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Archive for the ‘Gereist’ Category

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-5

Ein All-you-can-eat-Angebot für Fleisch? In einem Hotelrestaurant? Eigentlich müsste man spätestens jetzt skeptisch werden und sich fragen, ob es sich dafür wirklich lohnt, in den Schwabinger Norden zu fahren. Allerdings ist das grill 93 nicht irgendein Hotelrestaurant, sondern das Steakhouse des Münchner Marriott, in dem mit Küchenchef David Seidel und Souschef Martin Gruß zwei außergewöhnliche Köche hinter Herd und Grill stehen. Vom Können des Teams konnte ich mich schon im letzten Jahr überzeugen, und anlässlich der Neueröffnung des Restaurants wurde ich zusammen mit einigen anderen BloggerInnen und JournalistInnen erneut eingeladen. Einen ganzen Abend lang bekommen wir einen ausführlichen Einblick in das neue Konzept, können uns einmal quer durch die Speisekarte probieren und dürfen sogar einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-1

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-3

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Im Hotel angekommen, gibt es zum Einstieg einen Prime Time – einen Drink mit Amaretto, Orangensaft und einem ordentlichen Schluck Slyrs Whisky. Entsprechend gut ist die Laune, als wir alle gemeinsam in die Küche geführt werden und dort eine Überraschung auf uns wartet: Um das Anrichten der Vorspeise “dürfen” wir uns nämlich selbst kümmern. Dummerweise besteht der Teller nicht aus zwei bis drei, sondern eher 15 bis 20 Komponenten, die wir gemäß eines Beispieltellers anrichten sollen. Wenige Minuten braucht der Souschef normalerweise für eine Portion, bei uns dauert es etwas länger, bis wir in Teamarbeit inmitten des laufenden Betriebs (zum Glück hat keiner was dagegen, dass wir heimlich Süßkartoffelpommes klauen …) die Teller hergerichtet haben. Zur Belohnung dürfen wir in den Gastraum und uns an Ente mit Rhabarber und Wurzelgemüse gütlich tun. Das Gericht ist Teil des saisonalen Angebots, das immer wieder wechselt und nicht unbedingt dem klassischen Steakhouse-Klischee entspricht.

Marriott Grill 93 Steak-Restaurant München-10-1

Copyright: Vicky Klieber / http://www.thegoldenbun.com

Grill 93 München Marriott Steakhouse-1

Wer dagegen die volle Ladung vom Grill serviert bekommen möchte, greift lieber zum zweiten Bestandteil des kulinarischen Konzepts: Prime Time nennt sich das Angebot, das hochwertige – und entsprechend nicht ganz günstige – Grillgerichte bietet. Dry-Aged-Steak, Hummer und Fisch stehen zur Auswahl und werden jeweils mit Gemüse und einer Beilage serviert (23-50€). Mehr als gelungen ist die Forelle, die butterzart von den Gräten fällt und mit Kräutern gefüllt ist. Von den Beilagen finden bei uns am Tisch insbesondere die mit geschmorten Zwiebeln verfeinerten Rosmarinkartoffeln großen Anklang.

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Da man im Marriott aber auch andere Gäste ansprechen möchte, gibt es als dritten Bestandteil der neuen Karte das “All you can (m)eat”-Menu. Hier kommen etwas günstigere, aber dennoch hochqualitative Fleischsorten auf den Tisch und werden auch mal ganz unprätentiös als Schmorgericht zubereitet. Für ca. 25€ kann man dann essen, bis die Hose platzt, und Kinder bis zwölf Jahre essen sogar kostenfrei. Die Idee dahinter ist, dass man als Gruppe kommt, jede/r ein anderes Gericht bestellt und diese dann in der Mitte des Tisches serviert werden. So kann man überall probieren und der Restaurantbesuch wird zur großen Potluck-Party. Da sich David Seidel und sein Team natürlich auch hier voll reinhängen, steht die Qualität der Zubereitung dem Prime-Time-Angebot in nichts nach. Zudem findet sich auch mal Ungewöhnliches auf der Karte, wie die geschmorten Kalbsbäckchen – ein echtes Soulfood und besondere Leibspeise von Souschef Martin Gruß. Kann ich gut verstehen, denn das perfekt gegarte Fleisch zerfällt praktisch im Mund.

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Abgerundet werden alle Gerichte durch eine Salz- und Kräuterstation. Dort haben alle Gäste die Möglichkeit, sich mit einem kleinen Mörser eine eigene Salzmischung zusammenzustellen. Es stehen verschiedene Salze, Kräuter und Gewürze zur Auswahl, mit denen man seinem Stück Fleisch die ganz persönliche Note verleihen kann. Solche Kleinigkeiten zeigen ganz gut, dass hier nicht einfach nur auf den aktuellen High-Price-Fleischzug aufgesprungen werden soll, sondern vielmehr mit Liebe gegrillt und bewirtet wird.

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Fazit: Wer Lust auf gutes Fleisch hat, aber von der Sehen-und-gesehen-werden-Atmosphäre der zahlreichen Grillrestaurants der Münchner Innenstadt abgeschreckt wird, sollte den Weg nach Schwabing auf sich nehmen. Das Team um David Seidel kocht auf einem hohen Niveau und das nicht nur zu abgehobenen Preisen. 5 von 5 gegrillten Hummern.

grill 93 im Marriott Hotel
Berliner Strasse 93
80805 München

Vielen Dank an das Team vom Marriott München, die mich zu diesem informativen und leckeren Abend eingeladen haben. Meine Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Frühstücken München Stenz-7

“Eh, wo ist es denn out momentan? … Goetheplatz, genau! Südliche Lindwurmstraße. Harras, genau!” Anfang der 80er Jahre kommt der Münchner Stadtteil Sendling in der Serie Monaco Franze nicht besonders gut weg. Auch heute ist die Gegend zwischen Lindwurmstraße und Harras nicht gerade als Zentrum des Hipstertums bekannt. Dabei verstecken sich gerade in Untersendling eine ganze Reihe von hervorragenden kleinen Restaurants, Imbissen und Cafés, für die es sich lohnt, in die U3 oder U6 zu steigen. Im letzten Jahr wurde die Gegend um ein weiteres nettes Lokal bereichert. Morgens Café, mittags Deli, abends Bar – der Stenz in der Lindwurmstraße will sich nicht festlegen und muss es auch gar nicht, denn das Konzept scheint bestens aufzugehen.

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Fruehstuecken in Muenchen Stenz-4

Betritt man den Stenz, wird man sofort von seinem gemütlichen Café-Charme bezirzt – die Einrichtung hell und farbenfroh, modern mit einem Hauch Omaflair, eine gut befüllte (und ausschauende) Kuchentheke (ich sage nur Kaiserschmarrntorte!!!), dazu der Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Wirft man einen Blick hinter die Theke, tritt dagegen der Bar-Charakter des Ladens zutage. Dort reihen sich feine bayrische Spirituosen und Limonaden, die sich größtenteils auch in unserer Hausbar tümmeln: Slyrs, Simon’s Gin, Hopster, Aqua Monaco. Spätestens hier fällt der Fokus aufs Regionale auf. Allein der Name “Stenz” deutet ja schon auf eine enge Verbundenheit zu München hin, und das spiegelt sich auch im kulinarischen Konzept des Ladens wider. Die Speisekarte ist klein, aber fein, mit wechselnden Gerichten, die sich am regionalen und saisonalen Angebot orientieren (und natürlich bio sind). Für die Panini wird z.B. ordentliches Bauernbrot verwendet und aktuell steht natürlich Bärlauch ganz oben auf der Liste der Zutaten. Positiv fällt auch das umfangreiche vegetarische Angebot auf.

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Frühstücken München Stenz-4

Da wir zum Frühstücken gekommen sind, fällt die Wahl etwas leichter und wir entscheiden uns für das “Elli und Stenz”-Frühstück” für zwei Personen (17,90€). Serviert wird unsere Bestellung hübsch angerichtet in zwei Holzboxen, in denen sich ein abwechslungs- und umfangreiches Angebot versteckt: Neben zwei kleinen frisch gepressten Karotte-Orangen-Säften finden wir darin zwei gegrillte Panini (vegetarisch mit Käse, Birne und Rucola sowie mit Käse, Schinken, Tomate und Rucola), die wunderbar kross und extrem lecker sind. Zwei Gläser Rührei mit Tomaten und Kresse, zwei kleine Croissants mit Butter und Pfirsichmarmelade, ein großes Glas Joghurt mit Haferflocken und ein kleines Gläschen Joghurt mit Fruchtkompott. Alles schmeckt hervorragend und ist gut abgestimmt, nur beim Ei müssen wir ein wenig nachwürzen. Latte Macchiato (3,30€) und Cappuccino (auch um die 3€) sorgen für die längst überfällige Koffeinzufuhr, die wir zu Hause dank der sich in Reparatur befindlichen Kaffeemaschine schmerzlich vermisst haben.

Frühstücken München Stenz-2

Fruehstuecken in Muenchen Stenz-2

Der eigentliche Plan, uns nach dem Frühstück noch auf mindestens eins der von den Kuchentratsch-Omas (die gerade übrigens ein Crowdfunding laufen haben) gebackenen Kuchenstücke zu stürzen, scheitert leider an akuter Übersättigung. Dabei hätten wir die Kaiserschmarrntorte wirklich zu gerne probiert, haben nun aber zumindest eine Ausrede, möglichst bald wieder in der Lindwurmstraße vorbeizuschauen.

Wer sich übrigens ein wenig Stenz mit nach Hause nehmen möchte, kann das im caféeigenen Shop tun. Dort gibt es schöne kleine Mitbringsel wie Osterkörbchen, kleine Schnaps- und Likörfläschchen, Wein, Schokolade, Marmelade & Co. Natürlich alles aus der Region.

Frühstücken München Stenz-9

Fazit: Der Stenz bereichert Sendling um ein hübsches kleines Lokal, das tolle Alternativen zu den andernorts üblichen Frühstücksoptionen bietet und das auch noch zu sehr humanen Preisen. Wir können euch nur ermutigen, den Weg über die Poccistraße hinaus in “unsere” Hood auf euch zu nehmen, denn es lohnt sich sicher nicht nur zum Frühstücken! Die ganz Mutigen können nach dem reichhaltigen Frühstück auch noch zehn Minuten in Richtung Süden laufen und den Vormittag im Westpark ausklingen lassen. Dort findet ihr uns dann auf der Wiese mit einem Stück Kaiserschmarrntorte! 5 von 5 Franzl.

Stenz
Lindwurmstraße 122
80337 München

Frühstücken München Stenz-8

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Cape Cod kulinarisch Food Guide USA Ostküste-2

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … Tja, Kofferpacken war noch nie meine Stärke. Ich reise grundsätzlich mit mindestens acht Kilo zu viel. Die Hälfte des Kofferinhaltes findet meist keine Verwendung. Aber das kann man ja vorher NIE ahnen …! Bis zum nächsten Packen sind es zum Glück noch einige Wochen, aber während wir uns schon so langsam auf unsere Reise vorbereiten und es kaum noch erwarten können, nehmen wir euch noch einmal mit auf einen kulinarischen Ausflug an die Ostküste der USA.

Nach fünf Tagen Großstadttrubel, Sightseeing, Shopping und Foodhopping durch Brooklyn und Manhattan sehnen wir uns nach etwas Ruhe und Natur. So schön und aufregend New York auch ist, die Stadt schlaucht einen schon immer ein wenig. Knapp 400 km nördlich von New York bietet die nur über drei Bücken erreichbare Halbinsel Cape Cod eine Ansammlung von wunderschönen Stränden, Naturschutzgebieten, Leuchttürmen und malerischen Ortschaften, die eine für US-amerikanische Verhältnisse ziemlich lange Geschichte vorweisen können. Auch kulinarisch hat die Halbinsel in Massachusetts einiges zu bieten, daher folgen hier unsere Food-Tipps für Cape Cod:

Sandwich

Cape Cod kulinarisch Food Tipps-1

Cape Cod kulinarisch Food Tipps-24

{Café Chew} Das Frühstück entwickelt sich auf dieser Reise definitiv zu unserer liebsten Mahlzeit des Tages, was wohl hauptsächlich daran liegt, dass die amerikanischen Varianten so anders, so abwechslungs- und umfangreich (und einfach pervers lecker) daherkommen. Auch das nette Café Chew in Sandwich kann mit einer üppigen Frühstückskarte punkten. Wir nehmen draußen auf der hübschen Sonnenterrasse Platz, schlürfen guten italienischen Kaffee (2$) und warten gespannt auf unsere Bestellung: Breakfast #2 mit Rührei, Kräuter-Kartoffeln, hausgemachtem Cranberry-Pecan-Toast, Marmelade und frischem Obst (6,50$) sowie Huevos Rancheros mit Spiegelei, schwarzen Bohnen, Tomaten-Koriander-Salsa, Cheddar und Sour Cream auf einer Tortilla (8,25$). Beides sieht auf dem Teller noch leckerer aus, als es ohnehin schon klang. Besser kann man einfach nicht in den Tag starten! Café Chew //
4 Merchants Road, Sandwich, MA.

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{Marshland} Auch der nächste Morgen hält für uns ein üppiges Frühstück bereit. Kein Hipster-Ambiente, kein Soy Latte, sondern klassisch amerikanisches Diner-Feeling verspricht das Marshland. Und genau das brauchen wir an diesem Morgen! Wir sitzen an der Theke, beobachten die Einheimischen beim Zeitunglesen und lassen uns in regelmäßigen Abständen unsere Kaffeebecher (2,80$) von der netten Bedienung auffüllen. Touristen scheint es hier nicht so oft hinzuführen, denn wir fallen auf und werden sofort gefragt, woher wir kommen. Die Speisekarte ist jedoch viel kreativer, als das traditionelle Ambiente vermuten lässt und bietet tolle und moderne Varianten klassischer amerikanischer Frühstücksperversitäten. Wir bestellen Süßkartoffel-Pancakes mit Granola und Karamell (5,99$) sowie Erdbeer-Streusel-French-Toast mit Himbeersoße (7,99$). Klingt pervers? Das ist es auch! Und dabei richtig gut! Fluffig, frisch und genau das Richtige für einen langen Tag in der Natur. Marshland // 109 Route 6A, Sandwich, MA.

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{Tavern im Dan’l Webster Inn} Im Untergeschoss des hübschen Dan’l Webster Hotels befindet sich die rustikale Taverne, die eine derart spannende Speisekarte bereithält, dass es schwerfällt, sich für ein Gericht zu entscheiden. Dass sich hinter der viktorianischen Hotelfassade so ausgefallene Speisen verbergen würden, hätten wir nie vermutet. Wahrscheinlich wären wir auch nie auf die Idee gekommen, dort essen zu gehen, hätte uns unser AirBnb-Host nicht den Tipp gegeben. Die erste Überraschung kommt bereits mit dem Pumpkin Ale (5,50$), das hier tatsächlich mit Zimt-und-Zucker-Rand serviert wird und entgegen vorheriger Skepsis wirklich gut schmeckt. Die Salate auf der Karte lesen sich alle hervorragend; letztendlich entscheide ich mich für einen Rucola-Salat mit Wassermelone, Feta, roten Johannisbeeren, gerösteten Pinienkernen und einem Sherry-Dressing (10$). Der Salat ist köstlich! Bislang war ich kein großer Fan der gehypten Salatkombi Wassermelone-Feta, was wohl daran lag, dass die Wassermelone nie aromatisch genug war. Hier ist sie saftig süß und harmoniert wunderbar mit den restlichen Zutaten. Steffen bestellt eine Süßkartoffel-Pizza mit apple-wood smoked Bacon, karamellisierten Zwiebeln und einer Gorgonzola-Pinienkern-Paste als Tomatensoßen-Ersatz (11$). Ebenfalls ganz großartig, riesig und dicht belegt. Schade, dass wir nur so kurz in Sandwich sind und nicht ein weiteres Mal hier essen können! Tavern im Dan’l Webster Inn // 149 Main Street, Sandwich, MA.

Hyannis

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{Cape Cod Potato Chips Factory} Wer auf seiner Tour über die Halbinsel eine halbe Stunde Zeit hat, sollte in der Cape Cod Chips Factory einen Zwischenstopp einlegen. Den Tüten mit der Möwe und dem Leuchtturm begegnet man überall auf Cape Cod, und in der Fabrik kann man einen kostenlosen Blick hinter die Kulissen der Chips-Produktion werfen. Durch große Fenster schaut man direkt in die Produktionshalle und bekommt über lustig gestaltete Infotafeln die einzelnen Schritte erklärt. Probiert werden darf natürlich auch und wem die Probierportion Kartoffelchips nicht genügt, kann sich im Shop mit allen Sorten der Chips-Fabrik eindecken. Cape Cod Potato Chips Factory // 100 Breed’s Hill Road in Hyannis, MA.

Chatham

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{Chatham Pier Fish Market} Dem malerischen Chatham Pier sollte man aus zwei Gründen unbedingt einen Besuch abstatten: zum einen tummeln sich im Hafenbecken jede Menge Robben, die nur darauf warten, dass ein vollbeladener Fischkutter zurückkehrt und der eine oder andere Fisch für sie abfällt, zum anderen ist der direkt am Hafen gelegene Chatham Pier Fish Market wohl die allerbeste Anlaufstelle für Seafood-LiebhaberInnen. Auch wenn man selbst kein Fan von Meerestieren ist, ist die Entladung der gerade eingetroffenen Fischkutter spannend zu beobachten. Schon kurz darauf findet man die frischen Hummer, Krabben, Muscheln & Co. in der Auslage des Fish Markets. Dort gibt es die wohl frischesten Lobster Rolls, Clam Chowders und Austern, die man sich nur vorstellen kann. Chatham Pier Fish Market // 45 Barcliff Avenue, Chatham, MA.

Provincetown

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{Provincetown Portuguese Bakery} Ein bisschen schummrig, ein bisschen trashy (“funktionale” Einrichtung, klebrige Tische und Pappteller galore), aber eine mit portugiesischem Gebäck befüllte Auslage und einem ihr vorauseilenden guten Ruf: das ist die kleine portugiesische Bäckerei in Provincetown. Hm, nehmen wir Penhascos de amêndoa (Mandelbaisers), Pasteis de nata (Puddingtörtchen) oder Trutas (Teigtaschen gefüllt mit Süßkartoffeln, Whisky, Zitrone und Zimt)? Ok, wir nehmen alles! Dazu einen Iced Coffee und dann raus in die Sonne! Und ja, alles ist so klebrig-süß wie es klingt, aber auch wirklich gut. Provincetown Portuguese Bakery // 299 Commercial Street, Provincetown, MA.

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{Und sonst so?} Sonst lässt es sich herrlich durch die Straßen Provincetowns schlendern, die bunten Holzhäuser bestaunen, die salzige Meeresluft einatmen und in den vielen kleinen, bunten Läden stöbern, die einen sehr an Key West erinnern. Wem es zwischendurch nach etwas Süßem hungert, kann sich zum Glück an jeder Ecke mit Fudge eindecken, denn Provincetown scheint unter dem Motto all you can Fudge zu stehen. Die süße Spezialität findet man hier in unzähligen Sorten, z. B. in der Provincetown Fudge Factory. Fast immer darf man vorher probieren, so fällt die Auswahl etwas leichter. Bei den Sorten Oreo und Penuche Walnut können wir nicht widerstehen und lassen uns ein Tütchen damit befüllen, das wir am Ende eines kleinen Food Markets auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer schnell leer futtern. Wer danach Hunger auf Seafood bekommt, findet hier ebenfalls unzählige Restaurants und Imbisse. Der Lobster Pot gilt als DIE Anlaufstelle für Hummer, Muscheln & Co., da wir aber noch an den Strand wollen, bleibt diese Location erst mal unbesucht. Provincetown Fudge Factory // 210 Commercial Street; The Lobster Pot // 321 Commercial Street, Provincetown, MA.

Eastham

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{Arnold’s Lobster & Clam Bar} Da die amerikanische Ostküste als Paradies für Seafood-LiebhaberInnen gilt, hat sich Steffen natürlich schon vor der Reise erkundigt, wo die besten Lobster Rolls und die frischesten Austern serviert werden. Ganz weit oben auf der Liste landete das Arnolds in Eastham, das direkt am Straßenrand auf der Strecke nach Provincetown liegt. Als wir auf den großen Parkplatz fahren, sind wir zunächst skeptisch. Sind wir hier wirklich richtig? Hier soll es fabelhaftes Seafood geben? Die Touribudenoptik lässt auf den ersten Blick nicht unbedingt Großes erwarten. Steffens Hunger auf Austern treibt uns dennoch hinein. Glücklicherweise, denn versteckt hinter Imbisbudencharme verbirgt sich eine hervorragende Raw-Bar, die Steffen die ersten Austern seines Lebens beschert. Fernab von jeglichem Champagner-Chichi werden hier die Austern (6 Stück für 10$) stilecht auf Plastiktellern serviert, was sich jedoch auf Qualität und Geschmack keinesfalls auswirkt. Die vegetarische Auswahl ist dagegen, sagen wir mal, “begrenzt”. Ich bestelle einen kleinen Teller Onion Rings (5$), erhalte aber eine monströse Portion der hausgemachten, knusprigen Zwiebelringe, die den Hunger einer ganzen Großfamilie stillen könnte. Dass “klein” in den USA etwas anderes bedeutet als bei uns, hätten wir mittlerweile eigentlich wissen müssen. Arnold’s Lobster & Clam Bar // 3580 Route 6, Eastham, MA.

Dennisport

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{Clancy’s} Wer den ganzen Tag in Cape Cods beeindruckender Natur verbringt und sich erst nach Sonnenuntergang (schönster Spot dafür ist übrigens der First Encounter Beach in Eastham!) seinem Hungergefühl widmen möchte, sollte sich sputen. Nach 19.30 Uhr wird (gerade in den kleineren Orten) die Auswahl der Lokalitäten, die zu “später Stunde” noch hungrige TouristInnen versorgen können, recht überschaubar. Nach zwei missglückten Versuchen, auf der Rückfahrt von Eastham nach Sandwich eine warme Mahlzeit aufzutreiben, folgen wir der Empfehlung unseres Reiseführers und halten in Dennisport. Direkt am Swan River gelegen, bietet das Clancy’s nicht nur einen schönen Ausblick, sondern auch eine souveräne Karte mit amerikanischen Klassikern und Ostküstenspezialitäten. Ausgehungert entscheiden wir uns für Burger: Veggie Burger mit Limetten-Mayonnaise und einen Jalapeño-Burger mit Chipotle-Aioli (je 13$). Eine gute Wahl! Was uns auf der Reise bisher auffällt: Fast jedes noch so kleine Lokal, das Burger im Programm hat, bietet auch eine vegetarische Alternative an und hat sie wirklich drauf – die Patties sind frisch und selbst gemacht, die Beläge abwechslungsreich und meist durch eine Spezialität des Hauses ergänzt. Clancy’s // 8 Upper County Road, Dennisport, MA.

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Finest Spirits 2015 München Whisky-3

Jedes Jahr Ende Februar lassen sich im Münchner MVG Museum, zwischen alten Straßenbahnen und einem Bussimulator, die aktuellen Spirituosentrends erkunden. Unzählige Aussteller aus der ganzen Welt präsentieren auf der Finest Spirits ihre neuesten Kreationen und geben einen Einblick in alles, was derzeit angesagt ist. Wie auch schon 2014 habe ich mich der harten Aufgabe gestellt, mich am Eröffnungstag durchs Sortiment zu probieren. Dabei haben sich einige interessante Entwicklungen herauskristallisiert, die ich euch zusammen mit den spannendsten Neuentdeckungen präsentieren möchte:

Finest Spirits 2015 München Whisky-5Finest Spirits 2015 München Whisky-4Finest Spirits 2015 München Whisky-2

Finest Spirits 2015 München Whisky-10

Whisky – alterslose Weltbürger

Ganz deutlich zeigt sich, dass die Tendenz der letzten zwei bis drei Jahre, immer mehr Whiskys ohne Altersangabe – also mit No-age-Statement – auf den Mark zu bringen, auch zukünftig bestimmend sein wird. Der Whisky-Boom der letzten 15-20 Jahre hat die Lagerhäuser deutlich geleert und bis sich die inzwischen wieder gesteigerte Produktion der letzten Jahre bemerkbar macht, wird es wohl noch eine Weile dauern. Also verzichten viele neue Whiskys auf eine Altersangabe (so auch die auf den Fotos oben zu sehenden Neuvorstellungen von Glenlivet und Glenmorangie), was aufgrund des Fetisches um möglichst lange Lagerzeiten eigentlich auch ganz gut ist. Gleichzeitig zeigt sich, dass guter Single Malt nicht mehr nur aus Schottland kommen muss. Immer mehr Brennereien aus Europa oder auch Asien drängen mit neuen, aufregenden Flaschen auf den Markt, und diese jungen Marken werden mit jedem Jahr besser. Meine Highlights kamen diesmal aus Schweden, der Schweiz und Taiwan.

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In Schweden wird seit 1999 unter dem Namen Mackmyra Whisky produziert, der inzwischen eine hervorragende Qualität erreicht hat. Die Abfüllungen besitzen einen ganz eigenen Geschmack, den ich nicht ganz verorten kann, der aber wohl auf die Lagerung in schwedischen Eichenfässern zurückzuführen ist. Das sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert, trotz der vielen Varianten, die bei Mackmyra inzwischen verfügbar sind. Man zeigt sich dabei deutlich experimenteller als in Schottland, hat Lagerhäuser in verschiedenen Landesteilen und Klimazonen und es gibt sogar Drams, denen am Ende noch ein Finish mit Kaffeebohnen oder Maulbeeren verpasst wird. Dem Puristen rollen sich da vermutlich die Zehennägel hoch; ich finde es toll!

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Nicht ganz so abgedreht, aber auch etwas ab vom Standard-Single-Malt finden sich die Whiskys der von mir schon im letzten Jahr erwähnten Schweizer von Säntis Malt. Hier wird in Bierfässern gelagert (immerhin gehört die Marke zu einer Brauerei) und mit Braumalz gearbeitet. Das Ergebnis sind ausdrucksstarke Spirituosen, die trotz der bisher nur kurzen Lagerzeit eine tolle Tiefe besitzen. Spezialabfüllungen erhalten zudem auch mal ein mutiges Finish im Kirschweinfass. Seit Neuestem wird Säntis Malt in Deutschland von Caminneci vertrieben, daher gibt es auch gleich eine Limited Edition für den deutschen Markt. Die Germany Edition II (2015) kommt mit ordentlichen 48% daher und wurde nach drei Jahren in den üblichen Bierfässern weitere zwei Jahre in frischen Sherryfässern gelagert. Die Sherryaromen landen auch als Erstes in der Nase – es riecht toll nach Rosinen und getrockneten Früchten. Im Geschmack findet sich eine ganz leichte Rauchnote, eine dezente Schärfe (die 48% sind gut eingebunden) und leichte Holznoten. Der Whisky ist längst nicht so süß, wie der Geruch vermuten lässt, sondern schön würzig und füllt sofort den ganzen Mund aus. Ein komplexer, nicht zu gefälliger Whisky, der einen angenehmen Nachgeschmack hinterlässt. Wenn ihr eine von den wenigen Flaschen seht: zugreifen!

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Ganz weit weg von allen Whisky-Klischees geht es mit meiner dritten Entdeckung: nach Taiwan. Dabei ist es nur logisch, dass auf der Insel hervorragender Whisky produziert wird, gehört das Land doch zu den Hauptabnehmern von Whisky weltweit. So verwundert es auch nicht, dass die Brennerei Kavalan aktuell 6 Millionen Flaschen im Jahr produziert. Derzeit sind acht Whiskys im Angebot, alle von hervorragender Qualität. Dabei sollte man sich auch nicht vom jungen Alter in die Irre führen lassen, denn das Klima in dem asiatischen Land sorgt dafür, dass der Reifeprozess etwa drei- bis viermal so schnell abläuft, wie in Schottland. Ein gerade einmal dreieinhalb Jahre alter Single Malt, wie der bei der Masterclass zuerst verkostete Kavalan Concertmaster, entspräche also eher einem zwölfjährigen Schotten. Sechs Monate verbrachte er zudem in Portweinfässern, was für eine tolle, schwere Süße sorgt. Mein Favorit der vier verkosteten Whiskys ist leider auch gleich die teuerste Flasche im Angebot. Der mit 56% ordentlich starke Kavalan Solist (Ex-Bourbon, Cask Strength) kommt auf stolze 120€, ist aber auch ein extremst toastiger, kräftiger und vollmundiger Dram. Mit Wasser wird er noch etwas komplexer und hinterlässt einen langen Abgang. Wer mir also eine Freude machen will … *hust*.

In Anbetracht der aktuellen Preisentwicklungen ist es begrüßenswert, dass immer mehr Player auf den Markt drängen und die Anzahl der hochwertigen Abfüllungen, die außerhalb Schottlands produziert werden, ansteigt. Ich bin gespannt, was die kommenden Jahre bringen werden.

Gin – der Boom hält an

Die Zahl der Ginsorten ist kaum noch zu überblicken. Inzwischen sind Gin-LiebhaberInnen auch schon Zielscheibe des allgemeinen Spotts geworden (z.B. bei jetzt oder Vice – eine Replik gibt es bei Mixology) und alle warten gespannt auf die nächste Sau, die durchs Dorf bzw. die Bar getrieben werden kann. Noch hält der Boom jedoch an und auch wenn 2015 Rum im Fokus der Finest Spirits stand, war Gin dennoch an allen Ecken und Enden zu finden. Eigentlich kaum zu glauben, dass immer noch neue Sorten auf den Markt kommen.

Nicht ganz neu – aber von mir bisher noch nicht getestet – ist z.B. der Granit Gin aus der bayrischen Brennerei Penninger. Der mit Zutaten aus dem Bayerischen Wald verfeinerte Gin ist allerdings nicht ganz mein Fall, fehlt ihm für meinen Geschmack doch das Besondere, das ihn von anderen Sorten unterscheidet (und den Preis von über 30€ rechtfertigt).

Finest Spirits 2015 München Whisky-11

Interessant war dagegen eine ganz neue Kreation aus Brandenburg, die ich im Vorfeld schon auf Instagram entdeckt hatte: Tonka-Gin. Auch wenn es den Puristen vielleicht gruseln mag – das ist zumindest eine Zutat, die ich bisher noch in keinem Gin gefunden habe. Der Geschmack ist dementsprechend auch schön vanillig, ohne zu sehr ins Süße abzudriften. Ein interessantes Nischenprodukt, mit dem man bestimmt auch toll mixen kann.

Ebenfalls ganz neu auf dem Markt ist der G=in³, den die Brennerei Ziegler herstellt. Vielleicht war es schon zu spät am Abend, aber auch hier war ich nicht zu 100% überzeugt. Schlecht schmeckt der Wachholderschnaps allerdings nicht, denn er ist angenehm leicht im Geschmack, ohne eine angemessene Härte beim Alkohol vermissen zu lassen.

Finest Spirits 2015 München Whisky-7

Meine ganz persönliche Entdeckung kam allerdings vom Bodensee. Dort brennt die Familie Senft seit einigen Jahren schon ganz hervorragende Obstbrände und Liköre (der Williams und der Haselnusslikör sind göttlich!) und hat inzwischen neben einem eigenen Whisky auch einen Gin im Angebot. In der schlichten Flasche verbirgt sich ein kräftiger Gin mit klaren Zitrusnoten, der mich so überzeugt hat, dass eine Flasche mit nach Hause musste. Ich bin gespannt, wie er sich im Gin Tonic und anderen Drinks so anstellt.

Finest Spirits 2015 München -1

Natürlich gab es auch 2015 noch viele andere Getränke zu verkosten (z.B. leckeren Orangen-Hopfen-Likör), aber das würde an dieser Stelle wohl den Platz sprengen. Die Finest Spirits hat auf jeden Fall gezeigt, dass es im Spirituosenbereich spannend bleibt und es auch abseits der bekannten Marken noch einiges zu entdecken gibt. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das kommende Jahr! Bis dahin habe ich jetzt ja erst mal genügend Vorräte angesammelt.

Vielen Dank an storykitchen für die Einladung zur Messe und das Probefläschchen Säntis Malt vorab. Meine Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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New York kulinarisch Food Guide Manhattan-5

Das Jahr ist noch jung und so auch die Planung der Reisen, die uns 2015 erwarten. Die Ruhe der ersten Januartage eignet sich besonders gut für das Sprudelnlassen von Gedanken und das erste Ausformulieren halb garer Ideen. Noch ist Zeit, blickt man doch einem ganzen Jahr entgegen, das mit vielen Eindrücken befüllt werden will. Habt ihr schon Ideen, wohin es euch 2015 treiben wird? Falls New York eines eurer Reiseziele werden soll, sei euch Teil 1 unseres Food-Guides zu New York wärmstens ans Herz gelegt: No eat ’till Brooklyn: New York kulinarisch I {Brooklyn}. Da wir uns natürlich nicht nur durch Brooklyn, sondern auch einmal quer durch Manhattan gefuttert haben, folgt hier unser zweiter Teil mit kulinarischen Empfehlungen, denen ihr unbedingt nachgehen solltet, wenn ihr mal in New York seid.

Unsere kulinarischen Tipps für Manhattan:

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-1-2

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-2-2

{The Butcher’s Daughter} Frühstück – Lunch – Brunch – you name it. Den Vormittag solltet ihr jedenfalls bei der Metzgerstochter verbringen. Das hippe Café, das sich selbst als “vegetable slaughter house” bezeichnet, serviert ausgefallene und köstliche vegetarische und vegane Speisen, natürlich alles in Bio-Qualität und von Bauern aus der Region bezogen. Ein Platz auf der gut besuchten Straßenterrasse eignet sich zudem hervorragend, um vorbeieilende Großstädter und New Yorker “cool Kids” am Nachbartisch zu beobachten. Serviert wird neben kostenfreiem Minz-Wasser ein für amerikanische Verhältnisse extrem guter Kaffee und ein Knaller-Frühstück: Nach einer Scheibe Smashed Avocado Toast mit Avocado, Apfel, Curry, Senfsamen und Limette (7$) und einem Egg Sandwich mit Rührei, Cashew-Käse, Grünkohl und Tomatenmarmelade (10$) wünschen wir uns, hier jeden Morgen frühstücken zu können. Zum Mitnehmen gibt es noch einen Ananas-Basilikum-Smoothie-Popsicle (4$). Ein dickes YUM und Dankeschön an Dani von Flowers on my plate, die uns das Café empfohlen hat! The Butcher’s Daughter // 19 Kenmare Street, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-4

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{Ess-a-Bagel} Etwas klassischer und traditionsbewusster geht es im Ess-a-Bagel zu. Die beiden Filialen in Manhattan zählen zu den besten Bagel-Shops in ganz New York. Auch wenn man beim Eintritt in den Laden nahe des Rockefeller Centers nicht unbedingt das Gefühl hat, gerade ein kulinarisches Frühstücksparadies betreten zu haben, sollte man sich vom rustikalen Flair des Delis, dem leicht muffigen Geruch und den etwas klebrigen Tischen nicht abschrecken lassen. Seit den 70ern werden hier Bagels in Handarbeit produziert, die lange Schlange von Bagelhungrigen, die einmal quer durch den Laden führt, spricht Bände. Einmal angestellt, hat man so immerhin genügend Zeit, sich durch die Vielzahl an Bagel- und Frischkäsesorten zu lesen, die über der Theke angeschrieben stehen. Erstaunlich viele vegane Aufstriche fallen dabei ins Auge, und wer mutig ist (wie Steffen), kann eine der skurrileren Kombinationen probieren, z.B. einen Cinnamon Raisin Bagel mit Banana Walnut Cream Cheese. Es ist früh, meine Experimentierfreude hält sich noch in Grenzen, daher gibt es für mich einen Everything Bagel mit einem Aufstrich aus getrockneten Tomaten. Das Brot ist perfekt, fest und doch luftig, die Bagels riesig und Steffen fast traurig, dass sein Hunger nicht für einen zweiten reicht. Den Bagel mit Oreo Cream Cheese wird er wohl beim nächsten Besuch probieren müssen. Ess-a-Bagel // 831 3rd Avenue, New York.

New York kulinarisch Food Guide Manhattan-7

{Beyond Sushi} Kleiner Hunger zwischendurch? Dann lohnt sich ein Zwischenstopp in einer der drei New Yorker Filialen von Beyond Sushi. Der kleine Laden zeigt, wie kreativ, bunt und lecker veganes Sushi sein kann. Die Auswahl ist riesig, die Kombination der Reisröllchen erfrischend ungewöhnlich. Da wird schwarzer Reis mit Gurke, Tofu und Kiwi gepaart oder die Hand Roll mit Kimchi gefüllt. Wir entscheiden uns für zwei California Rolls und ein paar Nigiri – welche Sorten es genau waren, bekommen wir allerdings nicht mehr zusammen. Irgendwas mit Mango und Pfirsich, der Teller war jedenfalls sehr bunt und das Sushi köstlich! Dazu noch eine Watermelon Lemonade und man fühlt sich bestens gestärkt für die 18 Meilen Bücherregale des nahe gelegenen The Strand Book Stores, den man keinesfalls verpassen sollte! Beyond Sushi // u.a. 229 East 14th Street, New York.

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{Union Square Greenmarket} An vier Tagen in der Woche findet direkt am Union Square ein großer Farmers Market statt, bei dem eine Vielzahl an Bauern und Kleinbetrieben aus der Region zusammenkommen, um ihre Bio-Produkte an den/die New YorkerIn zu bringen. Im Gegensatz zum gegenüberliegenden Whole Foods (oder “Whole paycheck market”, wie ihn ein Amerikaner, den wir auf der Reise kennengelernt haben, nannte), bekommt man dort, wie auf fast jedem Farmers Market, für amerikanische Verhältnisse recht günstiges Obst und Gemüse. Die Website zum Greenmarket bietet zudem einen guten Überblick über sämtliche Farmers Markets der Stadt. Union Square Greenmarket // Mo., Mi., Fr. und Sa. am Broadway/17th Street, New York.

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{Küchengeschäfte} Wenn man sich schon in der Union-Square-/Flatiron-Gegend aufhält und sich nur annähernd fürs Kochen und Backen (oder einfach nur fürs Essen) interessiert, gibt es dort einige schöne Läden, denen man unbedingt einen Besuch abstatten sollte. Allen voran Fishs Eddy, deren Shop uns bereits vor vier Jahren (damals noch ohne Foodblog) in Verzückung versetzte. An jeder Ecke stapeln sich hier Teller, Tassen & Co., hübsche Geschirrtücher und andere Props in allen erdenklichen Farben und Formen. Doch Achtung, Augen und Geldbeutel fühlen sich hinsichtlich der immensen Auswahl augenblicklich überfordert! Fast gegenüber liegt das mehrstöckige ABC Carpet & Home – ausgefallene Küchen- und Wohnaccessoires wohin das Auge blickt (leider allerdings auch recht teuer). Bevor man von dort aus direkt auf das Flatiron Building losstürmt, sollte man zunächst einem kleinen, etwas unscheinbaren Laden seine Aufmerksamkeit schenken. Whisk kommt etwas unprätentiöser daher, dafür aber mit einer tollen Auswahl an Küchen- und Barzubehör. Vor allem die kleine, aber überaus feine Backabteilung muss hier erwähnt werden! Um sich professionell auszustatten und in jeder Großküche bestehen zu können, sollte man auch einen Besuch bei Bowery Kitchen Supplies im Meatpacking District einplanen. Zwischen den eng bepackten Regalen voller Töpfe, Pfannen und Schüsseln fällt es schwer, sich in dem großen Laden im Chelsea Market nicht zu verlaufen. Etwas weiter den Broadway hinunter in Richtung SoHo eröffnet sich mit Sur la Table jedem Foodie ein riesiges Küchenparadies, das einen verfluchen lässt, nicht einen komplett leeren Koffer mitgebracht zu haben. Wir müssen uns schwer zurückhalten, aber der Mason Shaker (und diverse andere Kleinigkeiten) MUSS einfach mit! Fishs Eddy // 889 Broadway at 19th Street; ABC Carpet & Home // 888 Broadway at 19th Street; Whisk // 933 North Broadway;  Bowery Kitchen Supplies // Chelsea Market, 75 Ninth Ave; Sur la table // 75 Spring Street, New York.

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{Dean & DeLuca + Eataly} Zwei riesige Feinkostläden, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben dürfen, sind Dean & DeLuca und Eataly. Dean & DeLuca hungrig zu betreten, würde vermutlich dem finanziellen Ruin gleichkommen. Aus jeder Ecke des riesigen Delikatessenshops strömen einem verführerische Düfte entgegen. Hier stapeln sich köstlichste Backwaren, Cookies und Cupcakes, dort wartet eine riesige Brottheke (inklusive dem besten Olivenbrot überhaupt) darauf, bestaunt zu werden, einen Schritt weiter steht man plötzlich vor der gut bestückten Käsetheke und am hinteren Ende des Ladens wird gerade frisches Sushi gerollt. Am besten startet man mit einem Kaffee im Coffeeshop des Feinkostgeschäfts und gönnt sich dabei eine der feinen hausgemachten Pralinen. Am Madison Square Park verbirgt sich hinter den Toren von Eataly ein riesiger italienischer Feinkosttempel. Von frischer Pasta über Pizza, Wein, Focaccia, Panini, Gelato und Kaffee bis hin zu Kochbüchern und Koch- und Weinkursen findet man hier alles, was das italienische Gourmetherz begehrt. Besonders spannend ist, dass hier auch regionale Spezialitäten aus dem ganzen Land angeboten werden, die man in der Regel nur selten außerhalb Italiens findet. Im Frühjahr soll sogar eine Filiale der italienischen Feinkostkette in München eröffnen. Wir sind gespannt! Dean & DeLuca // u.a. 560 Broadway; Eataly // 200 5th Avenue, New York.

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{Chelsea Market} Ein Pflichttermin für alle essfreudigen Touristen ist auch der Chelsea Market. In der ehemaligen Keksfabrik (hier wurden die Oreo-Kekse erfunden!) im Meatpacking District hat sich eine riesige Markthalle etabliert, die den ehemaligen Industrie- und Rotlichtbezirk in eines der angesagtesten Viertel der Stadt verwandelt hat. Seit 2009 grenzt hier außerdem die High Line an, ein Park, der auf einem Abschnitt der ehemaligen West Side Freight Line – einer Hochbahntrasse, die die verschiedenen Fabriken miteinander verband – angelegt wurde und sich zu einer der beliebtesten Attraktionen der Stadt gemausert hat. Doch bevor man es sich dort auf einer der Holzliegen gemütlich macht oder die Füße in einem der Wasserläufe kühlt, lohnt sich ein ausgiebiger Spazier- und Shoppinggang durch die vielen kleinen Läden des Markets. Bei Foods of New York Tours hatten wir bereits vor der Reise eine Foodtour gebucht, bei der wir nicht nur den Markt, sondern auch Teile des ihn umgebenden Meatpacking Districts kennenlernen durften. Höchst empfehlenswert sind die Touren mit Darrell – ein wahnsinnig lustiger Broadway-Schauspieler, der nicht nur in kürzester Zeit all unsere Namen beherrscht, sondern offensichtlich auch mit allen Händlern im Markt befreundet ist. Dementsprechend kommt er zwischen den regulären Stopps immer wieder mit neuen Kleinigkeiten an, die wir natürlich alle probieren müssen. So kommen wir z.B. in den Genuss von Rindertatar mit Schalotten und Chili (für vegetarische Alternativen wird stets gesorgt), einem köstlichen Kale Salad, kleinen Meat Pies, saftigen Grilled Cheese Sandwiches mit Feigensoße, einer frisch aus dem Ofen kommenden Blätterteigfrittata, köstlichen Cupcakes und selbst gemachten 9$-Bio-Schokoriegeln. Fast alles wird direkt vor Ort produziert, sodass man an vielen Stationen direkt in die Küchen schauen kann und zusieht, wie Fleischstücke zerteilt, riesige Berge Brotteig geknetet oder Süßigkeiten zubereitet werden. Wie schon bei unserer Foodtour in Miami erfahren wir neben all den Köstlichkeiten auch viel zur Geschichte und Kultur des Viertels und fühlen uns nach drei Stunden in jeder Hinsicht glücklich gesättigt. Chelsea Market // 75 9th Avenue, New York.

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{Magnolia Bakery} Ein Geheimtipp ist die kleine Bäckerei im schicken Greenwich Village natürlich längst nicht mehr. Spätestens seit Sex & the City wird die Magnolia Bakery von Cupcakesüchtigen und Serienjunkies überrannt. Doch der Hype um das niedliche Café ist nicht unbegründet. Wir sind nicht die Einzigen, die mit sabberndem offenem Mund die bunte Auslage bestaunen und wie gebannt der Dekoration von Torten und Cupcakes zusehen, die noch immer ganz frisch im hinteren Teil des Geschäfts zubereitet werden. Entgegen Majas dringender Empfehlung, dort den Banana Pudding zu probieren, entscheiden wir uns für einen Peanut Butter Icebox Cake und einen Mini Red Velvet Cheesecake – beide sehen einfach zu gut aus, um sie in der Auslage liegenzulassen. Der Peanut Butter Cake entpuppt sich als pure Dekadenz: Peanut Butter meets Karamell meets unglaubliche Cremigkeit. Ganz schön mächtig, aber auch ganz schön lecker! Und auch der Red Velvet Cheesecake überzeugt, supercremig und einfach perfekt. Eins ist klar: Beim nächsten New-York-Besuch MÜSSEN wir zurückkommen, um den Bananenpudding zu probieren! Magnolia Bakery // 401 Bleecker Street, New York.

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{Big Gay Ice Cream Shop} Wer sich in der Magnolia Bakery zurückhalten kann (wir leider nicht!) und noch etwas Platz im Magen hat, sollte ihn mit einer der spannend klingenden und hoch gelobten Eissorten des Big Gay Ice Cream Shops füllen. Leider können wir uns aufgrund akuter Völleritis nicht selbst von den Eiskreationen des bunten Shops im West Village überzeugen, doch die zufriedenen Gesichter, denen wir beim Vorbeilaufen vor dem Ice Cream Shop begegnen, sprechen Bände. Der Laden wird jedenfalls vorgemerkt für den nächsten New-York-Besuch – Sorten wie “Salty Pimp” und “Mexcian Affogayto” wollen schließlich probiert werden! Big Gay Ice Cream Shop // u.a. 61 Grove Street, New York.

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{Greenwich Village Literary Pub Crawl} Wer schon immer mal wissen wollte, wo sich Dylan Thomas zu Tode gesoffen hat oder welcher Pub im Kampf gegen die Diskriminierung Homosexueller eine gewichtige Rolle spielte, liegt mit dem Literary Pub Crawl genau richtig. Die dreistündige Walking Tour führt durch die berühmtesten und berüchtigsten Bars der Künstlerviertel Greenwich Village und East Village. Bei einem (oder zwei oder drei …) Pint(s) erzählen die Tour Guides – zwei junge Theaterschauspieler – von literarischen Persönlichkeiten des Viertels, versteckten Orten und vergessenen Anekdoten. Die perfekte Tour für trinkfeste Literaturnerds und alle, die einen etwas anderen Blick auf New York erhaschen möchten. Greenwich Village Literary Pub Crawl // 20$ pro Person; Treffpunkt: samstags, 13 Uhr, White Horse Tavern, 567 Hudson Street, New York. 

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Da sind wir fast drei Wochen in den USA unterwegs, bringen einen Koffer (oder auch zwei oder drei) voller kulinarischer Erinnerungen mit und eine Speicherkarte mit etwa drölfzigtausend Food-Fotos und dann passiert damit … NÜSCHT. Richtig – keine Tipps, an welchem New Yorker Food Truck man keinesfalls vorbeigehen sollte, von welcher Rooftop-Bar aus man den schönsten Sonnenuntergang über Manhattan erhaschen kann oder welcher unscheinbare Shop die besten Donuts in ganz Brooklyn anbietet. Dabei wollten wir all das (und noch viel mehr) doch schon längst mit euch geteilt haben. Immerhin haben wir es geschafft, vom grandiosen Supper Club, den wir in Williamsburg besuchen durften, zu berichten. Der Rest folgt. Häppchenweise und (hoffentlich) wohldosiert. Kommt ihr mit auf unsere kulinarische Reise durch New York {Manhattan}, Cape Cod, Boston, Cambridge und Neuengland?

Heute starten wir mit dem ersten Teil unserer Food-Tipps für New York bzw. Brooklyn, um genau zu sein. Denn diesmal haben wir Manhattans hipper großer (immerhin 2,5 Millionen Einwohner) Schwester besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt, wurde sie doch beim letzten Besuch ein wenig vernachlässigt. Dabei lassen sich gerade in Brooklyn – allen voran Williamsburg – so viele kulinarische Perlen entdecken, dass man eigentlich am liebsten den ganzen Tag mit Essen verbringen würde. (Und genau das scheinen wir auch gemacht zu haben.)

Unsere kulinarischen Tipps für Brooklyn (nach Stadtvierteln geordnet):

Bedford-Stuyvesant

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{Dough} Wenn man mit einem donutverrückten Mann auf Reisen geht, hört man schnell auf, sich zu wundern. Man schüttelt nicht mehr den Kopf, wenn der Mann plötzlich eine Karte von New York aus der Tasche zieht, auf der fast alle Donutläden der Stadt eingezeichnet sind, und man nimmt in Kauf, dass die Unterkunft nach nahe gelegenen Teigkringeln ausgewählt wird (er nennt die Tatsache, dass einer der besten Donutshops Brooklyns zwei Straßen von unserer AirBnB-Unterkunft entfernt liegt, puren Zufall – ich glaube ihm kein Wort!). Doch die Donutkarte lügt nicht! Betritt man den kleinen Shop in Bed-Stuy, öffnet sich vor einem ein kleines Donutparadies: es duftet nach frischen Hefekringeln, die Sorten in der Auslage sehen so gut aus, dass man sie am liebsten einmal komplett durchprobieren würde. Das Angebot von Dough ist übersichtlich und wechselt täglich, den Donuts sieht man an, dass sie ganz frisch und handgemacht sind. Unsere erste Wahl – ein köstlicher Dulce-de-Leche-Donut mit gerösteten Mandeln – führt dazu, dass wir im Laufe unseres Aufenthalts zwei weitere Sorten dort probieren müssen: Passion Fruit und Toasted Coconut. Hier gibt es wirklich die fluffigsten aller Donuts! Dough // 448 Lafayette Ave, Brooklyn, NY (Dough ist aber auch regelmäßig mit einem Stand beim Smorgasburg vertreten).

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{SCRATCHbread} Auch wenn dem etwas rougheren Viertel Bedford-Stuyvesant die Gentrifizierung in den meisten Ecken noch nicht anzusehen ist, so ist der kleine Frühstücks- und Sandwichladen SCRATCHbread doch ein deutliches Indiz dafür, dass auch hier eine Wandlung der Neighborhood im Gange ist. Ab 9 Uhr morgens stehen die Hipster-Kids im “Out-of-bed”-Look Schlange, kaufen Cold Brewed Coffee, frisch gebackenes Brot oder eines der lecker belegten Sandwiches. Alles zum Mitnehmen, denn die kleine Bäckerei verkauft ihre Köstlichkeiten nur durch ein Fenster zur Straße. An unserem letzten Morgen in Brooklyn schaffen wir es endlich, uns dort mit Frühstücksproviant für unsere Weiterfahrt einzudecken. Veg Flat nennt sich das vegetarische Sandwich mit Hummus, Meyer Lemons, Spargel, Zuckerschoten, anderem Gemüse, geräucherter Mandel-Romesco-Soße und ordentlich Knoblauch. Mit 7$ für ein nicht allzu großes Sandwich nicht ganz billig, aber auf jeden Fall lohnenswert! SCRATCHbread // 1069 Bedford Ave, Brooklyn, NY.

Dumbo

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{Foragers Market} Down Under the Manhattan Bridge Overpass bezeichnet die Gegend, die sich u.a. zwischen Manhattan und Brooklyn Bridge am East River erstreckt und der man ihren alten Künstlercharme trotz steigender Mieten noch immer anmerkt. Viele nette Läden und Cafés im Industriechic laden dazu ein, sich hier mit Kleinigkeiten für ein Picknick im neu gestalteten Brooklyn Bridge Park einzudecken. Auch der Foragers Market, eine kleine nachbarschaftlichere Version von Whole Foods, eignet sich dazu hervorragend. Besonderer Fokus wird hier auf Bio-Produkte aus der Region gelegt. Neben ausgefallenen Spezialitäten bietet der Markt eine Salatbar, leckere Sandwiches, frisch gepresste Säfte und eine kleine, aber feine Auswahl an Kochbüchern. Foragers Market // 56 Adams Street, Brooklyn, NY.

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{Paris Sandwich Food Truck} Direkt gegenüber des Foragers Markets verliebt sich Steffen spontan in einen Food Truck, der sich die französische Vergangenheit Vietnams zunutze gemacht hat und riesige Bánh Mi – frisch belegte Baguettes – anbietet. Aber nicht irgendwelche, sondern z.B. mit Seitan in Zitronengrasmarinade, frischem Gemüse, viel Koriander und wunderbar knusprigem Brot (6,75$) oder auch mit vietnamesischen Meatballs (8$). Das alles auch noch zu sehr fairen Preisen. Paris Sandwich Food Truck // U.a. Adams Street, Brooklyn, NY. Um über aktuelle Standorte informiert zu werden, folgt am besten dem Twitter-Account.

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{Grimaldi’s} Beim gemütlichen Bummel durch Dumbo – vorbei am Laden von Melville House Publishing, wo man sich einmal quer durch das wunderbare Sortiment shoppen sollte – entdecken wir eine Pizzeria, die uns doch sehr bekannt vorkommt. Grimaldi’s – DIE Pizza-Institution Brooklyns – hat vor ein paar Jahren ihrem ursprünglichen Standort den Rücken gekehrt und befindet sich nun nur wenige Häuser weiter. Bereits vor vier Jahren standen wir hier 45 Minuten Schlange, um eine der besten Steinofenpizzen New Yorks zu probieren. Sofern die Pizzen durch den Umzug in die neue Location nichts an ihrer Qualität eingebüßt haben, ist das Grimaldi’s ein absoluter Tipp, der auch für das lange Warten in der Schlange entlohnt! Grimaldi’s // 1 Front Street, Brooklyn, NY.

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{Lizzmonade Brooklyn} Wir laufen entlang des East Rivers in Richtung Brooklyn Bridge, vorbei an Jane’s Carousel, einem antiken Karussell aus den 1920er Jahren, und der Freilicht-Fotoausstellung Photoville am Rande des Brooklyn Bridge Parks. Es ist wahnsinnig schwül, das Thermometer zeigt über 33 Grad. Bevor wir uns auf den Fußweg über die Brooklyn Bridge nach Manhattan machen, legen wir eine kurze Pause am Pier ein. Der Limonadenstand von Lizzmonade kommt gerade recht. Einmal Honigmelone-Basilikum to go, bitte! Puuh, 6$? Egal, her damit! Die Limo ist herrlich erfrischend, viel zu schnell leer geschlürft und sorgt zusammen mit der leichten Brise, die über den Fluss weht, für eine wohltuende Abkühlung. Lizzmonade Brooklyn, Brooklyn Bridge Park, Brooklyn, NY.

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Carroll Gardens

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{Brooklyn Farmacy & Soda Fountain} Wie kleine Kinder freuen wir uns schon seit Tagen auf unseren Besuch in der Brooklyn Farmacy & Soda Fountain. Mitten in Carroll Gardens, zwischen all den Kinderwägen, den fein herausgeputzten Brownstones und den edlen Restaurants, hat in einer alten Apotheke aus den 1920er Jahren der perfekte Ort für den Nachtischhunger aufgemacht. Der Eintritt in die Farmacy ist gleichzeitig der Beginn einer Zeitreise. Eine lange Holztheke, antike Fließen, schummriges Licht und jede Menge 20er-Jahre-Paraphernalien – man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Im Mittelpunkt stehen hier Klassiker wie Sundaes, Sodas und Ice Cream Floats. Alles hausgemacht und von stilechten Soda Jerks serviert, die einem freundlich beratend zur Seite stehen, wenn man sich im unendlichen Wald der Köstlichkeiten nicht gleich zurechtfindet. Steffen entscheidet sich für den “Elvis” (6,25$) – einen Eisbecher mit Bananen-Schoko-Eis, selbst gemachter Erdnussbutter, Bananenscheiben, Hot Fudge, Sahne, Bacon (!) und Essiggurke (!!). Ich bekomme “The Violet”, einen wahnsinnig hübschen Ice Cream Float mit Vanilla Soda und Brombeer-Eis (8$) – wenn sich beides verbindet, möchte man gar nicht mehr aufhören zu schlürfen. Hier möchten wir am liebsten einfach sitzenbleiben! Immerhin können wir ein kleines Stück der Soda Fountain mit nach Hause nehmen. Brooklyn Farmacy & Soda Fountain // 513 Henry Street, Brooklyn, NY.

Williamsburg

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{McCarren Park Greenmarket} Was tolle kulinarische Entdeckungen angeht, hat uns Williamsburg fix und fertig gemacht. An jeder Ecke warten kleine ultrahippe Cafés, Bars und Pop-up-Stores mit ausgefallenen Kuchen, Drinks, Street Food & Co in allerbester Qualität. Natürlich alles regional und organic. Was anderes findet man in Williamsburg kaum. Ganz zufällig stoßen wir auf den Greenmarket im McCarren Park, der sich als einer der schönsten Farmers Markets entpuppt, denen wir in New York begegnet sind. Die Auswahl ist toll, Gemüse und Obst sind für amerikanische Verhältnisse wirklich günstig und fast an jedem Stand entdecken wir neue, uns bislang unbekannte Absurditäten aus dem Gemüsegarten. Dazu werden selbst gemachte Säfte und Limonaden angeboten sowie frisch gebackenes Brot. Schade, dass wir eigentlich auf dem Weg zu einem anderen Markt sind und uns mit unseren Einkäufen zurückhalten müssen. McCarren Park Greenmarket // Samstags an der Union Ave zw. Driggs und North 12th Street, Brooklyn, NY.

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{Smorgasburg} Du bist Foodie und in New York? THIS is the place to be! Schon Wochen vor unserer Reise haben wir auf Instagram regelmäßig die Fotos bestaunt, die mit #Smorgasburg getaggt waren. Ca. 100 Aussteller finden sich jeden Samstag auf dem riesigen Food-Flohmarkt im East River State Park ein, um ihre Street-Food-Kreationen anzubieten. Wer die neuesten Food-Trends probieren möchte, ist hier genau richtig! Steffen gluckst verzückt, als er hier endlich den lang ersehnten Ramen-Burger (9$) probieren kann, bei dem das Brötchen durch Nudeln ersetzt wird. Klingt komisch, schmeckt laut Steffen aber hervorragend. Die Auswahl an tollen Lebensmitteln wird hier zur geistigen Zerreißprobe – selbst mit dem größten Hunger wird man niemals so viel probieren können, wie man eigentlich möchte. Schweren Herzens entscheide ich mich für vegane Summer Rolls mit Ananas-Teriyaki-Soße (7$) und eine Mango-Limonade (3$) – eine sehr gute Wahl! Steffen kann nicht anders und steht schon wieder in einer Schlange, um eines der beliebten Pulled Pork Briskets mit Chilis und Gurken (5$) zu ergattern, dessen Fleisch so zart ist, dass er am liebsten weinen möchte. Kurz darauf steht er mit einem Pumpkin Donut (1$) vor mir: “Wir müssen hier sofort weg. Das endet sonst böse!”, sagt er und hält sich den Bauch. Smorgasburg // Samstags im Williamsburger East River State Park und sonntags im Brooklyn Bridge Park, Pier 5, Brooklyn, NY.

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{Brooklyn Brewery} Bevor man sich jedoch auf dem Smorgasburg der Völlerei hingibt, sollte man kurz bei der nahe gelegenen Brooklyn Brewery vorbeischauen und sich dort schon mal Tickets für eine kostenlose Führung am Mittag sichern, um dem späteren Schlangestehen zu entgehen. Halbstündig werden hier samstags kostenlose Touren durch die Brauerei angeboten, bei denen man hinter die Kulissen der Craft-Beer-Produktion blicken kann. Man erfährt ein wenig über die Geschichte der Brauerei, bekommt den Brauprozess erklärt und kann im Anschluss natürlich auch noch Biere verkosten. Das Angebot wechselt regelmäßig und man hat so die Gelegenheit, z.B. saisonale Spezialitäten probieren zu können. Brooklyn Brewery // 79 North 11th Street, Brooklyn, NY.

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{Urban Rustic} Um dem Nachmittagstief mit einem Cold Brewed Coffee oder einer erfrischenden Cucumber Lemonade entgegenzuwirken, empfiehlt sich ein Zwischenstopp im Urban Rustic. Das hübsch eingerichtete Café im antiken General-Store-Look bietet nicht nur Frühstück bis spät nachmittags, sondern auch jede Menge Sandwiches, Salate und leckere Kuchen (z.B. Himbeer-Ingwer-Schnitten) – dunkles Holz, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, Wollmützen und Bärte inklusive. Die verarbeiteten Bio-Produkte stammen alle von Bauern aus der Region und können auch im kleinen Shop im vorderen Teil des Cafés erworben werden. Urban Rustic // 236 North 12th Street, Brooklyn, NY.

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{The Gorbals} Auf dem Dach des schicken Concept Stores Space Ninety 8 – ein mehrstöckiger Ableger von Urban Outfitters – wartet eine kleine Oase auf shoppingmüde Williamsburger. Mit bestem Blick auf Manhattan lässt sich auf der Rooftop-Bar mit rustikalem Tex-Mex-Flair der eine oder andere Drink gut wegschlürfen. Wem es nach mehr als nur Drinks und Fingerfood gelüstet, sollte unbedingt im dazugehörigen Restaurant im dritten Stock vorbeischauen. Allein der Blick auf die Karte und all die kreativen Gerichte lässt einen vor Neugier platzen. The Gorbals // im Space Ninety 8, 98 North 6th Street, Brooklyn, NY.

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{The Ides} Ihr seid nur eine Nacht in New York? Dann solltet ihr sie hier verbringen! Auf dem Dach des von Kopf bis Fuß im puristischen Industriechic durchgestylten Wythe Hotels (hier möchte man wirklich am liebsten einziehen!) befindet sich eine der schönsten Rooftop-Bars New Yorks. Kurz vor Sonnenuntergang sollte man sich an den volltätowierten Türstehern des Hotels vorbeischlängeln, in einen der Aufzüge springen und sich im sechsten Stock absetzen lassen. Schnell an der Bar noch einen Moscow Mule (12$) und einen Golden Era (14$) bestellen und dann nichts wie raus auf die Dachterrasse, um sich von dort aus cocktailschlürfend und ganz mondän fühlend am Sonnenuntergang über der Manhattan-Skyline zu ergötzen. Bombastische Aussicht, himmlische Drinks und eine lockere, moderne (und gleichzeitig nicht zu abgehobene) Atmosphäre sind garantiert. Der perfekte Ort also, um einen letzten Abend in der Stadt zu beginnen! The Ides // im Wythe Hotel, 80 Wythe Ave, Brooklyn, NY.

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{Café Colette} Ein wunderbarer Ort, um den Abend schließlich ausklingen zu lassen, ist das Café Colette – ein kleines hübsches Restaurant mit französischem Flair, das sich der New American Cuisine verschrieben hat. An dieser Stelle vielen Dank an Dani von Flowers on my plate für die Empfehlung! Auf der kleinen Veranda vor dem Haus lassen sich im schummrigen Abendlicht die vorbeiziehenden Williamsburger unbemerkt beobachten, während man sich für eine der Köstlichkeiten der kleinen, aber feinen Abendkarte entscheiden muss. Unsere Wahl fällt auf einen Heirloom Tomato Salad mit Burrata (16$) und das Chili & herb roasted chicken mit Rosmarin, Knoblauch und Zitrone (20$) – beides ist köstlich, die Portionen sind allerdings übersichtlich. Dazu gibt es den Colette Cocktail mit Gin, Rosé und Rosmarin (10$), ein Blood Orange Pale Ale (6$) und die Gewissheit, sicher bald wieder nach Williamsburg zurückzukehren. Café Colette // 79 Berry Street, Brooklyn, NY.

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Ganz so wohldosiert, wie eingangs angekündigt, kommen unsere Tipps wohl doch nicht daher. Es gibt in Brooklyn einfach so viel zu entdecken (und es gäbe noch so viel mehr). Beim nächsten Mal nehmen wir euch mit nach Manhattan. Wir hoffen, ihr kommt mit!

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Wenn man gebeten wird, sich ein Rezept mit Knödelteig zu überlegen, denken bestimmt nicht viele Menschen an Burger. Aber anscheinend ist mein Gehirn inzwischen so gepolt, dass ich einfach IMMER an Burger denken muss. Bleibt nur, das Beste daraus machen, und das ist in diesem Fall ein Knödelburger – eine köstliche Kreation aus Kartoffelknödelteig, süßem Apfelchutney, gepaart mit den kräftig-herben Noten von Gorgonzola und Radicchio. Ein kleines, mächtiges Monster also, das aber definitiv süchtig macht!

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Aber warum überhaupt Knödelteig? Burgi’s, ein bayrischer Knödelteighersteller, hat kürzlich einige FoodbloggerInnen nach München eingeladen, um dort gemeinsam einen Tag zu verbringen und tief in die Welt der Knödel einzutauchen. Im Vorfeld wurden wir außerdem gebeten, uns ein Knödelrezept zu überlegen, das für die Veranstaltung extra auf eine Rezeptkarte gedruckt wurde. Der Knödelburger war also geboren. Die “KnödelexpertInnen” bei Burgi’s fanden diese Idee wohl ebenfalls ganz spannend und zu unserer Freude wurde der Burger als eines von vier Rezepten zum Nachkochen während des Knödelevents ausgewählt. Denn das war die erste knödelige Herausforderung an diesem Tag: gemeinsam mit den übrigen BloggerInnen fürs Mittagessen sorgen. Während Sabrina sich an den leckeren Kürbisknödeln von Karin von Wallygusto versuchte, machte ich mich mit zwei Foodbloggerkolleginnen daran, mit den Knödelburgern in Massenproduktion zu gehen. Spontan haben wir dafür ein Chutney kreiert und mit Kürbis verfeinert, was super ankam. Am Ende wurden um die 20 Burger produziert, die allerdings schneller verputzt waren, als man Kartoffelknödelteig hätte sagen können. Doch zum Glück gab es ja noch weitere Knödelleckereien und außerdem hatte die Küche vom Wirtshaus in der Au noch eine ganz besondere Überraschung für uns vorbereitet: eine riesige Nachtischplatte, die das Kind am Nachbartisch vor Neid fast zum Weinen gebracht hätte. Tja, FoodbloggerIn müsste man sein. Falle es euch also demnächst mal dorthin verschlagen sollte: lasst unbedingt genügend Platz für den Nachtisch!

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Der Tag endete natürlich nicht beim Nachtisch. Wir erfuhren im Pschorr am Viktualienmarkt einiges über Fleisch und die Vorteile von geeisten Biergläsern, wurden im Gesellschaftsraum mit köstlichen Apfelstrudel-Martinis verwöhnt (das Rezept hätten wir wirklich gerne mitgenommen!) und durften an einer Bierverkostung mit der Biersommelière Sandra Ganzenmüller teilnehmen. Kaum zu glauben, dass noch Platz im Magen war, als wir am Abend noch einmal zum Pschorr zurückkehrten und den Tag ausklingen ließen. Und weil Karin, Petra und wir immer noch nicht genug hatten, ging es noch auf einen Absacker ins Jaded Monkey, eine recht neue kleine Bar hier in München, in der man in (äußerst) schummriger Atmosphäre ausgefallene Cocktails schlürfen kann.

Falls ihr euch auch ein wenig Knödelglück nach Hause holen möchtet, kommt hier das Rezept für den ultimativen Knödelburger. Die Burger lassen sich übrigens leichter essen, als man denken würde – einfach gut festhalten! ;-)

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Knödelburger mit Gorgonzola, Radicchio und Apfelchutney (für 4 Burger):

750 g Burgis Bayerischer Knödelteig original
Speiseöl
1 Apfel
½ Kopf Radicchio
4 EL Gorgonzola
360 g Rinderhack
4 EL Apfelchutney (Alternativ: Apfelmus oder ein anderes Fruchtchutney)

1. Die Knödelmasse ½ cm dick ausrollen und mit einem 8 cm Dessertring (oder einem Glas) 8 Kreise aus der Kartoffelmasse ausstechen. Jeder Kreis sollte etwa 60–70 g wiegen. Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen und die Teigkreise von jeder Seite ca. 3–4 Min. anbraten. Sie sollten schön knusprig sein, damit sie später die Burgerzutaten halten können. Auf Küchenpapier legen und das Fett abtupfen. Abkühlen lassen.

2. Aus der Mitte des Apfels 4 runde, ½ cm dicke Scheiben schneiden. Vorsichtig die Kerne aus der Mitte entfernen. Den Radicchio in mittelfeine Streifen schneiden. Den Gorgonzola in 4 Portionen teilen.

3. Das Hackfleisch in 4 Portionen zu 90 g teilen und mithilfe des Dessertrings in die passende Form bringen. Das Fleisch etwas fester andrücken, damit es später auf dem Burger nicht auseinanderfällt.

4. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, das Fleisch salzen und pfeffern (aber erst kurz bevor es in die Pfanne kommt) und anschließend nach persönlichem Geschmack und gewünschten Gargrad braten. Gleichzeitig die Apfelscheiben für etwa 2–3 Min. mit in die Pfanne geben, bis sie leicht weich geworden sind. Wenn der gewünschte Gargrad erreicht ist, das Fleisch aus der Pfanne holen, den Gorgonzola darauf verteilen und 1–2 Min. ruhen lassen.

5. Die Knödelscheiben jeweils auf einer Seite mit Chutney oder Apfelmus bestreichen. Auf die Unterseite eine Apfelscheibe geben, dann das Fleisch mit dem Käse und den Radicchio daraufsetzen. Mit der zweiten Knödelscheibe abschließen und servieren. Beim Essen gut festhalten, damit nichts rausrutscht.

Vielen Dank an die netten Mädels von Zweiblick und an Burgi’s für die Einladung und den wirklich schönen Tag! Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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DimpleGoldenSelection_Foto von Vivi D'Angelo-1

Hat man sich erst einmal an den schottischen Akzent gewöhnt, fällt es deutlich leichter, Chris Clark zu verstehen. Vielleicht hat er sich aber auch besonders angestrengt, deutlich zu sprechen an diesem regnerischen Donnerstag in der gemütlichen Waldmeisterei in München. Dorthin wurde ich eingeladen, um eine der neuesten Kreationen des Spirituosenkonzerns Diageo vorgestellt zu bekommen – die Dimple Golden Selection. Auf der charakteristischen dreieckigen Flasche prangt neben dem Whiskynamen ungewöhnlicherweise auch eine Unterschrift – die des Master Blenders Chris Clark. Er ist nun zum ersten Mal überhaupt in Deutschland, um “seinen” Whisky zu präsentieren und mit uns über die Kunst des Whiskyblendens zu sprechen. Mit der gesammelten Erfahrung aus über 30 Jahren zwischen Fasslager und Labor, erklärt er uns geduldig den Unterschied zwischen Grain und Malt Whisky, spricht über Destillationsprozesse, über die Revolution durch die Continuous Destillation und die Schwierigkeiten, während des aktuellen Whiskybooms genügend hochwertige Fässer für die Reifung des Spirits (also des Rohbrands) zu finden. Aber in erster Linie geht es natürlich um die Kunst, aus vielen verschiedenen Whiskys unterschiedlichster Brennereien über Jahre hinweg einen hochwertigen Blend (also solche Whiskys, bei denen die verwendeten Fässer im Gegensatz zu Single Malts nicht aus einer einzigen Brennerei stammen müssen) zu kreieren.

Dimple Golden Selection Whisky Chris Clark-2

Obwohl Blended Whiskys den überwiegenden Teil des Whiskymarkts ausmachen – Chris Clark sprach von bis zu 95% -, sind es vor allem die Single Malts, die bei der derzeitigen Berichterstattung die meiste Aufmerksamkeit erhalten. Auf diese Tatsache angesprochen, weiß Chris Clark sofort, wovon ich rede. Er habe das Gefühl, dass die Leute sich gerne besonders fühlen möchten, deswegen die besonders limitierte Single-Cask-Abfüllung haben wollen und dann gerne mal abschätzig auf die Masse der WhiskytrinkerInnen herabschauen würden. Er selbst könne damit nichts anfangen, ihm sei es im Gegenteil wichtig, dass sein Whisky kein unerschwingliches Luxusprodukt sei. Er wollte mit der Dimple Golden Selection vielmehr eine hochwertige Abfüllung kreieren, die sich jeder leisten könne. Oder wie er es auf den Punkt bringt: “blended whisky exists for a reason”. Sympathisch und ein angenehmer Gegensatz zum sonst oft vorherrschenden Elitarismus der Whiskyszene.

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Im Interview erzählt mir Clark, dass es weiterhin sein Ziel sei, über Jahre hinweg einen hochwertigen Blend anzubieten und die eigenen Qualitätsvorgaben jedes Jahr aufs Neue erfüllen zu können. Dementsprechend sähe auch sein Arbeitsalltag aus. Er würde die vorhandenen Vorräte prüfen, über reife Fässer entscheiden, die Standard References (an denen sich jede neue Charge orientieren muss) anlegen und sich um die Ausbildung neuer BlenderInnen und VerkosterInnen kümmern. Viel Zeit zum Genießen sei da nicht, das müsse dann zu Hause an der Hausbar geschehen.

DimpleGoldenSelection_Foto von Vivi D'Angelo-2

Die Dimple Golden Selection, um die es an diesem Abend gehen soll, wird übrigens aus hunderten Fässern verschiedenster Brennereien gemischt. Dabei brauchte Chris Clark bei der Entwicklung der Golden Selection keine zehn Prototypen bis zur Kreation des Geschmacks, den er schon vorher im Kopf – oder vielmehr in Mund und Nase – hatte. Er habe dabei den Markenkern bewahren, aber gleichzeitig einen Whisky schaffen wollen, der es EinsteigerInnen ermöglicht, die Welt des schottischen Nationalgetränks zu entdecken. Leicht sollte er also sein, aber dennoch komplex, mit relativ viel Süße und nur wenig Rauch. Ein Whisky eben, der weit von den namenlosen 8€-Flaschen der Discounter entfernt ist, aber dennoch einer breiteren Masse zur Verfügung steht.

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Schließlich bekommen wir die Möglichkeit, uns an dem zu versuchen, was Chris Clark mit völligem Understatement als etwas bezeichnet, das jede/r lernen könne: das Blenden. Er selbst habe zwar Chemie studiert, aber das Blenden sei ihm eher zufällig in den Schoß gefallen. Jemand hätte mitbekommen, dass er ein Händchen dafür habe und dann hieß es eben, “Chris, do this!”, und seitdem sei er ein Blender. Wir sollen das nun ebenfalls werden und haben dafür die vier Grundgeschmäcker vor uns stehen, aus denen auch die Dimple Golden Selection besteht: Vanillearomen (aus einem jungen Grain-Whisky), frische Früchte (hier ein Lowland Malt), reife Früchte (ein Speyside Malt aus dem Sherryfass) und natürlich Rauch (ein Talisker). Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Aromen sind und wie gut – und weniger gut – sie miteinander harmonieren. Mein erster Mischversuch scheint etwas unkoordiniert. Der Blend kommt am Ende zwar nicht schlecht, aber auch etwas schwach auf der Brust daher. Beim zweiten Durchgang habe ich dann schon einen definierteren Geschmack im Kopf, und siehe da, es funktioniert deutlich besser. Ich mag sowohl rauchige Whiskys als auch die Süße, die durch eine Lagerung im Sherryfass erzielt wird, deshalb soll mein Whisky beides vereinen. Das, was ich am Ende in eine kleine Flasche – natürlich stilecht mit Unterschrift vom Master Blender – abfüllen kann, schmeckt tatsächlich und erhält den Segen des Master Blenders. Wer also in Zukunft vorbeikommt und nett fragt, darf mal meinen ganz persönlichen “Sweet and Smoky Blended Scotch Whisky” probieren – die “Steffen Golden Selection”.

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Der Abend endet mit einem auf den Whisky abgestimmten Menü, und nach zwei leeren Flaschen an unserem Tisch (danke an meine trinkfesten TischnachbarInnen, u.a. von Arts in Munich, Der König kocht und Happy Plate), kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass man Wein oder Bier auch ohne Probleme durch einen leichten Whisky ersetzen kann. Allerdings sollte die kulinarische Grundlage stimmen – die köstlichen Fish & Chips, die uns die Küche serviert, eignen sich z.B. hervorragend. Satt und mit einem angenehmen Whiskygeschmack auf der Zunge gehe ich hinaus in den Regen und bin mir sicher, dass ich in Zukunft nicht mehr so hochnäsig an den Blended Whiskys vorbeilaufen werde!

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Danke an Häberlein & Mauerer für die Einladung und die Möglichkeit, mit Chris Clark ein spannendes Interview zu führen! Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

PS: Die Fotos ohne Wasserzeichen stammen von der wunderbaren Vivi D’Angelo. Vielen Dank!

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Supper Club New York Ai-1

Supper Club New York Ai-3

Hier muss es gleich sein. Oder doch noch einen Block weiter? Ais Loft zu finden, ist gar nicht so einfach. Alles, was uns zur Orientierung dient, ist ein Straßenname in Brooklyn, keine Hausnummer, irgendein Studio soll es sein. Ob die junge Frau, die schon eine Weile vor uns läuft, wohl das gleiche Ziel hat? Schwarzer Parka, Hornbrille, Jutebeutel – würde schon passen. Andererseits läuft hier in Williamsburg jeder so rum. Als sie zögerlich vor einem Haus stehenbleibt, fragen wir sie, “looking for the supper club?”. Sie nickt und strahlt uns an. Kurz darauf öffnet uns Mat die Tür und heißt uns in seinem ultrahippen New Yorker Loft willkommen. Eine riesige Rauchwolke schlägt uns beim Eintreten entgegen. Hinter dem Dunst ruft jemand lachend “sorry, irgendwas ist angebrannt ….”, dann taucht Ai, die Gastgeberin des Abends, hinter dem Herd in der offenen Küche hervor. Seit gut einem Jahr lädt sie zwei- bis viermal im Monat 14 Fremde zu sich nach Hause ein, kocht für sie, richtet liebevoll Speisen für sie an, mit denen die meisten ihrer Gäste bislang vermutlich noch nie in Berührung gekommen sind. Die Japanerin hat das Kochen von ihrer Mutter gelernt, legt großen Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel und pflanzt selbst Kräuter und Gemüse auf dem eigenen Rooftop an. Ihren Gästen präsentiert sie ein siebengängiges japanisches Tasting-Menü – vegetarisch oder pescetarisch -, das es mit sämtlichen Sternerestaurants der Stadt aufnehmen könnte. Alles, was wir an dem Abend serviert bekommen, ist so perfekt aufeinander abgestimmt, so wunderschön arrangiert und so anders als alles, was wir bislang von der japanischen Küche kannten: Herbstsalat mit gegrilltem Gemüse, Lotuswurzel, Gartenkräutern, Ponzu-Reduktion und Yuzukoshō-Sahne, Sobanudeln mit Sesamsoße, Algen und Edamame-Bohnen, frittierte Tofu-Mochi gefüllt mit Klettenwurzel und Karotte in einer Pilzsuppe – um nur ein paar der Gänge zu nennen. Unsere Tischnachbarinnen – ein Foodie aus Connecticut, eine pensionierte Lehrerin, die lange in Japan gelebt hat, mit ihrer Enkelin und ein Hipstermädchen aus Williamsburg – zeigen sich ebenso begeistert. Vom Essen, dem Ambiente, den Leuten und den Gesprächen.

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Rund 6400 Kilometer entfernt, öffnet auch Julia von Chestnut & Sage seit Kurzem ihre Augsburger Wohnung für hungrige Fremde, stellt herrliche vegetarische und saisonale Menüs zusammen und schafft eine unglaublich angenehme Atmosphäre, die einen sofort vergessen lässt, dass man seine/n Tischnachbar/in gerade einmal fünf Minuten kennt. GastFreude heißt ihr Supper Club, der im August seine Premiere feierte. Dass man den Namen hier wörtlich nehmen darf, ist keine große Überraschung. Die Freude über das gute Essen steht nach dem Menü allen ins Gesicht geschrieben – serviert wird z.B. eine grandiose Melonen-Gazpacho mit Feta, ein würzig-fruchtiger Pfirsich-Kräuter-Salat mit Ziegenkäsemousse, eine mehr als glücklich stimmende Tagliatelle mit Basilikum und Minze und ein Dessert in Form von Birneneis mit Mandelküchlein, das man natürlich aufisst, auch wenn man zwei Minuten vorher dachte, es passe nichts mehr in den Magen.

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Mit der Freude am Gastgeben, Teilen und am Genuss sind Ai und Julia nicht alleine, denn bei der Vielzahl der aufkommenden Supper Clubs finden sie sich in bester Gesellschaft und sind Teil einer globalen Gemeinschaft. Denn natürlich kann man nicht nur in New York und Augsburg in fremde Wohnungen reinschnuppern, sondern in vielen weiteren Städten laden Menschen zum kulinarischen Miteinander ein. Zu nennen wären z.B. Tisch & Thymian in München, deren wunderschön inszenierte Abende wir schon seit Langem beiwohnen möchten, Ceci n’est pas un restaurant, die in Frankfurt und Köln zum Suppern einladen und natürlich Astrid Paul – die Queen of Supper Clubs -, die ihre privaten Kochabende in der Nähe von Mainz ausrichtet. Auch diese tollen Fotos lassen hoffen, dass Yannic und Susann von Krautkopf ihre privaten Dinnerabende in Berlin bald fortsetzen werden.

Ein international angelegtes Konzept, das in eine ähnliche Richtung geht, ist der aus Finnland stammende Restaurant Day. Viermal im Jahr tauchen überall auf der Welt Restaurants auf, die nur an diesem einen Tag ihre Pforten öffnen – oft an ungewöhnlichen Orten und mit ungewöhnlichen Konzepten. Am 15.11. ist es wieder so weit und diesmal sind auch wir mit dabei und unterstützen in München das Team der Dirty X Break, das bereits im August einen Brunch im Hukodi ausrichtete. Im Wine on the Rocks in der Lindwurmstraße werden wir abends ein (hoffentlich) tolles viergängiges Menü servieren. Wir sind für die vegetarische Hauptspeise verantwortlich und haben uns einen herbstlichen Teller für euch überlegt. Auf der Facebook-Seite der Dirty Dinner Break findet ihr alle weiteren Infos und vielleicht sehen wir ja den einen oder die andere am kommenden Samstag.

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Unser Abend bei Ai in New York endet übrigens mit einer Katze, die durch Reifen springt, vielen neuen Kontakten und einer Vielzahl an kulinarischen Insidertipps, die uns den nächsten Flug nach New York gedanklich schon haben buchen lassen. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass das ganz sicher nicht unser letzter Supper-Club-Abend gewesen sein wird.

Falls ihr nicht gerade schon dabei seid, einen Supper Club in eurer Nähe zu googeln, schaut euch doch mal die beiden Videos von Abenden bei Ai und Julia an – danach seid auch ihr ganz sicher dem Supper-Club-Fieber verfallen!

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Wer in München wohnt, muss sich bei der Restaurantsuche durch eine ordentliche Vielzahl an Möglichkeiten kämpfen. Immer wieder passiert es uns sogar, dass Läden, die auf unserer “Muss-unbedingt-probiert-werden”-Liste gelandet sind, schon wieder dicht gemacht haben, bevor wir sie ausprobieren konnten. Es liegt also nahe, sich bei der Nahrungssuche auf die nähere Umgebung zu beschränken, selbst Pasing erscheint wie eine Weltreise, wenn man in der Innenstadt noch reihenweise Unbekanntes vor sich liegen hat. Dass es sich dennoch lohnen kann, mal aus seinem Schneckenhaus hervorzukriechen und den Weg ins nähere Umland zu wagen, beweist das Bareso. Dieses kleine Bistro liegt in Ottobrunn, das uns bislang nicht gerade als kulinarischer Hotspot bekannt war, aber vom Süden Münchens aus zumindest fix zu erreichen ist.

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Im Mittelpunkt steht eine frische Küche, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, bioaktiv zu sein, d.h. mit regionalen, saisonalen und originalen bzw. unbearbeiteten und schonend zubereiteten Produkten zu arbeiten. “Echtes Essen” nennt das sympathische Betreiberpaar sein Konzept und hat mit dieser Philosophie in der ehemaligen Eisdiele in der Putzbrunnerstraße eine ganz individuelle Küche entwickelt. An manchen Stellen driftet uns das Konzept etwas zu sehr ins Esoterische ab, was der Qualität der Speisen aber natürlich keinen Abbruch tut. Wir waren zum Frühstücken dort und konnten uns davon überzeugen, dass sich der Ausflug nach Ottobrunn definitiv lohnt. Schon bei der Ankunft wird klar, dass frische Zutaten hier einfach dazugehören. Rund um das Lokal ist ein kleiner Kräutergarten angelegt worden, und während wir im überdachten Außenbereich sitzen, kommt die Gärtnerin des Vertrauens vorbei und schleppt ein paar neue Kräutertöpfe heran. Dass dabei natürlich nicht nur Basilikum, Rosmarin und Co. auf dem Teller landen, sollte klar sein. Über 40 verschiedene Wildkräutersorten finden in der Küche Verwendung und verleihen vielen Gerichten eine ganz individuelle Note. Da überrascht es auch nicht, dass sogar der Cappuccino mit Milchschaumblüten daherkommt.

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Die Frühstücksauswahl ist riesig und zum Glück bekommen wir eine Etagere serviert, auf der fast alles zu finden ist, was die Karte zu bieten hat. Beim Anblick des riesigen Frühstücksturms pocht das Foodbloggerherz gleich doppelt so schnell, da die Speisen auf der Karte nicht nur toll klingen, sondern auch mit viel Liebe zum Detail angerichtet sind. Fast alles ist hausgemacht, von den Brötchen über die Schokocreme bis zum Frischkäsedip. Warme Alternativen gibt es natürlich auch, so z.B. ein Wildkräuteromelette, das mit Senf, knackigem Gemüse und riesigen Bergen frischer Kräuter serviert wird. Eine guter Einstieg, um sich anschließend einmal durch das Angebot des Frühstückskarussells zu futtern. Ganz oben finden sich frische Dips, u.a. Ananas-Curry und Schnittlauch, in die man seine Gemüsesticks tauchen kann. Die selbst gebackenen Brötchen bestreicht man am besten schön dick mit der hausgemachten Schokocreme, die so lecker und schokoladig ist, dass wir die Schale bis auf den letzten Tropfen auskratzen.

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Begleitet werden die Köstlichkeiten von einem Smoothie-Dreiergespann: Der Wildkräutersmoothie wurde mit Rosinen und Zimt verfeinert, im Möhren-Bananen-Drink finden sich Haferflocken und der leicht bittere “Wachmacher” besteht u.a. aus Grapefruit, Mandeln und Banane. Wem die Haferflocken im Glas noch nicht genug Getreide sind, der greift am besten zum hauseigenen Müsli. Die beiden Sorten, die wir probieren dürfen, sind köstlich und sehr zu empfehlen – einmal in Richtung eines klassischen Bircher Müslis gehend, das andere mit Anklängen an Marzipan und Zimt. Wir fühlen uns von dem reichhaltigen Angebot ein wenig erschlagen, möchten eigentlich noch viel mehr probieren, können aber einfach nicht mehr. Das alles gibt es übrigens für einen sehr fairen Preis (hier wird die Lage außerhalb Münchens zum klaren Vorteil!): ein individuelles Frühstückskarrussell für zwei Personen gibt es z.B. für 22,50€.

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Zum Abschluss gibt es für uns noch einen kleinen Einblick in das Essen abseits der Frühstückskarte. Wir probieren einen ungewöhnlichen Möhren-Engelwurz-Salat mit Walnüssen, der ganz köstlich ist, und bekommen zum Nachtisch Maiwuchs mit dunkler Schokolade. Halt, Maiwuchs? Hat das nicht was mit Bäumen zu tun? Ja wirklich, es sind Tannenspitzen, die in dunkle Schokolade getaucht wurden und die Geschmacksnerven vor ganz neue Herausforderungen stellen. Es schmeckt nach Wald, der auf eine kräftige Schokonote trifft. Zunächst ziemlich ungewohnt, aber plötzlich ist der Teller leer …

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Neben einer ansprechenden Karte hält das Bareso auch einige spannende Veranstaltungen bereit. Jeden Samstag findet hier z.B. ein Markt mit frischen Produkten aus der Region statt, regelmäßig werden Kochkurse und Verkostungen veranstaltet. Den 10.8. sollte man sich z.B. schon mal vormerken, denn da steht alles unter dem Motto “Käse und Wein“.

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Fazit: Ihr seht schon, das Bareso ist für einige Überraschungen gut und wir sind uns sicher, läge der Laden im Westend oder in Haidhausen, er wäre immer gut besucht! So aber muss man sich mal aus seiner Komfortzone herausbewegen und Ottobrunn einen Besuch abstatten. Vielleicht einfach beim nächsten Ausflug in die Berge oder an den See das Frühstück ins Bareso verlegen? Das wäre auf jeden Fall ein gesunder und köstlicher Start in den Tag! Wir sind von Angebot und Qualität der Speisen jedenfalls begeistert, lediglich an der Atmosphäre im Innenraum könnte man noch arbeiten. 5 von 5 Kräuteromelettes!

Bareso
Putzbrunnerstraße 13
85521 Ottobrunn
www.bareso.eu

Vielen Dank an das Bareso-Team für die Einladung zu diesem Frühstück. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Bilbao Bilbo kulinarisch3-1

Wenn man vier Tage im nordspanischen San Sebastián verbracht hat, liegen die kulinarischen Maßstäbe ganz schön hoch. Denn das bedeutet nicht nur vier Tage inmitten einer hinreißenden Kulisse zwischen türkisblauem Meer, schroffer Felsküste, satt-grünen Hügeln und anmutiger Altstadt verbracht zu haben, sondern auch (und vor allem) vier Tage kulinarische Verwöhnung vom Feinsten! Dass so ziemlich alles, was danach folgt, da nur schwer mithalten kann, ist eigentlich nicht verwunderlich. Dennoch steht uns die Enttäuschung nach unserem ersten Abend in Bilbao (bzw. Bilbo, wie der baskische Name der Hauptstadt Bizkaias lautet) wahrlich ins Gesicht geschrieben. Bilbao und wir hatten einen eher unglücklichen Start, lernten wir uns doch erst spät an einem sehr ungünstig verlaufenden Samstagabend kennen, der zum Entsetzen aller Beteiligten leider auch kulinarisch versagte. Zu sehr hatten wir uns wohl daran gewöhnt, in jeder noch so kleinen Pintxo-Bar große Geschmacksexplosionen serviert zu bekommen.

Doch mit den ersten Sonnenstrahlen des nächsten Morgens, deren kunstvolles Lichtspiel auf der gold-silbernen Fassade des Guggenheim Museums sich von unserem Hotelzimmer aus beobachten lässt, erwacht auch unsere Liebe für die baskische Metropole. Also, alles auf Anfang und noch mal von vorn – wir geben der Stadt eine zweite Chance und sie enttäuscht uns nicht. Besonders die künstlerische Ästhetik des Stadtbilds, die jugendliche Atmosphäre und die Leichtigkeit, die Bilbao verströmt, wächst uns in den nächsten Tagen sehr ans Herz. Mit leichter Verzögerung präsentiert sich uns die Stadt dann auch von ihrer leckeren Seite. So lecker sogar, dass wir hier ein paar unserer liebsten Locations für euch zusammengetragen haben. Liebe auf den zweiten Biss(en), nennt man das wohl.

Unsere kulinarischen Tipps für Bilbao:

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{Cafetería Guggenheim} Wir starten unseren ersten Morgen in Bilbao mit einem kurzen Spaziergang über die Puente de la Salve, von der aus man bereits einen herrlichen Blick auf das Guggenheim Museum und den Rest der Stadt erhaschen kann. Ein paar Minuten später stehen wir vor dem in der Morgensonne schimmernden Gebäude. Wir sind früh dran, das Museum hat noch nicht geöffnet und auch sonst scheint die Stadt noch zu schlafen. Aus der kleinen Cafetería am Eingang des Guggenheims strömt Kaffeegeruch und unsere Mägen beginnen leise vor sich hin zu knurren. Also, schnell rein, ein kleines Frühstück mit einer Bollería und einem Café con leche für 3€ bestellen und ab in die Sonne! Dort sitzt man mit dem Guggenheim im Rücken und mit freiem Blick auf Puppy und kann der Stadt beim Erwachen zusehen. Optimal für einen kleinen, schnellen Start in den Tag! Cafetería Guggenheim // Calle Abandoibarra 2.

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{Bar Tasaiz} Etwa auf einer Höhe mit dem Guggenheim gelegen, doch etwas weiter in Richtung Altstadt, befindet sich die Bar Tasaiz – ein kleines modernes Café mit netter Einrichtung, ansprechender Karte und günstigen Frühstücksmöglichkeiten. An der hübschen Flusspromenade entlang spazierend in Richtung Altstadt, lässt sich hier gut ein schneller Zwischenstopp einlegen. Für unschlagbare 2,50€ bekommt man eines der Frühstücksspecials mit Kaffee und wahlweise einer Tostada, einem Pintxo oder einer Bollería. Wir wählen eine Tostada con Tomate, ein geröstetes Baguette mit einem Püree aus frischen Tomaten, Olivenöl, Salz und Pfeffer – eines unserer liebsten spanischen Frühstücksangebote: sehr einfach, sehr effektiv, sehr lecker! Bar Tasaiz // Calle de la Convivencia 1.

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{Café del Arenal} Mindestens einmal während jedes Spanienaufenthalts muss es sein: ein großer Teller voller gezuckertem Brandteiggebäck mit einer Tasse dunkler, fast puddingartiger Schokolade! Churros con chocolate sind nach jeder durchfeierten Partynacht in Spanien (lang, lang ists her …) ein Muss! Gerade in den frühen Morgenstunden, zwischen 5 und 6 Uhr, werden die Churrerías von hungrigen Partygängern überrannt. Die letzte durchfeierte Nacht liegt bei uns zwar schon ein Weilchen (hüstel) zurück, doch auf einen Teller Churros wollten wir dennoch nicht verzichten. Gut, dass die frittierten Stangen nicht nur nachts angeboten werden und sich das Café Arenal am Rande der Altstadt auf das Fettgebäck spezialisiert hat. Wie es sich für eine klassische Churros-Bar gehört, kommt das Café Arenal etwas altmodisch und nüchtern daher, was aber der Qualität der Churros keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil – so muss eine Churrería aussehen und so müssen Churros con chocolate schmecken! Café del Arenal // Arenal 5.

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{La Alhóndiga} Das ehemalige Weindepot, das Philippe Starck zu einem architektonisch beeindruckenden Kultur- und Freizeitzentrum umgebaut hat, birgt neben einer Vielzahl an kulturellen Angeboten auch einige interessante kulinarische Anlaufstellen. Für einen schnellen Lunch bietet sich z.B. das La Florinda an, das in modernem Ambiente und mit offener Küche internationales Fusion Food verspricht. Der Salat mit Burrata und Muhammara ist köstlich, auch der Cheeseburger kann überzeugen. Die benachbarte Hola Bar lädt mit bequemen Sofas zum längeren Verweilen ein und bietet neben einer umfangreichen Mittagskarte auch Pintxos und ein vielversprechendes Frühstück an (von dem wir uns leider nicht mehr selbst überzeugen können). Im Anschluss lässt sich mit vollgeschlagenen Bäuchen herrlich entspannt das kühle Atrium der Alhóndiga erkunden. Dort kann man dessen Architektur bestaunen, von unten in das im zweiten Stock gelegene Glasschwimmbecken schauen, im toll bestückten Kunstshop stöbern, in der umfangreichen Zeitungsauslage der öffentlichen Bücherei blättern oder eine der aktuellen Ausstellungen im Keller besuchen. Absolute Empfehlung! La Alhóndiga // Plaza Atrium 4.

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{Miu} Das Menu del día – das Mittagsmenü – besitzt in Spanien einen besonderen Stellenwert. Viele Restaurants und Cafés bieten um die Mittagszeit (ca. zwischen 13.30 und 15.00 Uhr) unschlagbar günstige drei- bis viergängige Menüs inklusive Getränk an, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Ein Restaurant, das aufgrund seines ansprechenden Farbkonzepts bereits von außen auf sich aufmerksam macht, ist das Miu – ein gehobener Japaner gegenüber der Alhóndiga. In die Einrichtung verlieben wir uns sofort – alles ist schlicht, stylish, türkislastig, aber dennoch mit japanischem Touch. Für günstige 10,95€ kann man sich hier sein persönliches Mittagsmenü zusammenstellen – jeder Gang bietet drei Alternativen, davon mindestens eine vegetarische. Die Entscheidung fällt schwer, denn eigentlich klingt alles auf der Karte toll. Letztendlich bekommen wir: Variationen von Algensalaten, vegetarisches Uramaki, Reis mit Kimchi-Gemüse und einen Pflaumen-Bananen-Kuchen mit Zimtjoghurt. Die nicht-vegetarische Version wird ergänzt durch Thunfisch-Uramaki und einem Kräuterlachs mit Sojanudeln. Alles schmeckt richtig, richtig gut und wir bereuen, dass wir nicht noch einen weiteren Mittag hier verbringen können. Miu // Alameda Recalde 45.

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{Bertón} Auch auf Pintxos muss man in Bilbao natürlich nicht verzichten – wir sind ja immerhin im Baskenland und somit mitten in Pintxolandia. Während wir uns in San Sebastián auf viele experimentelle Pintxos eingelassen haben und jedes Mal hin und weg waren, fahren wir in Bilbao mit den klassischen, traditionellen Varianten deutlich besser. Im Bertón z.B. erwarten einen weder Fusionküche noch rauchende Teller, sondern baskische Tapas, wie man sie von einer rustikalen Bar mit Holzstühlen, Kacheln und einer Schinkenschneide-maschine mitten im Raum erwarten würde. Und das ist absolut positiv gemeint! Die Theke hält eine Vielzahl an bodenständigen Pintxos bereit, warme Kleinigkeiten werden auf Zuruf aus der kleinen Küche herausgebracht. Egal, was wir hier probieren, es schmeckt köstlich: Baguette mit Ziegenkäse, getrockneten Tomaten, Membrillo (Quittengelee) und frischen Preiselbeeren, Champiñones a la plancha mit Anchovis-Aioli, Baguette mit Schinken, marinierten Pilzen und Kräutern. Einfach und hervorragend! Berton // Calle Jardines 11.

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{Kai} Diese kleine Bar liegt an den Jardines de Albia, wo sich eine Vielzahl von Bars und Restaurants angesiedelt hat. Am Wochenende ist hier abends die Hölle los und überall pressen sich Trauben von Menschen durch die engen Türen der Bars. Wir haben Glück und finden im Kai einen Platz an der Theke, was sich als ideale Position entpuppt. Denn von hier aus hat man freien Blick auf die riesige Gin-Auswahl (bestimmt 50-60 Flaschen) und kann sich nebenbei noch fachmännisch vom netten Barkeeper beraten lassen. Der Gin-Boom sei in Spanien noch viel heftiger ausgebrochen, als in anderen Ländern, berichtet er und drückt uns eine Flasche des spanischen Nordés Gin in die Hand. Kurz darauf mixt er uns damit einen Gin Tonic, den er mit Fevertree Tonic und halbierten Trauben serviert (der Alkohol für den galicischen Gin wird nämlich aus Trauben gebrannt). Die übersichtliche Auswahl an Pintxos, die auf der Theke steht, strotzt zwar nicht vor Kreativität, doch falls man nach zwei bis drei der vorzüglichen Drinks plötzlich Hunger verspürt, macht man mit Standards wie Ziegenkäsetaschen mit Tomatenmarmelade trotzdem nichts falsch. Kai // Calle Colón de Larreátegui 13.

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{Café Iruña} Ebenfalls an den Jardines de Albia findet man diesen Klassiker Bilbaos. Das Caféhaus besteht seit 1903 und versprüht den Charme einer vergangenen Epoche. Der im maurischen Stil gehaltene Innenraum mit den hübschen Kacheln ist sowohl tagsüber als auch abends mit Besuchern gefüllt. Mit den Pintxos, die auf der Theke stapeln, will man keinen Innovationspreis gewinnen, sondern bedient lieber die Bedürfnisse eines etwas gesetzteren Klientels. Die Auswahl an vegetarischen Speisen ist übersichtlich, doch die Tortilla stellt durchaus zufrieden. Ein besonderes Highlight hält das Café Iruña jedoch für Fleischliebhaber bereit. An einem kleinen separaten Stand am Eingang werden die angeblich besten Grillspieße der Stadt serviert. Über einem Holzkohlegrill gart mit Zitrone und allerlei Gewürzen mariniertes Lammfleisch vor sich hin. Nicht nur Steffen zeigt sich von der Qualität des Fleisches beeindruckt; die Schlange an Menschen, die bis weit auf die Straße dafür ansteht, beweist, dass es sich offensichtlich lohnt, für ein Stück spanische Geschichte anzustehen. Cafe Iruña // Calle Berástegui 4.

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Wir hoffen, wir konnten euch das Baskenland ein wenig schmackhaft machen. Natürlich kann man dort nicht nur vorzüglich essen, sondern auch die unglaubliche Natur genießen, durch tolle Museen bummeln oder einfach am Strand abhängen. Wir werden bestimmt bald zurückkehren und uns dann vielleicht sogar noch etwas weiter ins Landesinnere wagen (wo es ja ganz tollen Wein und leckeren Käse geben soll).

Hier gehts zum ersten Teil unseres kulinarischen Reiseberichts aus dem Baskenland (San Sebastián).

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Schock lass nach! Da wollten wir in der letzten Woche unseren Besuch davon überzeugen, dass mexikanisches Essen so viel mehr sein kann als mehlige Bohnen, fettiges Fleisch und billige Soßen, und dann müssen wir feststellen, dass unser Lieblingsmexikaner offensichtlich das Handtuch geworfen hat. Dabei war das Milagros am Rande des Viktualienmarkts wirklich eine Perle, die uns bei jedem Besuch aufs Neue begeistern konnte. Aber zum Glück gibt es schon seit dem letzten Jahr einen Ableger, der uns auch in Zukunft mit köstlichem mexikanischen Essen versorgen wird. Die Taquería Milagros ist quasi die kleine Schwester des Restaurants, die sich auf mexikanisches Street Food spezialisiert hat. Zu finden ist der Laden am Isartor und liegt damit schön in Laufnähe zum Isarstrand. Normalerweise besticht die Fressmeile zwischen Isartor und Fluss nicht gerade durch besonders durchdachte ästhetische Konzepte. Viele der dort ansässigen Imbissbuden und Ketten richten sich wohl in erster Linie an Touristen und feierwütige Jugendliche. Die Taquería mag auf diese Zielgruppe sicher ebenso wenig verzichten, aber man hat sich – wie bereits beim Milagros – wirklich viel Mühe gegeben, ein stimmiges Konzept auf die Beine zu stellen. Authentisches mexikanisches Street Food soll an die Kundschaft gebracht werden (wie in anderen Münchner Läden auch, z.B. dem Pure Burrito oder dem Condesa). Dementsprechend mutet die Inneneinrichtung ein wenig runtergerockt an. Stylish runtergerockt versteht sich. Neonfarbene Luchadormasken, bewusst abgerissene Plakate, leuchtende Farben und Schilder auf Spanisch sollen uns in das Herz von Mexiko versetzen. Mission erfüllt, würde ich sagen, und dem Andrang nach zu schließen, sehen das wohl auch andere so.

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Aber wichtiger als die Einrichtung ist natürlich das Essen. An der Theke, hinter der die frischen Zutaten zu bewundern sind, wählt man zunächst zwischen Burritos, Tacos, Quesadillas, Papas al Horno oder Nachos, und sucht sich dann die passende fleischige oder vegetarische Füllung aus. Beim letzten Besuch waren wir mehr als hungrig, und so gab es für alle einen Burrito (6,50€) und dazu eine Portion vegetarische Quesadillas (6,50€). Erfreulicherweise gibt es auch in der Taquería die aus dem (untergegangenen) Mutterschiff bekannten Aquas Frescas – mexikanische Limonaden -, sodass Sabrina und meine Schwester glückselig an einer Horchata (3,90€) nuckeln konnten, während wir auf unsere Bestellung warteten. Schließlich landete alles in einer großen Papiertüte, und auf gings zur Isar. Unterhalb der Muffathalle fanden wir ein schönes Plätzchen und konnten in der Abendsonne das mexikanische Fast Food testen. Mein Burrito war mit fein gewürztem Entenfleisch gefüllt, einer Spezialität aus Zentralmexiko, und trotz der ordentlichen Größe blitzschnell verschwunden. Die beiden Damen brauchten für ihre vegetarischen Rollen zwar länger, waren aber nicht minder begeistert. Die Soßen und Gewürze sind durchweg frisch und toll abgeschmeckt. Lediglich etwas mehr Salat wäre wünschenswert gewesen, denn die Füllung ist definitiv mehr auf der cremigen als auf der knackigen Seite. Satt ist man meist schon nach einem Burrito, doch die Quesadillas sind einfach viel zu gut, um sie nicht auch noch dazu zu bestellen. Richtig schön käsig, leicht scharf, mit einer leckeren Salsa – mehr braucht es nicht, um mich glücklich zu machen.

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Fazit: Nicht nur wir, sondern auch alle BesucherInnen, die wir in die mexikanische Street-Food-Szene eingeführt haben, zeigten sich hellauf begeistert von dem kleinen Laden am Isartor. Und wenn es an der Isar zu kalt sein sollte, lässt es sich in der durchgestylten Taquería auch gut drinnen aushalten. Aber auf der schier endlosen Liste der “Sachen, die wir in diesem Sommer nicht genug machen können”, steht “an der Isar sitzen, die Abendsonne genießen, den Fluss rauschen und das Bier gluckern hören und dabei leckere mexikanische Kleinigkeiten futtern” dennoch ganz weit oben. Zum Glück hat der Sommer gerade erst begonnen, und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Ausflug zum Isartor! 4,5 von 5 Horchatas!

Taqueria Milagros München-6

La Taquería Milagros
Zweibrückenstraße 9
80331 München
www.taqueria.de

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Alexander_And_James_Whisky_BBQ_Event-5Der Mann hinter der Bar ist Bruce-Lee-Fan. Und so wie Bruce Lee die Geheimnisse seiner Kampfkunst weitergegeben wissen wollte (und sich damit gegen die Tradition der asiatischen Meister stellte), hält auch Atalay Aktas nicht viel von Geheimnistuerei. Andere Barkeeper würden sich wegdrehen, wenn sie ihre besten Drinks mixen, doch der vollbärtige Berliner hält davon nichts. Bereitwillig gibt er sein persönliches Rezept für einen Old Fashioned heraus und erklärt, wie der selbst gemischte Honiglikör hergestellt wird. Das alles wird mit so einer ruhigen, geduldigen und charmanten Art vermittelt, dass man kaum glauben kann, hier Deutschlands besten Barkeeper 2013 vor sich zu haben. Er durfte beim vom Spirituosenkonzern Diageo ausgerichteten Wettbewerb “World Class Bartender of the Year 2013″ antreten und gehört nun dem kleinen Kreis der World Class 50 Bartender an. Und ausgerechnet dieser Virtuose steht nun hinter der kleinen Theke im Cafe Reitschule am Rande des Englischen Gartens in München und mixt beim BBQ-Abend des Spirituosenshops Alexander & James mit bewundernswerter Eleganz einen Whisk(e)y-Cocktail nach dem anderen.

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Zwischendurch nimmt er sich Zeit für seine Gäste, beantwortet Fragen nach seinen Whiskyvorlieben (die sich von Bourbon zu rauchigem Scotch gewandelt haben) und erklärt, wie er jeden Drink abschmeckt, bevor er ihn an den Gast rausgibt. Währenddessen mischen sich zwischen die Gerüche von Torf und Roggen weitere Aromen und ziehen mich auf die Terrasse. Dort ist ein großer Grill aufgebaut und es duftet verführerisch. Dry-Aged-Rind, Ibérico-Schwein und Lammkoteletts liegen auf dem Rost und lassen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Mit einem ersten Drink in der Hand – einem leichten Americano mit Bulleit Rye und Amarenakirsche – fachsimple ich mit den Köchen über Grillfleisch und BBQ-Soßen, und greife schon mal zu den Vorspeisen. Der Grillgeruch macht schließlich hungrig.

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Während wir noch auf der Terrasse stehen und die letzten Schlücke des Americano genießen, werden schließlich die ersten Fleischstücke fertig. Beilagen gibt es auch, aber die werden an so einem Abend eher zu Nebendarstellern. Wenn die Qualität des Fleisches stimmt, reichen ein wenig Salat, ein Stück Maiskolben und etwas hausgemachte Soße vollkommen aus. Den letzten Kick gibt aber der Drink. Denn zu jedem Gang hat sich Atalay Aktas die passende Begleitung im Glas ausgedacht. Rusty Lee (da wären wir dann wieder bei Bruce Lee angelangt) nennt sich die erste Kreation und die Variante des Barklassikers Rusty Nail, die hervorragend zum Rindfleisch passt, das da in perfektem Rosa vor mir auf dem Teller liegt. Im Glas ergänzen sich die beiden kräftigen Islay Single Malts Talisker und Lagavulin sehr harmonisch, während der Honiglikör auf Rum-Whisky-Basis dem Ganzen etwas die Schärfe nimmt. Süchtig machend, und besonders die salzige Note des Talisker 10 ist eine tolle Ergänzung zum Fleisch. Wer braucht noch Salz, wenn er Whisky haben kann?

Rusty Lee (für einen Tumbler)

5 cl Talisker 10
3 cl Lagavulin 16
Honiglikör nach Belieben (gemischt aus gleichen Teilen Lagavulin 16, Zacapa Rum und Waldhonig)
Zitronenzeste

Alle flüssigen Zutaten mit Eiswürfeln in einen Tumbler geben und mit einem Barlöffel gut kalt rühren. Mit der Zitronenzeste zunächst den Rand des Glases aromatisieren und diese dann ins Glas geben.

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Doch so ein Drink zum Fleisch macht natürlich wieder hungrig, und zum Glück brutzeln draußen auf dem Grill noch weitere Fleischstücke vor sich hin. Die Köche haben Mitleid mit mir und so bekomme ich schon vor dem nächsten Gang immer wieder kleine Appetithäppchen über die Theke gereicht. Schließlich ist aber auch beim Lammkarree und dem riesigen Brocken Ibérico-Schwein die richtige Temperatur erreicht und wieder landet wunderbar Gegrilltes auf unseren Tellern. Zu kräftigem Fleisch passt ein kräftiger Drink und Atalay Aktas hat sich hier etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Wir sollen auf Soße zum Fleisch verzichten und stattdessen auf die Würze des Drinks vertrauen. Big Bad Snapper hat er seine Kreatur getauft und im Shaker ist doch wirklich etwas von der leckeren Alexander & James-BBQ-Soße gelandet. Als der Drink auf den Tisch gestellt wird, kommt noch eine Umdrehung mit der Pfeffermühle obendrauf und dann heißt es: Augen zu und durch. Und wirklich, die Mischung aus Whisky, Tomatensaft, BBQ-Soße und Eiweiß schmeckt sogar. Der erste Schluck ist ungewohnt, doch nach einem Bissen Fleisch ergibt alles plötzlich Sinn. Meine Erkenntnis? Wer ein richtig cooles BBQ auf die Beine stellen will, sollte auch mal etwas um die Ecke denken.

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Schließlich neigt sich der Tag dem Ende zu und ein letzter Cocktail landet in meiner Hand. Einen Bourbon Vanilla Mule hat Atalay Aktas diesmal zusammengerührt, dessen Vanille- und Ingwerarmomen nach dem deftigen Big Bad Snapper einen schönen Abschluss bilden. Langsam wird auch der Handyakku schwach, denn die Eindrücke des Abends landen natürlich live im Internet. Wer also noch ein paar mehr Impressionen haben möchte, schaut einfach mal auf unserem Pinterest-Board zum Event vorbei.

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Der Abend war ein toller Einstieg in die Open-Air-Grillsaison und jetzt weiß ich: die Drinks sind mindestens genauso wichtig, wie das, was auf dem Grill landet. Alexander & James hat passenderweise in der aktuellen Ausgabe seines Magazins einige Tipps zusammengestellt, wie ihr die beiden Themen perfekt miteinander verbindet. Das gilt natürlich nicht nur für reine Männergrillabende. Denn obwohl der Abend unter dem Motto “Alexander & James zelebriert Gentlemen” stand, sollte klar sein, dass der Rauch – egal, ob er vom Grill oder aus dem Glas stammt – natürlich nicht nur Männer begeistert. Die anwesenden Damen zeigten sich jedenfalls ebenso angetan.

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Dieser Artikel ist mit Unterstützung von Alexander & James und der Agentur Häberlein & Mauerer entstanden. Vielen Dank für die Einladung zum Event. Meine Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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Glenmorangie Lasanta Singe Malt Whisky-2

Der Whiskymarkt ist in ständiger Bewegung und ich komme derzeit kaum hinterher, die ganzen Neuerscheinungen im Auge zu behalten, geschweige denn zu probieren. Besonders hektisch wird es immer im Mai, viele Brennereien stellen dann z.B. im Zuge des Islay Festivals ihre neuen Kreationen vor. Ich hatte in den letzten zwei Wochen glücklicherweise die Gelegenheit, zwei Neuerungen aus dem Portfolio des Moët-Hennessy-Konzerns probieren zu dürfen, zu dem u.a. die bekannten Brennereien Glenmorangie und Ardbeg gehören.

Glenmorangie Lasanta

Glenmorangie Lasanta Singe Malt Whisky-3

Am ersten Abend war ich deswegen zusammen mit einer Gruppe JournalistInnen, BloggerInnen und Whiskyinteressierten in Charles Schuhmanns Zweitbar Les Fleurs du Mal eingeladen, um dort den Relaunch des Glenmorangie Lasanta zu verkosten. Der Lasanta ist zwar erst vor knapp fünf Jahren auf den Markt gekommen, konnte aber in dieser Zeit die Erwartungen der Brennerei nicht erfüllen und wurde deshalb von Grund auf überarbeitet. Aus diesem Grund ist auch Karen Fullerton nach Deutschland gereist, die als Global Brand Ambassador von Glenmorangie und Ardbeg an der Entwicklung beteiligt war und außerdem die Entscheidung für den Relaunch bis ins kleinste Detail und mit erstaunlicher Offenheit erklären kann.

Glenmorangie Lasanta Singe Malt Whisky-1

Um einen Vergleich zu haben und ein Gefühl für die grundsätzlichen Merkmale der Brennerei (immerhin ist sie die Destillerie mit den höchsten Brennblasen in Schottland!) zu bekommen, verkosten wir zunächst den zehnjährigen Glenmorangie Original. Dieser milde, leicht florale, fruchtige und malzige Single Malt aus Ex-Bourbon-Fässern bildet die Grundlage, auf der die weiteren Abfüllungen des Konzerns entwickelt werden. Im Falle des Lasanta waren es etwa 50 verschiedene Variationen, die von der Entwicklungsabteilung der Brennerei und dem Master Distiller gemischt wurden, bis sich schließlich ein Mix aus Pedro-Ximénez- und Oloroso-Sherry-Fässern als Favorit herauskristallisierte. Im Vergleich zum ursprünglichen Lasanta ist die neue Variante deutlich weicher und runder geworden. Wo der alte Lasanta sehr würzig, wärmend und mit Aromen wie Zimt daherkam, dominieren beim neuen Lasanta zunächst Ingwer, Marzipan und Trockenobst in der Nase. Auch beim Alkoholgehalt hat sich was geändert, statt 46% sind es jetzt nur noch 43%. Durch die Pedro-Ximénez-Fässer ist beim Geschmack mehr Süße hinzugekommen und die Kanten sind etwas abgeschliffen worden. Mir gefällt die Entwicklung allerdings und ich kann mir gut vorstellen, in Zukunft öfter mal eine Flasche im Regal stehen zu haben.

Glenmorangie Lasanta Singe Malt Whisky-4

Zum Abschluss dürfen wir uns noch selbst als Master Blender versuchen und jeweils aus einer Pedro-Ximénez- und Oloroso-Abfüllung in Fassstärke unseren eigenen Lasanta herstellen. Das ist schwerer als erwartet, und ich bin ganz froh, dass diese Aufgabe sonst von den Damen und Herren in Schottland übernommen wird. Anschließend nimmt sich Karen Fullerton noch die Zeit, sich mit uns über die Erfolgsaussichten deutschen Whiskys, NAS-Abfüllungen (No Age Statements, d.h. Whiskys ohne Altersangabe) und die Entwicklung von Whiskyleidenschaft im Studium auszutauschen. So endet ein schöner Abend und ich freue mich schon, den neuen Lasanta in Zukunft öfter mal im Glas haben zu können.

Ardbeg Auriverdes

Ardbeg Auriverdes Single Malt Whisky-2

Der zweite Pflichttermin im Mai war das Pre-Tasting der diesjährigen limitierten Ardbeg-Abfüllung. Ich habe ja bereits im vergangenen Jahr begeistert über den Ardbog geschrieben, und auch diesmal hat das Ardbeg-Team um Bill Lumsden hervorragende Arbeit geleistet. Passend zur WM in Brasilien hat sich das Marketingteam außerdem eine Fußballkampagne einfallen lassen und sogar den Whisky entsprechend benannt: Auriverdes – das steht zum einen für das Gold des Whiskys und das Grün der Insel Islay und ist “zufälligerweise” auch der Name der brasilianischen Nationalelf. Auf jeden Fall schön stimmig und Ardbeg hat definitiv ein Händchen dafür, sich auch über den Geschmack seiner Abfüllungen hinaus interessant zu machen. Aber hier soll es natürlich ganz objektiv um das gehen, was vom Glas in den Mund wandert, und ich hatte zum Glück mehr als genügend Zeit, den Auriverdes ausführlich zu probieren.

Ardbeg Auriverdes Single Malt Whisky-1

Natürlich beginnt auch das Pre-Tasting im Schummerlicht der Münchner Bar Gabanyi nicht sofort mit dem Highlight des Abends, sondern zunächst erzählt Thomas Zilm, Brand Ambassador von Ardbeg, etwas mehr über die Destillerie an sich. Während wir ihm lauschen, können wir noch einmal die Single Malts der Core Range probieren. Alle Ardbeg-Whiskys basieren auf dem gleichen New Make Spirit, einem Destillat von 69% (das übrigens nach Bamberger Rauchbier riecht, wenn man es sich auf die Haut reibt), das erst durch die unterschiedliche Fasslagerung seinen individuellen Charakter entwickelt. 60-70% seines Geschmacks erhält ein Whisky aus dem Fass, und so ist klar, dass bei Ardbeg viel Wert auf das richtige Holz gelegt wird. Für den Einsteigerwhisky, den Ardbeg TEN, kommen z.B. hochwertige 1st- und 2nd-Fill-Bourbon-Fässer aus amerikanischer Weißeiche zum Einsatz, die für eine knackige Schärfe sorgen. Beim Uigeadail sind es dagegen Sherry-Fässer, deren Weinaromen (bei einem Weinfass stecken bis zu zehn Liter Flüssigkeit im Holz!) die Torfigkeit dämpfen und den Uigeadail deutlich weicher und süßer werden lassen. Wer auf Winteraromen steht, sollte hier mal eine Nase riskieren! Bei meinem Favoriten, dem Corryvreckan, ist dagegen wenig gedämpft. Neben den bekannten Bourbon-Fässern sind Fässer aus französischer Eiche am Geschmack beteiligt und das Tanin dieses Holzes sorgt für deutlich mehr Würze. Die 57.1% tun ihr Übriges, sodass man es hier eher mit einem stürmischen Herbstnachmittag, als mit einem gemütlichen Winterabend zu tun hat. Kein Whisky für jeden Tag, aber einer mit viel Charakter.

Ardbeg Auriverdes Single Malt Whisky-2-2

Dann endlich kommt der Star des Abends ins Glas. Ardbeg hat es geschafft, die jährlichen Abfüllungen zu einem weltweiten Spektakel werden zu lassen, bei dem der Ausverkauf am ersten Tag schon garantiert ist. Ich bin also gespannt, ob diesmal die vorher schon kursierenden Gerüchte über die hohe Qualität des Auriverdes gerechtfertig sind. Im Glas schimmert er wirklich schön golden und nicht besonders dunkel. Gelagert wurde das Destillat in 1st- und 2nd-Fill Bourbon-Fässern, doch anders als beim TEN kamen zusätzlich noch Fässer mit speziell getoasteten (also angekohlten) Deckeln zum Einsatz. In der Nase gibt er sich zunächst erstaunlich unspektakulär, sehr zurückhaltend, mit Anklängen von Honig und Karamell. Im Mund entfaltet der Single Malt allerdings eine ganz eigene Kraft. Der erste Schluck ist richtig süß, die Vanille der Bourbon-Fässer kommt zum Vorschein, und vor allem ist er ziemlich vollmundig. Irgendwie auch saftig, man hat regelrecht das Gefühl, in ihn reinbeißen zu können, fast ist man versucht, auf der Flüssigkeit herumzukauen. Nach einem Moment im Mund kommen die von Ardbeg gewohnten Torf- und Salz-Aromen zum Vorschein, drängen sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund. Nach einer Weile an der Luft wird der Auriverdes schließlich rauchiger, die Kohle der gerösteten Deckel macht sich jetzt stärker bemerkbar und auch im Mund breitet sich nach einiger Zeit eine gewisse kohlige Trockenheit aus. Das ist gar nicht so unangenehm wie man zunächst  denken mag, sondern eher spannend und macht Lust auf ein ordentliches BBQ. Der Abgang ist schön lang und die ordentlichen 49.9% rinnen erstaunlich sanft die Kehle herunter. Zusammenfassend also ein verdammt gut ausbalancierter Singe Malt, der dem Arbdeg-Portfolio eine neue, etwas sanftere Note hinzufügt, ohne zu gefällig zu sein. In jedem Fall ein Whisky, von dem man gerne mehr als nur ein Dram trinken will und den ich mir toll an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon (oder einer Dachterrasse in Sevilla) vorstellen kann.

Ardbeg Auriverdes Single Malt Whisky-1-2

Wer bisher noch nie einen Ardbeg probiert hat, am 31.5. – dem Ardbeg Day 2015 – bereit ist, sich in eine lange Schlange einzureihen und 72€ übrig hat, sollte auf jeden Fall zuschlagen! Alle Ardbeg-Fans wissen eh, dass sich der Weg zum Spirituosenhändler ihres Vertrauens (in München wird z.B. der Whisky-Shop Tara einen limitierten Vorrat haben) lohnt. Ich selbst muss am Ardbeg Day arbeiten, in mein Regal wird es also leider keine Flasche schaffen. Schade eigentlich, denn ich hätte den Auriverdes gerne noch etwas näher kennengelernt.

Vielen Dank an Tobias von Moët Hennessy für die Einladungen zu den beiden Whisky-Tastings. Meine Meinung bleibt davon natürlich unberührt.

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Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-2

Die Sonne brutzelt, durch die Luft wehen Grillgerüche – endlich hat ein Hauch von Sommer auch München erreicht. Was gibts da Besseres, als die sommerlichen Temperaturen auszukosten und nach dem Feierabend den Biergarten zu stürmen? … Na, die Gin & Tonic-Bar – ha! Denn seit dem 12. Mai und bis zum 7. Juni lädt die Gin & Tonic-Pop-up-Bar von Edinburgh Gin auf dem Münchner Viktualienmarkt (nicht nur) zum Afterwork-Drink ein.

Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-3

Aber wie kommt ein schottischer Gin eigentlich nach München? Ganz einfach – über die Städtepartnerschaft, die Edinburgh und die bayrische Landeshauptstadt seit 60 Jahren verbindet. Die Idee, das Jubiläum einer Städtepartnerschaft mit der Eröffnung einer Pop-up-Bar zu feiern, finden wir grandios! Um gleichzeitig die schottisch-englische Freundschaft zu pflegen, hat Edinburgh Gin auch noch Fever-Tree ins Boot geholt, die die Pop-up-Bar mit ihren köstlichen Tonics unterstützen. Von der gelungenen Umsetzung und der Vielzahl an schottischen (und englischen) Köstlichkeiten, die die Pop-up-Bar anbietet, durften wir uns kürzlich selbst überzeugen.

Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-1

Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-4

Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich z.B. die Scottish Hugos (je 7€) – ein erfrischender Mix aus Gin, Gin-Likör (wahlweise mit Himbeer- oder Holundernote), Prosecco und Soda. Aber auch die klassischen Gin & Tonics (je 9€) können überzeugen. Hier hat man die Möglichkeit, seinen Gin mit den verschiedenen Fever-Tree-Tonics zu kombinieren: ganz traditionell mit herbem Zitrusaroma mit dem Premium Indian Tonic und Orangenzeste oder würzig-kräuterig mit dem Mediterranean Tonic und einem Rosmarinzweig. Etwas ungewöhnlicher und nicht auf der Standardkarte zu finden sind die Kombinationen mit dem neuen Elderflower Tonic und einer Himbeere (fruchtig-floral und eigentlich etwas zu süß für den Edinburgh Gin) sowie dem Fever-Tree Bitter Lemon (hinter dem sich eigentlich ein Lemon Tonic verbirgt), das sich aber grundsätzlich im Wodka besser aufgehoben fühlt. Grundlage all dieser Drinks ist der Edinburgh Gin, der mit 16 Botanicals aufwarten kann. Neben den üblichen Zutaten sorgen schottischer Wacholder, Heidekraut, Kiefer und Mariendistel für eine besonders wacholdrige Note und unterstreichen die schottische Herkunft.

Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-5

Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-7

Bevor man sich jedoch ungebremst dem Gin & Tonic-Konsum hingibt, sollte man besser nach einer der nahrhaften Grundlagen greifen, die die schottische Bar außerdem anbietet, z.B. belegte Sandwiches oder eine äußerst leckere Tomatensuppe mit Gin-Sahne. Danach sollte der Verkostung weiterer Drinks nichts mehr im Wege stehen.

Gin & Tonic Pop-up-Bar Viktualienmarkt München-6

Wer sich durch das Angebot der schottischen Gin-Tonic-Bar probieren möchte, sollte sich beeilen, denn die Bar auf dem Viktualienmarkt (gegenüber dem Biergarten) hat nur noch bis zum 7. Juni 2014 (täglich von 12 bis 20 Uhr) geöffnet. Schade eigentlich, denn wir wären dort sicherlich häufiger zu Gast!

Vielen Dank an Edinburgh Gin, Fever-Tree und storykitchen für die Einladung zum Tasting. Unsere Meinung bleibt davon, wie immer, unberührt.

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