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Archiv für die Kategorie ‘Sevilla’

Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln-1

Kochen entspannt mich und deswegen habe ich den letzten Samstag genutzt, um mich etwas vom Stress zu befreien. Die Tage vorher waren von zu vielen Überstunden geprägt, da eine Tagung vorbereitet werden wollte. Wenn der eigene Name unter dem Programm steht, ist der Stressfaktor im Vorfeld natürlich besonders hoch. Also wurde eingekauft und eine Zeitlang mal nicht an Begrüßungsrede, ReferentInnenausfälle, Zimmerverteilung und Workshop-Inhalte gedacht. Und wenn man gerade schon dabei ist, sich von der Realität wegzukochen, darf man auch ruhig mal ein wenig in die Ferne schweifen. Wie passend, dass Nele von Küchendelikte gerade bei Zorra ein Blogevent zur spanischen Küche ausrichtet und ich so noch auf den letzten Drücker ein Rezept beisteuern kann, das mich sofort an Sevilla denken lässt.

Die andalusische Hauptstadt ist eine wahre Fundgrube für gutes Essen, an jeder Ecke lauert mindestens eine Tapas-Bar – vom avantgardistischen Spitzenlokal über siffige Eckkneipen bis hin zu jahrhundertealten Traditionslokalen. Ein bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebtes Restaurant ist die Taberna Coloniales. Praktischerweise am Plaza del Cristo de Burgos gelegen und somit in unmittelbarer Nähe zum Stadtarchiv, habe ich mich dort des Öfteren für stundenlanges Aktenstudium belohnen können. Die Spezialität des Hauses ist die Hähnchenbrust in Mandelsoße (Pechuga de pollo con salsa de almendras), die so lecker ist, dass es ist mir nach dem ersten Besuch wirklich schwer gefallen ist, dort jemals wieder etwas anderes zu bestellen. Was lag also näher, als dieses Glücksgefühl, das sich beim Essen unter spanischer Sonne einstellt, in den regnerischen Norden zu holen?

Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln-4

Im Folgenden findet ihr nun meinen Versuch, dieses herrliche spanische Gericht nachzukochen, und auch wenn ich den Geschmack nicht ganz imitieren konnte (ich bin mir jedoch sicher, dass auch die Atmosphäre in Sevilla nicht ganz unschuldig am Erfolg des Originals ist), war ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Die sämige Soße schmeckt nach Mandeln und Sherry, während im Hintergrund Gewürze und Kräuter für den letzten Schliff sorgen. Dazu knusprige, leicht scharfe Kartoffeln und schon kommt einem der Tag gleich viel sonniger vor! ¡Que aproveche!

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Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln-2

Pechuga de pollo con salsa de almendras y patatas bravas – Hähnchenbrust mit Mandelsoße und scharfen Kartoffeln (für 2 Personen):

1 TL Paprikapulver (idealerweise das geräucherte Pimentón de la Vera)
¼ TL Chiliflocken
½ TL Meersalz
Etwas Pfeffer
500 g Kartoffeln
4 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
1-2 Scheiben Baguette (ca. 25 g)
2 Hähnchenbrustfilets (ca. 300 g)
75 g geschälte oder gestiftete Mandeln
200 ml Hühnerbrühe
100 ml Sherry
Jeweils eine Prise gemahlene/r Ingwer, Nelken und Zimt
4 Zweige frischer Thymian
1-2 TL Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Zimt

1. Den Ofen auf 220° C vorheizen. Paprikapulver, Chiliflocken, Meersalz und Pfeffer im Mörser fein mahlen. Kartoffeln schälen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Würfel in einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl, 2 geschälten und halbierten Knoblauchzehen und der Würzmischung verrühren. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und 20 Min. im Ofen auf der mittleren Schiene garen.

2. Währenddessen den restlichen Knoblauch fein hacken, das Brot in grobe Stücke schneiden und die Hähnchenbrust ggf. von Haut und Sehnen befreien und trocken tupfen.

3. Nach Ablauf der 20 Min. den Ofen auf 100° C runterschalten, in einer Pfanne auf dem Herd 1 EL Olivenöl erhitzen und die Hähnchenbrust von jeder Seite 1 Min. scharf anbraten. Das Fleisch dann neben die Kartoffeln auf das Backblech in den Ofen legen und in 8-10 Min. gar werden lassen.

4. Den Thymian waschen, trocken schütteln und die Blätter abzupfen. 1 EL Olivenöl in die Hähnchenpfanne geben und dann Knoblauch, Brot und Mandeln darin anbräunen. Alles mit Sherry ablöschen und den Bratensatz abkratzen. Die Hühnerbrühe sowie die Gewürze und den Thymian hinzufügen und alles kurz aufkochen lassen. In ein hohes Gefäß abgießen und gründlich durchpürieren. Die Soße wieder in die Pfanne schütten, noch einmal erhitzen und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zimt abschmecken. Wenn die Soße zu dick geraten ist, noch einmal mit etwas Brühe aufgießen.

5. Das Hähnchen aus dem Ofen holen und kurz entspannen lassen. Währenddessen die Kartoffeln noch einmal bei höchster Hitze unter den Grill packen, bis sie schön knusprig sind.

6. Das Fleisch aufschneiden und zusammen mit den knusprigen Kartoffeln und der Mandelsoße anrichten.

Blog-Event XCIII - Spanien kulinarisch (Einsendeschluss 15. November 2013)

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Frühstück in Spanien

Das schöne an Spanien ist, dass man dort für wenig Geld und sehr unkompliziert außer Haus frühstücken kann. Den frischen Kaffee aus der Profimaschine gibt es normalerweise schon für 1,20€ und was Schnelles zum Beißen ist auch nicht viel teurer.

Normalerweise gibt es überall auch eine Auswahl an Stückchen, aber ich würde immer zur Tostada greifen. Das ist einfach ein getoastetes Stück Baguette oder ein Brötchen, das man mit verschiedenen Belägen bekommen kann. Olivenöl und Knoblauchzehen zum Einreiben sind zwar keine angenehme Wahl für meine Mitmenschen, aber schweinelecker. Normalerweise greife ich aber zur “Tostada con tomate y aceite”, also mit kleingeschnittenen Tomaten und Olivenöl. Daneben habe ich aber während meines letzten Aufenthaltes in Andalusien auch noch viel tollere Dinge gegessen, wie zum Beispiel diese unglaublich gute Variante mit Tomate und einem Omelett mit Schinkenwürfeln.

Tostada in Almeria (irgendwo an der Rambla del Obisbo Obrera)

Noch viel toller und fettiger ist allerdings die süße Variante des spanischen Frühstücks: chocolate con churros! Es handelt sich dabei um lange Stücke frittierten Brandteigs, die in dickflüssige, heiße Schokolade getaucht oder auch einfach nur mit Zucker bestreut gegessen werden. Nebenbei auch der perfekte Hangoverkiller! Während meiner Studienzeit in Madrid bin ich mehr als einmal nach einer langen Nacht in die berühmte Chocolatería San Ginés gegangen und nie habe ich den Laden so voll erlebt, wie samstags oder sonntags zwischen 5 und 7 Uhr morgens. In Sevilla habe ich ganz in der Nähe meiner Wohnung einen zwar nicht ganz so schönen, dafür aber um so spanischeren Laden entdeckt, der hervorragende selbst gemachte Churros anbietet. Alutische, diese furchtbaren dünnen Plastikservietten und jeden Morgen und Abend frische Churros. Zusammen mit Orangensaft, Kaffee und einer Zeitung die perfekte Frühstücksvariante für einen warmem Sonntagmorgen. Die Churros in der Cafeteria Imagen (Calle Imagen, Sevilla) sind zwar nicht sternförmig, aber dafür immer frisch aus dem Frittierfett, yummy! Die Schokolade wird im Glas serviert, was sich gegen Ende als etwas unpraktisch erwies: schmales Glas, fast leer + dicke Finger mit kurzen Churros = Sauerei. Aber ich hatte ja einen schier unerschöpflichen Vorrat an Plastikservietten…

Churros in der Cafeteria Imagen (Sevilla)

FAZIT:  Ich brauche einen kleinen Ofen, um die Tostada auch hier so knusprig zu bekommen und muss dringend mal selber Churros machen!

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