts zum ersten Teil unseres kulinarischen Reiseberichts aus dem Baskenland (San Sebastián).

Read Full Post »

Pfirsich-Basilikum-Limonade Rezept-3

Ich habe das Fahrradfahren verlernt. Kennt ihr den Spruch “… das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nie!”? Ich bin der lebende Beweis, dass das sehr wohl geht! Schuld daran sind 15 fahrradfreie Jahre, davon acht Jahre in einer fahrradunfreundlichen Stadt (viele Berge!), und – ich gebe es ja zu – eine nicht zu unterschätzende Portion Faulheit. Der Umzug in die Großstadt erweckte dann mit einem Mal das dringliche Bedürfnis nach einem eigenen Rad, mit dem man wahlweise an lauen Sommerabenden an der Isar entlangradeln oder mal eben samstags zum Markt düsen könnte, um dort das schnieke Fahrradkörbchen mit frischem Gemüse vollzupacken. Noch mehr romantisierter Fahrradkitsch? Kein Problem, ich hätte da noch mehr auf Lager …

Könnt ihr euch denken, wie oft ich das dann in die Tat umgesetzt habe? Nicht ein einziges Mal. Nach der ersten Testfahrt durch die sicheren Hallen der Tiefgarage musste ich nämlich mit Schrecken feststellen, dass das mit dem Geradeausfahren nur bedingt klappte und Kurven erst recht ein Problem darstellten. Erst ein sommerlicher Sonntag vor ein paar Wochen brachte neuen Mut; das Fahrrad und ich wagten uns in die Öffentlichkeit und in den Park. Dass stärkender Proviant bei einem so abenteuerlichen Ausflug natürlich nicht fehlen durfte, ist ohnehin klar. Der Fahrradkorb wurde also endlich gefüllt: eine Picknickdecke, zwei kleine Flaschen erfrischende Pfirsich-Basilikum-Limonade, etwas Obst und ein Buch – genug für einen sonnigen Fahrradnachmittag im Park.

Pfirsich-Basilikum-Limonade Rezept-1-2

Pfirsich-Basilikum-Limonade (für 1 Liter; inspiriert von diesem Rezept):

80 g Zucker
100 ml Wasser
5-8 Basilikumzweige
120 ml Pfirsichsaft
100 ml frisch gepresster Zitronensaft
580 ml Mineralwasser

1. Zucker, Wasser und Basilikumzweige in einem Topf aufkochen. Vom Herd nehmen und abgedeckt ca. 4-6 Std. ziehen lassen.

2. Die Basilikumzweige entnehmen, das Basilikum-Zuckerwasser mit Pfirsich- und Zitronensaft in eine Karaffe füllen, gut verrühren und mit kaltem Mineralwasser aufgießen.

Pfirsich-Basilikum-Limonade Rezept-2

Nach mehreren Runden durch den Park klappt das Geradeausfahren mittlerweile schon wieder ganz gut (die leckere Pfirsich-Basilikum-Limonade hat dabei geholfen, ich bin mir sicher!). Beim nächsten Mal wird an den Feinheiten gearbeitet, denn – peinlich, peinlich – enge Kurven kann ich immer noch nicht fahren. Aber ich bin zuversichtlich und werde den Sommer über ein wenig an meiner Technik feilen. Dann werde ich vielleicht auch nicht mehr von Vierjährigen auf ihren Dreirädchen überholt …

Read Full Post »

Cucumber_Mint_Gin_Cooler-1

Wer uns bei Twitter oder Instagram folgt oder unseren Artikel zu San Sebastián gelesen hat, sollte gemerkt haben, dass wir eine winzige Abhängigkeit entwickelt haben. Unsere Liebe gilt seit einiger Zeit dem Gin! Zwar begleitet uns der Gin and Tonic eigentlich schon seit dem Studium, doch so präsent und “im Trend” wie aktuell haben wir ihn noch nicht erlebt. Deutlich mehr als 30 verschiedene Sorten Gin werden inzwischen alleine in Deutschland destilliert, und jede Bar, die etwas auf sich hält, schafft hinter der Theke Platz für ein paar neue Flaschen Wacholderschnaps (oder auch mal für 130, wie im Falle des Couch Club). Plötzlich wird überall mit dem passenden Tonic experimentiert, und selbst der klassische Drink schlechthin, der Martini, erhält mit dem Überflieger Monkey 47 plötzlich einen ganz neuen Dreh. Und so kommt es, dass auch im Hause feed me up die bauchigen Weingläser (das haben wir uns in Spanien abgeschaut) regelmäßig mit Gin, Tonic und Eis gefüllt werden und mit den verschiedensten Einlagen wie Rosmarin, Gurke, Früchten oder Zitrusschalen experimentiert wird. Aber es geht natürlich noch etwas aufwendiger, und so haben wir für euch einen Drink kreiert, der die typischen Geschmacksnoten des Gins aufnimmt, aber noch um ein paar weitere frische Aromen ergänzt und somit perfekt für heiße Sommertage geeignet ist. Im Übrigen ist das auch ein Drink, der sich super in größeren Mengen zubereiten lässt und damit den Durst ganzer Gruppen von Partygästen stillen kann. Cheers!

Gurke-Minz-Cooler mit Gin by feed me up before you go-go-1

Gurken-Minz-Koriander-Cooler (für zwei Personen):

½ Gurke, geschält und klein geschnitten + 2 Gurkenstangen für die Garnitur
1 große Handvoll Minzblätter + 2 Stengel für die Garnitur
Saft von 1 Limette
4-6 cl Gin (z.B. Bombay Sapphire)
7-9 EL Koriandersirup (100 ml Wasser mit 60 g Zucker aufkochen lassen, vom Herd nehmen, zwei große Hände Korianderblätter dazugeben und 6 Stunden ziehen lassen. Durch ein Sieb gießen und im Kühlschrank aufbewahren)*
1-2 große Handvoll Eis

1. Die Gurke zusammen mit der Minze und dem Limettensaft im Mixer pürieren. Gin und Koriandersirup kurz untermixen. Das Eis dazugeben und so lange mixen, bis das Eis klein genug ist. Wer keinen Mixer hat, der Eiswürfel zerkleinern kann, nimmt entweder fertiges Crushed Ice oder gibt einfach normale Eiswürfel ins Glas.

2. Die Mischung auf zwei Gläser verteilen, mit Minzstengel und Gurkenstangen garnieren und genießen.

*Wem die Sache mit dem Koriandersirup zu aufwendig ist, kann auch einige Korianderblätter zusammen mit der Minze pürieren und ganz normalen Zuckersirup verwenden.

Read Full Post »

Older Posts »

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.085 Followern an