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Archive for August 2012

Irgendwie ist die Grillsaison in diesem Jahr spurlos an uns vorübergezogen und so finden sich noch keine Grillrezepte auf dem Blog. Der Rest der Foodbloggersphäre quillt dafür regelrecht über von Salaten, Marinaden und Soßen. Kurz bevor der Sommer nun zu Ende geht, hatte ich aber doch noch die Gelegenheit, mich auf diesem Feld etwas auszutoben. Eine Kollegin hatte ihren letzten Arbeitstag und zum Abschied wurde ein Grillfest veranstaltet. Da sich bereits genügend Freiwillige für Salate und Desserts angekündigt hatten, beschloss ich, Soßen zum Buffet beizusteuern. Ich habe also Kochbücher, Zeitschriften und Bookmarks gewälzt und stand am Ende mit etwa einem Dutzend möglicher Grillsoßen da. Entschieden habe ich mich für die hier vorgestellte Steaksoße von Smitten Kitchen, die Paprika-Aprikosen-Salsa von Juliane aka Schöner Tag noch und ein Tomaten-Mango-Chutney. Letzteres ist leider vollkommen missglückt und landete traurigerweise im Mülleimer. Aber da bin ich eigentlich sehenden Auges hineingerannt, denn mit einer unreifen Mango konnte das ja nichts werden. Die Steaksoße hingegen ist vollends geglückt und wirklich köstlich geworden. Ein wenig zu süß vielleicht, aber trotzdem sehr lecker. Sie passt natürlich auch zu Gemüse, Brot, Sojasteaks und gegrilltem Käse.

Ich habe das Rezept ein wenig angepasst und auf deutsche Zutaten zugeschnitten.

Wenn die Paprika zusammenfallen, sind sie genau richtig.

Steaksoße aus gegrillten Paprika (für 3 Gläser):

2 rote Paprika
300 ml passierte Tomaten
100 ml Orangensaft
4 EL Worcestershiresoße
4 EL Olivenöl
2 EL Balsamicoessig
1½ EL Zuckerrübensirup (wer es weniger süß mag, sollte weniger nehmen)
1½ EL Salz
2 TL gemahlene Senfkörner
1 TL geriebener Ingwer
½ TL Pfeffer
¼ TL Piment

1. Ofen auf 200°C (Elektro) vorheizen. Paprika waschen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in der oberen Backofenhälfte grillen. Ab und zu drehen, bis alle Seiten leicht geschwärzt sind. Bei mir hat es etwa 30 Min. gedauert.

2. Aus dem Ofen holen und 15 Min. abkühlen lassen. Stiel und Kerne entfernen und den Rest (inklusive der Haut) in einem Mixer geben. Die anderen Zutaten dazugeben und alles so glatt wie möglich pürieren.

3. Die Soße in einen kleinen Topf geben und etwa 15-20 Min. köcheln lassen. Dann wieder zurück in den Mixer und noch einmal durchpürieren. So wird die Konsistenz der Soße richtig fein.

4. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und in Schraubgläser oder Flaschen füllen. Die Soße hält sich im Kühlschrank mindestens 1-2 Wochen.

Reicht auch für mehrere Grillabende.

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Das erste Mal: Cake Pops

Woohoo! Ich hab’s geschafft! Endlich, denn auf meiner To-do-Liste standen sie schon viel zu lange: selbst gemachte Cake Pops. Ein freies Wochenende und der Geburtstag einer Kollegin waren nötig, um mich tatsächlich an die Umsetzung zu wagen. Erstaunlich gut haben sie geklappt und auch optisch sind sie, zumindest für den ersten Versuch, gar nicht mal so übel geworden. Doch so eben mal nebenbei lassen sich die anspruchsvollen Kuchenlollis nicht zubereiten. Sie fordern: etwas Geduld, ein Mindestmaß an Kreativität und vor allem eine Menge Zeit. Dafür belohnen sie einen danach mit ihrem schmucken Aussehen, einem Gefühl von tiefer Zufriedenheit und vielen erfreuten Gesichtern beim Verteilen.

Und so geht’s (für ca. 25 Cake Pops):

500 g Rührkuchen
50 g Butter
60 g Frischkäse
50 g Puderzucker
1-2 TL Vanillearoma
400 g Schokoladenkuvertüre
evtl. Lebensmittelfarbe
Deko
Lollistiele
Styropor- oder Steckschaumblock

1. Als Basis für die Cake Pops benötigt man einen einfachen Rührkuchen. Nicht zu aufwendig sollte er sein und ohne Chichi – zu große Nuss- und Schokostückchen o.ä. würden sicherlich das spätere Rollen erschweren. Ich habe mich für einen simplen Mandelkuchen aus einer Kastenform entschieden. Für die Weiterverarbeitung braucht man ca. 500 g des völlig abgekühlten Rührkuchens. Der Rest darf dann gerne sofort vertilgt werden. Die Kuchenränder abschneiden und das weiche Teiginnere mit den Händen in einer Schüssel zerkrümeln.

2. In einer anderen Schüssel die Butter (Zimmertemperatur!) cremig rühren und den Frischkäse unterrühren, bis eine lockere Masse entsteht. Dann den Puderzucker peu à peu hineingeben und alles zusammen mit dem Vanillearoma ordentlich durchmixen.

3. Nun die Buttermischung zu den Kuchenkrümeln geben und alles miteinander vermischen, bis eine klebrige, aber gut formbare Masse entsteht. Je nach Rührkuchen benötigt man hier sicherlich mal mehr oder weniger Buttermasse – also einfach ausprobieren, welche Mischung zur besten Konsistenz führt. Aus dem Teig etwa walnussgroße Kugeln formen. Danach für mindestens 30 Min. in den Kühlschrank stellen.

4. Einen kleinen Teil der Kuvertüre im Wasserbad zum Schmelzen bringen. Die Lollistiele mit einem Ende in die Kuvertüre tunken und in die Kugeln stecken. Die Bällchen weitere 30 Min. im Kühlschrank trocknen lassen.

5. Die restliche Schokoladenkuvertüre im Wasserbad schmelzen und ggf. einen Teil der Schokolade mit Lebensmittelfarbe einfärben. Die Lollis in die Schokolade tunken, nach Herzenslust verzieren und zum Trocknen in einen Styropor- oder Steckschaumblock stecken.

Obwohl ich mit dem Ergebnis meines ersten Cake-Pop-Experiments ganz zufrieden bin, gibt es für das nächste Mal sicherlich noch Optimierungsbedarf. Ich hatte mir eigentlich eine schöne, feste Schokoumhüllung gewünscht, die beim Reinbeißen richtig knackt, doch meine Schokoglasur ist auch nach langer Kühlung ziemlich weich geblieben. Habt ihr irgendwelche Tipps für eine knackige Umhüllung?

Nichtsdestotrotz klopft aber schon die nächste Back-Challenge an die Tür: Macarons …

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Dass sich Martha Stewart tolle Cupcake-Rezepte ausdenken kann, wurde hier ja schon mehrfach lobend erwähnt. Einige Kreationen aus ihrem grandiosen Cupcake-Buch haben sich mittlerweile zu absoluten Favoriten entwickelt, da sie schnell und einfach nachzubacken sind, immer hübsch aussehen und natürlich bombe schmecken! Dazu zählen auch die kleinen Raspberry Marble Cheesecakes, die gerade bei sommerlichen Temperaturen eine fruchtige Nachmittagserfrischung bieten.

Eine Anleitung für den richtigen Swirl gibt es hier

Für ca. 32 Himbeer-Käseküchlein:

1½ Cups Vollkornbutterkekse (etwa 12 Stück)
3 EL geschmolzene Butter
325 g + 5 EL Zucker
180 g Himbeeren
1000 g Frischkäse
1 Prise Salz
1 TL Vanilleextrakt (z.B. Dr. Oetker Finesse)
4 große Eier

Alle Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, sie sollten Raumtemperatur haben.

1. Kekse fein mahlen. Ofen auf 170°C (Elektro) vorheizen und eine Muffinform mit Förmchen auslegen. Kekskrümmel in einer Schüssel mit der geschmolzenen Butter und 3 EL Zucker vermischen. 1 EL der Mischung in jedes Förmchen geben und am Boden festdrücken. Im Ofen etwa 5 Min. backen, bis der Teig fest geworden ist, abkühlen lassen.

2. Himbeeren fein pürieren. Wer will, kann jetzt die Masse noch durch ein feines Sieb passieren, um die Kerne zu entfernen. Die Küchlein schmecken aber auch ohne diesen Schritt himmlisch. Egal, ob mit Kernen oder ohne: 2 EL Zucker unterrühren.

3. Den Frischkäse mit einem Mixer cremig schlagen. Bei niedriger Geschwindigkeit die 325 g Zucker (oder auch weniger, je nachdem, wie süß man es haben möchte) nach und nach hinzufügen. Eine Prise Salz und das Vanillearoma dazugeben und alles gut verrühren. Dann die Eier nacheinander unterrühren.

4. 3 EL der Frischkäsemasse in jedes Förmchen geben und jeweils einen halben TL Himbeerpüree darauf verteilen. Mit einem Zahnstocher oder einer Gabel ein wenig in die Frischkäsemasse einrühren. Die Muffinform im Ofen auf ein möglichst tiefes Backblech stellen. Das Blech mit Wasser füllen, sodass die Förmchen zu ¾ im Wasser stehen.

5. Ca. 22 Min. backen, bis die Füllung gestockt ist. Komplett abkühlen lassen und alle aufessen.

Martha Stewart’s Cupcakes: 175 Inspired Ideas for Everyone’s Favorite Treat. Clarkson Potter, New York 2009. 15,95€

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… with blueberries!

Die Küche hat Zuwachs bekommen! Seit letzter Woche nennen wir einen Standmixer unser eigen. Und zwar einen mit mächtig Power! 1,6 Liter Fassungsvermögen und 750 Watt! Von Kennwood ist das massive Stück und wurde gerade zum ersten Mal ausprobiert. Zwar gab es noch keine Frozen Margaritas, aber dafür einen teuflisch süßen Milchshake. In einer der Kochzeitschriften, die wir aus Florida mitgebracht haben, sind nämlich ganze 50 Milchshakerezepte aufgelistet, die schon beim Lesen die Erinnerung an den tollen Peanutbutter-Milkshake im 11th Street Diner in Miami hochholen. Diesmal waren allerdings noch Blaubeeren im Kühlschrank und Vanilleeis im Kühlfach, was zusammen mit Buttermilch ein cremiges Wunder ergab. Frau Wu fand es ein wenig zu süß, aber für mich war es genau richtig. Der Mixer verrichtet seinen Dienst einwandfrei, nach weniger als 20 Sekunden waren alle Zutaten zerkleinert und auch das anschließende Säubern funktioniert dank zerlegbarer Einzelteile super.

Der Kennwood BL 710 im Einsatz

Für zwei große Gläser Milchshake

2 Cups Blaubeeren
2-3 EL Zucker (je nach Vorliebe)
1 EL Zitronensaft
400 ml Vanilleeis
100 ml Buttermilch

1. Die Blaubeeren waschen und zusammen mit Zucker und Zitronensaft in einem Topf bei mittlerer Hitze einkochen lassen, bis eine sirupartige Konsistenz erreicht ist. Abkühlen lassen.

2. Eis, Blaubeerkompott und Buttermilch im Mixer zerkleinern. Falls es flüssiger sein soll, noch etwas Buttermilch dazugeben.

Das lila Wunder

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München geht aus

In der letzten Woche ist mir im Zeitschriftenregal ein kleines Magazin ins Auge gesprungen, das sofort meine Neugier geweckt hat. München geht aus heißt es und versammelt auf über 250 Seiten Informationen zu Münchens Restaurants, Bistros, Bars und Clubs. Auf den ersten 50 Seiten gibt es ein paar knappe Reportagen, Interviews und Top-10-Listen von “Designperlen” bis “Bella Italia”. Danach folgen 90 Seiten mit ausführlicheren Kritiken, unterteilt in kulinarische Rubriken. Dabei werden einige Newcomer vorgestellt, sodass auch Leute, die mehrmals pro Woche essen gehen, bestimmt noch Neues entdecken können. Die letzten 100 Seiten sind dem sogenannten “Finder” gewidmet und dienen als Nachschlagewerk. Hier werden wohl fast alle relevanten Münchener Futtertröge aufgelistet und mit jeweils 1-2 Sätzen zumindest kurz beschrieben. Alleine 13 spanische Lokale werden aufgeführt – für mich als hispanophilen Esser bedeutet das einiges an Aufarbeitung in nächster Zeit. Eine Auflistung nach Stadtteilen und einen Index gibt es ganz am Ende auch noch. Insgesamt bekommt man für den Preis von 5,90€ eine Menge geballter Informationen, die jede/n zufriedenstellen sollten. Einziger Minuspunkt ist in meinen Augen, dass es keinen Unterpunkt für vegetarische/vegane Lokale gibt, die verstecken sich nämlich unter “Biofood”.

Das “Attentat Griechischer Salat” steht auch schon länger auf unserer To-Eat-Liste

Fazit: Frau Wu und ich sind ganz schön geplättet von diesem gastronomischen Overkill und hoffen, dass wir bis zur nächsten Ausgabe von 2014 zumindest eine Handvoll der Tipps ausprobiert haben werden.

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Frau Wu hatte Geburtstag und natürlich musste deswegen ein Kuchen her. Ein Apfelkuchen. Aber nicht irgendeiner, sondern ein echter Martha Stewart Apple Pie. Dabei war der erste Versuch, etwas nach einem Rezept aus dem Kochbuch New Pies and Tarts zu zaubern (Butterscotch Pie), im Juni ziemlich schiefgelaufen. Aber diesmal ging alles gut und Martha ist rehabilitiert. Ich habe für den Mürbeteig die Mengenangaben mit dem Taschenrechner von der geforderten 9″ Form auf unsere 11″ Form hochgerechnet und alle Zutaten peinlich kühl gehalten. Sogar das Mehl habe ich vor der Verwendung in den Kühlschrank gestellt. Beim Zugeben des Wassers sollte man lieber erst einmal sparsam sein, ich musste wieder kräftig nachmehlen, weil die Masse zu klebrig geworden war. Den fertig ausgerollten Teig am Ende sicher in bzw. auf die Form zu befördern, ist auch nicht ganz einfach. Ich habe mir beholfen, indem ich den Teigfladen auf einem Stück Backpapier ausgerollt und dann gemeinsam mit dem Papier zur Form transportiert habe. Viel Mehl und ein richtig durchgekühlter Teig machen das Ausrollen ebenfalls einfacher. Für die Apfelfüllung habe ich je zur Hälfte Pink Lady und Jonagold verwendet und dem Rezept zudem noch Walnüsse hinzugefügt.

Geschmacklich und optisch gab es am Ende nichts zu meckern, besonders lecker schmeckt der Kuchen aufgewärmt aus dem Backofen. Denn warm und mit einer großen Kugel Vanilleeis schmeckt er am besten!

Für eine 11″ (28 cm) Tarteform:

Teig
350 g Mehl
280 g Butter (kalt und in kleine Stücke geschnitten)
1 EL Zucker
60-80 ml Eiswasser

Füllung
ca. 1750 g gemischte Äpfel (z.B. Jonagold, Granny Smith …)
50-75 g Walnüsse
4 EL Mehl
3 TL Zitronensaft
75 g Zucker
1-2 TL Zimt
1/4 TL Muskatnuss
Eine Prise Salz
1 Eigelb
1 EL Wasser
Hagelzucker

So hätte der Kuchen auch zum 4th of July gepasst

1. Für den Teig Mehl, Salz und Zucker in einem Mixer oder mit den Händen vermischen. Butter hinzufügen, bis die Masse grob vermischt ist (im Kochbuch steht, es sollte wie coarse meal aussehen). Wasser vorsichtig dazugeben und mit dem Mixer oder mit einer Gabel vermischen, bis die Masse gerade beginnt zusammenzuhalten. Falls der Teig noch zu trocken ist, etwas mehr Wasser (nicht mehr als 1 EL auf einmal) hinzufügen.

2. Den Teig in zwei Hälften teilen und zu zwei Teigbällen formen. Diese lose in Frischhaltefolie einrollen und zu einer flachen Scheibe pressen. Im Kühlschrank mindestens eine Stunde kalt stellen. Der Teig kann so bis zu einem Tag aufbewahrt werden.

3. Die steife Teigscheibe auf einem Stück Backpapier mit reichlich Mehl kreisförmig ausrollen, etwa ⌀ 35 cm. Mithilfe des Backpapiers hochheben und vorsichtig über eine 11″ Tarteform stülpen und mit den Fingern andrücken. Den Überschuss am Rand hängen lassen und die Form mit dem Teig für 30 Min. in den Kühlschrank stellen. Ofen auf 220°C vorheizen und einen Ofenrost auf die unterste Stufe schieben.

4. Während der Teig ruht, die Äpfel schälen und in ½ cm große Stücke schneiden. Walnüsse grob hacken. In einer großen Schüssel beides mit 4 EL Mehl, Zitronensaft, Zucker, Zimt, Muskatnuss und Salz vermischen. Die Mischung in die Tarteform geben, in der Mitte einen Hügel formen. Wer möchte, kann jetzt noch kleine Butterstücke auf der Apfelmischung verteilen.

5. Eigelb und 1 EL Wasser verrühren.

6. Die zweite Portion Teig wie in Punkt 3 ausrollen. Den Rand der unteren Teighälfte mit der Ei-Wassermischung bestreichen. Die zweite Teigplatte über die Tarteform mit der Apfelmasse geben. Rundherum bis auf einen Zentimeter Überhang abschneiden. Den oberen Teigrand unter den unteren klemmen und nach Belieben daraus einen tollen Pierand formen. Mit dem restlichen Eigelb bestreichen und den Teig in der Mitte mit einem Messer dreimal einschneiden. Mit Hagelzucker bestreuen.

7. Etwa 25 Min. backen, bis der Rand gerade zu bräunen beginnt. Dann auf 190°C runterschalten und weitere 60-75 Min. backen. Der Deckel sollte goldbraun sein und die Apfelfüllung blubbern.

8. Mindestens drei Stunden abkühlen lassen, damit sich alles setzen kann.

Zwischen Apfelmasse und Teig bleibt nach dem Backen ein Hohlraum, der aber auf dem Teller verschwindet

Martha Stewart’s Pies & Tarts: 150 Recipes for Old-Fashioned and Modern Favorites. Clarkson Potter, New York 2011. 19,60€

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I love your blog!

Wer aufmerksam die virtuelle Welt der Foodblogs beobachtet, hat diesen Titel vielleicht schön öfter gelesen. Wir sind noch immer ziemlich aus dem Häuschen, dass nun auch uns der “I love your blog”-Award verliehen wurde. Unser Dank geht an Julia von Chestnut & Sage, die fast zeitgleich mit uns mit dem Bloggen angefangen hat und immer mehr tolle vegetarische Leckereien veröffentlicht. Wir freuen uns natürlich sehr über diesen Preis, der helfen soll, noch unbekannte Blogs etwas bekannter zu machen. Deswegen soll jeder “Gewinnerblog” den Award auch an bis zu fünf weitere Blogs vergeben. Um genau zu sein, an solche, die bisher noch weniger als 200 Leser haben – also normalerweise noch nicht so lange bestehen. Das machen wir natürlich gerne und präsentieren unsere Auswahl an food addicts, die noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten:

Deck schon mal den Tisch: Kathi bloggt seit Mai mit großartigen Fotos, die Lust aufs Nachkochen machen!

Prostmahlzeit: beschert regelmäßig kulinarische News aus München

The whitest cake alive: Noch ein ganz junger Blog, der aber jetzt schon viel Lust auf mehr macht

Jetzt sind “unsere” Preisträger an der Reihe ihrerseits den”Wander-Award” weiterzureichen. Wir sind schon gespannt, was es dann zu entdecken gibt!

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Chorizo con garbanzos

Vor Kurzem habe ich in der Metro Chorizo, eine scharfe spanische Paprikawurst, im Angebot bekommen und die erste Hälfte letzte Woche schon mit Hackfleisch in einen Hamburger verwandelt. Die beiden übrigen Würste wollte ich in einem meiner spanischen Lieblingsgerichte verwenden und bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen passt das ja ganz gut. Auch wenn es sich eigentlich um einen Eintopf handelt, wie man ihn in vielen spanischen Bars in kleinen Tonschälchen als Tapa vorgesetzt bekommt. In diesem Fall treffen sich süße Kirschtomaten mit der Schärfe der Wurst und einigen Kichererbsen zu einem mediterranen Stelldichein. Dazu passt Baguette zum Auftunken der Soße oder – wie in diesem Fall – auch mal ein Focaccia. Dieses runde Wunder habe ich bei der Bäckerei Kistenpfennig entdeckt (3,50€) und kann es nur weiterempfehlen. Schön fluffig mit leicht öliger Note und kleinen Tomaten, die im Teig Verstecken spielen.

Für zwei Personen

2 kleine Chorizowürste (ca. 12 cm)
1 Dose (400g) Kichererbsen
250 g Kirschtomaten
3 Knoblauchzehen
1-2 EL Limettensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Kräuter nach Wahl (z.B. Petersilie oder Basilikum)
1 Baguette, Focaccia, Ciabatta o.ä.

1. Die Wurst in Scheiben schneiden und den Knoblauch grob hacken. Die Kichererbsen abgießen. Die Kirschtomaten entweder kurz mit der flachen Seite eines Messers andrücken oder einfach ein wenig anschneiden.

2. Die Wurst in einer Pfanne mit ein wenig Olivenöl von beiden Seiten knusprig braten, den Knoblauch hinzufügen, kurz durchschwenken. Dann die Tomaten und die Kichererbsen dazugeben und alles 5-10 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen.

3. Den Limettensaft einrühren und mit Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken. Heiß servieren.

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Margarita und Abendsonne. Kann es noch besser werden?

Mexikanisches Essen abseits von fettiger Tex-Mex-Bierseligkeit scheint ja das nächste große Ding in München zu werden. Neben dem Condesa, das wir im April besucht haben, gibt es schon seit Längerem am Hauptbahnhof einen kleinen Straßenimbiss und am Goetheplatz mit dem Pure Burrito ein weiteres Lokal, das sich “authentischer” mexikanischer Straßenküche verschrieben hat. Das vierte Restaurant im Bunde befindet sich in der Frauenstraße, am Rande des Viktualienmarkts und hat mit Straßenküche oder Fast Food nur wenig zu tun. Zwar schwärmt man in der Speisekarte bei der Beschreibung der Tacos, Enchiladas oder Tortillas von Straßenständen in Mexiko, aber im Milagros liegt das Level eindeutig höher. Hier wird echte mexikanische Küche auf hohem Niveau geboten, mit einem leichten Dreh in Richtung Maya/Yucatan-Gerichten.

Das scheint sich herumgesprochen zu haben und eine Reservierung ist deswegen dringend angeraten. Insbesondere dann, wenn man im Sommer draußen auf der schön eingerichteten Terrasse sitzen möchte. Drinnen wird in einer offenen Küche gekocht, was es bei Außentemperaturen über 25 °C ziemlich unangenehm werden lässt. Wir hatten uns aber für einen Platz unter freiem Himmel entschieden, schön im Schatten, mit Blick auf den Viktualienmarkt. Zur Abkühlung gab es für alle erst einmal eine Runde Aqua Fresca (3,90€ für 0,4l). Im Grunde genommen einfach etwas ausgefallenere Saftschorlen, von denen besonders die Varianten mit Jamaikablüten und Horchata zu gefallen wusste. Limone-Minze und Melone waren lecker, aber geschmacklich etwas schwach auf der Brust.

Für die Vorspeise hatten wir uns für eine Portion Esquites (7,90€), eine Mischung aus Mais, Avocado, Kräutern und Käse sowie einen Dip namens Sikil P’aak (3,90€) entschieden. Letzterer bestand aus pürierten Kürbiskernen mit Tomaten, Chili und Orangensaft und ist eine tolle Alternative zu Guacamole. Der Geschmack war gänzlich ungewohnt, sehr nussig und von einer angenehmen, leicht rauchigen Schärfe.

Oben: Esquites mit väterlichen Fingern. Unten: Sikil P’aak mit den hausgemachten Totopos

Die Auswahl der Hauptspeisen fiel erwartungsgemäß schwer, es las sich einfach alles so lecker. Mein Vater und ich teilten uns deswegen einfach die gemischte Platte (Fiesta Mexicana, 29.90€) für Leute mit Entscheidungsschwierigkeiten. Neben zwei Sorten Fleisch mit Soßen findet man dort alles, was der Magen begehrt: Tacos, kleine Tortillas, Guacamole, Reis, Bohnen undundund. Mehr als ausreichend für zwei Personen und ich kann mir vorstellen, dass man davon auch zu dritt gut satt werden kann, wenn man etwas kleinere Portionen gewohnt ist. Alles, was man darauf präsentiert bekam, war super lecker, abwechslungsreich gewürzt, ab und zu mal etwas schärfer, aber nie schmerzhaft. Besonders gut fand ich die kleinen Tortillafladen, die mit ein bisschen mariniertem Fleisch gefüllt waren und die man nach Belieben mit Soße, Bohnen oder Salat ergänzen konnte. Die beiden anderen am Tisch hatten Enchiladas, einmal mit Fleisch con mole poblano (14,90€), serviert an einer scharfen, rauchigen Soße und einmal vegetarisch als Enchiladas verdes mit Käse statt Fleisch und einer würzigen grünen Tomatensoße. Überhaupt ist die Auswahl an fleischlosen Gerichten mehr als ordentlich, sodass auch Vegetarier Probleme haben, sich zu entscheiden.

Oben: Fiesta Mexicana. Unten: Enchiladas verdes

Kaum zu glauben, aber ein (ganz klein) wenig Platz war danach immer noch und so bestellen wir gemeinsam eine Portion Churros, die ich bisher in Deutschland noch nicht gefunden hatte. Diese hier waren sehr dünn und definitiv auch selbst gemacht. Dazu gab es Schokolade, die fast schon die Konsistenz von Pudding hatte. Lecker, aber für 5,90€ könnte die Portion ruhig etwas größer ausfallen. Sonst sind die Preise zwar nicht unbedingt niedrig, aber die Portionen dafür auch mehr als ordentlich und alles durch die Bank weg lecker.

Inzwischen haben wir auch einige Bekannte mit unserer Begeisterung angesteckt, die ebenfalls begeistert zurückkamen. Da störte es auch nur am Rande, dass die Kellner etwas langsam waren und man auf die Getränke immer ziemlich lange warten musste.

Fazit: Wer seinem Gaumen eine Reise nach Mexiko gönnen möchte, ohne dabei München zu verlassen, der sollte wohl ins Milagros gehen. Spanischsprachkurse als musikalische Berieselung auf der Toilette inklusive. 4,5 von 5 Tortillafladen.

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